19. Mai 2018

16.30 Uhr Langes Wochenende mit Schuss

Berliner Weiße mit Schuss kennen viele, Wochenenden mit Schuss - was soll das?

Nun, es sind in der Woche vor Pfingsten einige Geschosse abgefeuert worden, von denen gerade einmal der Abschuss zu hören war. Wann, wo und wie sie einschlagen, ist hingegen noch offen.

Ein lauter Knall, direkt nebenan, gleich hinter den Alpen wurde von den Fünf-Sterne-Matadoren und der Lega Nord abgefeuert. Man will versuchen, miteinander zu regieren und dabei die EU kräftig aufzumischen. Die Italiener wollen mit dem Sparen aufhören und zum Ausgleich einen Schuldenschnitt von der EZB, auch wenn das inzwischen wieder dementiert wird, denn, so sagen sie, das würde niemandem wehtun. Außerdem wollen sie irgendwie die EU-Kompetenzen in der Zuwanderungs- und Flüchtlingspolitik beschneiden und überhaupt ...

Mir schwant Übles. Dass Italien finanziell mit dem Rücken an der Wand steht und kaum besser dran ist als Griechenland, das pfeifen die Spatzen schon seit vielen Jahren von den Dächern. Das Glück der Italiener war, dass diese Wand zum großen Teil aus sehr nachgiebigen Target 2 Salden besteht und dass Mario Draghi seinen Landsleuten sehr viele Freiheiten zugestanden hat. Doch mit Draghi geht's zu Ende, und wenn die neue Koalition es schafft, die durchschnittliche Regierungszeit italienischer Regierungen zu überstehen, dann könnte sie noch im Amt sein, wenn Jens Weidmann, so er es denn wird, die Nachfolge als EZB-Chef antritt. Spätestens dann wird Italiens Mitgliedschaft im Euro ernsthaft infrage gestellt werden - und wenn sich die alten Betonköpfe im Zentralkommittee der EU nicht bewegen, könnte sogar das erste der sechs Gründungsmitglieder der EWG den Weg zum Ausgang nehmen.

Gekracht hat es auch in München. Die Alpenprawda hat sich von ihrem Karikaturisten Hanitzsch getrennt, weil der dem Netanjahu große Ohren und eine dicke Nase hingestrichelt und ihm eine Rakete mit Davidstern in die Hand gedrückt hat, und das vor einer Stadion-Kulisse mit European Song Contest Charme. Bei Hanitzsch, seit Jahrzehnten für die Süddeutsche tätig, wurden damit zum ersten Mal tiefsitzende antisemitische Ressentiments festgestellt. Er selbst sieht das ganz anders, doch das hilft ihm nichts.

Mir schwant Übles. Immer, wenn einer aus heiterem Himmel plötzlich geschasst wird, wird irgendeine große Schweinerei eingeläutet. Nach dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz würde es mich nicht wundern, wenn nun ein Karikatur-Verbot erlassen würde - vielleicht geht's aber auch nur darum, den Protesten gegen die israelische Grenzsicherung die Plattformen zu entziehen.

Gekracht hat es wohl auch in der Beziehung zwischen Donald und Kim. Läuteten vor Kurzem noch die Friedensglocken, stört sich Kim nun daran, dass Donald schon wieder vor seiner Küste und an seiner Landgrenze den Krieg übt. Das wiederum gefällt Donald nicht.

Was würden Sie tun, wenn Sie über Atomwaffen und Trägerraketen verfügen und die USA versuchen, Sie zu erpressen? Trump sagt unverhohlen: Wenn es mit dem Deal nichts wird, dann gehen wir rein, wie wir in Libyen reingegangen sind? Was würden Sie machen, wenn Sie gerade erst miterlebt hätten, wie Trump auf den Iran-Deal scheißt?

Nun ja, gut, ich weiß, wir alle, hier in Deutschland, vor allem jene, die schon länger hier leben, wissen, dass es sich ganz gut mit den USA auskommen lässt, wenn man sie machen lässt, was sie wollen, auch, wenn's manchmal gewöhnungsbedürftig ist. Sie und ich würden selbstverständlich sofort klein beigeben. Aber Kim, Kim lebt schon länger in Korea.

Mir schwant Übles.

Dann war da in der zu Ende gehenden Woche im Reichstag großes Remmidemmi. Die Haushaltsdebatte ist inzwischen vom politischen Aschermittwoch nur noch dadurch zu unterscheiden, dass die Reden nicht in Bierzelten und Festsälen gehalten werden.

Sarah Wagenknecht nannte die Kriterien für einen Schnelltest, mit dem jeder herausfinden kann, ob er in einem Land lebt, das von Idioten regiert wird. Ich habe diesen Test gemacht und kann das Ergebnis zu meinem eigenen Schutz leider nicht preisgeben. Und Alice Weidel, die sich, wie an Mimik, Gestik und Stimmeinsatz zu erkennen war, am Rednerpult des Bundestages noch nicht ganz heimisch fühlt, griff den schon vom SPD-Mitglied Sarrazin benutzten Begriff "Kopftuchmädchen" auf, und meinte überdies, Claudia Roth sei ihrer Meinung nach in der Rolle der Bundestagsvizepräsidentin fehl am Platze, weil sie in einer Demonstrationen gesehen wurde, in der das Banner "Deutschland verrecke!" gezeigt wurde.

Das "Kopftuchmädchen" brachte ihr einen Orndungsruf ein, die übrigen Inhalte ihrer Rede wurden weder beachtet, noch gewürdigt, obwohl sie durchaus wichtige Zukunftsfragen angesprochen hat, von denen sonst wenig zu hören ist.

Mir schwant Übles, denn die AfD hat, weil man ihre Argumente seitens der GroKo im Bundestag weder hört noch würdigt, eine Klage beim Verfassungsgericht eingereicht, mit der Absicht, feststellen zu lassen, ob Horst Seehofer gelogen hat, als er erklärte, Angela Merkel habe in Deutschland eine "Herrschaft des Unrechts" errichtet. Vermutlich wird das Verfassungsgericht den EuGH einschalten und klären lassen, ob nicht andere Mitgliedsstaaten eine Herrschaft viel schlimmeren, evtl. sogar schreienden Unrechts errichtet hätten, und ob nicht der Gerechtigkeit halber, bevor die AfD Angela Merkel an den Karren fahren kann, nicht erst Polen, Ungarn oder Spanien als Staaten mit einer Herrschaft des Unrechts tituliert werden müssten. Am Ende wird es - so oder so - einen Freibrief für alle Staatsratsvorsitzenden, Kanzler und Ministerpräsidenten geben, da in einer komplexen und sich schnell verändernden Welt wie der unseren der Rechtsbruch durch die Regierung letztlich alternativlos sei.

Dann war Angela Merkel noch bei Putin. Das Verhältnis ist gespannt. Ob ein Träger Radeberger im Reisegepäck war, ist nicht überliefert, aber das russische Gas, das hätte sie schon gerne, und die neue Pipeline durch die Ostsee auch, aber Putin müsse schon versprechen, dass er auch weiterhin Gas für die Ukraine abzweigen werde. Was für ein Blödsinn! Poroschenko ist der erste, der sich mit amerikanischem Fracking Öl eindecken wird, wenn die Tankschiffe endlich fahren werden. Ein Mann, dem ein großes Stück seines Landes von den Russen einfach wegannektiert wurde, wird dem Kreml doch nicht noch Geld in den Rachen werfen, wenn er Öl und Gas auch bei Freunden kaufen kann.

Mir schwant Übles. Das frisch mit einem Einmarsch bedrohte Nordkorea unfasst zwar von der Fläche und von den Einwohnern ohne Migrationshintergrund gerade einmal ein Drittel Deutschlands, doch so viel größer ist Deutschland nicht, um Trump zu hindern, auch bei uns reinzugehen. Es gibt nur einen Grund, der ihn aufhalten könnte, nämlich so eine Art Mitleid mit einem Gegner, der nun so gar keine Möglichkeit hat, sich auch nur ansatzweise zur Wehr zu setzen. Denn Trump will Northstream 2 absolut nicht, Trump will auch, dass deutsche Unternehmen, die in den USA Geschäfte machen, alle von ihm verhängten Sanktionen bei Androhung empfindlicher Strafen befolgen - und das wiederum will Deutschland nicht. Gut. Angela Merkel hat sofort zurückgerudert, als in Brüssel beschlossen wurde, europäischen Unternehmen zu verbieten, die US-Sanktionen zu befolgen und sie im Gegenzug für Ausfälle zu entschädigen, weil das mit der Entschädigung unter Umständen zu teuer sein könnte, aber wenn man das Auseinanderrücken von USA und EU auf die tektonischen Platten übertragen könnte, dann wäre der Pazifik inzwischen so was von zusammengeschoben ...

Ach ja. Die SPD. Die SPD schaut, wie das Kaninchen auf die Schlange, auf die Mitte der laufenden Legislaturperiode um dann die GroKo zu verlassen. Mit Alexander Dobrindt ließe sich nicht regieren, heißt es heute schon, und man müsse lauter werden, sich aufführen als sei man die größte Oppositionspartei ... Das klingt zu schön, um wahr zu sein, und dennoch schwant mir Übles: Selbst wenn die SPD aus der Regierung aussteigt, bevor sie der Wähler nach zwei weiteren Jahren an der Fünf-Prozent-Hürde auflaufen lassen würde: Andrea-Bätschi-Nahles bliebe Fraktionsvorsitzende und würde dann die größte Oppositionspartei anführen, hätte also immer das Recht der ersten Gegenrede im Parlament, und, ich glaube, da spreche ich nicht für mich alleine: Der Nahles zuhören zu müssen, ist genauso schlimm wie Windpocken. Es juckt fürchterlich! Aber man darf nicht kratzen.

Morgen ist übrigens der große Tag der "Heilig-Geist-Löcher". Sie wissen nicht, was das ist? Nun, in vielen Kirchen findet sich hoch oben im Gewölbe ein zumeist kreisrundes Loch. Das ist, wenn es da ist, immer da. Aber nur am Pfingstsonntag hat der Mesner oder ein Ministrant die Aufgabe, von dort oben aus eine geschnitzte Taube durch dieses Loch an einer Schnur nach unten, über die Köpfe der Gemeinde segeln zu lassen.

Hier eine schöne Schilderung dieses Brauchtums, das als realistische Darstellung einer abstrakten Idee daran hinder kann, selig zu werden, denn: Selig sind die nicht sehen und doch glauben.

 


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