Impressum


Ein Zauberstab, was ist das?



Vieles ist zum Thema Zauberstab geschrieben worden und die unterschiedlichsten Vorstellungen über Zauberstäbe sind verbreitet. Aus grauer Vorzeit, aus keltischen Zeiten, aus Ägypten und Babylon aber auch aus dem tiefen europäischen Mittelalter sind allerlei Bruchstücke des Wissens vorhanden und in den unterschiedlichsten Formen überliefert.

Doch wenn es darauf ankommt, sich einen guten Stab zu beschaffen, wenn es um Quellen und um die zum Stab geformte Materie geht, wird der Wald plötzlich licht und die Geister scheiden sich .

Wir wollen uns nicht damit aufhalten,
die hübschen Stäbe aus der industriellen Fertigung zu besprechen, mit denen eine höchst profane Zunft versucht, aus dem wiedererwachten Interesse vieler Menschen am sogenannten "ESOTERISCHEN" eine wirtschaftlich nützliche nachfrage zu schaffen und auch zu befriedigen. Solche Stäbe sind bestenfalls wie der Mond, sie spiegeln mit geringer Kraft ein fremdes Leuchten, mehr nicht.

Wir wollen auch nur kurz da verweilen, wo moderne Hexen und Hexenmeister erklären,
der Zauberstab sollte am Besten selbst geschnitten werden, zum Beispiel eine "Rute" von der Haselnuss und dann mit glühendem Kupfer ausgehöhlt werden, wobei der Kupferdraht im Stab verbleiben solle, damit mit diesem Stabe dann später ein magischer Kreis gezogen werden könne. Stellen Sie sich diese Anleitung einmal ganz konkret vor.

Gut, es mag durchaus noch Menschen geben, die in der Lage sind, einen Haselbusch zu erkennen, wenn sie davor stehen. Und es mag Haselbüsche geben, an denen gute, gerade Ruten wachsen, doch was dann?

Kupfer ist - schon im kalten Zustand - ein sehr weiches Material. Glühendes Kupfer zu verwenden, um eine Haselrute auszuhöhlen ist ein nahezu unmögliches Geschäft. Ist die Rute dünn, braucht es einen dünnen Kupferdraht und der ist verbogen und wieder erkaltet, bevor er die Rute auch nur richtig berührt hat. Je dicker die Rute, desto dicker der Draht, desto größer die Hitze, die wir brauchen. Da kommt man ohne das Schmiedefeuer und grobe Zangen nicht mehr aus. Den heißen Draht so zu führen, daß die Rute nicht beschädigt wird oder gleich in Flammen aufgeht, ist schier unmöglich. Abgesehen davon, daß die wenigsten von uns eine Schmiede und einen großen Blasebalg zu Hause haben, ist die Methode im Grunde nicht empfehlenswert.

Zwischen untauglichen Bastelanleitungen und fabrikneuen Einheitsstäben gibt es allerdings auch andere, bessere Stäbe. Stäbe, für die es nie ein Makel war, von dafür besonders ausgebildeten und in ihrer Kunst erfahrenen Menschen hergestellt zu sein. Doch nach denen muß man suchen.


Beginnen wir unsere Suche da, wo der mystische Zauberstab aus dem Dunkel magischer Riten heraustritt und uns als ganz selbstverständliches Utensil der Götter, Herrscher und Mächtigen wieder begegnet.

jupiterdarstellung aus PompeijBeginnen wir mit Jupiter, Hier sehen wir eine Wandmalerei aus Pompeij, die den Gott mit einem überlangen Zepter zeigt, einem feinen STab, welcher der hoch erhobenen rechten Hand als Halt und Stütze dient. Das Bündel der Blitze in der Beuge des linken Armes haltend, scheint er mit dem Stab über unsichtbare Mächte zu gebieten, während sein Blick hoch nach Oben gerichtet ist, in den Bereich der Imagination und übersinnlichen Wahrnehmung.

Was Friedrich von Preussen in der Hand hält, ist ein sogenannter Meisterhammer, wie er von den Grossmeistern der Freimaurerlogen
als Zeichen Ihrer Macht und Weisheit geführt wurde und wohl auch noch geführt wird.
Wobei der eigentliche Hammerkopf aus einem wohlgeformten, reich geschmückten Stabe wächst.
Der Meisterhammer ist zweifellos ein zeichen höchster Autorität und unwiderruflicher Endgültigkeit.

 

Die Insignien des Deutschen Reiches, Apfel, Krone und Zepter, gaben dem Herrscher die Macht über das Reich.

 

So wie der Marschallstab dem Feldherren die Gewalt über seine Truppen und damit Macht über den Feind, den Gegner verlieheh hat.

Weil der Marschallstab zu gross, zu schwer, zu unförmig war, um ihn stets bei sich zu tragen, gesellte sich dem Marschallstab bald der leichtere und elegantere Interimstab zu, der vom Marschall zu allen Gelegenheiten geführt wird, während der grosse Marschallstab nur zu besonderen Anlässen benutzt wird.










Hindenburg, der Generalfeldmarschall, führte seinen Marschallstab voller Stolz.

Und die Universitäten legten seit altersher Wert darauf, die Macht der Alma Mater in besonderen Zeptern zum Ausdruck zu bringen.



Wie hier beispielhaft mit Zeptern aus den Universitäten Halle, Erfurt und Leipzig gezeigt wird.

bleibt am Ende noch ein Blick auf die liebreizende Spargelkönigin zu werfen, der zum Zeichen ihrer Herrschaft ein Stab verliehen ist.

Wir haben uns an die Bilder stabtragender Menschen so gewöhnt, dass uns die Symbolik der Macht, die im Stabe, im Zepter liegt ganz selbstverständlich ist.

 

 

Der Zauberstab, über den wir hier sprechen wollen, ist der Ursprung solcher Symbolik, wie sie dem Stab des Zauberers, des Magiers, des Mächtigen, des Fürsten und Herrschers schon immer innewohnt.

Doch während der eine, als öffentliches Schaustück getragene Stab, hauptsächlich durch den schönen Schein, durch den Glauben und die Unterwürfigkeit derer wirkt, die ihn sehen und die die Pracht des Stabes in Macht und Weisheit seines Trägers umdeuten, während die Macht solcher Stäbe also in vielen Fällen nur aus der gläubigen Unterordnung derer entsteht, die stets nach Führung und Leitung suchen, ist der andere, der Stab des wahren Zauberers und Magiers von gänzlich anderer Natur.

So wie der in grauer Vorzeit in der Savanne gefundene, spielerisch aufgehobene und ausprobierte trockene Ast dem erwachenden Urmenschen den Arm verlängerte und damit seine physischen Möglichkeiten und zugleich sein Denken ganz entscheidend erweiterte, es in den Raum und damit planend und sehend in der Zeit nach vorne schob, ist auch der echte Zauberstab eine Erweiterung und Ergänzung des Magiers, diesem vollständig unterworfen, aber dennoch ein eigenständiges Werkzeug, dessen Gebrauch die Möglichkeiten des Magiers um so mehr erweitert, je besser es auf ihn und seine Persönlichkeit, auf sein Sinnen und Trachten und auf seinen Ort im Plan des Universums abgestimmt ist.

Der gute Stab ist wie die Antenne, die Sender und Empfänger brauchen, um auf weite Distanzen zu kommunizieren. Er ist das Netz des Fischers, die Scheibe des Töpfers, das Windrad des Müllers und die Glut in der Esse des Schmiedes.

Der gute Stab ist Hammer und Amboss, Ballon und Korb, Ziegel und Fuge, Mast und Kiel.

Er mehrt und verstärkt, er beschleunigt und formt, er sammelt und hortet, er konzentriert und komprimiert, er ist hart und leicht, weich und erstarrt, er ist die Kraft die er beherrscht.

Doch in allem ist er gehorsamer Diener seines Herrn. Nichts tut der Stab aus sich heraus, es sei denn, dass sein Herr es ihm gewährt.

Magier und Stab werden eins in der Zeremonie, mit der sich der Magier seinen Stab erwählt und ihm
- ein keiner Seele offenbartes - "Etwas" zur Aufbewahrung und Bindung übergibt, ein Etwas, das der Stab mit seiner Form umhüllt und schützt und birgt, ein Etwas das zum unverbrüchlichen, im dritten Ende unendlichen Band zwischen Zauberer und Stab sich dienend ordnet.

Nun wäre es für jeden Magier, der diesen Titel würdig trägt, ein Leichtes, sich einen Stab alleine durch die Kraft seiner Gedanken zu erschaffen.

Doch ist ein Geisteswesen, aus Zauberspruch und rechter Geste nur geschaffen, und sei der Zauber noch so mächtig einst gewesen, am Ende doch durch einen Gegenzauber zu zerstören und zu aller Zeit auch einem fremden Willen untertan zu machen.

So ist es unumgänglich, den guten Stab aus guter Materie mit geschickter Hand und vollem Verstand ganz aus dem zu schaffen, was diese Welt im Lauf der Zeiten bereits nach ihres Schöpfers willen von selbst aus sich hervorgebracht hat.

Dabei kann jedes Material verwendet werden, solange sich ein Meister findet, das gewählte Material in Qualität und Form und Quantität auf seinen Herren abzustimmen, ihm die Form zu geben und auf eine lange Lebenszeit zu festigen und zu erhalten und in Form und Material die geheimen Zeichen und Symbole, das Wissen und die Fähigkeiten die Kraft und den Witz einzugraben, die nötig sind, um Stab und Magier zu höchsten Taten zu befähigen.

Gold und Edelsteine, Platin und Diamanten sind gewiss sehr gut geeignet. - doch: Sind die Goldschmiede vertrauenswürdig, waren sie es nicht, die das wahre rote Gold in ihren Hort nahmen um uns stattdessem mit billigem Geld und Zins und Zinseszins in ihre knechtschaft zu treiben? Seht in die Bücher der Geschichte, blickt nach England und sucht gründlich, bevor ein
Goldsmith Euren Stab erschaffen soll.

Zu guter Letzt sei noch darauf verwiesen, dass niemand einen Stab erwerben soll, mit Mitteln, die er sich erschlichen oder durch Betrug erworben, die er gestohlen, geraubt, erpresst oder selbst mit Zauberei gewonnen hat - wer also treulich einen Stab erwerben will, von dem, was er mit eigner Arbeit stolz erschaffen, der wird nicht leicht sein eigen jene Mittel nennen können, die aufzubringen sind für einen Stab aus Gold und Edelsteinen.

Zwar ist es so, dass niemand auf den Stab, der ihm gebührt, verzichten braucht, oh nein, ein jeder wird, zur rechten Zeit, wenn er's bedarf, aus des Universums Schatz die Mittel zur Verfügung haben, um im Bewusstsein eignen Wertes jeden brennenden Wunsch in Sein und Wahrheit zu verwandeln - doch ist der Schein des Goldes und das kalte Feuer des Kristalls noch lange keine Garantie für einen guten Stab, der sich dem ausgewählten Herrn schon zu erkennen gibt, bevor geschickte Hände seine Form im Material zu finden und sorgsam herauszuschälen sich anschicken.

Vielleicht wartet Euer Stab hier auf Euch!

zum Rundgang durch die Manufaktur
Zum Fernstudium "Zauberstabzaubern"

STab jetzt Auswählen!