14. Oktober 2016
 

Neuerscheinung

 

http://www.afrika-wasserprojekt.org/

 

Auf dem Umschlagfoto schaut
Heide S. Nyaga
auf den Mount Kenya.

Die gebürtige Österreicherin hat sich in Afrika, gemeinsam mit ihrem Mann, eine Aufgabe gestellt, die beide ausfüllt: Wasser dahin bringen, wo es dringend gebraucht wird.

Ihre Leidenschaft für das Schreiben hat sie dabei nicht losgelassen.

"Wann denn, wenn nicht jetzt?", ist eine Sammlung von kleinen Geschichten mit viel Tiefgang und viel Humor.

Einige davon sind total afrikanisch.

 
 

 

Wann denn, wenn nicht jetzt?

kann man nicht mit ein paar Sätzen erklären. Es ist einfacher, beinahe wahllos ein paar Sätze aus dem Buch zu nehmen und sie nacheinander zu zitieren.

Um jeden dieser Sätze rankt sich eine Geschichte, die sich wünscht, von Ihnen entdeckt zu werden.

 

Der eilige Reisende

"Lächerlich", sagt er sich. "Lächerlich, in so einer Lage zu sein, aus der einem nur ein Baum heraushelfen kann, kein Anwalt, nicht die Visa-Card, bloß so ein ungebildeter Emporkömmling. Natürlich!", denkt er. "Eine Baumschule muss her! Und ein Baumarkt ist hier dringend vonnöten." Und er verlängert die Beschwerdeliste an den Chief um diese Posten.

 

Als das Leben noch Rauchzeichen sandte

... drinnen im Haus. Chrom, Leder, Granit, Spiegel, Keramikherdplatte, aber kein ‚Bulthaup' am Küchenkastl, kein ‚Hasselblad' auf der Hasselblad, anstatt dessen die allerfeinste aller feinen Techniken, als allereinfachste aller Einfachheiten - pur. Incognito.

Lautlos pirschte ich auf Zehenspitzen in Gäste-Undercover-Hauspantoffeln (Gucci?) und Flauschmorgenmantel (Versace?) wie ein Dieb um Möbel und Geräte herum, bereit, ihnen ihr Markengeheimnis zu entreißen.

 

Gezeiten des Schmetterlings

Das waghalsige planetarische Experiment war meiner Großmutter unbekannt, und hätte sie gewusst, dass wir mit 106.000 und ein paar zerquetschten Stundenkilometern durchs All schießen, hätte sie das erst recht in ihrer praktischen Lebensphilosophie bestätigt: "Iss Kind, wer weiß, was noch passiert!"

 

Henne oder Ei
Teil 4

Was war zuerst da, der Nerv oder der Schmerz?

Man muss verstehen, dass man die Angst, die wichtige Angst, aus dem Menschen heraus nach außen verlagert hat. Angst in Dosen mit Aufschriften wie Terrorakt, Hurrikan, Erdbeben, Krankheit, etc., eine Angst, die für alle gleich ist und für alle verwaltet wird, indem man sie - extern - ein- und wieder ausschalten kann. Zum Ausschalten genügt Ablenkung. Abwechslungsreich ist die Angst nicht gerade, sie kleidet sich vorwiegend schwarz, trägt Sturmgewehre derselben Marke, ballert in die unschuldige Menge und tritt von der Bildfläche. Wann wieder ein Zug dran ist, der entgleist, ein Flugzeug, das verschwindet, scheint von einem geheimnisvollen Takt bestimmt, gerade, wenn die Angst, die nach draußen verlagerte und sich heimlich stark fühlende, weil selbst nicht betroffen, aufatmen will, passiert es wieder. Der Suchtcocktail wird nachgeschenkt, wobei der Rhythmus schneller wird.

 

Anabel

Wenn sie also am Schoß saß, bei Dieter, dann hielt sie still. Und obwohl der so fett war und nach Bier stank und sie seine Stimme nicht mochte, lächelte Anabel.
Bloß das Essen wollte nicht schmecken. Weil aber gegessen werden musste, aß sie trotzdem lächelnd ihr Brot und trank ihren Tee und Frau Wohlgemut lächelte zurück. Nie erzählte sie ihrer Mutter den stets wiederkehrenden Traum, in dem Dieters eklige Finger nachts wie fette, schwitzende Aale unter ihre Bettdecke krochen. Und wie sie still war und still hielt und sich nach dem Engel sehnte, der dann auch kam und den es sehr brauchte, weil Anabel ja nicht fliegen konnte.

 

Seltsam, lauter Individualisten, die keine mehr sind

Menschen sind keine Menschen mehr, sondern Bergsteiger, Surfer, Skifahrer, Skateboarder, also eingemeindet der jeweiligen Unter-Masse, was sie nicht nur zu Trägern identischer Kleidung macht, sondern auch ihren Wortschatz maßgeblich bestimmt. Ich Bergsteiger und du? Ich Mountainbiker. Klar, was damit bezweckt ist: Eine Individualität zu vermitteln, die keine ist, sondern programmgemäß gesteuerte Zombies sich wie Individualisten fühlen lässt.

 

Das Nichtslein

Das Nichtslein nannte sich so, denn es dachte, aus dem Nichts zu kommen, was schwierig zu erklären sein wird, wie es darauf kam. Es war gewohnt, Gentlemen zu treffen, sogar einen mit rotem Ferrari, aber eines Tages traf es einen Räuber, der sich wie ein Gentleman benahm, in der grünen Kleidung Robin Hoods. Für Robin Hood schwärmte das Nichtslein, deswegen ging es gleich mit ihm mit.

"Wohin des Weges, schönes Wesen?", hatte der Räuber gefragt, dann galant seinen Hut gezogen, ihn nach vollendeter Luftschleife fast den Waldboden streifen lassen und ihn sich - etwas schräg - wieder aufgesetzt. Die lange, schillernde Hahnenfeder zitterte, während er weiter sprach. "Du siehst hungrig aus, jedoch ganz in der Nähe liegt eine idyllische Schänke, es wäre mir ein Vergnügen, dich einzuladen!" Das Nichtslein nickte zustimmend. "Meinetwegen!"

 

Snowflake

Doch, ich bin dir böse.
Weswegen denn.
Du hast mir immer das Gefühl gegeben, zu leicht bekleidet im Regen zu stehen.
Ich weiß nicht, was du damit meinst.
Das ist es ja, das trifft es doch. Ich sage laufend Dinge, von denen du ‚Flughafen' verstehst. Es heißt ‚Bahnhof', das dröhnt mir noch heute im Ohr. Wie banal ist das denn. Ich meine, zu leicht bekleidet für den Regen deiner Lieblosigkeiten. Den hätte ich von einem, der aussieht wie ein Cruise, nur größer und schöner, nicht erwartet. Der Hund wäre mein Ein und Alles gewesen. Warum ich ihn mir
nicht selbst gekauft habe? Wieder etwas, das du nicht verstehst.

 

Darum geht es doch nicht

"Ich sehe keinen Anreiz in der Sache. Vor der Erleuchtung ist der Baum grün, nach der Erleuchtung ist er ebenfalls grün, das hört sich so sinnvoll an, wie eine Reise von New York nach New York!" Maurice schien nicht gerade begeistert zu sein, nachdem Bernadette ihm ihre Ansicht über Selbsterkenntnis dargelegt hatte. Dabei war aber weder die ‚Grüne-Baum-Analogie' von ihr gekommen, noch hatte sie ‚Erleuchtung' erwähnt.

Überall begegnete sie Leuten, die mit esoterischen Schlagworten um sich warfen, nur um jeglichen Sinn dahinter als unausgegorenes Zeug zu belächeln.

 

Jamhuri

Schon zu Beginn waren es diese Augen, die sich in meine versenkten, sich in die meinen einbrannten, besitzergreifend und eifersüchtig auf seine Schwester Tara, die sich aus dem Knäuel aus Fünfen, die dort innig aneinandergeschmiegt im Staub lagen, als erste gelöst und mit großen tapsigen Pfoten auf mich zugekommen war. Jamhuri, blitzschnell erkennend, dass es im folgenden erbitterten Wettkampf nicht nur darum gehen würde, mein Bein zu erobern, sondern meine Liebe, kam mit lustigen, tollpatschigen Sprüngen hinterdrein. Ahnend, dass sein künftiges Schicksal davon abhing, dass ich ihn sah. Beide bemühten sich redlich um meine Aufmerksamkeit, dabei schlug mein Herz längst für sie.

 

Das Tier kommt

Am Sonntag, dem 27. April 2008, morgens, überquerte Jurias Nijuru Gichovi, ein 23- jähriger Kenianer, eine Straße in der Ortschaft Kilifi an der Nordküste. Er hatte nur Milch für den Frühstückstee in der gegenüberliegenden Duka kaufen wollen. Er war neu hier, hatte im Hochland die Schule mit Bestnoten abgeschlossen und in Kilifi zu arbeiten begonnen. Er war neu und wusste also nichts über die Bedeutung der entsetzten Zurufe von Passanten: "Pass auf! Das Tier kommt!" Normalerweise sind Tiere in Kenia etwas, womit man rechnen muss, mit dem umzugehen man von Kindheit an gewohnt ist, also nicht wirklich gefährlich.

 

Vorurteile

"Wozu ist ein spiritueller Lehrer da?", fragt ein Schüler.
"Um uns aus der Bequemlichkeit aufzustören", antwortet ein anderer Schüler.
"Phhh", seufzt ein weiterer Schüler. "Da möchte ich nicht mit ihm tauschen! Was für ein gefährlicher Beruf!"

 

Windschatten

Es war schon verrückt: Auf die Frage des Psychiaters, was ihm denn fehle, fiel Max nichts ein. Hatte er extra die dreihundert Kilometer in Rekordzeit heruntergeradelt, nur, um in einem vergilbten Hochhauszimmerchen vor diesem erkälteten Glatzkopf zu sitzen und sich die Frage gefallen zu lassen, was ihm denn fehle? Wäre er überhaupt hier erschienen, hochrot im Gesicht, durstig, verschwitzt, wenn er eine Antwort auf diese Frage gesucht hätte? Seine Probleme löst er selbst!

 

Vom Helfen sollen, wollen, können und überhaupt dürfen

Mit zwei Jahren, nachdem meine Mutter mir erklärt hatte, dass er aus der Wüste käme und Wärme bräuchte, legte ich einen Kaktusableger auf die heiße Herdplatte, um ihm beim Wachsen zu helfen. Überhaupt war mein Drang, mich helfend zu verwirklichen, von je her ausgeprägt, wobei ich - das Gute wirklich wollend - noch nicht einsah, dass sich ‚das Gute' für Helfer und Bedürftige so unterschiedlich ausnehmen konnte, wie Tag und Nacht.

 

 

 

Besuchen Sie auch die Seite zum Wasserprojekt in Kenia!
http://www.afrika-wasserprojekt.org/

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Wann denn,
wenn nicht jetzt?


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Wann denn, wenn nicht jetzt?
ISBN 978-3-938175-97-2
Hardcover, 326 Seiten, 23,90 Euro
 

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