Isabel Horstmann
- Im Dschungel der Maßnahmen
Bericht aus dem
Innenleben der Arbeitslosenverwaltung
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- Der Nutzen
vieler "arbeitsmarktpolitischer
Maßnahmen"
- muss
nach der Lektüre
dieses Buches
ernsthaft in Frage gestellt
werden.
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Im
Dschungel
der Maßnahmen
Arbeitsmarktpolitische
Maßnahmen, die von den Arbeitsagenturen und Jobcentern
über Arbeitsuchende bei Androhung massiver Leistungskürzungen
verhängt werden, sind gleich mehrfach von Nutzen:
- sie schaffen Arbeit für
Trainer, Dozenten, Verwaltungspersonal und Führungskräfte
von Bildungsinstituten
- sie geben den Arbeitsberatern
und Fallmanagern das Gefühl, tatsächlich etwas für
ihre "Kunden" tun zu können
- sie helfen dabei, die Willigen
unter den Arbeitsuchenden von den Unwilligen zu unterscheiden,
und
- vor allem helfen Sie mit,
die Arbeitslosenstatistik zu entlasten, denn wer in einer Maßnahme
steckt, gilt meistens für die Dauer der Maßnahme als
"nicht arbeitslos".
- Inzwischen lebt eine ganze
Branche von Bewerbungstrainings, Umschulungen, Feststellungs-
und Qualifizierungsmaßnahmen.
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- Was den Arbeitsuchenden
dabei angetan wird, ist unglaublich und oft auch ungeheuerlich.
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- I
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- Isabel Horstmann zeigt auf,
dass die Grenzlinie zwischen wirklicher Förderung und bloßer
Schikane längst nicht mehr zu erkennen ist.
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- Sie erläutert die Mittel
und Methoden der Arbeitsberater und Fallmanager, analysiert die
dahinter stehenden Strategien und
stellt die Frage, nach den Nutznießern.
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Die arbeitslose Bewerbungstrainerin,
die bei Androhung erheblicher Leistungskürzungen gezwungen
wird, ein Bewerbungstraining zu besuchen, gehört wohl nicht
zu den Nutznießern - und die Unternehmen, die sich der
Flut unsinniger Bewerbungen gar nicht mehr erwehren können,
auch nicht. |
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Der nebenstehende Text
aus dem Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit liefert
wohl keine ausreichende Begründung für die Fortführung
dieser fragwürdigen Maßnahmen.
Dass im April 2008 mehr
als 1,5 Millionen Menschen Objekte arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen
waren - und (nicht alle, aber viele davon) deshalb nicht als
Arbeitslose gezählt werden brauchten, hat
zwar in erheblichem Umfang dazu beigetragen, jenes schöne
Bild vom Aufschwung am Arbeitsmarkt zu zeichnen, das jüngst
einige Politiker sogar dazu verleitet hat, vom baldigen Ausbruch
der Vollbeschäftigung zu schwätzen,
aber: Niedrigere Zahlen in den offiziellen Statistiken ließen
sich auch mit geringerem Aufwand und ohne die oft erniedrigende
"Maß-Regelung"der Arbeitssuchenden herstellen |
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Zitat aus dem Monatsbericht
April 2008 der
Bundesagentur für Arbeit:
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Oberstes Ziel aktiver Arbeitsmarktpolitik
ist die dauerhafte Integration von Arbeitslosen in reguläre
Beschäftigung, also in eine Tätigkeit am ersten Arbeitsmarkt.
Diese Eingliederungswirkungen und ihre Auswirkung auf den Arbeitslosenbestand
sind eher mittelfristig und aktuell kaum quantifizierbar.
Abgesehen davon reduzieren zahlreiche arbeitsmarktpolitische
Maßnahmen den
gesamtwirtschaftlichen
Bestand an Arbeitslosen
vorübergehend
auch unmittelbar, und zwar vor allem dadurch,
dass zuvor arbeitslose
Personen für die Dauer ihrer Teilnahme nicht
mehr als Arbeitslose
gezählt werden. |
Leseprobe |
ISBN 978-3-938175-40-8, 202 Seiten, Taschenbuch, 11,90 Euro,
EWK-Verlag, Kühbach
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