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Was kann ich tun?

Hier eine Antwort.


Da gibt es eine mutige, engagierte Frau - mitten in Deutschland,
eine einfache Krankenschwester, auf den Philippinen geboren und seit 2001 Trägerin des Bundesverdienstkreuzes.

Eine Frau, die ganz alleine angefangen hat, etwas für die Menschen in ihrer Heimat zu tun, indem sie für Kinder aus armen Familien - aus dem Nichts heraus - eine Vorschulorganisation geschaffen hat.

Eine Frau, die sich ständig bemühen muss, die notwendigen Mittel für die Fortführung ihres segensreichen Wirkens zusammen zu tragen. Weil ihre Möglichkeiten, pontentielle Spender anzusprechen, begrenzt sind - da gibt es keinen Werbeetat und keine Sammler-Kolonnen, nur ihr bisschen Freizeit und ihr kleines Einkommen - hat sie mehrere Menschen, darunter auch mich, angesprochen und um Unterstützung gebeten.

Das tue ich gerne und bitte Sie, im Namen von Carmen Dapilos, um ein paar Minuten Zeit, um sich ein Bild zu machen, was diese "Hänsel und Gretel Foundation Inc." tut und um sich darüber klar zu werden, ob auch Sie helfen wollen.

Vielen Dank.


Dies ist der Original-Text, den mirCarmen Dapilos, zusammen mit den Fotos, nach einigem E-Mail-Wechsel gesandt hat:





Die Hänsel und Gretel Foundation Inc.

Die Hänsel und Gretel Foundation Inc. Ist als Non – Profit - Organisation in den Philippinen anerkannt. Ihr Ziel ist es, eine intensive Basis-Ausbildung den armen Kindern in der Provinz Camarines Sur zu ermöglichen, um sie dadurch für den Besuch der staatlichen Grundschule (elementary school ) zu qualifizieren. All dies durch Spenden.

Die Foundation wird gemanagt, verwaltet und mit Leben erfüllt von:

- zwei ehrenamtlich arbeitenden Frauen:

erstens von der Krankenschwester Carmen Rössel - Dapilos, die in

Deutschland lebt, die Foundation gegründet hat und verantwortlich ist für

das gesamte Konzept sowie Spendenbeschaffung

zweitens von einer Bank-Managerin, die auf den Philippinen lebt

- einem Mann, der zuständig ist für die Buchführung

- sechs Vollzeit Lehrerinnen

 

Zum Hintergrund des Schulprojekts

Die Gründerin der Foundation, Carmen Rössel - Dapilos, ist gebürtige Philippinen. Sie war in ihrer Heimat als Lehrerin tätig, zudem auch in der Lehrerausbildung.

In dem Dorf, in dem sie im Umfeld einer Stadt groß wurde, lebten neunzig Prozent der Einwohner in Armut. Die Eltern hatten meist kein ausreichendes Einkommen, um die große Zahl ihrer Kinder zu unterstützen.

 

Dadurch war es vielen Kindern nicht möglich, die sechs Jahre Grundschule zu absolvieren. Sie arbeiten stattdessen in der Stadt als Hilfen im Haushalt, um Geld zu verdienen. Mit 17 Jahren waren die meisten verheiratet und mit 30 hatten etliche sechs bis zehn Kinder. Die Generation, die in Armut aufgewachsen war, zeugte so wieder eine neue Generation, der es genauso schlecht ging. Kinder strolchten durchs Dorf und hielten nach jeder Gelegenheit Ausschau, zu Essbarem zu kommen. Oft indem sie Dinge in der Nachbarschaft stahlen und sie verkauften: Früchte, Gemüse, Holzstücke, Metall oder Tiere. Die Eltern tolerierten das, anstatt die Kinder zu disziplinieren. Für das Dorf war das eine üble Reputation, und Fremde besuchten es ungern am Abend, weil sie Angst hatten, belästigt zu werden. Sogar die Gründerin der Hänsel und Gretel Foundation hasste damals diese Kinder.

Erst etliche Jahre später, als Carmen Rössel – Dapilos in Deutschland lebte und arbeitete, begriff sie durch den Einsatz der Deutschen für die Dritte Welt, dass diese Kinder in ihrem Dorf keinen Hass verdienten, sondern Hilfe. Sie stehlen, weil sie hungrig sind. Sie selbst war mit sieben Geschwistern aufgewachsen, ihre Eltern hatten kein geregeltes Einkommen und sie wurde in sehr armen Verhältnissen groß. Doch ihre Eltern hatten den festen Willen, dass all ihre Kinder die Schule absolvieren sollten. Ausbildung war ihr Weg, um den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. So erfuhr Carmen Rössel - Dapilos am eigenen Leib, dass Bildung die beste Investition ins Leben ist. Es ist die beste Hilfe zu Selbsthilfe. „ Der Hass mit den stehlenden Kindern hat sich zu Liebe zu den Kindern gewandelt“.

 

Wer von der Foundation profitiert

Die Empfänger werden von der Foundation ausgesucht. Die Kinder gehören zu Familien aus armen Verhältnissen, meist sind es Familien mit sechs , zehn oder sogar mehr Kindern, deren Eltern kein regelmäßiges Einkommen haben. Daher ist es ihnen nicht möglich, die staatlichen oder privaten Vorschulen zu besuchen. Die Empfänger gehören zu folgenden Gruppen: zu den Slum-Kindern der Stadt, zu den armen Dorfkindern, zu den kulturellen Minderheiten, vor allem auch zu der Ureinwohnergruppe der Aeta, die von der Regierung nicht beachtet wird und meist an den Berghangen lebt.


Das Konzept der Hänsel und Gretel Schulen

 

Das schulische Programm legt den Schwerpunkt auf Lesen, Schreiben und Rechnen und fördert zudem das Umweltbewusstsein durch Baumpflanzungsaktion und ähnliches. Die Schulen sind eine Art Vorschulen und bestehen jeweils aus einem Raum. Wegen des großen Andrangs sind sie alle total ausgelastet mit zwei, manchmal sogar drei Klassen, die hintereinander unterrichtet werden.

Jede Klasse hat 30 Schüler und bekommt täglich drei Stunden Unterricht – von montags bis freitags. Das normale Schuljahr auf den Philippinen dauert zehn Monate, aber unsere Foundation hat das Schuljahr für ihre Schüler auf elfeinhalb Monate ausgedehnt, weil die Schüler so lernbegierig sind und den Schulbesuch lieben. So ist es nicht verwunderlich, dass hundert Prozent unserer Schüler den Eingangstest bestehen, wenn sie in die erste Klasse der Grundschule eingeschult werden.

Die erste Hänsel und Gretel Schule wurde 1991 errichtet, inzwischen gibt es schon sechs. Zwei von ihnen sind bei den Aeta - Ureinwohnern innerhalb ihrer Stammesdörfer ( Buhi und Tigaon ) gebaut worden. Sie betreuen insgesamt pro Jahr rund 500 Schüler. Alle Schulen befinden sich direkt vor Ort bei den bedürftigen Kindern.

Dass die Schulen nicht nur eine bedeutende Rolle für die Schüler selbst spielen, belegt das Beispiel der Hänsel und Gretel Schule, die im Heimatdorf von Carmen Rössel - Dapilos steht. Sie wandelte das schlechte Image des Dorfes und seiner Bewohner. Jetzt ist dieses Dorf populär, weil die Kinder von weit entfernten Nachbarndörfern dorthin kommen, um an dem Schulprogramm teilhaben zu dürfen.

 

Was die Hänsel und Gretel Foundation vorhat

Sobald die finanzielle Situation es ermöglicht, wird die Hänsel und Gretel Foundation ihr schulisches Programm ausdehnen. Schulen sind zum einen bei weiteren Aeta Stämmen geplant, zudem aber auch bei den verarmten Einwohnern der Küstendörfer. Ihr Problem ist, dass sie nicht fischen können, weil der Fischfang von großen Geschäftsmännern monopolisiert wird. Diese fangen alles, was sich fangen lässt: von den kleinen bis zu den großen Fischen und lassen damit den Küstenbewohnern keine Chance, durch Fischfang ihr Auskommen zu finden. Alle diese Menschen leben in einfachsten Palmenhütten entlang herzerreißend.

Leben, das sich in diesen Küstendörfern abspielt, ist die Küste. Kommt ein Taifun, werden ihre Hütten weggeweht.

 

Die Bitte um Unterstützung

bezieht sich konkret auf Lehrergehalt für sieben Schulen.

Jede Schule hat einen Lehrer. Das Gehalt beträgt 200 Euro pro Monat. Gezahlt wird auch ein 13. Monatsgehalt als Weihnachtsgratifikation. Ein Lehrer kostet also pro Jahr 2600 Euro.

 

Alle Hänsel und Gretel Schulen finanzieren sich komplett aus Spenden.

 

 

Referenzen :

- Dechant Heinz Peter Janssen, Pfarrei St. Nikolaus in Bergisch Gladbach Bensberg

- Lions Club Bensberg/ Bergisch Gladbach

- Professor Dr. Jürgen Menzel Chefarzt der Neurochirurgie, Köln-Merheim

- Christian Schürmann, Leitender Redakteur, RTL Television, EXTRA

 

 

Carmen Rössel - Dapilos erhielt 2001 das Bundesverdienstkreuz vom Bundespräsidenten Johannes Rau in Berlin für ihr Engagement.

 




Wer Carmen Dapilos und Ihrem Projekt der "Hänsel und Gretel Schulen" helfen möchte, kann - und sollte - direkt mir ihr Kontakt aufnehmen.


 

 

 

Carmen.Dapilos@gmx.net

 

 


Eine Reaktion vom 2. November 2004





Guten Tag Hr. Kreutzer,

ich habe mich sehr gefreut über den Link zur Seite von Carmen Dapilos.
Meine Frau ist auch auf den Philippinen geboren, im kleinen Dorf Dolores in
der Provinz Tarlac. Ich bin jedes Jahr dort. Die Probleme sind genau die
gleichen, wie Fr. Dapilos sie beschreibt und auch wir überlegen immer, wie
man an den Zuständen etwas ändern kann. Dort wurde 1991 praktisch allen
Bauern, die Reis anbauten, ihre Exiztenz-Grundlage genommen, da die Felder
vom Ascheregen des Mt. Pinatubo verschüttet wurden und alle
Bewässerungskanäle ebenfalls. Die Auswirkungen sind noch heute zu sehen.

Unsere finanziellen Mittel reichten bisher nur aus, um im Kreise unserer
Familie (die dort unten sehr groß ist, da man Familie in einem viel
weiteren Rahmen definiert), die Kinder zur Schule zu schicken. Offizielle
Spenden-Organisationen sind sehr problematisch auf den Philippinen - oft
verschwinden die Gelder in dunklen Kanälen der Korruption. Es ist daher
besser eigene Projekte zu starten.
Es ist also sehr beachtenswert, was Fr. Dapilos da erreicht hat und ich
denke, dass es auch nur auf diese Weise funktionieren kann.

Wir sind oft frustriert, daß wir an den Zuständen auf den Philippinen
nichts ändern können - andererseits machen wir immer wieder die positive
Erfahrung, daß man mit (für uns) relativ geringen Euro Beträgen einzelnen
Menschen große Hilfe leisten kann.

Das Land wird im Prinzip regiert von einer korrupten Oberschicht von 10 bis
20 superreichen Familien, die fast das ganze Geld besitzen und die
komplette Infrastruktur des Landes kontrollieren (Presse, Rundfunksender,
Wasseraufbereitung in den Städten, u.s.w.). Daran kann (und will
vermutlich) auch Präsidentin Aroyo nichts ändern. So schämen sich diese
Leute z.B. nicht, sich im Stadtteil Forbes Park in Manila Häuser mit
Swimmingpools so groß wie Fußballfelder zu bauen, während ein paar
Kilometer weiter, im Stadtteil Tondo, die armen Kinder in den Müllbergen
nach Essbarem suchen. Das habe ich schon so oft mit eigenen Augen gesehen
und es hat mich immer derart angeekelt (die Häuser der Reichen meine ich
!!), daß ich dort hinterher nicht mehr in ein Restaurant essen gehen
konnte, weil ich immer an diese Kinder denken muss. Da vergeht einem glatt
der Appetit.

Zum Thema Schule gibt es aber dort wohl einiges, was wir lernen können. Die
Kinder auf den Philippinen sind stolz, wenn sie zur Schule gehen dürfen.
Sie tragen stolz ihre schönen Schuluniformen und betrachten Lehrer als
Respektspersonen. Man gibt sich Mühe in der Schule. Gute Leistungen sind
gut angesehen, schlechte sind ein Grund sich zu schämen. Gute Schüler lobt
man öffentlich vor allen anderen in der Schule als positives Beispiel, als
Ansporn zur Nachahmung für alle anderen. Man will den Eltern Freude
bereiten, indem man gut in der Schule ist. In den Pausen erholt man sich
diszipliniert auf dem Schulgelände. Man kommt niemals zu spät! (...und das
ist wirklich ein Kunsstück wenn man die Verkehrsmittel auf den Philippinen
kennt)

Die Kinder, die ich jeden Tag hier (Luxemburg - Grevenmacher) zur Schule
gehen sehe, betrachten dies wohl als eine Art notwendiges Übel (nicht alle
natürlich, aber zu viele...). Sie kommen in sog. "Baggyhosen', möglichst
noch mit herunterhängenden Hosenträgern, weil das wohl cool ist. Auf dem
Weg zur Schule raucht man natürlich ab einem Alter von ca. 12 Jahren und
spuckt anschließend den Gehweg voll, weil das wohl auch cool ist. Lehrer
werden nicht beachtet schon gar nicht als Respektsperson, eher als eine Art
Feind. Man gibt sich auch keine Mühe in der Schule. Wer gute Noten hat, ist
ein Streber und wird ausgegrenzt. Auch muß derjenige damit rechnen, dafür
von den anderen verprügelt zu werden. Dumm sein ist in und cool. Man kommt
oft zu spät oder geht gar nicht zum Unterricht - auch das ist cool. Man
macht seine Hausaufgaben nicht - warum denn auch. Statt dessen muß man aber
wisssen, was in Gute Zeiten Schlechte Zeiten passierte, welcher Star aus dem Dschungel geholt wurde
und wo man sich welche Klingeltöne für sein Handy herunterlädt.
Hervorragend - das ist sehr nützlich im Leben !!

In unserem Land ist Bildung ein Grundrecht für jeden und nicht ein Privileg
der Reichen.

Frage: Was haben wir also falsch gemacht ???

mfG
Jan Guenther


a


* 1949 im
oberfränkischen Neustadt bei Coburg



Egon W. Kreutzer
der Verfasser dieses Artikels
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