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Reaktionen auf den Paukenschlag No.34

Auf fast jeden meiner Artikel hin erreichen mich viele
Zuschriften mit Anregungen und Kritik.

Weil die Inhalte oft auch zusätzliche Informationen beinhalten und andere, auch abweichende Standpunkte
erkennen lassen, will ich Sie alle daran teilhaben lassen und werde künftig an dieser Stelle eine Auswahl von
Leserbriefen, z.T. auf das Wesentliche gekürzt, online stellen. Zum Schutz der Absender allerdings nur in anonymisierter Form.


Sehr geehrter Herr Kreutzer

Muggel? Muggel!

Danke für diesen tollen Beitrag. Verständlicher kann man dieses Thema in dieser Kürze kaum ausdrücken.

Passend dazu zwei Sprüche:

„Der deutsche Bürger hat kein Recht auf eine immer währende soziale Marktwirtschaft und demokratische Verfassung.“
Angela Merkel

„Die Regierung zu messen an dem, was im Wahlkampf gesagt worden ist, ist unfair.“
Franz Müntefering

Die Worte sprechen für sich. Weiterer Kommentar überflüssig. Wenn die Menschen im Land nur etwas von Ihren Verstand gebrauchen würden, hätten Sie erkannt das diese Politik gewollt und angekündigt ist!!!

Nichtwähler sein als Lösung? Ja- es ist z.Z. schwer, eine wirkliche Alternative zu finden. Denn auch die „Linke“ kann nicht wirklich in einigen Teilen Ihrer Konzepte überzeugen. Aber eine Chance sollten sie bekommen. Nichts bringt die Verantwortlichen in den neoliberalen Parteien von CDU/CSU/SPD/FDP/GRÜNE ins Schwitzen oder Nachdenken. ABER: Wähler die an die Wahlurne gehen und eine Alternative zu Ihnen WÄHLEN. (Sei sie auch noch so klein.) mit Sicherheit.

Wie es in der Realität bei viel zu vielen Bürgern bestellt ist mit politischen Hintergrundwissen oder Solidarität und Geschlossenheit, sieht man derzeit wieder einmal beim Streik der Eisenbahner!

Unbestreitbar ihr Kampf für bessere Bezahlung. Aber so?. Auch Ihr Motto lautet (wie bei vielen anderen Gewerkschaftsaktionen): Jeder kämpft (stirbt) für sich. Ich (Wir) sind die besseren “Leistungsträger“.

Und folgerichtig kommt wohlwollende Unterstützung durch die neoliberalen Schergen der FDP!!! Es ist IHR politisches Konzept, das nun auch in den Reihen der Gewerkschafter zu greifen beginnt. Nur wer „gebraucht“ wird ist „Leistungsträger“ und hat ein Recht Forderungen zu stellen und sie durchzusetzen. Der Keil der Zwietracht zeigt Wirkung. Manchem der heute noch euphorisch auf diese Aktion der Lokführer schaut wird bald das Lächeln im Gesicht vergehen. Er wird begreifen das er nichts mehr zu erwarten hat, wenn er nicht zu denen gehört, die in das Muster der FDP und der DGB Bosse gehört. Er wird begreifen das eine neue Form der Endsolidarisierung eingeläutet ist.

Die Menschen, die in Hartz VI abgeschoben wurden spüren und erleben es als Alltag. Ob sie es alle begriffen haben ist eine andere Frage.

Mit freundlichen Gruß


Hallo Herr Kreutzer,

Sie bringen die Sache mal wieder auf den Punkt.
Ziemlich fassungslos habe ich allerdings den Paragrafen 77, Abs.2 des dritten Buches des Sozialgesetzbuches gelesen, in dem es heißt, dass man nach 4 Jahren als ungelernte Kraft gilt. Das war mir neu.

Meine Frau hat ihren gelernten Beruf (Buchhaltung) nach 17 (!) Jahren wieder ergriffen und hat sich dort innerhalb von 5 Jahren eine führende Position erarbeitet.---

Leider muss ich immer mehr feststellen, dass Juristen und BWLer - beide Berufsgruppen sind in der politischen Kaste ja überproportional vertreten - nur noch einer ihnen vermittelten Lehre nachhängen und die Erfahrungen aus der Realität vehement negieren. Darin gleichen sie - hauptsächlich die BWLer - übrigens frappant den Theologen. Genau wie ihre Vetter von der
schwarzen Fraktion haben sie ein Weltbild entwickeln, dass zwar vorne und hinten löchrig ist, von dessen Bejahung und Verteidigung sie aber leben.Gut leben. Und genau wie bei ihren Vettern gerät mit dem Wanken ihrer "Lehre" auch ihre Macht, ihr Ansehen und ihr Verdienst in Gefahr. Was auf keinen Fall sein darf.

Und so wird alles diesem Weltbild untergeordnet, das da heißt: Der totale Markt (ist Gott, er) wird's schon richten. Dessen fundamentaler Grundsatz lautet: Alles hat seinen Preis. Also ist alles käuflich, bzw. wird käuflich gemacht. Auch der Mensch. Und also muss alles privatisiert werden.

Es ist, wie Carl Amery sagte, die "Reichsreligion" geworden, die, wie alle Religionen, für ihren Gott Markt Opfer fordert: "Die unangenehme Wahrheit besteht darin, daß eine Verbesserung der Arbeitsmarktlage nur durch niedrigere Entlohnung der ohnehin schon Geringverdienenden möglich sein wird." (Straubhaar).

Ihre Replik trifft auch hier den Nagel auf den Kopf: "... weil damit letztlich suggeriert wird, der Mensch bräuchte keinen Verdienst, keinen Lohn, Hauptsache: Er arbeitet."

Und so ist in diesem Weltbild der Mensch kein Mensch mehr, sondern nur noch Marktteilnehmer mit der einen Funktion: Er hat
für einen Mehrwert zu sorgen. Welche Ironie, dass die "Mehrwert"steuer, gerade die entrichten, die diesen Mehrwert produzieren, aber auf der anderen Seite von dem daraus entstandenen Gewinn mehr und mehr abgekoppelt werden.

Wer richtig viel Gewinn haben will, muss eben andere dafür arbeiten lassen.
Und am besten auch noch zahlen lassen.

Mit besten Grüßen



Hallo Herr Kreutzer-
auch dieses lachhafte Scheingefecht zwischen Franz "Robin" Müntefering und Volker "Nothingham" Kauder ist
nix als ein weiterer, doch ziemlich leicht durschaubarer Act aus dem neoliberalen Volkstheater.

Diese und ähnliche Pseudo-Gegnerschaften der Politiker sollen dem doofen deutschen Michel doch nur so etwas wie eine demokratische, also auch streitbare politische Kultur vorgaukeln und ihm (dem Michel) vermitteln, daß es in der politischen Riege unterschiedliche Meinungen gäbe. Lachhaft.

Neuwahlen,aber ja, daran hab ich ehrlich gesagt, noch nicht gedacht.

Doch doch, das könnte sein, jetzt wo sich die "Neue Linke" noch nicht gänzlich formiert hat, könnte man doch mit einem groß angelegten Mega-Schmierentheater die verunsicherten Wähler vielleicht nochmals dazu bringen, das Kreuzchen an die falsche Stelle zu machen, natürlich davon ausgehend, das die noch nix von der laufenden Schweinerei gemerkt haben.

Ich hoffe wirklich, die Herrschaften täuschen sich.

Hier noch ein Link auf einen Artikel von Christian Girschner auf den Nachdenkseiten, der die Gemengelage bestens beschreibt:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=2574

In diesem Sinne, herzliche Grüße


Hallo Herr Kreutzer,
ein super super Aufsatz. Bes(t)en Dank für Ihre Mühen.
Herzliche Grüße

- treuer Leser -


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