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Eine schlimme Lüge
und drei vergleichsweise harmlose Wahrheiten

Kommentar zu den von der Gesundheitsreform
verdeckten politischen Aktivitäten
Egon W. Kreutzer
26. Oktober 2006





Die schlimme Lüge:

Wer als Rentner oder Arbeitsloser leichtfertig an einer Kaffeefahrt teilnimmt,
deren Veranstalter in betrügerischer Absicht zum Kauf überteuerter oder minderwertiger Produkte
verführen wollen, wird mit Gefängnis bis zu zwei Jahren bestraft.

das ist glatt gelogen und frei erfunden.

 

Wahr ist:

Wer als Freier leichtfertig nicht erkennt, dass eine Prostituierte Opfer von Menschenhandel ist, muss in Kürze (und in Deutschland) mit zwei Jahren Gefängnis oder einer Geldstrafe rechnen.

Wahr ist auch:

Ein Arbeitgeber macht sich dadurch, dass er, um der Sozialversicherungspflicht auszuweichen, vortäuscht, seine Angestellten seien im Ausland beschäftigt und nur vorübergehend nach Deutschland entsandt, nicht strafbar.


Wahr, aber grundgesetzwidrig:
Der Bundesverteidigungsminister hält für wahr:

In Fällen terroristischer Bedrohung, bei denen die Fähigkeiten der Polizei nicht ausreichen, muss die Bundeswehr auch im Inneren eingesetzt werden können.

Und weil er weiß, dass das grundgesetzwidrig ist, erachtet er eine Änderung des Grundgesetzes für notwendig. Nur gut, dass Herr Jung über jeden Zweifel erhaben ist, ein Verfassungsfeind zu sein. Er möchte halt nur gerne eine andere Verfassung haben. Wetten, dass er sie bekommt?


Schön langsam und der Reihe nach:

 

Zwangsprostitution

Die Bundesregierung arbeitet an einem Gesetz, das sexuelle Kontakte zu Zwangsprostituierten unter Strafe stellen soll.
Herr Kauder geht davon aus, dass ein solches Gesetz noch in diesem Jahr in Kraft treten wird.

In der Welt am Sonntag hieß es jüngst, der Gesetzentwurf sehe vor:

"Bei wissentlichem Sex mit Zwangsprostituierten soll eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren drohen."

Doch >wissentlicher Sex mit Zwangsprostituierten< ist nicht zu beweisen. Das kann jeder halbwegs geübte Lügner ohne rot zu werden schlicht bestreiten. Deswegen hat der Gesetzgeber weiter gedacht und gleich noch einen zweiten Straftatbestand erfunden:

"Wer als Freier leichtfertig nicht erkenne, dass eine Prostituierte Opfer von Menschenhandel sei, muss mit zwei Jahren Gefängnis oder einer Geldstrafe rechnen."

 

Um jeden Zweifel auszuräumen:

Ich bin mit jeder Faser meines Herzens gegen Menschenhandel und Sklaverei - und damit selbstverständlich auch gegen den Zwang zur Prostitution.

Doch diesen Gesetzentwurf halte ich für ein trojanisches Pferd, denn der vorgebliche Zweck ist - und das ist ganz offensichtlich - mit diesem Gesetz nicht zu erreichen.

 

Parlamentarier, die unter dem Vorwand, Frauen schützen und Menschenhandel unterbinden zu wollen, darangehen, ein derart unsinniges Gesetz zu beschließen, sind aber weder dumm noch blind. Sie wissen, was sie wollen.

Was hier beschlossen werden soll, ist doch ungefähr ebenso sinnvoll, wie es ein Gesetz wäre, dass Rentnern zwei Jahre Gefängnis androht, falls sie dabei erwischt werden, wenn sie leichtfertig an Kaffeefahrten mit betrügerischen Verkaufsveranstaltungen teilnehmen.

 

Worin aber kann der eigentliche Zweck dieses Gesetzesvorhabens liegen?

Die ersten Hinweise ergeben sich aus der Analyse des vorgesehenen Straftatbestandes.

Ein Freier, der künftig auf dem Straßenstrich, im Eros-Center oder in der zum Bordell umgewandelten Privatwohnung nach derjenigen Hure Ausschau hält, von der er sich das bestmögliche Preis-Leistungs-Verhältnis erwartet, darf künftig bei der Auswahl nicht mehr einfach nur Aussehen, Mimik und Gestik sowie die Palette der einfachen und besonderen Dienstleistungen beurteilen. Das wäre nämlich leichtfertig.

Nein, wer künftig nach Befriedigung sucht, muss sich vergewissern, dass das Objekt seiner Begierde dem ältesten Gewerbe nicht unter Zwang nachgeht - sonst droht Gefängnis.

Der Versuch, sich das praktisch vorzustellen, gerät zur Farce.

Wie will der Staat einen Freier beschuldigen, die Dienste einer Zwangsprostituierten in Anspruch genommen zu haben?

Dazu müsste der Staat doch erst einmal wissen, dass bestimmte Prostituierte dem Gewerbe unter Zwang nachgehen.

Wüsste er es, dann hätte er die Pflicht, die Sexsklaven unverzüglich zu befreien.

Folglich könnte dann auch der leichtfertigste Freier nur in dem Maße mit Zwangsprostituierten in Kontakt kommen, in dem es der Staat versäumt, Zwangsprostitution zu entdecken und zu beenden.

Der Staat kann also zum "Tatzeitpunkt" nicht gewusst haben, dass
Zwangsprostitution stattfindet - schwer, einem Freier zu beweisen, dass er es hätte erkennen müssen.

 

Der Staat wird also in kaum einem Einzelfall in der Lage sein, den Beweis der Leichtfertigkeit zu führen. Aber wozu führt das? Nun, der Erfahrung nach, wird das Gesetz zur Bekämpfung der Zwangsprostitution und des Menschenhandels wiederum ein Gesetz sein, bei dem ein Grundprinzip des Rechtsstaats, nämlich die Unschuldsvermutung, ausgehebelt wird.

Wer auch immer, von wem auch immer, beschuldigt wird, er habe sexuelle Kontakte zu Zwangsprostituierten gehabt, wird nachweisen müssen, dass er nicht leichtfertig gehandelt hat, sondern nach Würdigung aller ihm zugänglichen Informationen davon ausgehen konnte, dass die Liebedienerin ihre Leistungen freiwillig erbringt.

Diesen Nachweis kann er aber nicht führen - es sei denn, ...

Ja, es sei denn, die vom Staat für unbedenklich eingestuften Prostituierten bestätigen dem Freier in einem eigens geschaffenen Nachweisbüchlein mit ihrem Dienstsiegel den Besuch und ihre Unbedenklichkeit.


Ja - und damit sind wir am Ziel der Übung.

Vermutlich geht es auch hier primär um die Bekämpfung der Schwarzarbeit.
Vermutlich geht es darum, dass der Staat sich den ihm zustehenden Anteil am Hurenlohn sichern will.

Das Marktvolumen wird schließlich von den Freiern bestimmt.
Die Zahl der Männer, die Sex bei Prostituierten kaufen und die Häufigkeit ihres Verlangens sind eine ziemlich konstante Größe. Nun sorgt der Staat mit einem solchen Gesetz sicherlich dafür, dass die Nachfrage kanalisiert wird. Wer nicht fürchten müssen will, wegen des leichtfertigen Auslebens seiner Triebe für zwei Jahre hinter Gitter zu wandern, der wird nur noch da einkehren, wo das Unbedenklichkeitszertifikat an der Haustür hängt.


Und bevor der Staat ein Etablissement derart segnet, wird er die Gewerbeanmeldung abgestempelt, Steuernummer und Umsatzsteueridentifickationsnummer vergeben, sowie die pünktliche Abführung der Sozialversicherungsbeiträge sichergestellt haben.

Welchen realen Zwängen die so registrierten - staatlich als "Nicht-Zwangs-Prostituierte" anerkannten Huren - unterworfen sind, das geht den Staat dann nichts mehr an. Da hält er sich vornehm zurück.

Wie viele Frauen (und Männer) prostituieren sich, aus rein wirtschaftlichen Zwangslagen heraus? Steht nicht im Sozial(!)-Gesetzbuch, dass, wer staatliche Hilfe zum Lebensunterhalt erhalten will, jeder legalen Tätigkeit - ohne Zumutbarkeitsprüfung - nachgehen muss?

Auch wenn es bislang den Fall nicht gibt, dass einer Hartz IV Empfängerin die Zahlungen gekürzt werden, weil sie sich weigert den Mini-Job anzunehmen, den der schicke Roland mit dem dicken Goldkettchen und dem dicken Amischlitten bei der Arbeitsagentur angeboten hat - dass viele Frauen aus wirtschaftlichen Zwängen in die Prostitution geraten, unter anderem auch, weil das vielleicht doch leichter zu ertragen ist, als die vom Fallmanager angebotene Arbeit im Geflügelschlachtbetrieb - kann wohl niemand bestreiten. Dass sie kaum wieder herauskommen, wenn sie erst einmal hineingeraten sind, gehört zu jenen Zwängen, die auch in Zukunft weit unterhalb dessen bleiben werden, was der Staat als Zwangsprostitution bekämpfen will.

Fazit 1:

Um das größtmögliche Steuer- und Beitragsaufkommen aus dem ältesten Gewerbe der Welt erzielen zu können, wird der Freier per Strafandrohung dahin gelenkt, wo der Staat die Straffreiheit zusichert.

Dass die von Menschenhändlern ausgenutzten Zwangsprostituierten in Zukunft genau deswegen immer jünger sein werden, und für noch weniger Geld noch intensiver und mit noch weniger Rücksicht auf ihre körperliche und seelische Gesundheit schuften müssen, wird nicht bedacht.

Schließlich zwingt sie ja keiner, ausgerechnet in Deutschland zu arbeiten, die Zwangsprostituierten.


Fazit 2:

Das Nachweisbüchlein, das von der Prostituierten abgestempelt wird, ist natürlich eine höchst altmodische Vorstellung, wie wäre es, wenn man stattdessen zu wirklich fälschungssicheren Mitteln und Methoden greift?

Sexuelle Betätigung führt zu messbaren Veränderungen im Organismus. Blutdruck, Herz- und Atemfrequenz verändern sich signifikant, selbst wenn es nicht zum Orgasmus kommt, kann sexuelle Aktivität aus wenigen Werten zweifelsfrei abgelesen werden.

Was man braucht, ist nichts als ein winzigkleiner Chip, der unter die Haut transplantiert wird und diese Messungen lebenslänglich durchführt. Ein Chip, der über viele andere kleine Nanomaschinen dauerhaft und lückenlos mit einer Meldezentrale vernetzt ist. Den Chip braucht man für die Kontrolle der Patienten der gesetzlichen Krankenversicherung bei der Gesundheitsreform 2007/2008 vermutlich sowieso, warum also nicht mit der Pilotanwendung "Zwangsprostitution" erste Erfahrungen sammeln?

Natürlich können die RFID-Chip-Zwerge auch untereinander kommunizieren und feststellen, welchen Status die an sexuellen Handlungen Beteiligten haben. Ehemann mit Ehefrau - das wird registriert und für hundert Jahre gespeichert, bleibt aber nach derzeitiger Gesetzeslage ohne Folgen.
Mann oder Frau mit fremdem Mann oder fremden Männern oder fremder Frau oder fremden Frauen oder fremden Frauen und Männern - hier wird registriert, und bei allen Beteiligten der Zähler für außer- bzw. vorehelichen Sex um einen Punkt erhöht. Erreicht die Frequenz einen Wert von mehr als 9 Aktivitäten pro Monat mit mehr als drei unterschiedlichen Partnern, wird die betreffende Person wegen nicht angemeldeter Prostitution mit einer Geldstrafe belegt und aufgefordert, ihr Gewerbe anzumelden. Im Wiederholungsfall droht Gefängnis bis zu fünf Jahren.

Sexuelle Betätigung, ohne dass ein Partner erkannt wird, weist auf leichtfertigen Verkehr mit ausländischen, nicht registrierten Prostituierten hin. Eine Gefängnisstrafe kann nur vermieden werden, wenn der Beweis erbracht wird, dass es sich um einen Fall von Selbstbefriedigung handelte.

Das lässt sich nicht beweisen?


Doch, doch! Wofür gibt es denn Handys mit Videocamera?
Dann muss das Fünf-Minuten-Filmchen nur noch auf einer öffentlichen Datenbank mit Zeitstempel archiviert werden - schon ist der Beweis geführt.

Da sage noch einer, unser Parlament würde nichts tun, gegen den Menschenhandel.

Und das mit der Beweislastumkehr ist doch letztlich auch gar nicht so problematisch.

 

Fazit 3:

Noch steht von alledem nichts im Gesetzentwurf. Weder von der Beweislastumkehr, noch von der elektronischen Überwachung. Aber wer sagt denn, dass es nicht kommt, wenn sich herausstellt, dass das Gesetz ohne solche zusätzlichen Regelungen und Ermächtigungen nichts taugt?

Der Überwachungsstaat ist doch längst so weit, dass jeder autofahrende Handybenutzer in den Datenbanken des Mautkonsortiums und der Telekommunikationsanbieter eine leicht zu verfolgende Bewegungsspur hinterlässt, auf die der Staat sich ständig leichteren und dauerhafteren Zugang sichert.

Überweisungen vom Girokonto und Zahlungen mit EC und Kreditkarte legen eine weitere Spur.

Jede Bewegung im Internet wird registriert und gespeichert, wie auch Zeitpunkt und Teilnehmernummern jeder Telefonverbindung.

Fußgänger werden in Bruchteilen von Sekunden von Computern mit angeschlossenen Videokameras identifiziert.

RFID-Chips haben bereits Einzug in die Warenhäuser gehalten und höchstwahrscheinlich auch in Bekleidungsstücke - warum also nicht auch das letzte bisschen staatsfreien Raum aufgeben?

Schließlich hilft das alles beim Kampf gegen den Terror und die Terroristen.
Wer da etwas befürchtet, der hat wohl auch etwas zu verbergen, oder?

Und außerdem hat das Vorgehen eine klassische Vorlage:

Hätte Adam damals nicht leichtfertig in den Apfel gebissen, den ihm Eva, die von der Schlange dazu gezwungen worden war, so verlockend anbot, sondern sich zunächst bei seinem Gott vergewissert - wir könnten heute alle noch im Paradiese leben.

Gut, dass uns die große Koalition mit diesem Gesetzeswerk dem Paradies wieder einen Schritt näher bringen will!

Gott sieht alles!
Und wer alles sieht, der ist Gott, der muss Gott sein, es geht gar nicht anders.



Mit den modernen Aufklärungsmitteln ist offenbar auch das Ende der Epoche der Aufklärung erreicht.




Jedenfalls da, wo man es für gut und richtig hält. Weniger Aufklärungsmittel braucht es beim innereuropäischen Wirtschaftsbetrug.

Die EU101-Bescheinigung



Die EU101-Bescheinigung ist ein Formular, in dem die Sozialbehörde eines EU-Mitgliedsstaates bescheinigt, dass bestimmte Beschäftigte eines Unternehmens in ihrem Land zur Sozialversicherung angemeldet sind.

Werden diese Beschäftigten dann zur Arbeit in einen anderen EU-Staat entsandt, werden dort keine Sozialversicherungsbeiträge fällig.

Dies nutzte ein Münchner Bauunternehmer dergestalt aus, dass er seine Arbeiter pro forma bei einer Firma in Portugal anstellte, wo die Beiträge zur Sozialversicherung nur rund die Hälfte dessen ausmachen, was in Deutschland fällig wäre.

Der Unternehmer und ein in den Fall verwickelter Rechtsanwalt hatten vorgetäuscht, die betreffenden Arbeiter seien nur für eine gewisse Zeit in Deutschland tätig.

Dies ist nach normalem Rechtsempfinden glatter Betrug.

Der Bundesgerichtshof hat die beiden jedoch freigesprochen.

Wer die EU101-Bescheinigung vorweisen kann, braucht in Deutschland keine Sozialversicherungsbeiträge abzuführen.
Das ist nicht verwunderlich, denn der Europäische Gerichtshof entschied bereits mehrmals, dass EU101-Bescheinigungen für Behörden und Justiz in Deutschland bindend sind. Der BGH begrüßt, dass durch den EUGH damit das Ziel, einen einheitlichen Raum des europäischen Rechts zu schaffen, einen Schritt näher gerückt ist.

Die "Schlupflöcher", so der BGH, könnten zwar als unbefriedigend empfunden werden, aber dieses Problem müsse von den Regierungen und vom Gesetzgeber auf europäischer Ebene gelöst werden.

Und da plagen sich die Frau Schmidt und der Herr Müntefering und die Frau Merkel herum, und schaffen es nicht die Beiträge für die Krankenversicherung und die Rentenversicherung am Steigen zu hindern.

Da soll doch der Herr Glos einfach mal als Wirtschaftsminister darauf hinweisen, dass es völlig legal ist, sich eine EU101-Bescheinigung zu besorgen. Das kostet nicht mehr als ein Handgeld für den gefälligen Aussteller im Ausland - und Deutschland ist endlich wieder wettbewerbsfähig.

Fragt sich, ob es nicht strafbar sein sollte, wenn ein Unternehmer leichtfertig und wachstumsschädlich versäumt, sich für seine Belegschaft eine passende EU101-Bescheinigung zu besorgen.

Das wäre eigentlich nur logisch.




Der gleichen Logik entspringt auch die immer wieder auftauchende Forderung nach dem Bundeswehreinsatz im Inneren.

Die Innenwehr

Was Schäuble - zum Zwecke der Verbesserung der Inneren Sicherheit nicht schaffte, will Jung jetzt mit Eifer angehen, um die äußeren Bedrohungen im Inneren vernichtend schlagen zu können.

Die Bundeswehr, die längst ihren eigentlichen Verteidigungsauftrag aus den Augen verloren hat, soll mit allen ihren Machtmitteln (und damit unvermeidlich natürlich auch hin und wieder mit ihren bedauernswerten Einzelfällen, die brutalstmöglich aufgeklärt werden müssen) im Inland gegen Terrorverdächtige eingesetzt werden dürfen.

Verdammt noch mal!

Der Schutz der Bevölkerung vor einer Regierung, die mit einem kriegswaffenstarrenden Repressionsapparat ihren Machtwillen durchsetzt, Opposition und kritische Stimmen schon alleine durch Drohungen, im Zweifelsfall dann aber doch auch mit handfesteren Mitteln zum Schweigen bringt, war der abschreckende Gedanke, der das Verbot des Einsatzes der Bundeswehr im Inneren hervorgebracht hat.

Bei aller vermeintlichen und vielleicht sogar echten Terrorgefahr - diese andere Gefahr ist doch dadurch nicht aus der Welt, und - sie ist die größere Gefahr!

Wer mit der besten Absicht und ohne jeden Arg diese Regel leichtfertig aushebeln will, sollte sich vorher fragen, wer sich in der nächsten, übernächtsten oder über-übernächsten Legislaturperiode diesen Umstand zu Nutze machen könnte!

Und überhaupt, wo fehlt es denn?

Deutschland hat die aus dem Bundesgrenzschutz hervorgegangene Staatspolizei.
Da gibt es eine Ausrüstung, die zumindest als paramilitärisch bezeichnet werden muss. Panzer, Hubschrauber, jede Menge Mannschaftstransportfahrzeuge, jede Menge Handfeuerwaffen, jede Menge Spezialgerät und spezielle Einsatzmittel.

Deutschland hat außerdem den Bundesverfassungsschutz und die Verfassungschutzbehörden der Länder. Auch denen stehen Mittel zur Verfügung, von denen die Polizei bestenfalls träumt.

Deutschland hat zudem den militärischen Abschirmdienst und Deutschland hat den BND, der wiederum mit vielen anderen Geheimdiensten zusammenarbeitet und auf Bedrohungen gegen einzelne Terroristen durchaus auch mit Aktionen einzelner Agenten antworten kann.

Wo also ist der Einsatzfall für die Bundeswehr?

Flugzeuge abschießen?


Das ist doch schon höchstrichterlich entschieden.

Mit unschuldigen Passagieren drin: Verboten - nur Terroristen an Bord: Erlaubt
Luftwaffeneinsatz zur Gewährleistung der inneren Sicherheit: Verboten

Dass Herr Jung formuliert, niemand wolle, dass die Bundeswehr die originären Polizeiaufgaben übernähme, und so das grundgesetzliche Trennungsgebot aushebeln, ist doch nur eine rhetorische Finte.

Natürlich wird die Polizei weiterhin die originären Polizeiaufgaben wahrnehmen müssen, nur soll die Bundeswehr künftig zusätzliche, andersartige Einsätze im Inneren durchführen dürfen, die an Gewalt weit über das hinausgehen, was die Polizei vermag. Es soll neue Aufgaben für die Bundeswehr geben. Aufgaben und Befugnisse, die bisher der Polizei nicht zugestanden werden.




Das führt zu einer weiteren, bitteren Wahrheit.

Die
etwas andere
Wahrheit


Es gibt Menschen, die das Land verlassen, weil sie genau diese Entwicklungen sehen und sich davor fürchten.


Hier ein Zitat aus einer E-Mail, die mich in diesen Tagen erreichte:

... unsere Entscheidung ist auch keine spontane Idee, wir gehen seit einigen Jahren mit dem Wunsch "schwanger", Deutschland zu verlassen. Lange Zeit schwankten wir zwischen unterschiedlichen Ländern, weil es ja doch so Einiges zu beachten gilt.

Bei dem Entschluss spielen mehrere Gründe eine Rolle: Sicherlich ist der finanzielle Aspekt erheblich. Will man im Alter hierzulande in einigen Jahren nicht in einem Ghetto oder Obdachlosenasyl landen, sieht man zu, dass man das Weite sucht.

Noch schlimmer sind jedoch die politischen Verhältnisse. Man kann in Kürze als älterer Mensch (ab 50) seines Lebens nicht mehr sicher sein, sollte man tatsächlich einmal richtig krank werden.

Wenn ich mir vorstelle, dass in einigen Jahren Missfelder & Co. hier das Sagen haben, wird mir Angst und Bange.

(...)

Die gespielte Hatz auf die NPD ist reines Ablenkungsmanöver und findet nicht wirklich statt. Dafür werden die angeblichen Linksextremisten - wozu wir sicherlich gerechnet werden - geächtet und, wenn möglich, auf Demos von der Polizei niedergeknüppelt.

Alles, was sich nur leicht links des Mainstreams befindet, ist terrorverdächtig!

Ich möchte jedoch noch einige Jahre in Ruhe verbringen können,

(...),

in einem Umfeld, das mir nicht ständig meine Zeit und Nerven raubt. Hier wird es mir zu eng zum Atmen - fast jeden Tag neue Einmischungen ins Private, Rundum-Überwachung, bald Einsatz der Bundeswehr im Innern, an jeder Ecke Soldaten mit Maschinengewehren ...

Ich bin mir sehr sicher, dass es genauso enden wird. Verbot linker Parteien - nun, das 3. Reich lässt grüßen!

(...)

Die meisten Deutschen begreifen ja nicht einmal, was hier vor sich geht. Sie lassen sich belügen und betrügen, ohne die Notwendigkeit eines Eingreifens zu erkennen. Die DDR war ein Waisenknabe dagegen. Jeder wusste, womit er es zu tun hatte und was ihn erwartete. Hier findet der Zer- und Verfall heimlich statt - kaschiert durch falsche Zahlen, falsche Umfragen, falsche Statistiken.

Alles wird von den Füßen auf den Kopf gestellt und als wahr verkauft.

(...)



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* 1949 im
oberfränkischen Neustadt bei Coburg

Egon W. Kreutzer
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