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Politiker sind unersetzlich
kurzer Kommentar
zu den arbeitsmarktpolitischen Blütenträumen
von Anette Schavan und Kurt Beck
Egon W. Kreutzer
30. August 2006
Die Bundesregierung verspricht sich
1,5 Millionen neue Arbeitsplätze
von ihrer High-Tech-Initiative
Frau Anette Schavan, die Bundesforschungsministerin, ist überzeugt, dass die von der Regierung beschlossene High-Tech-Initiative zur Schaffung von 1,5 Millionen neuer Arbeitsplätze führt.
Vorausgesetzt, die Forschungsstrategie wird konsequent umgesetzt und es erfolgt eine entsprechende Beteiligung der Arbeitgeber.
Peter Hartz war vor vier Jahren der Überzeugung, die Zahl der Arbeitslosen innerhalb von 30 Monaten um 2 Millionen zu senken.
Vorausgesetzt, seine Module würden 1:1 umgesetzt und es fände sich eine Projektkoalition der Profis der Nation zusammen.
Bei Peter Hartz ist nichts daraus geworden.
Weder aus der 1:1 Umsetzung, noch aus der Projektkoalition der Profis der Nation, schon gar nicht aus der Senkung der Arbeitslosenzahl auf 2 Millionen.
Ob die Forschungsstrategie 1:1 umgesetzt werden wird, darf getrost in Frage gestellt werden, und ob die Arbeitgeber sich entsprechend beteiligen, erst recht.
Was wird tatsächlich passieren?
Die forschenden Großunternehmen werden
- soviel von den Mitteln der Forschungsförderung einstreichen, wie sie nur können,
- nicht mehr und nicht weniger forschen, als sie sowieso beabsichtigten,
und- den Geldsegen postwendend als Dividende an ihre Aktionäre durchreichen.
Mit etwas Glück kommt der eine oder andere Euro vielleicht auch einer deutschen Elite-Hochschule zugute.
Doch während Frau Schavan wähnt, 1,5 Millionen Arbeitsplätze zu schaffen,
hat sich beim großen Gewinnspiel:
Wer hat die beste Idee, was man mit den Hartz IV Empfängern anstellen könnte,
wieder ein neuer Anwärter auf den Hauptgewinn zu Wort gemeldet:
Kurt Beck, SPD
meint, es sei zumutbar, Hartz IV - Empfänger
Treppen kehren oder Geländer streichen
zu lassen.
Natürlich ist das zumutbar. Überhaupt keine Frage!
Da lassen wir jetzt die Hartz IV Empfänger, die wir schon haben, Geländer streichen und Treppen kehren.
Bald werden ein paar professionelle Geländerstreicher und Treppenkehrer arbeitslos.
Wenn die dann auch Hartz IV Empfänger sind, können die ja Brötchen backen und Kälber schlachten.
Bald darauf werden ein paar professionelle Brötchenbäcker und Kälberschlächter arbeitslos.
Wenn die dann Hartz IV Empfänger sind, können die ja Handyverträge verkaufen und Autoreifen pressen.
Sehr bald danach werden ein paar professionelle Handyvertragsverkäufer und Autoreifenpresser arbeitslos.
Wenn die dann Hartz IV Empfänger sind, können die ja als Pflichtverteidiger und Facility-Manager eingesetzt werden.
Schon kurze Zeit später werden ein paar professionelle Juristen und Ingenieure arbeitslos.
Wenn die dann Hartz IV Empfänger sind, sind die ganz vielseitig einsatzfähig.Die könnte man jederzeit locker als Experten, und bei Bedarf sogar als Politiker hernehmen.
Halt!
Professionelle Politiker werden so leicht nicht arbeitslos.
Wenn es so weit kommen sollte, hätte das Land unter einer verheerenden Politikerschwemme zu leiden.
Das muss vermieden werden.
Wehret den Anfängen!
Sorry, Kurt Beck, auch das war hart am Ziel vorbeigedacht.
Dabei hat sich das zuerst so schön angehört.
Treppen kehren und Geländer streichen.
Zum Mitsingen schön.
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a![]() * 1949 im oberfränkischen Neustadt bei Coburg |
Egon W. Kreutzer der Verfasser dieses Artikels |
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