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Schweinerei,
oder wahre Menschlichkeit?

Kommentar
bestehend aus begriffsbestimmendem Prolog, fünf zynischen Projektionen und unversöhnlichem Epilog
zum Streik im Öffentlichen Dienst
und zu verwandten Themen

von Egon W. Kreutzer
6. Februar 2006


Noch bloße Schweinerei,
oder schon die wahre Menschlichkeit?


Oft hilft zur Klärung solcher Fragen nur Zynismus weiter ...



Begriffsbestimmender Prolog

Ein Schwein, von Menschen ohne Auslauf im Koben gehalten, kann gar nicht anders. Weil es seinen eigenen Ausscheidungen nicht ausweichen kann, steht oder liegt es nach kürzester Zeit im eigenen Mist, ist dreckig und stinkt.

Ein Mensch, der nach gelungener Sozialisation samt nachhaltiger Sauberkeitserziehung ein solches, von Fäkalien überzogenes Schwein im eigenen Miste stehen sieht, und glaubt, es sei des Schweines freier Wille, so dreckig und stinkend im engen Stall zu stehen, nennt es voller Abscheu ein "Dreckschwein" und die Szenerie eine "Schweinerei".

Nun, mit Worten ist es kaum anders als mit Viren. Sie mutieren schnell, springen vom Tier auf den Menschen über und ehe man sich's versieht, ist ein neues, unflätiges Schimpfwort geboren, das, solange nicht mindestens ein deutscher Richter an einem deutschen Amtsgericht einem so Beschimpften sein Recht auf angemessenes Beleidigtsein zugebilligt hat, ganz ungeniert verwendet werden darf.


Das "Dreckschwein" ist allerdings ein altbekanntes, von der Meinungsfreiheit längst nicht mehr gedecktes, grundsätzlich beleidigendes Schimpfwort, das mittels allgemeiner Rechtssprechung so erfolgreich bekämpft wurde, dass der Begriff "Dreckschwein" aus dem öffentlich-offiziellen Sprachgebrauch praktisch vollständig verschwunden ist.
Und das ist gut so, denn - Sprachverarmung hin, Sprachverarmung her - das, was gemeint war, als "Dreckschwein" noch als Schimpfwort im Schwange war, das waren doch in aller Regel nicht jene entrechteten, im eigenen Kote eingesperrten, aller Ehre beraubten Menschen, wie sie von vorgrundgesetzlichen Herrschern in den Kerkern ihrer Burgen gehalten wurden. Nein, wer so behandelt wurde und wird, den nennt man seit Menschengedenken ein "armes Schwein".

So ist das Schimpfwort "Dreckschwein" die bedauerliche Folge eines Irrtums, und jeder, der mit weißer Weste und in legaler Ausübung des ihm übertragenen Amtes ein "Dreckschwein" geheißen wird, darf mit Recht beleidigt sein.

Er macht sich dabei ja noch nicht einmal die Hände schmutzig, geschweige denn den ganzen Körper, kann also mit Dreck wahrhaftig nicht in Verbindung gebracht werden. Außerdem ist er, und das ist schon an der äußeren Gestalt und vor allem am aufrechten Gang zu erkennen, nicht Nutztier, also auch kein Schwein, sondern, ganz im Gegenteil, Nutznießer.

Kurz: Ein wahrer Mensch.


Erste Projektion
Wahre Menschen aller Länder - erkennet euch!



Wahre Menschen gibt es viele. Die Welt wimmelt davon. Manche, wie Mahatma Ghandi, zeigten ihr wahres Menschsein in der Gewaltlosigkeit, andere, wie Mutter Theresa, zeigten es in aufopferungsvoller, tätiger Nächstenliebe. Wer heute für den Aufschwung ist, und alles in seinen Kräften Stehende tut, um die Lohnnebenkosten zu senken, darf mit dem gleichen Recht ein wahrer Mensch genannt werden, wie derjenige, der als Ministerpräsident oder Bürgermeister dem Ziel des ausgeglichenen Haushalts nachhängt und nicht zögert, dafür solange Volksvermögen und Stellen abzubauen, bis es - was unwahrscheinlich ist - wirkt, oder nichts davon mehr übrig ist. Wahre Menschen mühen sich, das Renteneintrittsalter zu verschieben, damit die Altersarmut eintritt, solange die Menschen noch flexibel genug sind, sich daran zu gewöhnen, und wahre Menschen schaffen es, Arbeit zu schaffen, ohne dass gleichzeitig exporthemmende Personalkosten entstünden.

Sie sehen, selbst wahre Menschen können ganz verschieden sein, so verschieden, dass sie sich untereinander bisweilen völlig verkennen. Die einen drucken im Vollbesitz der westlichen Meinungsfreiheit boshafte Karikaturen, die anderen verteidigen die Ehre ihres Propheten mit Brandanschlägen und Steinwürfen. Die einen schaffen Verdachtsmomente und Bedrohungsszenarien, andere machen daraus Kriegsgründe und wieder andere drücken auf die roten Knöpfe, um Bedrohung und Bedroher möglichst fein zu zerstäuben.

Nur wenige Unholde entsagen dem Ideal des wahren Menschen. Statt selbst eine Bank zu gründen, überfallen sie Banken und rauben sie aus, statt in den Ölstaaten des Nahen Ostens die Demokratie zu verbreiten, überfallen sie Tankstellen in Castrop-Rauxel und Mönchengladbach, statt sich Diäten und Aufwandsentschädigungen bei Bedarf selbst zu erhöhen, legen sie mit sinnlosen Streiks die Wirtschaft lahm, statt steigende Preise ohne Murren zu bezahlen, laufen sie als ekelerregende Obdachlose durch die Innenstädte und pöbeln unschuldige Passanten an.

Glücklicherweise gelingt es immer besser, immer mehr dieser Unholde in Gewahrsam zu nehmen, und immer mehr der potentiellen Unholde durch die Nutzung modernster Technik so umfassend zu überwachen, dass sie kaum noch nennenswerten Schaden anzurichten in der Lage sind. Außerdem ist es glücklicherweise gelungen, alle wichtigen Medien nach und nach vollkommen unholdfrei zu machen, so dass nur noch die Meinungen und Kommentare wirklich wahrer Menschen öffentlich verbreitet werden, was viel zur Stabilisierung des wahren Menschentums in diesem, unserem Lande beigetragen hat.

 

Zweite Projektion
18 Minuten im Licht des wahren Menschen

Selbst wenn sich ein wahrer Mensch einmal nicht ganz so verhält, wie man es von ihm erwarten sollte, wenn es scheint, als würde da einer seine dreiste Frechheit hinter wohlgesetzten Worten kaum verbergen können, nur die eigene Gier befriedigen wollen und dabei schamlos von unumgänglichen Voraussetzungen für das Wohlergehen des ganzen Landes sprechen, ist es wohl besser, erst einmal den Zorn hinunterzuschlucken und nachzudenken, welches edle Motiv wir übersehen haben könnten, bevor wir voreilig zurückfallen in alte Gewohnheiten und eine Schweinerei vermuten, wo nur ein Mensch in seiner wahren Menschlichkeit sich zeigt.

 

 

Da sollen nun die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes
ein kleines bisschen
länger arbeiten.

Ganze 18 Minuten.

Ist das wirklich unzumutbar?

 

Nein, wenn so vermieden werden kann, dass der öffentliche Dienst dem Steuerzahler zur Last fällt, dann sollte jeder öffentlich Bedienstete froh sein, dies verhindern zu können.

Man muss sich das vorstellen:

Wegen lächerlicher 18 Minuten wollen ein paar egoistisch-kurzsichtige Arbeiter und Angestellte, aufgestachelt von den letzten Unholden dieses Landes, die es geschafft haben, ihre destruktiven Triebe als Gewerkschaftsführer ausleben zu dürfen, mit ihrer Weigerung, 18 Minuten mehr zu arbeiten, dem Steuerzahler neue Milliardenlasten aufbürden. Das ist doch völlig unangemessen. Wo bleibt denn da das Verantwortungsgefühl für die Allgemeinheit, für Volk und Staat ...

Ein Unhold, wer da boshaft stichelt, es sei doch unglaubwürdig, dass lächerliche 18 Minuten auf der einen Waagschale die andere, euromilliardenschwere Waagschale ins Gleichgewicht bringen könnten.

Ein Unhold, wer so weit geht, 18 Minuten pro Tag über 40 Beschäftigungsjahre mit je 230 Arbeitstagen auf volle 18 Monate Lebensarbeitszeit hochzurechnen und noch dazu volksverhetzend behauptet, das entspräche eineinhalb Jahren übelster Sklaverei, weil der Sklavenhalter während dieser Zeit noch nicht einmal für Unterkunft und Verpflegung aufzukommen gedenkt, was zu Zeiten der Sklaverei in Virginia und Umgebung immerhin noch als sozialer Standard galt.

Ein wahrer Über-Unhold, wer ausrechnet, dass die Mehrarbeit der Einen zu weniger Arbeit bei den Anderen führen muss, dass je 25 freiwillig und umsonst länger Arbeitende die Entlassung jedes Sechsundzwanzigsten bewirken, dass insgesamt auf diese Weise bei den öffentlichen Arbeitgebern über 200.000 Stellen entfallen, über 200.000 Menschen Arbeit und Brot verlieren, und das in Zeiten, in denen sowieso schon über 5 Millionen offiziell zugegebene Arbeitslose zu bedauern sind.

Die Bibel sagt dazu:
"Wenn dich die bösen Buben locken, so folge ihnen nicht!" (Sprüche 1,10)

Der wahre Mensch weiß doch, dass Arbeitszeitverkürzung die Lohnkosten erhöht, dass höhere Lohnkosten zu Umsatzeinbußen und die wiederum direkt zu steigender Arbeitslosigkeit führen. Der wahre Mensch kann also voraussetzen, dass unbezahlte Mehrarbeit - und die Bundeskanzlerin war da schließlich auch schon immer dafür - nicht zu mehr Arbeitslosigkeit führt, sondern, wie der Name schon sagt, zu mehr Arbeit, und darauf kommt es an. Es soll möglichst jeder Deutsche, sobald er die für seinen Job notwendige Ausbildung erhalten hat, bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters arbeiten. Arbeiten, arbeiten, arbeiten. Auf Arbeit kommt es an. Sozial ist, was Arbeit schafft.



Dritte Projektion
Die Arbeitslosenversicherung der wahren Menschen


So ist auch die jüngste Forderung des Deutschen Industrie und Handelskammertages, es dürfe staatliche Unterstützung überhaupt nur noch geben, wenn der Mensch auch arbeitet, nichts als ein Ausdruck der bitteren Erkenntnis, die Menschen in diesem, unserem Lande, anders nicht zu ihrem Glück, also zur Arbeit, zwingen zu können.

"Erst Arbeit, dann Transfer!", heißt die neue Devise, die soviel heißen soll, wie:

Das, was diejenigen, die arbeiten, für den Fall, dass sie die Arbeit verlieren, in eine Sozialversicherung einzahlen, sollen sie, für den Fall, dass sie die Arbeit verlieren, nur dann als Leistung zurückerhalten, wenn sie dafür auch arbeiten.

Ich glaube, wahrere Menschlichkeit, als das, was der DIHK in diesem einfachen Motto zum Ausdruck gebracht hat, war seit dem 2. Brief des Apostels Paulus an die Thessaloniker (Kap. 3,10): "Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen!" nicht mehr auf einen Nenner gebracht worden, und damals auch lange nicht so schön.

"..., dann Transfer", das klingt so sauber und rein wie ein Kindergebet. Daneben ist das brutale "der soll auch nicht essen!", doch das reinste Mittelalter.

 

Vierte Projektion
Die Bildungsoffensive der wahren Menschen

Ähnlich argumentiert der wahre Mensch in diesen Tagen auch, wenn es darum geht, statt eines erbärmlichen Einheitsbreis gleichmacherisch-gleichberechtigter Universitäten endlich durch gezielte Förderung genau die Eliteuniversitäten herauszubilden, die wir brauchen, um unsere Eliten zu erhalten.

Bienen sind ja auch nicht so blöd, dass sie ausschließlich Königinnen aufziehen. Königin werden immer nur ganz wenige, der Rest muss arbeiten. Wahre Menschlichkeit ist doch dann gegeben, wenn sich die arbeitende Klasse ihrer Herkunft und ihres Standes bewusst ist und nicht Zeit, Energie und Emotionen daran verschwendet, nach jenem Höheren zu streben, das bekanntlich immer nur wenigen Auserwählten zufallen kann.

Wieviel Mühe, wieviel Entbehrung, wieviel sinnlose Anstrengung hätten sich Scharen von Studenten ersparen können, hätten sie den Lohn für das Taxifahren nicht jahrelang aufgewendet, um sich immer wieder ein paar Wochen Studium leisten zu können, nur um nach bestandenen Prüfungen weiterhin das zu tun, wofür sie wirklich gebraucht werden, nämlich Taxifahren.

Wieviel Steuergelder hätte sich der Staat sparen können, hätte er nie versucht, die viel zu kleinen Hörsäle immer enger zu bestuhlen und die schiere Masse der Studenten mit immer mehr Professoren und Assistenen im Schichtbetrieb zu belehren, obwohl doch klar war, dass niemals soviel Führungspersonal benötigt wird, wie an den Hochschulen herangebildet wurde. Das akademische Proletariat hat sich doch selbst geschaffen - soll es sich doch gefälligst auch selbst anklagen!

Wenn wir erst wieder so weit sein werden, dass wir die klassichen Eliten in klassischen Eliteschulen heranbilden, dann wird auch wieder Ruhe einkehren, auf den Fluren, dann wird das ewig gärende Aufbegehren unausgelasteter spätpuberierender Studenten kanalisiert sein und kein Weltwirtschaftsgipfelteilnehmer wird mehr fürchten müssen, sich hilflos mit den Aufschriften der Transparente demonstrierter Studenten auseinandersetzen zu müssen, deren Sinn ihm auf ewig fremd bleiben wird.

Für spezielle Fachqualifikationen können doch immer wieder schnell die entsprechenden Fachlehrgänge durchgeführt werden. Da ist es dann gut, wenn es neben den Eliteuniversitäten noch ein paar Fachschulen gibt, die den Bedarf der Wirtschaft an nützlichen, äh ..., Fachwissensträgern decken, aber sonst ...


Fünfte Projektion
Die Fruchtbarkeit des wahren Menschen (1)

Nur mit Eliten wird die Welt wieder besser werden, wie in der guten alten Zeit, als alles noch seine Ordnung, Deutschland noch seinen Kaiser und Bayern noch seinen Ludwig hatte.

Da gab es auch mehr Kinder. Da war immer jemand da, der sich um einen notleidenden Verwandten kümmern konnte. Erst sorgten die Eltern für die Kinder, dann die Kinder für die Eltern, so wie es wahren Menschen angeboren ist. Erst Bismarck, mit seinen vermaledeiten Sozialgesetzen, hat den familiären Zusammenhalt gestört, den Staat als Fürsorger eingesetzt und vergessen gemacht, dass auch der Staat nur das ausgeben kann, was er einnimmt.

Nun behaupten die Unholde, mehr Kinder wären die beste Methode, noch mehr Arbeitslose heranzuziehen.

Völlig falsch!

Erstens würden mehr Kinder automatisch mehr Windeln, mehr Babynahrung, mehr Strick- und Strampelhöschen, mehr Gameboys und mehr Schulbücher brauchen, als weniger Kinder. Mehr Kinder wären also zunächst einmal mehr Nachfrage, und damit der Aufschwung. Nach ein paar Jahren könnten mehr Kinder auch mehr arbeiten, und dass Arbeit nicht unbedingt auch etwas kosten muss, das wird zur Zeit ja gerade bewiesen. Mehr Kinder wären also auch als Erwachsene durchaus nicht arbeitslos sondern begehrte Produktionsfaktoren, die man, ob nun als 1-Euro-Jobber, als Mini- oder Kombilöhner, oder gleich als Praktikanten und ebenso unbezahlte Volunteers durchaus brauchen könnte, um die Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten zu stärken. Mehr Leute schaffen mehr Werte. Damit könnten wir mehr Marktanteile gewinnen, was schließlich die Vorbedingung für die weitere Senkung der Unternehmenssteuern ist, wenn bei niedrigeren Sätzen trotzdem noch die gleichen Steuereinnahmen fließen sollen.

Dies wiederum würde neue Investoren ins Land bringen, die wiederum Arbeit schaffen und händeringend nach den Arbeitern suchen, die heute eigentlich schon geboren sein müssten, damit sie verfügbar sind, wenn sie ab 2020 gebraucht werden.

Die Fruchtbarkeit des wahren Menschen (2)

Außerdem wäre es für fünf oder sechs Kinder, von acht oder neun gar nicht zu reden, viel einfacher für ihre armen alten Eltern zu sorgen, als für ein einziges, oder gar kein Kind.

Selbst die übelsten Unholde weigern sich heute bisweilen, freiwillig Elternunterhalt zu zahlen. Diejenigen, die Geld haben, und es sich eigentlich leisten könnten, behaupten, sie hätten dafür fleißig gearbeitet und gespart, dafür dürften sie doch nicht durch Unterhaltsverpflichtungen bestraft werden, während der Faulpelz und Verschwender nicht nur für sich selbst Unterhaltsleistungen vom Staat bezieht, sondern auch noch seine Eltern von der Allgemeinheit unterhalten lässt. Und selbst der beste wahre Mensch wird mürrisch und hält es für unzumutbar, dass der Fleißige nicht nur für sich selbst und die eigenen Eltern, sondern auch noch für den faulen Verschwender und dessen Eltern aufkommen soll. Gottseidank sind die Sozialämter für solche Überlegungen taub und holen sich das Geld wo sie können. Schließlich ist auch Gerechtigkeit nur eine Frage der Definition. Und wer sagt denn, dass es nicht gerecht sei, wenn jeder gleichermaßen fürchten muss, von der Willkür des Apparates getroffen zu werden? Die Wehrgerechtigkeit, die sich bewährt hat, ist doch auch nichts anderes.

 

Epilog

Wahre Menschlichkeit ist eben immer und überall das Gegenteil von Hätschelei und Verwöhnung, das Gegenteil von sozialer Hängematte und allgemeiner Daseinssicherung.

Wahre Menschlichkeit zeigt sich in der Härte, mit welcher sich der einzelne im Kampf, jeder gegen jeden, bewährt, weil nur mit entschiedener Härte sichergestellt werden kann, dass am Ende stets und immer nur die Reichsten überleben. Denn nur die Reichsten verfügen über die Mittel, um kämpfen zu können, bis allen anderen die Luft ausgegangen ist, und nur die Reichsten sind es, die auf ein wirklich gutes, langes Leben hoffen dürfen. Für Arme und Notleidende hingegen ist der frühe Tod die Erlösung. Die spärliche Sozialhilfe oder das Arbeitslosengeld II sind doch nur leidensverlängernde Maßnahmen, und die will doch selbst in der Medizin längst niemand mehr.

So ist wahre Menschlichkeit eben doch etwas anderes, als die Humanduselei, von der wir uns nun lange genug in die Irre leiten ließen. Der Sozialstaat ist gescheitert, es ist nichts dabei herausgekommen als Arbeitslose und Privatinsolvenzen.

Also sollten wir ihn abschaffen.

Gottseidank gibt es genügend Politiker und Wissenschaftler, die das erkannt haben und zielstrebig darauf hin arbeiten. Dass sie es nicht immer auch so deutlich sagen, ist nur ein Zeichen von Vernunft - sie würden möglicherweise abgewählt, bevor das Ziel erreicht ist.

Wahre Menschen müssen sich eben manchmal auch in Selbstverleugnung üben.

 



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* 1949 im
oberfränkischen Neustadt bei Coburg



Egon W. Kreutzer
der Verfasser dieses Artikels
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