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Betreff: Leserbrief+zum+Artikel+

Sozialversicherung: Beitragszahlern drohen offenbar drastische Einschnitte

Mittwoch, 30. Juli 2003 08:48

Wäre Raffelhüschen der erste und einzige Wissenschaftler/Politiker/Lobbyist, der das Heil des Sozialstaates in einer erhöhten Vermehrungsrate sieht, man könnte lächelnd darüber hinweggehen.

Wahr ist, daß wir derzeit über vier Millionen erwachsene arbeitsfähige Menschen mehr haben, als die Wirtschaft in Deutschland zu beschäftigen gewillt ist.

Wer unter diesen Rahmenbedingungen mehr Kinder, längere Wochen- und Lebensarbeitszeiten und den Verzicht auf Lohnbestandteile fordert, um die Sozialsysteme zu stützen, wird im Endeffekt nichts anderes erreichen, als die Summe der Bruttolöhne- und Gehälter weiter zu senken, was - bei unveränderten Kosten - zu steigenden Sozialversicherungsbeiträgen führen muß.

Wahr ist, daß alle Finanzierungsprobleme weitaus geringer wären, wollte man sich endlich von der einseitigen Belastung des Faktors Arbeit verabschieden und wahr ist auch, daß viele Probleme und Kosten in unserer Gesellschaft erst dadurch entstehen, daß wir zu den Ländern mit der größten Bevölkerungsdichte auf dieser Welt gehören.

Auch die ungünstige Form der Alterspyramide - um den Einwand vorwegzunehmen - ist doch zunächst nur eine Information, die nur einen Parameter im Umfeld des Problems beleuchtet. Stellt man dieser Information eine Übersicht der Verteilung der Vermögen der Privathaushalte gegenüber, wird die Bevölkerungspyramide schnell zur belanglosen Größe!

Das "deutsche Problem" besteht hauptsächlich darin, daß man das eigentliche Problem nicht zur Kenntnis nimmt und stattdessen immer nur in dem kleinen Bereich herumstochert, in dem die Lebensinteressen der sogenannten "kleinen Leute" als Dispositionsmasse zur Verfügung stehen. Daß es nach vielen Jahren falscher Politik auch dort schmerzhaft eng wird, scheint aber noch lange keine Grund zum Umdenken zu sein, ganz im Gegenteil, jetzt muß dort erst recht gekürzt und gespart, und schmerzhaft eingeschnitten und enger geschnallt werden, während Vermögen und Vermögenseinkünfte immer weiter entlastet werden (damit sich "Leistung" wieder lohnt) und wenn das alles nichts hilft, dann müssen eben die Frauen ran und die dringend benötigten Verbraucher in die Welt setzen.

Wir, als Exportweltmeister im Lohnstückkostenwunderland und Milliardärseldorado, sollten gelegentlich den Blick über den Tellerrand wagen und vielleicht einmal zuhören, wenn z.B. Heiner Flassbeck, Chefvolkswirt der UNCTAD, http://www.flassbeck.de/Deutsch/HomeDeutsch.html über unsere vermeintlichen Probleme, über die untauglichen Rezepte von Rürup, Raffelhüschen, Hartz, Hundt & Co. spricht und dazu die in der deutschen Öffentlichkeit nicht diskutierten Lösungsansätze anbietet.

Egon W. Kreutzer
Schrobenhausener Str. 15
86556 Kühbach

 

a


* 1949 im
oberfränkischen Neustadt bei Coburg



Egon W. Kreutzer
der Verfasser dieses Artikels
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