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Rudolf Scharping

eine Art Nachruf, von Egon W. Kreutzer

Weil ihm die mediengerechte Selbstdarstellung nie gelang, war er, seit seine politischen Ambitionen über Rheinland-Pfalz hinausgingen, stets das Ziel von Spötteleien, von Verleumdungen und Herabsetzungen.

Rudolf Scharping hat alles ertragen. Er wußte um die Schwächen seiner persönlichen Ausstrahlung, er hat sogar versucht, mit krampfhaft lockeren Bildern vom Pool dagegenzuwirken, doch das, was anderen Sympathie gebracht hätte, erwuchs ihm zum Skandal, auch deshalb, weil der Termin für Privates im neuen deutschen Kleinkriegstagebuch mit einem Einsatz seiner Truppe kollidierte.

Rudolf Scharping, einst dritter Mann der Troika, durfte die Bundeswehrreform verwalten und fand bei schwierigen Beschaffungsvorhaben keinen Rückhalt. Wie feixten die Abgeordneten aller Fraktionen, ganz vorne mit der Grüne Metzger, und verlangten Respekt vor dem Parlament, das keinen Respekt vor dem Minister zeigte. Scharping wurde vorgeführt, weil er den Widerspruch in der Argumentation seiner Gegner nicht auf eine griffige Formel reduzieren und damit öffentlich machen konnte. Niemand wollte ernstlich auf die Transportflugzeuge verzichten, doch Scharping sollte daran scheitern.

Rudolf Scharping hat auch das überstanden.
Nun stolpert er und stürzt, weil er vor Jahren 140.000 DM bekommen hat und es wieder nicht schafft, überzeugend aufzutreten und glaubhaft darzustellen, wofür.

Schreiber, der Rüstungslobbyist, hat für einzelne Rüstungsvorhaben Millionen bewegt, Herr Pfahls war nur Staatssekretär, ....

Doch der Minister stolpert über 140.000 DM, die er noch dazu ganz regulär versteuert hat.

Er tut mir leid.

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