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Sehr geehrte Damen und Herren,
Glückwunsch zu diesem Interview!
Zeigt es doch in seltener Klarheit und Eindeutigkeit, woher der
Wind weht und worauf wir uns einzustellen haben.
Siemens-Chef Heinrich von Pierer erklärt: "Ich wundere mich immer darüber, was die Gewerkschaften in Deutschland alles noch verteilen wollen." - und dann verweist der Global Player auf Indien, China, Ungarn und die Slowakei als Vorbilder für unser zukünftiges Lohnniveau und merkt dabei offenbar selbst nicht mehr, wie er damit die Menschen in Deutschland verhöhnt, wo er doch im letzten Geschäftsjahr (2001) noch in der Lage war, aus dem gezeichneten Kapital der Siemens AG eine Rendite von 33% (nach Steuern!) zu verteilen - an die Aktionäre, versteht sich. An diese Aktionäre gewandt, erklärt er nun stolz: Bemerkenswerte Erfolge beim "Zusammenhalten des Geldes" hätten zu einer guten finanziellen Situation geführt, aus der heraus man sich Zukäufe "leisten" könne. Gleichzeitig werden Mitarbeiter und Gewerkschaften mit Ausflüchten abgespeist: Stellenabbau müsse sein, denn Quersubventionen im eigenen Hause ließen ihm die Kapitalmärkte nicht durchgehen. Über den Einfluß der Kapitalmärkte mag sich Herr Pierer jedoch nicht wundern, den akzeptiert er.
Peter Hartz verlangt im Modul 13 seines Kommissionsberichtes das Engagement der Profis der Nation bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit als unverzichtbare Voraussetzung für das Gelingen seines Vorhabens, die Zahl der Arbeitslosen um 2 Millionen zu verringern. Wenn sich der Siemens-Vorstand rühmt, der Abbau von zigtausend Stellen würde, aufgrund der schieren Größe des Unternehmens, ohne "echte" Kündigungen in der Fluktuation untergehen, dann outet er sich damit noch lange nicht als ein Profi im Sinne der Hartz-Vorschläge. Solange nicht Vollbeschäftigung herrscht, bedeutet jede abgebaute Stelle unter dem Strich einen Arbeitslosen mehr - mit und ohne Kündigung.
Egon W. Kreutzer
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>>Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre Band II<< von Egon W. Kreutzer.............unbedingt lesenswert! |
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