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Von: "EWK_...der_Unternehmerberater" <EWKberater@knuut.de>
An: <leserbriefe@spiegel.de>
Betreff: Spiegel 26/2002, Zuckerbrot und Peitsche
Datum: Montag, 24. Juni 2002 13:00

Sehr geehrte Damen und Herren,

im folgenden ein "schrecklicher Gedanke" zu den Plänen der Hartz Kommission. In der Hoffnung, mir damit einen Ehrenplatz in der Reihe der "sozialdemokratischen Bedenkenträger und Blockierer" erwerben zu können, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Egon W. Kreutzer

-------------Eine Übersicht aller Kommentare zu HARTZ gibt es hier ----------------------------------------------------------

Die Peter-Hartz-Show

David Copperfield schaffte es einst, die amerikanische Freiheitsstatue verschwinden zu lassen. Obwohl alle Zuschauer wußten, daß die weltberühmten 225 Tonnen Stahl und Kupfer ihren Platz auch nicht für einen winzigen Augenblick verlassen würden, war ihnen die perfekte Illusion einen hohen (Eintritts-) Preis wert. Nun schickt sich Peter Hartz an, ein ähnliches Kunststück zu vollbringen und die ersten Kommentare aus allen politischen Lagern lassen darauf schließen, daß die Peter-Hartz-Show ihre zahlenden Zuschauer finden wird.
Innerhalb von drei Jahren will der VW-Mann die Hälfte der Arbeitslosen rückstandsfrei aus den Statistiken verschwinden lassen - hauptsächlich per Umbenennung. Der Arbeitslose wird zum Angestellten des Leih-Arbeiter-Amtes umbenannt und erhält Angestelltengeld(?); schon sind 780.000 + 450.000 Arbeitslose raus aus der Statistik. Der Schwarzarbeiter heißt künftig Ich-AG und zahlt weiterhin weder Sozialversicherungsbeiträge noch die reguläre Einkommensteuer und schon sind wieder 500.000 Arbeitslose verschwunden. 230.000 ältere und Langzeit-Arbeitslose werden (weg mit dem Tabu!) von vornherein als "Chancenlose" bezeichnet und brauchen deswegen auch nicht mehr gezählt zu werden.

Der Plan ist so brillant, daß man sich unwillkürlich fragt, warum Peter Hartz die Arbeitslosen damit nur zur Hälfte verschwinden lassen will. Doch den ersten 50 Prozent folgt wohl noch der eigentliche Trick des Magiers aus Wolfsburg, der finale Paukenschlag in der Sinfonie für Butterbrot und Peitsche. Bei den 2 Millionen, die nach drei Jahren des Aussortierens immer noch als Arbeitslose in der Statistik erscheinen, kann es sich nämlich um nichts anderes mehr handeln, als um den lange vermuteten Bodensatz von Faulenzern und Drückebergern.

Umbenennung, fertig!

PS
Der Trick läßt sich, mit kleinen spezifischen Anpassungen, ebenso anwenden, um die Probleme in der Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung verschwinden zu lassen. Wir werden es erleben!
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Egon W. Kreutzer, Schrobenhausener Str. 15, 86556 Kühbach-Unterbernbach
Fon 08257 990701, Fax 08257 990702, Mail EWKberater@knuut.de

Mehr über die Zusammenhänge des (globalen) Wirtschaftens erfahren Sie in
>>Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre Band II
<<
von Egon W. Kreutzer
.............unbedingt lesenswert!

Eigendruck, Selbstverlag

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