Impressum
 Home alle Kommentare alle Leserbriefe  Stichwortsuche  Einmischen 
Von: "EWK_...der_Unternehmerberater" <EWKberater@knuut.de>
An: <leserbriefe@suedeutsche.de>
Betreff: Tobin als Symbol
Datum: Dienstag, 11. September 2001 15:57

Sehr geehrte Damen und Herren,

so sehr ich einerseits die ausführliche und seriös recherchierte Berichterstattung der Süddeutschen zum Themenkomplex "Globalisierung" schätze, so ärgerlich ist es mir andererseits, wenn durch einen Kommentar, wie er heute als "Thema des Tages" im Wirtschaftsteil abgedruckt wurde, der ernsthafte und an Lösungen interessierte Leser als Sympathisant einer raffinierten Horde von Meinungsmachern verunglimpft wird. Einer Horde von Meinungsmachern, der es sogar schon gelungen ist, Politiker aller Richtungen zu verwirren und in eine Falle zu locken. Diesem verdächtigen Leser wird nun Absolution versprochen, wenn er nur endlich die Augen öffnet um reuig zu erkennen, daß die zig Billionen Dollar, die täglich von Spekulanten um den Globus geschoben werden, ausschließlich dazu benutzt werden, den Ärmsten der Armen Teilhabe am Wohlstand der Welt zu verschaffen.

Selten hat mich ein Zeitungsartikel so geärgert!

Ich hoffe, daß ich mit meiner Anmerkung dazu beitragen kann, die Diskussion wieder in die Verhältnisse der realen Welt zurückzuführen.

Mit besorgten Grüßen
Egon W. Kreutzer

--------------------------------------------------------------------------------

Tobin als Symbol

Wer hat behauptet, der Handel insgesamt sei schädlich für den Menschen?

Daß Herr Piper weder das Ziel der Kritik noch die durchaus berechtigten Gründe für die Kritik erkennen will, ist kein Zeichen für überragenden Scharfblick. Weil sein Artikel aber beim besten Willen auch nicht als einfältiges Geschreibsel entschuldigt werden kann, sind als Antriebskraft genau die gleichen, kaum verhüllten Absichten zu vermuten, die auch dafür verantwortlich zu machen sind, daß es der Welt so schwer fällt, die Globalisierung als den Segen zu verstehen, der bei verantwortungsvollerem Handeln tatsächlich entstehen könnte.

Wer eine ernsthafte Diskussion um die Wiederherstellung(!) von Kontrolle im hemmungslosen Turbokapitalismus so angeekelt und so gelangweilt zwischen den Fingern dreht und wendet, bis sie nur noch als höchst überflüssige Auflehnung gegen längst verkündete Binsenweisheiten angesehen werden kann, der empfiehlt sich allenfalls als ghostwriter für die Scharfmacher der Unternehmerverbände, aber er hat nach meinem Erachten nichts auf der ersten Seite des Wirtschaftsteils der Süddeutschen Zeitung verloren.

Die Logik, daß sich jeder Gedanke an eine Kontrolle des globalen Handels von selbst verbiete, weil dieser inzwischen alle Kontrollen abgestreift habe und derzeit niemand zu erkennen ist, der die Kontrolle wahrnähme oder wahrnehmen könnte, ist abstrus und gefährlich zugleich. Wird uns Herr Piper mit der gleichen schlüssigen Begründung als nächstes vor dem sinnlosen Versuch warnen, die internationalen Anstrengungen zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität zu verstärken?

Mehr über die Zusammenhänge des (globalen) Wirtschaftens erfahren Sie in
>>Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre Band II
<<
von Egon W. Kreutzer
.............unbedingt lesenswert!

Eigendruck, Selbstverlag

zur Buchpräsentation

zur Buchbestellung

Dieser unglückliche Kommentar hat die seriöse Behandlung des Themas durch die SZ (insbesondere auch den Artikel von Michael Bauchmüller und Oliver Schuhmacher in der gleichen Ausgabe) leider ernsthaft beschädigt.

Egon W. Kreutzer

zurück