Impressum

Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland
Insolvenzen, angekündigter und absehbarer Stellenabbau seit 02.10.2002
In der Liste werden - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - ausschließlich öffentlich zugängliche Informationen aus den Medien erfaßt und ausge- wertet. Für die Richtigkeit der Angaben und für eventuelle Abweichungen vom tatsächlich eintretenden Ausmaß der Arbeitsplatzvernichtung kann keine Gewähr übernommen werden, jegliche Haftung für Schäden, die evtl. aus der Nutzung dieser Informationen entstehen, wird ausgeschlossen. copyright: Egon W. Kreutzer
 31.03.2003 Commerzbank, Geld, der angekündigte Abbau von weiteren 3.100 Stellen ist reine Propaganda. Im Gegenteil!
Wer die Verlautbarungen verfolgt stellt fest, dass jetzt doch 1.500 Arbeitsplätze weniger abgebaut werden, als Ende letzten Jahres angekündigt waren (nur 7500 statt 9000).
Wem nützt diese Meldung?
 28.03.2003 Hypo-Vereinsbank, Bankhaus, die HVB schreibt rote Zahlen und sieht die Rettung im Verkauf von Anteilen und selbstverständlich auch im Stellenabbau. Nach einer Abbau-Ankündigung von 9.100 Stellen, die schon Ende 2001 zu hören war und der Wiederholung dieser Aussage im. Oktober 2002, kündigt Herr Rampl nun bis Ende 2003 insgesamt 11.100 Arbeitsplatzverluste an. Wir melden die Differenz nach.

 2.000

 Randnotiz, damit Sie nicht glauben, wir schlafen... Es hat sich offenbar eingebürgert, alte Meldungen über Stellenabbau zu wiederholen. Dies war in den letzten Wochen verstärkt zu beobachten. Solche Meldungen tauchen dann hier nicht mehr auf, aber wir werden danach gefragt. Bitte, wir haben heute sehr wohl registriert, dass Linde schon wieder einmal den Abbau von 1.550 Stellen ankündigt - aber das haben wir schon Ende letzten Jahres gemeldet.

Sorry, man soll den Standort nicht schlechtreden, oder?
 
 24.03.2003 TUI, Touristik, das Sparprogramm für 2003 wurde auf 260 Millionen Euro erhöht, was bis zu 2.000 Jobs kosten kann. Für 2.004 sind weitere 100 Mio Euro Einsparungen anvisiert, um den Weg für weiteres profitables Wachstum der TUI AG zu ebnen. Allein in der Konzernzentrale in Hannover sollen rund 100 Stellen, ein Viertel der Belegschaft, entfallen.

 2.000

 23.03.03 Ver.di, Gewerkschaft,
die Kriege toben - im Irak mit Bomben und Raketen um Öl und geostrategische Positionen, in Deutschland mit der Kettensäge des Sozialabbaus um die Abschaffung dessen, was wir auf dem Weg zur Verteilungsgerechtigkeit erkämpft hatten.
Arbeitslosigkeit und unklares Taktieren der Gewerkschaften hat zu Mitglieder- und damit Beitragsverlusten geführt. Dass nun, wo das Arbeits- und das Sozialministerium de facto abgeschafft sind, und die Gewerkschaften als letzte Verteidiger der Arbeitnehmerrechte angesehen werden müssen, ausgerechnet H. Bsirske daran denkt, 1000 innergewerkschaftliche Stellen zu streichen ist ein deprimierendes Signal. Werbt Mitglieder, sammelt Spenden, verkauft Häuser - aber entlasst keine Mitarbeiter! Wenn die Verbetriebswirtschaftung der Gesellschaft auch in den Gewerkschaften Einzug hält, hat der Raubtierkapitalismus endgültig gesiegt.

eine ganz schlimme Androhung,
Herr Bsirske!


1.000

 18.03.2003 Die Bahn, Tochter DB-Dialog, am 10. Februar hieß es noch, es sollten 13 Standorte entfallen und rund 700 Stellen gestrichen werden. Heute wird bekannt, daß nur die Call Center in Berlin und Schwerin erhalten bleiben und daß etwa 1.200 Beschäftigte mit der Kündigung rechnen müssen. Wir melden 500 Stellen nach. Die Betroffenen haben sich hoffentlich schon beim Arbeitsamt gemeldet - sonst werden die 12 Monate nämlich noch kürzer!

 500

 18.03.2003 MAN Nutzfahrzeuge, mehr Gewinn durch Personalabbau in 2003. Fünf Prozent mehr Umsatz und Abbau weiterer 1.000 Arbeitsplätze sollen helfen, das positive Ergebnis von 2002 deutlich zu übertreffen, schließlich haben sich die 4.044 seit 2001 vernichteten Jobs durchaus positiv in den Bilanzen niedergeschlagen. In diesem Jahr sind nach dem Willen von Hakan Samuelsson die Bus-Bauer in Salzgitter und bei Neoplan in Stuttgart dran. Da muß keiner jammern: 12 Monate Arbeitslosengeld wird's ja immer noch geben, wer weiß, wie es 2004 aussieht....

 1.000

 18.03.2003 Comtech, PC-Kette, Mitte letzten Jahres kaufte ein Herr Michael Martens die ursprünglichö zu Mobilcom gehörige Comtech Computersysteme GmbH und die Comtech 2001 Computersysteme GmbH. Heute ist Comtech pleite. 325 Arbeitsplätze sind futsch. Gegen den Eigentümer liegen mehrere Anzeigen wegen Insolvenzverschleppuing und Beitragsvorenthaltung vor. Falls sich diese als begründet erweisen, kann man vermuten, daß das Unternehmen gezielt geplündert wurde. Ob Schröders Maßnahmen zur Eindämmung der Rechte der Arbeitnehmer das verhindert hätte?

 325

 17.03.2003 Jahreszeiten Verlag, Für Sie, Petra usw., rund 40 von 511 Planstellen fallen weg, der Verlag konzentriert sich in der Krise auf das Kerngeschäft.

 40

 17.03.2003 DaimlerChrysler, Automobile, wird in Berlin- Ludwigsfelde vermutlich 200 von 1700 Arbeitsplätzen abbauen. Das "Schöne" daran: DaimlerChrysler hat dabei keinerlei Probleme mit Kündigungsschutz, Abfindungen oder Sozialauswahl. Eine enstprechende Anzahl befristeter Verträge läuft aus. Punkt. Aus. Feierabend.
Berichtigung: Wie Unternehmenssprecher Björn Grohmann am Montag (17.3.) erklärte, sind die 200 Stellen längst gestrichen. Der Schnitt erfolgte zum Jahresende 2002.

 200

 14.03.2003 Ish, Kabelnetzbetreiber streicht insgesamt 350 Stellen. «Wir brauchen eine rigide Kostenkontrolle», sagte ein Firmensprecher.

 350

 14.03.2003 Infineon, Chips vom Siemens-Ableger, Der Kanzler hat gesprochen. Infineon Technologies eröffnet den Reigen und streicht - in Berlin - 80 Stellen. Das ist zwar noch nicht die angedrohte Verlagerung der Konzernzentrale ins Ausland, aber immerhin ein Zeichen.

 80

 9. bis 13.3.2003 Ruhe vor der Kanzlerrede, ein paar sparsame Hinweise auf Stellenabbau entpuppen sich als Wiederholungen dessen, was schon vor Monaten bekannt geworden war.  
 08.03.2003 ABB, Technologiekonzern, baut in Deutschland 4100 Arbeitsplätze ab. Allerdings handelt es sich überwiegend um Verkauf und Ausgliederung von Randgeschäften, echte Jobvernichtung wird mit 1.350 Entlassungen angekündigt. Weltweit soll der Personalbestand von 139 000 Mitarbeittern innerhalb eines Jahres auf 97 000 bis 99 000 sinken.

 1.350

 07.03.2003 DG-Hyp, genossenschaftliche Hypothekenbank, will
bis 2006 die Kostenstruktur verbessern. 250 von 644 Arbeitsplätzen stehen dabei zur Disposition.

 250

 05.03.2003 RAG, Misch-Konzern, Essen konzentriert sich künftig auf Chemie, Bergbau und Immobilien. Die Steag (Strom), der Kunststoffbereich von Rütgers und die RAG-Anteile an der Ruhrgas werden abgestoßen, auch um den Degussa-Kauf zu finanzieren. Ganz nebenbei wird der Stellenabbau im Steinkohlebergbau fortgesetzt. Bis 2005 will man auf 8.000 von derzeit 44.000 Kumpeln verzichten.

 8.000

 28.02.2003 Karstadt-Quelle, die Warenhäuser verzeichnen Umsatzrückgänge von mehr als 8%. Daher sollen 80 von 180 Kaufhäusern, insbesondere in mittleren und kleinen Städten augegeben werden. Wir schätzen vorsichtig, daß es auch im kleinen Warenhaus durchschnittlich 30 Jobs gibt und rechnen mit 2.400 vom Abbau bedrohten Mitarbeitern.

 2.400

 27.02.2003 HP und Compaq, ursprünglich hieß es, nach dem Abbau von 1.074 Jobs sollten in den verschmolzenen Unternehmen 7.300 Stellen bestehen bleiben. Jetzt müssen von noch 7.600 ganz schnell weitere 410 gestrichen werden. Für uns die Notwendigkeit einer Nachmeldung.

 Nachmeldung
110

 26.02.2003 Mobilcom, am 23.10.2003 hieß es, es würden 1850 Stellen abgebaut. Jetzt heißt es, es hätte nur 1830 Kündigungen gegeben. Trotzdem wird es Mitte des Jahres nur noch 2.930 Jobs geben (700 Freenet, 130 UMTS, 2100 Mobilcom), statt ehemals 5.500. Demnach sind dann 2.570 Jobs vernichtet. Wir haben die Differenz von 720 nachzumelden.

 Nachmeldung
720

 25.02.2003 HypoVereinsbank, schon am 30.10. war klar, daß es mit 9.100 abgebauten Jobs nicht getan sein werde. Heute wurde klar, weitere 1.000 HypoVereinsbanker verlieren ihren Job. Die verbleibenden Mitarbeiter werden die "intelligenteren Lösungen" auf dem Weg zum Ziel: "Erträge rauf, Kosten runter" bald kennenlernen. Längere Auszeiten oder eine vorübergehende Viertagewoche, auch für Führungskräfte, gehören ebenso dazu wie der Abbau von Sondervergütungen.

 weitere
1.000

 24.02.2003 EADS, Europäischer Luft- und Raumfahrt-Konzern, könnte nach Betriebsratseinschätzung die Raumfahrt (Ariane) ganz einstellen, weil die staatliche Unterstützung aus Deutschland immer geringer wird. Dem Restrukturierungsprozess des internationalen Konzerns werden in Deutschland 280 Jobs zum Opfer fallen. Weitere Kürzungen der deutschen Zuschüsse bringen weitere 200 bis 250 Jobs in Gefahr.

 480

 21.02.2003 Kirch Media, seit langem insolvent, ganz aktuell mit "Geheimverträgen" wieder in den Medien, taucht hier heute erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen als Jobvernichter auf. 160 Mitarbeiter werden entlassen, das erfordere die Umstrukturierung.

 160

 20.02.2003 AMB Generali, Volksfürsorge, Aachener und Münchener, Thuringia Generali Lloyd, Deutschlands drittgrößte Versicherungsgruppe hält Stellenabbau für ein "Fitnessprogramm" und die betroffenen Mitarbeiter für einen wichtigen Faktor im "Kostenblock". Die AMB Generali hat im letzten Jahr 2,5 Milliarden Euro an der Börse und bei Beteiligungsgeschäften verspielt. Um die Ausschüttung an die Aktionäre konstant zu halten, müssen in den nächsten drei Jahren 1.250 Jobs im Innendienst abgebaut werden.
(Ganz am Rande: von 2,5 Milliarden Euro hätte man das Gehalt der 1.250 Innendienstmitarbeiter 40 Jahre lang bezahlen können!!!)

 1.250

 20.02.2003 Lufthansa, aktuelle Planungen besagen, daß im Deutschland- und Europaverkehr bis auf Weiteres 46 Jets (eigene u. Partner) stillgelegt werden. Außerdem wurde ein sofortiger Einstellungsstopp verfügt. Die Lufthansa erhofft sich dvon - über die Streichung von 200 Mio Investitionen hinaus - ein weiteres Einsparvolumen von 100 Millionen Euro. Wir haben gerechnet: 46 Jets x 2,5 Schichten x 5 Personen fliegendes Personal x 365 Betriebstage : 220 Arbeitstage = 954 Jobs in der Luft. Dazu kommt das vom Flugbetrieb abhängige Bodenpersonal im Service und in der Wartung. Wir glauben, daß damit in Deutschland insgesamt 1,250 Stellen stillgelegt werden und sehen nirgends ein Anzeichen dafür, daß die Vollauslastung der Maschinen bald wieder hergestellt werden könnte. Wenn die Überstunden abgebaut sind, wird es also wohl auch zu Freistellungen kommen.

Geschätzte Wirkung

1.250

 19.02.2003 Commerzbank, Bereich Investmentbanking, Investementbanking als Teilzeitjob? Das hielten die gut 400 Investmentbanker der Commerzbank in Frankfurt für unzumutbar. Jetzt werden fast 100 Stellen gestrichen. Wir rechnen - mangels eindeutiger Zahlen - mit 90.

 90

 13.02.2003 Deutsche BA, Fluggesellschaft, Es ist nicht ausgeschlossen, dass die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft ihr Geschäft aufgeben muß, so der Geschäftsführer der Deutschen BA, weil Easyjet die Option zur Übernahme der angeschlagenen Gesellschaft aufgrund der gescheiterten Tarifverhandlungen mit der Pilotenvereinigung Cockpit wohl nicht wahrnehmen wird. Der Schwarze Peter für den drohenden Verlust von 800 Arbeitsplätzen soll jetzt den Piloten zugeschoben werden.

 800

 13.02.2003 Dresdner Bank, Vorwarnung
Der scheidende Vorstandschef des Versicherungskonzern Allianz AG, Schulte-Noelle - fordert von der Tochter Dresdner Bank eine angemessene Eigenkapitalrendite. «Schafft sie das nicht, stehen alle Optionen offen».
Wer so klar formuliert, will vermitteln, daß auch die vollständige Schließung der Dresdner Bank im Bereich der Möglichkeiten liegt. Der laufende Konzentrationsprozess in der Finanzwirtschaft würde damit in Deutschland eine völlig neue Qualität erreichen. Die Beraterbank beschäftigt im Inland rund
40.000 Mitarbeiter. Diese Jobs sind nach dieser Ankündigung akut gefährdet. Dementi:
Der Meldung wurde inzwischen ein Dementi nachgereicht. Die Aussage habe sich nur auf das Investmentbanking der DreBa bezogen und sei bedauerlicherweise sehr verkürzt wiedergegeben worden. Wir werden weiter beobachten.

 ?

 13.02.2003 Plettac AG, Gerüste, Zelte, Sicherheit und mehr,
der international aufgestellte Mischkonzern hat Insolvenz wegen Überschuldung angemeldet, heute auch für drei Tochtergesellschaften. Der letzte Zwischenbericht des Konzerns weist für den 30.6.2002 3.843 Mitarbeiter aus. Knapp die Hälfte des Umsatzes der Gruppe wurde in Deutschland erwirtschaftet, von daher schätzen wir den Arbeitsplatzverlust in Deutschland auf 1.700
Jobs.

 1.700

 12.02.2002 München, Vermessungsamt, ein Prozess, der wohl überall in den Kommunen abläuft, kommt in München ans Licht. Die Stadt baut weiter Personal ab. Im Vermessungsamt müssen bis 2006 37 von 152 Mitarbeitern gehen. Sozial verträglich, heißt es, doch was heißt das? Frei werdende Stellen im Rathaus werden mit den Besitzern "abgebauter" Arbeitsplätze besetzt, die bleiben im Warmen, aber draußen steigt die Arbeitslosigkeit, weil es für Nachrücker keine Chance mehr gibt.

 37

 12.02.2002 HDW, Howaldtswerke deutsche Werft, einst Kronjuwel im Reich des Babcock Borsig Konzerns, im Zuge der Insolvenz mitsamt dem militärisch wichtigen know how im U-Boot-Bau an die US-Investorengruppe One Equity Partners verkauft, kann jetzt endlich auch restrukturiert werden. Um HDW und den Standort Kiel sicherer(?) zu machen, soll die Zahl der Mitarbeiter im Laufe der nächsten 15 Monate um 750 auf 2650 reduziert werden. Durch die Umstrukturierung soll der Ertrag des Unternehmens um jährlich 50 Millionen Euro gesteigert werden. Das belastet die öffentlichen Kassen mit rund 38 Millionen Euro. (Schätzungsweise 9,6 Mio Euro aus Lohn- und EKSt sowie 11,3 Millionen Sozialvers.Beiträge fallen weg, 17,1 Millionen Euro Arbeitslosengeld sind zu bezahlen.) Alles für den Gewinn der Anleger von One Equitiy Partners. So geht Globalilsierung.

 750

 11.02.2003 Deutsche Telekom, Kommunikationsdienste,
Der Personalabbau geht weiter.Bis Mitte des Jahres soll die Konzernzentrale von 4.000 auf 900 Mitarbeiter geschrumpft werden. Erwa 3.000 Stellen werden gestrichen, 100 in die vier Sparten verlagert werden. Nun ja, der nächste Telekomchef kann dann wieder zentralisieren. Leider ist das kein Trost für die jetzt betroffenenen Mitarbeiter. Soweit wir das verfolgen konnten, fallen diese 3.000 Jobs zusätzlich zu den bereits im Oktober gemeldeten 40.000 Stellen weg.

 3.000

 10.02.2003 DB Dialog, Enkelin der Bahn, Tocher der Bahntochter DB Reise und Touristik, wird bis Ende 2003 bis zu 700 Stellen streichen, den Mitarbeitern kündigen und 13 Standorte schließen.Grund: DB-Dialog wird nicht mehr im erwünschten Maße angerufen. 61 Cent pro Minuten (und was erfährt man schon in einer Minute, außer "Bitte warten, sie werden verbunden") sind eben doch etwas happig für die Fahrplanauskunft. Auch so kann man Arbeitsplätze überflüssig werden lassen.

 700

 10.02.03 AOL, Internetdienstleister, AOL schrumpft weiter. Ende November war zu vermelden, daß von 1.400 Jobs rund 200 entffallen sollten. Heute sind es noch 1.250 und davon stehen wiederum 200 zur Disposition (wir haben also per Saldo noch 150 Stellen nachzumelden). Alle 80 Münchner und 120 der Hamburger AOL-Mitarbeiter surfen demnächst bei AIS im Arbeitsamt, weil die Konzernlenker im letzten Jahr fast
92 Milliarden Dollar in den Sand gesetzt haben.

 150

 07.02.2003 Mahle, Automobilzulieferer, weltweit produzieren 29.000 Mitarbeiter Kolben, Filter und anderes Zubehör. Im Geschäftsjahr 2002 war ein Gewinnwachstum im zweistelligen Prozentbereich zu verzeichnen. Die deutschen Werke und Tochtergesellschaften sind die Sorgenkinder. Wegen
Überkapazitäten (da hat jemand zuviel Produktion verlagert)
mangelnde Prozessfähigkeit (da wurde nichts investiert) und Qualitätsprobleme (da hat jemand zuviel gespart) werden in Deutschland 750 Jobs abgebaut. Guter Plan, oder?

 750

 07.02.2003 Lekkerland, Nahrungs- und Genußmittel, die Gewerkschaft ver.di rechnet mit Stellenabbau, das Dosenpfand hätte zu Umsatzeinbußen geführt, die Geschäftsleitung beabsichtige, die Personalkosten um 10% zu senken. Das Unternehmen dementiert. Es werde nur geprüft, wo Kosten eingespart werden könnten. Na also. Und dann?

 450

 07.02.2003 DEA, von Shell gekaufte Tankstellenkette, wird voraussichtlich vollständig im Shell-Label aufgehen.
Synergie-Effekte, also der Wegfall von Tankstellen da, wo das Shell-DEA-Netz besonders dicht ist - brachten schon im letzten Jahr eine Ergebnisverbesserung um 80 Millionen Dollar, 10% der DEA-Jobs sind schon weg. Weitere Einsparungen in Höhe von 150-185 Milliarden Dollar pro Jahr werden von Shell anvisiert.
Wir können auch in diesem Fall nur schätzen, rechnen aber mit einem Stellenabbau in der Größenordnung von 1.800 bis 2.000 Jobs.

 geschätzt 1.900

 04.02.03 Advance-Bank, Online-Banking, die Allianz |wird die im Zusammenhang mit der Dresdner Bank übernommene Advance Bank aufgeben. Die Geschäfte sollen in den konventionellen Vertrieb integriert werden. Die Stellen von 500 Online-Bankern und 400 Finanzplanern die bis jetzt unter dem Dach der Advance Holding beschäftigt waren, werden wohl nach internen Personal-Verschiebungen im wesentlichen verloren gehen, auch wenn jetzt beschwichtigend formuliert wird: "Nicht alle Jobs können erhalten werden".

 800

 04.02.03 Süddeutsche Zeitung, Die SZ nimmt ihr Online-Angebot an die kurze Leine. Print- und Online-Anzeigen werden künftig aus einer Hand verkauft. Dadurch werden im Online-Betrieb 11 von 45 Stellen abgebaut.

 11

 01.02.2003 Coca Cola, Erfrischungsgetränke, stellt die Produktion in Köln, Karlsruhe und Osnabrück ein. 900 von 9.700 Coca-Jobs in Deutschland gehen verloren.Es gehe um die Anpassung der Kapazitäten. Daß dabei überwiegend die Abfüllung in Glasflaschen reduziert wird, habe mit dem Dosenpfand nichts zu tun, sagte ein Sprecher. Dabei wäre so eine kleine Trotzreaktion doch durchaus verständlich, oder?

 900

 ARCHIV Ankündigungen vom 11.12.2002 bis 31.1.2003

 93.006

ARCHIV Ankündigungen vom 31.10. bis 10.12.2002

440.062

 ARCHIV Ankündigungen vom 11. bis 30.10.2002

102.573

 ARCHIV Ankündigungen vom 2. bis 10.10.2002

 95.235