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zur aktuellen Statistik

Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland
Insolvenzen und angekündigter Stellenabbau seit 02.10.2002
In der Liste werden - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - ausschließlich öffentlich zugängliche Informationen aus den Medien erfaßt. Für die Richtigkeit der Angaben und für eventuelle Abweichungen vom tatsächlich eintretenden Ausmaß der Arbeitsplatzvernichtung kann keine Gewähr übernommen werden.
copyright: Egon W. Kreutzer
 2.10.02-13.02.03  Gesamt seit 2.10.2002 (135 Tage)

744.694

31.01.2003  Dell, US Computerkonzern, streicht bis Ende September 180 von rund 680 Arbeitsplätzen in Deutschland. Es wird auch Entlassungen geben, weil sich in Bratislava (Slowakei) billigere Arbeitskräfte für ein Call Center finden lassen.

 180

 29.01.2003

 Gerling, Versicherungskonzern, nach der Trennung von der Globalen Rück gehen die Einschnitte in die Personaldecke erst richtig los. Hatten wir, nach ersten Verlautbarungen am 11.12.02 vorsichtig geschätzt, daß nochmals 600 Stellen abgebaut würden, übertrifft das Management unsere Schätzung jetzt bei Weitem. Im Erstversicherungsgeschäft sollen rund 1000 Stellen entfallen, in der Verwaltung und in der IT-Sparte sollen bis 2004 mindestens 300 Stellen gestrichen werden. Wir melden heute also (1000+300-600=)700 Stellen nach.

Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht zu vermeiden, weil zu viele Mitarbeiter bereits in den Vorruhestand getreten sind. Bis Ende Februar sollen übrigens weitere Sparvorschläge zu Lasten der Mitarbeiter (Abbau übertariflicher Leistungen, Entfall des arbeitsfreien Rosenmontags) entwickelt werden.

 700

 29.01.2003 Gespenstische Aussichten
Augsburg
, der Flughafen wird geschlossen weil die Lufthansa ihre Linienflüge von und nach Augsburg einstellt?
Ach was, Otto Wiesheu wird die Arbeitsplätze retten!

Debitel und andere Mobilfunk Provider ohne eigenes Netz fürchten das neue Telekommunikationsgesetz und malen 25.000 verlorene Arbeitsplätze an die Wand -
wenig glaubhaft, weil es höchstens zu Verschiebungen der Gewichte kommt. Das Geschäftsvolumen am deutschen Markt und damit der Personalbedarf entwickeln sich davon weitgehend unabhängig.

SB-Läden mit SB-Kassen, eine ungeheuerliche Bedrohung für die Beschäftigten im Einzelhandel ist im Anmarsch. Mehrere hundertausend Jobs sind akut gefährdet. Nach den Peanuts-Automatisierungen im Einzelhandel, denen erst die "Wagenaufräumer" und dann die "Leergutannehmer" zum Opfer fielen, ist die SB-Scanner-Kasse der Job-Killer Nr. 1 der nächsten 5 Jahre! Die Arbeit macht der Kunde und er muß sich dafür sogar noch ständig gegen den Verdacht des Betrugs und Diebstahls verteidigen. Man sollte einfach nicht mitmachen....
Hier sind Gespenster an die Wand gemalt.
Eines davon scheint gefährlich, doch eine Zahl anzugeben, ist nicht möglich. Wir schätzen, daß es in Deutschland Hunderttausende von Kassenplätzen gibt, die künftig nicht mehr als Arbeitsplätze gezählt werden können.
 24.01.2003 Salamander, Mischkonzern, Salamander drückt der Schuh. In der verlustreichen Schuhsparte sollen in den nächsten Monaten 1330 Stellen abgebaut werden, davon 430 in Deutschland.

 430

24.01.2003 Arcelor, EKO Eisenhüttenstadt, Stahlwerke Bremen, Der weltgrößte Stahlkonzern will bis 2010 mehrere Tausend Arbeitsplätze abbauen. In Florange (Frankreich) und Cockerill-Sambre (Belgien) in Summe rund 4000 Stellen, bei EKO einige hundert und bei den Bremer Stahlwerken nochmals 300 (über die bereits im Oktober angekündigten 1.700 Stellen hinaus).

 geschätzt 700

 22.01.2003 TUI, Touristik Bei einem Umsatzrückgang um zehn Prozent sank das Ergebnis um 25% auf 600 Millionen Euro. Ganze Bereiche wurden bereits abgestoßen, im laufenden Jahr sollen
die Kosten um 111 Millionen Euro gesenkt werden. Details zum Kostensenkungsprogramm wurden nicht veröffentlicht.
Wir schätzen, daß etwa 70 Millionen Euro beim Personal eingespart werden sollen und rechnen vorläufig mit dem Abbau von 1.250 Stellen.

 geschätzt 1.250

 21.01.2003 RWE, Strom und mehr,

hat die Meldung des Manager Magazins dementiert, wir warten noch ab ...

der Versorgungskonzern RWE soll radikal umgebaut werden. Neben dem Verkauf von Tochtergesellschafteen sollen im Kerngeschäft rund 10 000 Stellen gestrichen werden. Rund 700 Millionen Euro zusätzlich könnten so konzernweit jährlich eingespart (lies: Gewinn erzielt) werden. Aus bislang 13 Führungsgesellschaften sollten 6 werden, der Strom- und Gasvertrieb sowie die Netze sollen einem neuen Unternehmensbereich zusammengeführt werden. Kraftwerke, Braunkohletagebau sowie die Öl- und Gasförderung sollen ein neues Geschäftsfeld bilden. Die gesamte Umweltsparte, die bislang zum Kerngeschäft zählt, steht vermutlich zum Verkauf. Über das neue Konzept wird der Vorstand am 14. Februar beraten, am 13. März der Aufsichtsrat. Der Konzern selbst will zunächst zu den "Spekulationen" nicht Stellung nehmen

 10.000

 21.01.2003 Groß- und Einzelhandel, nach Einschätzung des Branchenverbandes BGAsind in diesem Jahr 55 000 Jobs «akut gefährdet». Annähernd 80 Prozent der Großhändler erwarten in den kommenden sechs Monaten weitere Einbußen. Das sagte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Anton Börner, in Berlin.Die Großhandelsumsätze seien 2002 um knapp vier Prozent zurückgegangen und damit im zweiten Jahr in Folge «massiv eingebrochen». Im ersten Halbjahr dieses Jahres werde ein erneutes Minus von zwei Prozent erwartet, sagte Börner. In der zweiten Jahreshälfte gehe die Branche jedoch von einem Anstieg und unterm Strich 2003 von einer Null bei der Wachstumsrate aus. Im Groß- und Außenhandel sind laut BGA rund 1,2 Millionen Menschen beschäftigt. Bereits 2002 seien 25 000 Stellen gestrichen worden. In diesem Jahr sei im Großhandel von einem weiteren Rückgang um 25 000 Jobs auszugehen. Einschließlich der bedrohten Stellen im Einzelhandel seien somit mehr als 55 000 Arbeitsplätze gefährdet.
Wir halten diese Größenordnung für durchaus
plausibel und weil sie sich in einer Vielzahl kleiner und kleinster Veränderungen in den Personalzahlen des Handels niederschlagen wird, nehmen wir sie als pauschale Zahl in diese Statistik auf.

 55.000

 20.01.2003 Warsteiner, Biere, die Warsteiner Brauerei will über 15 Prozent ihres Personals abbauen und die Preise erhöhen. 152 von 951 Stellen entfallen, weitere 22 von 108 Stellen bei der Paderborner Brauerei. "Wichtig sind nicht die Hektoliter-Zahlen, sondern der Ertrag", sagte ein Sprecher. Deshalb habe man unter anderem die Verträge mit dem Discounter Lidl gekündigt. Allein dies bringt ein Absatz-Minus von 200.000 Hektolitern.

 174

 19.0102003 ABB, Der Konzern sieht in Deutschland ein Einsparvolumen von 120 Millionen Dollar, das mit dem Abbau von 1.500 Jobs (von noch 18.000) realisiert werden soll.

 1.500

 17.01.2003 Brauerei Scherdel, Hof hat Insolvenz angemeldet. 107 Arbeitsplätze (davon 17 bei der Logistik-Tochter) sind in höchster Gefahr weil die Banken nach längerem Zuwarten jetzt die Kredite fällig gestellt haben. Die Eigentümer hoffen auf einen Käufer, doch die
Aussichten dafür sind trübe.

 107

 17.01.2003 Donau-Fertigteil, Baufirma in Neu-Ulm, Pleite, die letzten 40 Mitarbeiter sind gekündigt.

 40

 17.01.2003 Powertrain (Opel, Fiat), weil die derzeit produzierte Motorengeneration in den neuen Modellen nicht mehr vorgesehen ist (die neuen Modelle werden offenbar ohne Motor ausgeliefert...) wird die Motorenproduktion mit derzeit 200 Beschäftigten Mitte kommenden Jahres auslaufen. Der Chef des joint venture Unternehmens, M. Kranner, glaubt, daß 120 Mitarbeiter in der Getriebeproduktion untergebracht werden können und außerdem liefen Verhandlungen über eine Produktionsverlängerung bis 2005 (doch wieder mit Motor?)

 200

 16.01.2003 IBM Deutschland, die letzte Produktionsstätte in Deutschland (Festplatten am Standort Mainz) wird aufgegeben. Damit entfallen 1.300 Arbeitsplätze, auch wenn nur 800 Kündigungen ausgesprochen werden sollen. Grund für den Stellenabbau: Die Zielvorgaben der US-Konzernzentrale wurden nicht erreicht.

 1.300

 15.01.2003 Ruhe an der Front, die Zeit der großen Ankündigungen ist offenbar vorbei. Wir hören und lesen zwar, daß Magdeburg 400 bis 500 Stellen abbauen muß, um den Tarifabschluß zu kompensieren und ähnlich Töne kommen aus Bayern, dessen Finanzminister vorgibt, nicht mehr zu wissen, wovon er die Beamten und Angestellten des öffentlichen Diensten bezahlen soll, aber das sind alles keine Schlagzeilen, nur Randbemerkungen. Dem Einzelhandel geht es schlecht und zwar praktisch über alle Branchen hinweg und die Arbeitsplätze im Gesundheitswesen sind bedroht, aber die Stimmung ist besser geworden. Stellenabbau ist kein Thema mehr in den Medien und wo uns doch noch einzelne Meldungen erreichen, ob von Siemens SBS, von Pixelpark oder anderen, es sind Meldungen, die nur bestätigen, was vor ein paar Wochen schon einmal - mit weitaus fetteren Schlagzeilen - zu lesen war.
Offenbar hat es sich herumgesprochen, daß die Bundestagswahl gelaufen ist und offenbar hält man die Wahlen in Hessen und Niedersachsen für längst entschieden.
Wir führen die Liste trotzdem fort.
 
 09.01.2003 Opel, Automobile, die letzte Schlacht um den Standort Kaiserslautern ist eröffnet. Der Sanierungsplan «Olympia» steht vor dem Scheitern, in den Verhandlungen über ein Joint Venture mit Thyssen Krupp fällt jetzt(!) auf, daß die Opel-Löhne zu hoch, die Sozialleistungen nicht länger finanzierbar sind und daß die von der Belegschaft angestrebte Vertretung durch den Opel-Gesamtbetriebsrat die Verhandlungen belastet. Vielleicht wird eine mürbe gemachte Belegschaft sich doch noch auf weiteren Verzicht einlassen, wahrscheinlicher ist aber, daß die Auflassung des Standortes in Kürze beschlossen wird.

 3.000

 09.01.2003 Grundig, Unterhaltungselektronik, der Markenname wird überleben. Von den letzten 2.800 Beschäftigten sitzen 1.300 in Deutschland. Davon bleiben für eine Weile wohl 400 Stellen aus dem Entwicklungsbereich erhalten. Ansonsten ist jetzt Sampo drin, wo Grundig draufsteht.

 900

 09.01.2003 KPMG Deutschland, Unternehmensberatung, kämpft mit der schlechten Geschäftslage. Der Spiegel berichtet, daß in Kürze 750-850 Arbeitsplätze wegfallen sollen.

 800

 09.01.2003 Update GmbH, PC-Hersteller, mußtebeim Amtsgericht Karlsruhe Insolvenz anmelden.
Über die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze ist noch nichts bekannt. Wir schätzen: mindestens 20.

 geschätzt 20

 07.01.2003 Spedition Martens, vom Unternehmerverband Vorpommern wurde Mathias Martens vor zwei Jahren zum Unternehmer der Jahres gekürt. Das Unternehmen mit zuletzt 159 Mitarbeitern ist jetzt pleite. Angeblich vermisst der Insolvenzverwalter Hinweise auf ein erfolgreiches Management.

 159

 31.12.2002 SRAM, Fahrradnabenschaltungen, in Schweinfurt gehen mehr als 160 Arbeitsplätze verloren. Die vor vier Jahren mit 2,4 Mio DM Staatsmitteln geförderte Ansiedlung des US-Unternehmens erweist sich als kurzlebig. Jetzt gefällt der Mutter in Chicago die Rendite nicht mehr - die Arbeitsplätze wandern nach Tschechien.

 161

 21.12. bis
30.12. 2002
 Zugegeben, wir haben über die Feiertage nicht
ganz so intensiv nachgehalten, aber es hat sich auch fast nichts getan, außer daß die Lauschaer Krebs Glas, ein Christbaumschmuckhersteller aus dem Thüringer Wald, zu Weihnachten Insolvenz anmelden mußte, war nichts zu hören.
Insofern war die Weihnachtszeit 2002 gar nicht so übel!
Allen Besuchern dieser Seite einen guten Rutsch und ein besseres Neues Jahr!
Ihr Egon W. Kreutzer

 ?

 20.12.2002 Fairchild Dornier, Flugzeugbauer, wird nach langer Käufersuche endgültig zerschlagen. Nach Betriebsratsangaben können nun 1000 von ehemals 3600 Arbeitsplätzen gerettet werden. 1.300 hatten wir am 1.12. gemeldet, jetzt melden wir weitere 1.300 Stellen nach.

 1.300

 20.12.2002 Dresdner Bank Lateinamerika, Tochter der DreBa wird restrukturiert. Es entfallen 450 Arbeitsplätze. Davon gut 90 Stellen in der Hamburger Zentrale.

 90

 20.12.2002 Fujitsu Siemens, Computer, vor weiterem Stellenabbau
In 2003 sollen in Deutschland weitere 220 Arbeitsplätze abgebaut werden.

 220

 19.12.2002 München und andere große Städte, das Verfassungsgericht hat das Zuwanderungsgesetz gekippt und in den Stadtkämmereien brach lauter Jubel aus. Alleine in München werden jetzt 400 freiberufliche Dozenten nicht mehr bezahlt und 80 zusätzlich genehmigte Stellen nicht besetzt, weil es ab 1.1.2003 keine Stelle mehr geben wird, die Deutschkurse für Ausländer finanzieren muß. Für Deutschland vorsichtig hochgerechnet entfallen somit rund 10.000 Stellen

 geschätzt: 10.000

 19.12.2002 W & W (Wüstenrot und Württembergische), Flut- und Hagel, Spekulationsverluste und überteuert eingekaufte Beteiligungen sind die Ursache für tiefrote Zahlen. Kuriert wird an der Belegschaft. Der Abbau von 580 Stellen soll die Ergebniswende bringen. Da werden die restlichen 8.800 vor Freude gleich etwas schneller arbeiten.

 580

 18.12.2002 Bechstein, Flügelbauer in Berlin geht an den koreanischen Samick Konzern. Die Süddeutsche schreibt: " ... werden nun auch Bechstein-Flügel in Asien gefertigt." Wenn dem so ist, gibt es in Deutschland 230 Stellen weniger.

 230

 18.12.2002 BinTec, Netzwerkspezialist aus Nürnberg meldet Insolvenz. Von den 145 Mitarbeitern dürften rund 125 in Deutschland beschäftigt sein.

 125

 17.12.2002 Camelot AG, Callcenterbetreiber, wird fallengelassen. Die österreichische Mehrheitseigentümerin will von weiteren Restrukurierungsversuchen nichts wissen und hat das Unternehmen in die Insolvenz laufen lassen. In Krefeld, Münster und Berlin fallen zusammen 400 Stellen weg.

400

 16.12.2002 Bundesdruckerei, privatisierter ehemaliger Staatsbetrieb, leidet unter Auftragsmangel. Von 1.530 Stellen sollen Ende 2004 noch knapp 1.250 übrig bleiben.

 280

 16.12.2002 PVA TePla AG, high-tech-Werkstoffveredelung, reduziert ihr Personal um 20% (weltweit) und schließt die Betriebsstätte Kahla.

 60

 12.12.2002 SBS, Siemens IT-Dienstleister, Stellenabbau ist es nicht,
wenn Beschäftigung im Umfang von 2.500 "Mannjahren" gestrichen wird. WAS DANN? Weniger Einsatz externer Berater und kein Ersatz für Menschen, die im Rahmen der sog. natürlichen Fluktuation ausscheiden. Ohne dafür einen Ausgleich zu schaffen, belastet das den Arbeitsmarkt ganz genau so, wie wenn anderswo 2.500 Mitarbeiter entlassen werden.

2.500

 11.12.2002 Gerling, die globale Rück ist schon weg, der Rest soll für den gesuchten Käufer möglichst attraktiv aussehen. Daher wird Heinrich Focke, Chef des Konzerns, weiter umbauen und Kosten senken. Über die Höhe des geplanten Stellenabbaus wird dezent geschwiegen, daher können wir nur schätzen. Unser Tip: 600 bis Ende 2003

 600

ARCHIV Ankündigungen vom 31.10. bis 10.12.2002

440.062

 ARCHIV Ankündigungen vom 11. bis 30.10.2002

102.573

 ARCHIV Ankündigungen vom 2. bis 10.10.2002

 95.235