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Impressum

Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland
Insolvenzen, angekündigter und absehbarer Stellenabbau seit 02.10.2002
In der Liste werden - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - ausschließlich öffentlich zugängliche Informationen aus den Medien erfaßt und ausge- wertet. Für die Richtigkeit der Angaben und für eventuelle Abweichungen vom tatsächlich eintretenden Ausmaß der Arbeitsplatzvernichtung kann keine Gewähr übernommen werden, jegliche Haftung für Schäden, die evtl. aus der Nutzung dieser Informationen entstehen, wird ausgeschlossen. copyright: Egon W. Kreutzer
01.10.2004 bis 31.10.2004

Archiv
vom 1.10.2004 bis 31.10.2004

187.591

 29.10.2004 Butschkau,  Härterei, Plettenberg, hat Insolvenz beantragt. Betroffen sind 20 Mitarbeiter.

20

 29.10.2004 Steinhoff + Ebert, Spedition, ist in Insolvenz,  betroffen sind 123 Arbeitsplätze.

123

 29.10.2004 Vogt electronic, Witten, entweder, es wird künftig zu den Bedingungen des Unternehmens (38 Prozent Lohnkürzung) gearbeitet, oder weitere 200 Arbeitsplätze gehen unter. Das sind, so oder so, 200 Jobs.

200

 29.10.2004 Mit der nachstehenden Meldung über den fortschreitenden Stellenabbau im Handwerk übernehmen wir - wie in den Vorjahren - die Zahlen des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Diese Abweichung von unserer sonstigen Praxis, nur eindeutig unternehmensbezogene Meldungen aufzunehmen, läßt sich begründen:
Das Stellensterben im Handwerk vollzieht sich leise und ist selten von überregionalem Interesse, die Gefahr von Doppelzählungen ist von daher weitgehend ausgeschlossen. Die Angaben von Hanns-Eberhard Schleyer sind glaubhaft, auf Basis der vorgelegten Zahlen grundsätzlich nachvollziehbar und damit qualitativ den Ankündigung von Großunternehmens zum beabsichtigtem Stellenabbau gleichzustellen. Der Verzicht auf die Auflistung einer solchen Meldung würde das Bild der realen Situation völlig verfälschen.

Erläuterung

 29.10.2004

Handwerk, alle Branchen,

Vor zwei Jahren, am 20.11.2002 übernahmen wir die IST-Zahlen 2002 und die Prognose für 2003 des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) und meldeten einen Abbau von 300.000 Arbeitsplätzen in 2002 und 100.000 Arbeitsplätzen für 2003. Leider hatte sich der ZDH verschätzt. Hanns-Eberhard Schleyer, Präsident musste vor ziemlich genau einem Jahr den Abbau von 260.000 Handwerks- Arbeitsplätzen in 2003 (+160.000) vermelden und prognostizierte den weiteren Abbau von mindestens 100.000 Stellen in 2004.

Nun, wieder ein Jahr später muss Hans Eberhard Schleyer erneut korrigieren. Es werden wohl insgesamt 150.000 Handwerksjobs die in 2004 vernichtet wurden.
Wir haben 50.000 nachzumelden. Für die Zukunft sieht Schleyer keine Besserung, eher eine durch Ein-Euro-Jobs und Osterweiterung (Polen) noch verschärfte Situation. Wir interpretieren das so, dass Schleyer auch für 2005 mit dem Verlust von mindestens 100.000 Arbeitsplätzen im Handwerk rechnet und werden vermutlich auch diese Zahl im nächsten Jahr wieder nach oben korrigieren müssen.

Bitte lesen Sie auch unsere Begründung für die Aufnahme dieser pauschalen
Ankündigung (über der Meldung).

150.000

 28.10.2004 Kelch + Co. KG, Werkzeugmaschinen, Schorndorf, hat Insolvenz beantragt, betroffen sind (incl. der Auszubildenden) 280 Mitarbeiter.

280

 28.10.2004

ZF Boge Elastmetall, Stoßdämpfer, Friesdorf, die 593 Mitarbeiter am Standort Bonn müssen mit der Streichung von übertariflichen Leistungen wie Prämien und sonstigen Zuschlägen rechnen und in 2005 und 2006 auf Urlaubs- und Weihnachtsgeldes verzichten. Vermutlich kommt es auch zu Kündigungen. Sicher ist, dass die Abteilung Marketing und Kommunikation (2 MA) in Bonn abgebaut wird. In den Bereichen Vertrieb und Entwicklung sind allerdings weitere Arbeitsplätze gefährdet.

(Stief-)Mütter, in der Reihenfolge der Erscheinens seit 2000: Mannesmann, Vodafone, Siemens, ZF Friedrichshafen,

Vorwarnung
und
gezählte 2

 28.10.2004 Rücker, Entwicklungsdienstleister, schließt wegen der Krise bei Opel den
Standort Gustavsburg. 20 Mitarbeiter im Bereich Versuch und Entwicklung, wechseln an andere Standorte. Bei der schon länger laufenden Umstrukturierung ist man bisher mit zehn Kündigungen ausgekommen, sucht aber händeringend 150 Ingenieure, auch Ältere und Berufsanfänger, und zwar insbesondere für Hamburg und Süddeutschland.

Wir nehmen die Standortschließung zur Kenntnis, rufen alle arbeitslosen Ingenieure auf, sich bei Rücker zu bewerben und melden keinen Stellenabbau.

0

 28.10.2004 Völkl, Schi und Ski, Straubing, auf Dauer ist Straubin zu teuer, meint Geschäftsführer Bronder. Daher muss, solange noch in Deutschland produziert wird, radikal gespart weden. Von rund 620 Beschäftigten sind 80 bereits entsorgt, Anfang 2005 werden weitere 60 Arbeitsplätze gestrichen. Ausserdem müssen die Lohnkosten sinken, zum Beispiel durch Mehrarbeit ohne Lohnausgleich. Falls nicht, sind 150 weitere Jobs bedroht, wird gedroht. In letzter Konsequenz sei der Verbleib der Produktion in Deutschland ungewiss. Anfang 2005 wird bereits eine Produktionsanlage für billige Skier von Straubing ins Schwesterwerk nach China verlagert.
Der Vorsitzende des Völkl-Betriebsrats, Ernst Schiller, erklärte dazu, die Geschäftsführung mache hohe Gewinne und wolle trotzdem die Mitarbeiter weiter auspressen. Mehr Arbeit zum gleichen Lohn hatten die Beschäftigten 1996 schon einmal akzeptiert.

Auch hier zieht inzwischen einer der uns freundlich gesinnten, von der deutschen Volkswirtschaft unbedingt benötigten und von der Regierung umgarnten ausländischen Investoren die Fäden. Der US-amerikanische Sportausrüster K2 hatte Völkl inklusive der Tochterfirma Marker am 1. Juli für rund 150 Millionen Euro übernommen. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte der Betriebsrat die Befürchtung geäußert, es könnte zu massivem Stellenabbau kommen.

290

 28.10.2004 Durtrack AG, Betonschwellen, Möllenhagen, wegen des Auftragsrückganges seitens der Bahn werden über 50 von 210 Stellen abgebaut. 46 Entlassungen wurden ausgesprochen.

 50

 28.10.2004 Deutsche Bank, Geldschöpfung, nach jüngsten Informationen will das Geldinstitut noch einmal 2.000 Stellen in der Investmentsparte und in der Vermögensverwaltung streichen. Es ist aufgrund der inkonsitenten, widersrüchlichen und lückenhaften Informationen, die zum Stellenabbau der Deutschen Bank zu erhalten sind, sehr schwierig festzustellen, ob der nun via Handelsblatt lancierte Stellenabbauplan neu, oder nur aufgewärmt ist. Wir haben uns entschlossen, diese 2.000 Stellen zu melden.

2.000

 28.10.2004 Siemens VDO, Autozulieferer, Siemens-Tochter, unsere Vorwarnung stammt aus dem März, nun scheinen die Weichen gestellt. Der Betriesrat befürchtet die Auslagerung von 400 Arbeitsplätzen nach Tschechien.  
(Ausserdem wird sich Siemens vermutlich von 520 Mitarbeitern im Fahrleitungsbau verabschieden, die werden dann aber wohl zunächst einmal komplett von dem noch zu gründenden Gemeinschaftsunternehmen mit der Baufirma Leonhard Weiss übernommen.)

400

 27.10.2004 Wal-Mart, Einzelhandel, in der Filiale Bad Sobernheim stehen 30 Entlassungen an, um die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu sichern.

30

 26.10.2004 Sparkasse Frankfurt/Oder schließt im April 2005 ihre Geschäftsstellen Booßen und Leipziger Platz. Das Moneytarium in der großen Scharrnstraße wird in ein reines Selbstbedienungs-Center umgewandelt. Damit werden 21 Arbeitsplätze eingespart. Der insgesamt geplante Personalabbau geht allerdings weit darüber hinaus. Von etwa 600 zum Zeitpunkt der Fusion im Sommer 2003 Beschäftigten, sollen im Dezember 2006 nur noch 470 an Bord sein. Das haben wir bisher übersehen.

130

 26.10.2004 Klinikum Heidenheim, 25 Personalstellen werden gestrichen, überwiegend im Pflegebereich.

25

 26.10.2004 MWG BIOTECH, Biotechnologie, streicht 211 der insgesamt 351 Arbeitsplätze.

211

 26.10.2004 Daimler Chrysler, Transportvehikel, will bis zum 10. Januar 2005 im Werk Bremen 1.200 Stellen abbauen. Die Nachfrage nach der Mercedes C-Klasse liegt unter den Erwartungen.

1.200

 26.10.2004 Onken, Molkerei, Oetker-Tochter, modernisiert den innerbetrieblichen Transport und streicht damit 18 Arbeitsplätze.

18

 26.10.2004 Leipzig, Kommune, vor einem Jahr wollt die Stadt ihr Personal bis Ende 2006 auf 5.200 Mitarbeiter eindampfen. Wir meldeten 600 Jobs. Nun liegt die Zielmarke der Verwaltung bei 5.104 und die CDU-Fraktion will mit 5000 auskommen. Dies könne durch Strukturänderungen erreicht werden. Wir melden weitere 200.

 200

 26.10.2004 Adidas-Salomon, Sportartikel, die letzte deutschen Produktionsstätte wackelt. Die Fertigung von Fußballschuhen in Scheinfeld wird wohl 100 von 200 Arbeitsplätzen an das Ausland verlieren.

100

  Ein Wochenende ohne neue Nachrichten über Stellenstreichungen, das ist eine gute Nachricht, eine noch bessere Nachricht kann nur die sein, in der der Aufbau von Jobs verkündet wird. Bitte, wir haben eine:  
 25.10.2004 In Arneburg, Sachsen-Anhalt, wurde das modernste Zellstoffwerk in Europa mit einer Jahreskapazität von mehr als 550000 t fertiggestellt. Wie schon bei der Grundsteinlegung am 30. August 2002 war auch dies wieder einmal Anlass für einen feierlichen Auftritt des Bundeskanzlers.

Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 1 Milliarde Euro wurden rund 600 Arbeitsplätze geschaffen, auf weitere 1.000 im Umfeld hofft man.
Bund und Land haben diese Investition mit über 250 Millionen Euro subventioniert und darüber hinaus mit Bürgschaften das unternehmerische Risiko stark reduziert.

Wenn man allerdings hinschaut, bei wem die Fördermittel angekommen sind, traut man seinen Augen nicht:

Mehrheitseigentümer der Zellstoff Stendal GmbH ist der US-Konzern Mercer, dessen Ableger Mercer International 63,6 Prozent der Anteile hält. Da ist also wieder einmal das berühmte "stupid german money" bei den cleveren Jungs aus den USA angekommen. Mit 29,4 Prozent ist die RWE-Tochter "RWE-Industrie-Lösungen" als Subventionsempfänger mit dabei. Einer jener Stromkonzerne, die in diesen Tagen für Schlagzeilen sorgen, weil sie bei den Strompreisen zulangen, wie nie zuvor.

...und nachdem Mercer und RWE bedient sind, und weil Subventionsabbau sein muss, wird nun wenigstens die Eigeheimzulage gestrichen.

Obwohl (oder weil?) jede Fördermillion, die bei der Eigeheimzulage gestrichen wird, weit mehr Arbeitsplätze kostet (geschätzt 60),
als bei Mercer damit geschaffen werden (rund 6).
 22.10.2004 Zeuro, Schlafmöbel, Zeulenroda, geht per 1. November offiziell in Insolvenz. Betroffen sind 84 Mitarbeiter.

84

 22.10.2004 InfraServ, Standortbetreiber, Burgkirchen, 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich, das sind 6,6 Prozent weniger Lohn, dafür gibt es Kündigungsschutz für 1 Jahr, bis Ende 2005. Die Regelung trifft 950 Mitarbeiter und bedeutet rechnerisch den Verlust von rund 60 Arbeitsplätzen.
Wir versichern, dass wir die Anfang 2006 nicht noch einmal zählen werden.

60

 22.10.2004 General Cargo Terminal GmbH, Stückgutumschlag, Rostock,  16 von 32 Jobs werden gestrichen.

16

 22.10.2004 DS Technologie (Dörries/Scharmann), Rheydt, entlässt wegen Auftragsmangel 50 Mitarbeiter.

50

 22.10.2004 Scheidt & Bachmann,  (Rheydt?),etwa 50 Beschäftigungsverhältnisse sollen aufgelöst werden.

50

 22.10.2004 Eisengießerei Monforts, (Rheydt?),  nach Eigentümerwechsel wird drauflosgespart. Nachdem vor wenigen Wochen 30 Mitarbeiter entlassen wurden, soll der Rest jetzt auf Lohn verzichten.

30

 22.10.2004 Nexans, Kabel, Rheydt, der französische Konzern will "80 bis 90" von 800 Stellen streichen.

90

 21.10.2004 Hotel Vier Jahreszeiten, Travemünde, hat Insolvenz angemeldet. Betroffen sind rund 80 Mitarbeiter.

80

 20.10.2004 Baden-Württemberg, Musterland,  will bis 2006 etwa 1600 Stellen streichen. Alle Ressorts, ausgenommen Justiz und Inneres müssen sieben Prozent der Stellen abbauen. Wir nehmen an, dass diese Streichung zusätzlich zu dem bereits im Februar gemeldeten Abbau von 700 Stellen bei der Landespolizei erfolgt.

1.600

 20.10.2004 Porsche, Nobeltransportvehikel, muss Kosten senken, Schuld: der schwache Dollar, und das absehbare Auslaufen der Währungssicherungsgeschäfte. Ein Programm zur Produktivitätssteigerung soll nun Reserven aufdekcen und Stelleneinsparungen in de Produktion ermöglichen. Schon jetzt werden frei werdende Stellen nicht wieder besetzt.
Zahlen gibt es nicht. Wir müssen also schätzen: 5 Prozent werden es wohl sein müssen, und 8.000 Beschäftigte, ungefähr, hat die Porsche AG. Gibt 400

geschätzt 400

 19.10.2004 Havaria, Discounter, Iserlohn, bisher machte Havaria mit Artikeln aus Konkursmassen und Havarieschäden Geschäfte. Nun hat die Kette selbst Insolvenz beantragt. Betroffen sind 250 Arbeitsplätze.

250

 19.10.2004 Ford Hans, Autohaus, Lüdenscheid, hat Insolvenz angemeldet. 45 Arbeitsplätze sind betroffen.

45

 19.10.2004 Cinram, CDs und DVDs, Aachen, zu Jahresbeginn gab es 100 Entlassungen, später wurden die Löhne um 7,5 Prozent gesenkt. Nun sollen 350 der 1300 Beschäftigten entlassen und ab Januar die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich eingeführt wreden. Zusätzliche Kürzungsmaßnahmen sind geplant.
Auch hier entscheidet ein ausländischer Investor.
Wir hatten bisher nur 100 Stellen gemeldet, tragen nun 350 Entlassungen und 100 rechnerisch vernichtete Jobs durch die Arbeitszeitverlängerung nach.

450

 19.10.2004 CSM, Backwarenzutaten, der niederländische Konzern baut seine deutsche Tochter BakeMark um. Dabei sollen 100 Stellen im Werk Delmenhorst auf der Strecke bleiben.

100

 18.10.2004 Krankenhaus Siegburg, die Zukunft des Krankenhauses ist gesichert! Die von 70 Vollzeitmitarbeitern nicht. Ein Fünf-Punkte-Programm sieht den Entfall von
70 Vollzeitstellen vor.

70

 15.10.2004 Astron AG, Chemie, Osterwieck, das Insolvenzverfahren ist beantragt worden. Betroffen sind 31 Mitarbeiter.

31

 15.10.2004 Fridtjof-Nansen-Werft, Wolgast, hat Insolvenz beantragt. Betroffenen sind 10 Mitarbeiter

 10

 15.10.2004 Krefelder Fleisch-Union, Schlachthofbetrieb, hat Insolvenz beantragt. Betroffen sind 40 Mitarbeiter.

40

 15.10.2004 Otto Möller, Gleisbau, Ahrensburg, hat  Insolvenz angemeldet. Betroffen sind über 100 Mitarbeiter, davon 55 in Ahrensburg.

100

 15.10.2004 Philips, Elektronik, Hamburg, der niederländischen Konzern will in der Halbleiter-Sparte die Lohnkosten um 25 % senken. Das trifft die deutschen Standorte Hamburg und Böblingen. Außerdem sollen in der Verwaltung die Arbeitskosten um 20 % runter.Betroffen sind 3000 Mitarbeiter. Die Mittel zur Lohnsenkung: Mehrarbeit ohne Lohnausgleich, Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Umgerechnet geht damit die Kaufkraft von 700 Arbeitsplätzen verloren. Die melden wir.

700

 15.10.2004 Schlecker, Drogeriemärkte, nach Gewerkschaftsangaben will Schlecker massiv Personal abbauen. Rund 1000 Beschäftigten sind im Visier, ein Teil hat die Kündigung bereits erhalten. Etwa 1000 wenig rentable Filialen sollen geschlossen werden. Zugleich wird eine Vielzahl neuer Drogeriemärkte eröffnet, in denen Beschäftigte mit niedrigeren Löhnen eingestellt werden. Es muss außerdem damit gerechnet werden, dass mindestens 8000 der insgesamt 40.000 Beschäftigten die wöchentliche Arbeitszeit gekürzt wird.

1.000

 15.10.2004 Spar, Lebensmittelhandel, streicht 1000 von 3.600 Stellen im Großhandel, über weitere 250 Jobs im Spar-Einzelhandel berichteten wir bereits am 1.10.04

1.000

 15.10.2004 KarstadtQuelle, Einzelhandel, es klingt wie neulich bei VW: - man will 'nur' 5.500 Stellen abbauen, aber 760 Millionen jährlich einsparen. Diese Rechnung hat den Nachteil, dass sie nicht aufgehen kann. Was zahlt man einer Verkäuferin? Was bekommt ein Kommissionierer im Versandzentrum monatlich? Sind 1.500 Euro zu wenig?

Gut, rechnen wir mit dem oberhalb aller Zweifel angesiedelten Wert von 2.000 Euro pro Monat, dies 13 Mal, also 26.000 Euro und legen wir als Arbeitgeberanteil zu den Sozialversicherungen noch 5.200 Euro drauf, das sind 31.000 Euro Personalkosten pro Mitarbeiter und Jahr. Auch diesen Wert runden wir noch ganz großzügig auf 35.000 Euro (früher waren das fast 70.000 Mark) auf.

Um 760 Millionen zu sparen, muss man also 21.700 Mitarbeiter einsparen.

Dazu passt die Aussage, dass es für die zu veräußernden 77 Warenhäuser (von denen 67 noch drei Jahre gehalten werden sollen) keine Beschäftigungsgarantie gibt, dazu passt die Aussage, dass ein Teil des Gehaltes künftig in Naturalien ausbezahlt werden soll und dass auf tarifliche Lohnerhöhungen verzichtet werden muss (wie allerdings in besseren Zeiten die Rückzahlung erwirtschaftet werden soll, ist uns schleierhaft).

Noch eine Rechnung: Rund 100.000 Mitarbeiter hat der Konzern heute. 5.500 sollen gehen, das entlastet um rund 200 Millionen. Folglich teilen sich die verbleibenden 94.500 Mitarbeiter die Resteinsparung von 560 Millionen. Etwa die Hälfte davon fehlt in den Steuer- und Sozialkassen, die andere Hälfte verteilt sich mit einem durschschnittlichen Einkommensverlust von netto 3.000 Euro jährlich auf die Beschäftigten.

Aus vielen Einzelmeldungen, die in den letzten beiden Jahren an die Öffentlichkeit kamen (die Probleme bei KarstadtQuelle sind ja bei weitem nicht so neu, wie jetzt von frisch aufgewachten Managern, Talk-Show-Gästen und Politikern suggeriert wird) haben wir bisher für Warenhäuser und Versandhandel einen geplanten Abbau von 17.200 Stellen gemeldet.

Wir erhöhen unsere Meldung über den absehbaren Stellenabbau nun um 2.800 auf 20.000 und warten den Erfolg der Sanierung ab.

2.800

 15.10.2004 Opel, Fortbewegungsmittel, Rüsselsheim, Bochum, sonstwo - es kommt schlimmer, als noch vor ein paar Tagen gehofft. Von den 12.000 Stellen, die GM in Europa abbauen will, werden wohl 10.000 in deutschen Werken entfallen. 90 Prozent sollen übrigens schon in 2005 verschwinden. Wir haben 3.000 Stellen nachzumelden und leider keinen Trost.

3.000

 Lohnverzicht

Karstadt-Quelle und ver.di

Wem tut die Gewerkschaft Gutes, wenn der Karstadt-Quelle Konzern gerettet wird?

Kaufzurückhaltung,
heißt es vornehm vernebelnd, sei die Ursache. Kein Geld mehr zum Ausgeben, das ist die bittere Realität in verdammt vielen Haushalten. Wo auf breiter Front Sozialleistungen abgebaut, Arbeitsrecht in Frage gestellt, Tarifverträge ausgehebelt oder bis zur Unkenntlichkeit flexibilisiert werden, wo die Forderung nach einem neuen Niedrigstlohnbereich mit Hartz IV im wahrsten Sinne des Wortes "auf Leben und Tod" durchgedrückt wird, kann der Einzelhandel im Binnenmarkt keine Umsatzrekorde erwarten.

Dadurch, dass die Gewerkschaften im Namen ihrer Mitglieder auf eine halbe Milliarde an Löhnen, Gehältern und Sozialbeiträgen verzichten, wird es keinen Umsatzschub in den Karstadt-Häusern geben. Die nach Auffassung der Geschäftsleitung schon heute überzähligen Mitarbeiter werden auch in Zukunft nicht ausgelastet sein, also weiterhin, wenn auch auf niedrigerem Niveau einen Kostenfaktor darstellen, der den Aktionären die Rendite verdirbt.

Außer: Karstadt nutzt die Kostensenkung, die von den Mitarbeitern durch Lohnverzicht ermöglicht wird, zu derart eklatanten Preissenkungen, dass Karstadt zum Billigen Jakob der Fußgängerzone, zum Publikumsmagnet, zum Umsatzriesen wird.

Toll! Dann sterben halt noch mehr kleine Läden, das fällt nicht so auf. Dann müssen halt noch mehr inhabergeführte Fachgeschäfte Insolvenz anmelden. Dann müssen halt die Löhne im Einzelhandel von den verbleibenden Wettbewerbern insgesamt um ein Drittel in den Keller gefahren werden.

Aber: Es dauert in Zeiten wie den unseren höchstens ein, zwei Jahre, dann ist Karstadt wieder eingeholt und muss dann vielleicht das ernsthaft erwägen, was diesmal nur als Droh- und Druckmittel im Arbeitskampf an die Wand gemalt wurde: Einfach Insolvenz anmelden und damit jegliche Beschäftigungsgarantie zur Makulatur machen.

Solange wirtschaftspolitische Entscheidungen in Deutschland ausschließlich im Interesse des Exports getroffen werden, kann es auf dem Binnenmarkt keine Belebung geben. Wer behauptet, Deutschland hängt am Tropf des Exports, der sollte genauer hinschauen. Derzeit wirkt der deutsche Export eher wie ein Aderlass an der Bevölkerung.

Auch die halbe Milliarde für Karstadt kommt über kurz oder lang dem Export zu Gute. Was die Beschäftigten der Exportgüterindustrie nicht in den Warenhäusern lassen, kann und wird man ihnen am Gehalt kürzen. Sinkende Löhne und weiterhin wachsende Produktivität sorgen dafür, dass Deutschland Exportweltmeister bleibt. Irgendjemand wird schon daran verdienen. Aber wer?

 Lohnverzicht
 14.10.2004 Kendrion Backhaus, Autozulieferer, Kierpse, Grevenbrück, verkauft von Kendrion Automotive Plastics an Key Plastics Group in Northville in Michigan/USA am 9. September. Nun werden in Kierpse 69, in Grevenbrück 214 Stellen abgebaut, weil groß angelegte Programme zur Kostenreduzierung laufen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Dazu gehört auch die Verlagerung personalintensiver Produktionen in osteuropäische Werke.

283

 14.10.2004 Baur-Versand, Burgkunstadt, will bis 2006 durch Konzentration im Einkauf rund 200 von insgesamt 4.000 Mitarbeiteren abbauen.

200

 13.10.2004 Nach einem verlängerten Wochenende sind wir nun wieder am Ball. Obwohl die Medien neben den Großspektakeln um Karstadt-Quelle, Opel und VW kaum noch Platz für den ganz normalen Wahnsinn haben, ein paar kleinere Meldungen sind uns doch noch aufgefallen - neben der BILD-Meldung, dass in den nächsten Monaten im öffentlichen Dienst, im Baugewerbe und in der Chemieindustrie bis zu 110.000 Arbeitsplätze wegfallen werden. Es gibt offensichtlich viel zu tun. Warten wir's ab.

es ist noch viel im Busch

 13.10.2004 Dahl-Kanal, Kabelkanäle, Rösrath, hat Insolvenz beantragt, 60 Arbeitsplätze sind betroffen.

60

 13.10.2004 Feinkost Nadler, Bremerhaven, verlagert Betriebsteile nach Polen. 130 Jobs werden entfallen. 100 Arbeitsplätze in der Seelachs- Produktion bleiben vorläufig im Lande.

130

 13.10.2004 Isola, Leiterplatten, Birkesdorf, Düren, im Juni von der Texas Pacific Group, einem amerikanischen Investor übernommen - jetzt gehts an die Jobs. 120 Arbeitsplätze in Birkesdorf werden abgebaut.

120

 13.10.2004 Pandatel AG, Hamburg, hat beschlossen, die Anzahl der Mitarbeiter in der AG von 143 auf 79 zu reduzieren.

64

 13.10.2004 DB Telematik, Telekommunikations-Dienstleister der Deutschen Bahn, baut 600 Stellen von 3.480 Mitarbeitern ab.

600

 13.10.2004 Opel, Fortbewegungsmittel, Rüsselsheim, Bochum, sonstwo - die Lage klärt sich. In Deutschland sind 7.000 Jobs bedroht. Möglicherweise wird das Werk Bochum ganz geschlossen. Dies vor dem Hintergrund der Ankündigung, GM wolle in Europa insgesamt 12.000 Stellen abbauen. Wir hatten am 1.10. bereits 3.000 Stellen gemeldet und erhöhen nun um 4.000 auf die absehbaren 7.000

4.000

 08.10.2004 Wenn große Kliniken schließen, oder ihre Sparmaßnahmen auf dem Rücken von Belegschaft und Patienten durchziehen, erfahren wir gelegentlich davon. Was praktisch nie in dieser Tabelle ankommt ist die Aufgabe der einzelnen Fach- oder Allgemeinarzt-Praxis.
Von den Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe kommt die folgende, alarmierende Meldung:
Praxisschließungen/ Insolvenzen Westfalen-Lippe
in 2002: 22, in 2003: 36, 1. Halbjahr 2004: 9
Praxisschließungen/ Insolvenzen Nordrhein in 2002: 8, in 2003: 15

Das ist aber vermutlich nur die Spitze des Eisbergs, denn die KV erfährt von einer Insolvenz nur, wenn ein Insolvenzverwalter in Erscheinung tritt. Stille Schließungen wegen Zahlungsunfähigkeit können sie nicht erfassen.

Wir stellen keine Zahl in diese Statistik ein. Nur mahnende Fragezeichen.

 bundesweit ?????

 08.10.2004 Triptis, Porzellan, in Triptis, hat Insolvenz angemeldet. Betroffen sind 122 Mitarbeiter.

122

 08.10.2004 Leica, Kameras, Solms, rechnet nun für das laufende Geschäftsjahr 2004/2005 mit roten Zahlen. Mit dem laufenden Sparprogramm wurden bereits 105 Stellen abgebaut. Weitere Kündigungen darüber hinaus sind nicht geplant. Unsere Schätzung vom Februar lautete 100 - nicht schlecht, oder? Bleiben uns gerade 5 Stellen nachzumelden.

5

 07.10.2004 Feuerstein, Särge, Bebra,  der Preiskampf mit osteuropäischen Firmen ist verloren, der Sarghersteller hat Insolvenzbeantragt.. Betroffen sind 80 Arbeitsplätze

80

 07.10.2004 Verbraucherzentrale Sachsen, steht nach einem Bericht der «Sächsischen Zeitung» vor dem Aus. Um der Insolvenz zu entgehen habe der Vorstand die Schließung von 20 der 25 Beratungszentren und Nebenstellen beschlossen. Sie sollen zum Stichtag 30. Juni 2005 ihre Arbeit einstellen. Mindestens 15 der 61 Mitarbeiter erhalten die Kündigung.

mindestens 15

 07.10.2004 Bochumer Verein Verkehrstechnik (BVV), Radhersteller, setzt den Rotstift an.
60 Stellen entfallen, die 40-Stunden-Woche (vorher 35) wird eingeführt, um das Unternehmen mit derzeit 640 Beschäftigten wieder auf Kurs zu bringen.
Zur Begründung fand ein Consulting-Unternehmen heraus, dass bisher 83 Prozent des Rohertrages von Personalkosten verschlungen wurden. Verschlungen!
Und wer hat den Rohertrag geschaffen, Berater?

Wir melden a) die 60 anstehenden Kündigungen und b) die 82 Jobs, die durch die Arbeitszeitverlängerung zusätzlich vernichtet werden. Das ist so (nachdenken!), auch wenn es auf den ersten Blick nur so aussieht, als würden die Übrig- gebliebenen jetzt einfach die Arbeit der anderen mitmachen.

 142

 07.10.2004 Flughafen Dortmund, ein Sanierungs- und Rationalisierungsprogramm soll sparen helfen.es ist allerdings noch unklar, wie viele der 340 Mitarbeiter der Flughafen GmbH von den Maßnahmen betroffen sein werden. Der Plan sieht u.a. vor, auf die Verlängerung von befristeten Arbeitsverträgen zu verzichten. Wir schätzen, dass es insgesamt 20 Jobs treffen wird.

geschätzt 20

 07.10.2004 Klinikum-Mitte, Bremen, die Bettenzahl wird um etwa ein Viertel auf 750 reduziert, die einzelnen Kliniken werden zugunsten von Medizinischen Kompetenzzentren aufgelöst. Damit sollen bis zu 20 Prozent der Betriebskosten, eingespart werden. Das bedeutet natürlich auch den Abbau von Arbeitsplätzen. Wie viele? Weil es über die normale Fluktuation bis 2011 gelingen soll, wird keine Zahl genannt. Wir schätzen: 100

geschätzt 100

 07.10.2004 Hansa Metallwerke, Klimakomponenten, Stuttgart, will 100 von 1700 Arbeitsplätzen streichen. Bereits im vergangenen Jahr wurden 216 Arbeitsplätze abgebaut. Wir melden heute die aktuellen 100 und die 216 aus dem letzten Jahr, die uns entgangen waren.

316

 07.10.2004 Scheufelen, Papierfabrik, Oberlenningen, der Arbeitsplatzabbau bei Scheufelen geht weiter. Bis zum Jahr 2006 soll die Belegschaft der Oberlenninger Papierfabrik von 840 auf 730 Mitarbeiter reduziert werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen rund 150 Stellen gestrichen. Wir melden heute die aktuellen 110 und die 150 aus dem letzten Jahr, die uns entgangen waren.

260

 07.10.2004 Infracor, Marl, 677 Stellen sind gesichert, sagt der Betriebsrat, der der Verkürzung der Arbeitszeit um 2,5 Stunden (=6,7%) auf 35 Stunden zugestimmt hat. Weil kein Lohnausgleich stattfindet, sind rechnerisch trotzdem 45 Jobs den Bach hinunter gegangen.

45

 06.10.2004 Drucks & Co. , Kunststoffbehälter, Lüdenscheid, hat Insolvenz angemeldet, 12 Mitarbeiter sind betroffen.

12

 06.10.2004 Mecklenburg-Vorpommern, "neues" Bundesland, unsere Vorankündigung aus dem Juli hat nun (klammheimlich?) Konturen gewonnen. Die Schlagzeile lautet: "Personalüberleitung von oben" abgelehnt
Dabei geht es darum, dass die Landkreise im Zuge der Aufgabenübertragung vom Land auf kommunale Behörden selbst über die Einstellung des benötigten Personals entscheiden wollen.. Dahinter steckt die Absicht, die Beschäftigtenzahl in Ministerien und Landesbehörden von 40 000 mittelfristig auf 30 000 zu senken. "Überflüssige" Mitarbeiter sollen den Landkreisen "aufgehalst" werden, und die setzen sich jetzt zur Wehr.

Wir hatten den geplanten Stellenabbau im Lande McPomm bisher mit 2.400 Stellen vermerkt und melden nun weitere 7.600 nach.

 7.600

 06.10.2004 Schneider Schreibgeräte GmbH, Tennenbronn, Kurzarbeit und weiter nachlassende Nachfrage, das ist die Szenerie. Aktuell liegt der Umsatz nach den ersten drei Quartalen um zehn Prozent im Minus, der Auftragsbestand ist weiter abgeschmolzen. Der Chef sieht keine Zuwächse mehr und kann nur auf eine eventuelle Besserung im nächsten Jahr hoffen. Der Abbau von mindestens 30 Mitarbeitern ist absehbar.

 geschätzt 30

 Hintergrund Hintergrund - Insolvenzgeschehen

Auch in 2004 droht in Deutschland ein neuer Pleitenrekord. Die Gesamtzahl wird bis zum Jahresende auf 39.000 bis 40.000 Unternehmensinsolvenzen ansteigen. So sieht es jedenfalls die "Creditreform" und reicht eine weitere, erschreckende Zahl nach: Die Zahl der davon betroffenen Arbeitsplätze wird bei rund 600.000 liegen.
So nimmt es nicht wunder, dass auch der Trend zur Verbraucherinsolvenz ungebrochen bleibt, so dass insgesamt mit 110.000 bis 115.000 Insolvenzfällen gerechnet wird.

Hintergrund

 05.10.2004 Ionity AG, Batterien, Kamenz, das Unternehmen hat der 90-köpfigen Belegschaft seit drei Monaten keinen Lohn mehr gezahlt, die Produktion ruht. Die Arbeitsplätze sind akut gefährdet.

90

 05.10.2004 Bizerba, Waagen, Balingen, 179 Mitarbeiter werden in den nächsten Monaten abgebaut. Betroffen sind Mitarbeiter an allen Standorten Bizerbas in ganz Deutschland.

179

 05.10.2004 Hucke AG, die Näherei in Nettelstedt soll nach Polen verlagert werden. Rund 25 Mitarbeiter betroffen

25

 05.10.2004 Effbe GmbH, Schock- und Schwingungsdämpfer, Raunhein, fünf Jahre nach der Übernahme durch die Woco-Unternehmensgruppe wird der Standort Raunheim aufgegeben. Von der Betriebsschließung sind 39 der zur Zeit 61 Mitarbeiter der Effbe GmbH direkt betroffen.

39

 05.10.2004 Elkosta Security Systems GmbH & Co. KG, der schwedische Sicherheitskonzern Gunnebo, der Elkosta erst im April kaufte, hat beschlossen, die Produktion von Toren, Durchfahrtssperren, Schranken und anderer Sicherheitstechnik in das Gunnebo-Werk nach Salzkotten bei Paderborn zu verlagern. Die schrittweise Schließung des Werkes in Gitter soll Anfang 2005 beginnen und ein halbes Jahr dauern, wie Westphal bestätigt. Von den 134 Mitarbeitern (ohne Auszubildende) erhalten 43 das Angebot nach Salzkotten, das 240 Kilometer entfernt liegt, zu wechseln. Gleiches gilt für die zurzeit 17 Lehrlinge.

91

 04.10.2004 Gönner, Strickwaren, Riedlingen, die Brüder Gönner entschieden im Frühjahr, sich von 60 Mitarbeitern zu trennen. Diese Kündigungen werden und wurden vollzogen. Mit der jetzigen 60-köpfigen Mannschaft - davon 20 in der Produktion - will man beim Strickwarenhersteller in Riedlingen auf Dauer arbeiten. Und gleichzeitig in der Slowakei ein neues Werk aufbauen.

60

 04.10.2004 Nylstar Nordfaser, der Betrieb wurde wie angekündigt stillgelegt, nun sind doch 270 Mitarbeiter betroffen, statt 250, wie ursprünglich gemeldet. Wir reichen 20 nach.

(Nachmeldung) 20

 04.10.2004 Erzbistum Köln, Seelenheil, will sparen und streicht 350 Stellen. Bei 80 dieser 350 Stellen drohen Kündigungen. Gespart wird vor allem bei der Bistumsverwaltung, der Rendantur (Rechnungsprüfung) und Gebäudeverwaltung. Die Pfarreien sollen Räume und Gebäude verkaufen und vermieten. Bis 2010 werden in den katholischen Kindergärten 900 von 2500 Gruppen nicht mehr bezuschusst - Ziel ist ein Trägerwechsel.

350

 04.10.2004 Sparkasse KölnBonn, Geldschöpfung, die Fusion der Stadtsparkasse Köln mit der Sparkasse Bonn ergibt die neue Sparkasse KölnBonn mit einer Bilanzsumme von fast 28 Milliarden Euro und 5400 Mitarbeitern in 137 Geschäftsstellen und 31 Beratungszentren. Fusionsbedingte Kündigungen von Mitarbeitern beider Sparkassen wird es nicht geben, was aber nicht bedeutet, dass die Fusion nicht zu massivem Stellenabbau auf dem Wege der "natürlichen Fluktuation" führen wird.
Wir erwarten einen Stellenabbau von rund 7,5 Prozent und melden den absehbaren Abbau von rund 400 Jobs.

geschätzt 400

 04.10.2004 Computer Associates, Software, fünf Prozent der Belegschaft werden gestrichen, das entspricht 800 Stellen weltweit. Wieviele der 530 Angestellten in Deutschland betroffen sein werden, ist noch unklar. Rechnerisch wären 5 Prozent 26,5 abzubauende Stellen. Wir melden zunächst 25 und bleiben am Ball.

25

 04.10.2004 PPC Electronic, Leiterplattenhersteller, Cham, entlässt 50 der 270 Angestellten. Das Unternehmen, das fast ausschliesslich vom Export lebt, will sich wegen des Kostendrucks auf High-End-Produkte konzentrieren. Von den Entlassungen ist vor allem die Produktion betroffen.

50

 04.10.2004 ZDF, gebührenfinanzierte Sendeanstalt, angesichts der voraussichtlich geringer als erwartet ausfallenden Erhöhung der Rundfunkgebühren will das ZDF in den nächsten vier Jahren 300 Stellen abbauen.

300

 04.10.2004 WDR, gebührenfinanzierte Sendeanstalt, der WDR deutliche Einsparungen und einen sozialverträglichen Stellenabbau von "weit über einhundert Stellen" erreichen.

125

 

 Mit dem heutigen 1. Oktober hat diese Statistik ihr zweites Jahr vollendet.


Die Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland geht ungebrochen weiter.
Allen, die morgen in Berlin auf die Straße gehen, um gegen Hartz IV im Besonderen und die gesamte Reformpolitik im Allgemeinen zu demonstrieren, mögen diese Zahlen helfen, ihren Protest zu begründen.

In Zeiten, in denen Kanzler und Arbeitsminister sich darin gefallen, auf das Management eines Einzelhandels-Konzerns einzuschlagen, wohl auch, um davon abzulenken, dass sie mit allen Reformmaßnahmen selbst in beispielloser Weise für das Zusammenbrechen der Binnenkonjunktur und damit für die katastrophale Lage im Einzelhandel und in der gesamten, nicht-exportorientierten Wirtschaft verantwortlich sind, in Zeiten, in denen die Opposition nicht etwa opponiert, sondern von den Regierungsmaßnahmen gar nicht genug bekommen kann, muss daran erinnert werden, dass dieser Kanzler nicht nur deshalb Kanzler ist, weil er gegen den Irak-Krieg war und weil er in den Wogen der Flut eine gute Figur machte.

Dieser Kanzler ist auch deshalb im Oktober 2002 wieder gewählt worden, weil sein Kommissionsvorsitzender Peter Hartz versprochen hat, die Zahl der Arbeitslosen bis Mitte 2005 zu halbieren.

Diese Statistik dokumentiert, dass in den letzten beiden Jahren insgesamt über 2 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland vernichtet wurden.

Die Zahl der Arbeitslosen ist trotz günstiger demografischer Ausgangslage, trotz massivster Eingriffe in Arbeitnehmerrechte und Sozialversicherungen und trotz mannigfacher Eingriffe in die statistische Erfassung selbt, weiter gestiegen.

Das Hartz'sche Versprechen war von Anfang an unhaltbar.
Das ganze Gerede von der Projektkoalition der Profis der Nation und der unabdingbaren 1:1 Umsetzung waren nichts als vorweggenommene
Argumente für das Nicht-Eintreten der versprochenen Effekte.

Das hat jeder vorhersehen können, der es sehen wollte.
Genauso, wie jeder vorhersehen konnte, dass es mit Karstadt bergab geht.
Die erste Meldung über die Schließung von 80 der 180 Filialen gab es in dieser Statistik vor mehr als 18 Monaten. Vielleicht hätte man damals noch etwas ändern können. Doch damals waren die Hartz-Versprechen noch zu jung, wurden negative Meldungen lieber totgeschwiegen, als sich mit ihnen auseinander zu setzen.

Niemand braucht sich wundern, dass jegliches weitere Reformieren ganz ohne Begründung bleibt. Dass das, was eben getan werden muss, mit aller Schärfe durchzusetzen - und ganz und gar ohne Alternative - ist.

Wer nicht mehr sagt, was mit dem enger geschnallten Gürtel erreicht werden soll, kann später nicht daran erinnert werden.

Egal?


Es ist eben nicht egal.
 
 01.10.2004 Vollmer & Sack, Ford-Autohaus, Karlsruhe, hat in der vergangenen Woche Insolvenz angemeldet. Betroffen sind rund 100 Mitarbeiter.

100

 01.10.2004 Opel, Transportvehikel, will auf (haha) betriebsbedingte Kündigungen bis 2010 verzichten, wenn jetzt erst einmal in Bochum, Rüsselsheim und Kaiserslautern im vierstelligen Bereich Personal abgebaut werden kann. Außerdem will Opel den Verzicht auf Tariferhöhungen bis 2009 und/oder die Verlängerung der Arbeitszeit auf bis zu vierzig Stunden pro Woche, wobei nur 35 bezahlt werden. So wie sich die Lage entwickelt, werden die 3.000 Jobs in den europäischen Werken des amerikanischen GM-Konzerns wohl doch bei Opel in Deutschland wegfallen. Wir haben uns entschlossen, diesen lange vorhergesagten Stellenabbau nun doch zu melden - auch weil wir vermuten, dass das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange ist.

3.000

 01.10.2004 Schumag, Maschinenbau, Aachen, die 40-Stunden-Woche komm wieder. von 35 auf 40 Stunden - 12,5 Prozent Lohnkürzung. Wie viele Jahre hat die IG-Metall gebraucht, um diese 12,5 Prozent zu erkämpfen? Die Schumag brauchte nur mit dem Abbau von 500 Stellen zu drohen - das wars. Bei mehr als 1000 Beschäftigten bedeutet die Verlängerung der Arbeitszeit, dass dem deutschen Arbeitsmarkt rund 140 Jobs fehlen. Die melden wir.

140

 01.10.2004 Frankfurt/Oder, Kommune, Kinderbetreuung, die Kindertagesstätten "Hans und Hanka" und "Am Mühlental" fallen aus dem städtischen Bedarfsplan und erhalten weniger Zuschüsse zu den Personalkosten. Die Träger "Kinderwelt GmbH" und "AWO" kündigten die Schließung der Häuser an und rechnen mit Entlassungen. Konkrete Zahlen wurden noch nicht genannt. begegnen. Wir schätzen: 15

geschätzt 15

 01.10.2004 Meyer & Beck, Einzelhandel, Berlin, Eigentümer Oetker spürt die Schwäche der Binnenkonjunktur und verkauft die Supermarktkette. Der Betriebsrat rechnet damit, dass sechs von 44 Filialen geschlossen werden.  Das wird etwa 40 betriebsbedingte Kündigungen zur Folge haben.

40

 01.10.2004 Spar, Einzelhandel, Schenefeld, nun ist auch diese Katze aus dem Sack. In der Schenefelder Zentrale werden 250 Mitarbeiter entlassenBereits vor wenigen Tagen hatte der Konzern mitgeteilt, 80 Mitarbeiter in Flensburg entlassen zu wollen. Auch am Rostocker Standort sollen 65 Beschäftigte ihre Jobs verlieren. Insgesamt sind damit 450 Stellen geSPARt worden.

250

 01.10.2004 Bielefeld, Kommune, kommunaler Müll, in Bielefeld werden sich ab 1. Januar 2005 die "Stadt-Tochter" WRB und die Entsorgungsgruppe Sulo (Herford) den Profit aus dem Geschäft mit den gelben Säcken teilen. Von ehemals 10 WRB Mitarbeitern werden sechs bleiben, die künftig dafür statt 38,5 Stunden 45 Stunden in der Woche malochen dürfen. Ohne Lohnausgleich versteht sich, was einer Lohnsenkung um 15 Prozent entspricht.

4

 01.10.2004 FAG Kugelfischer, Wälzlager, Schweinfurt, will über 1000 Stellen streichen und nach Osteuropa verlagern. Das Kegelrollen-Werk im unterfränkischen Eltmann mit 673 Mitarbeitern soll bis 2006 geschlossen werden. Auch in Schweinfurt müssen mittelfristig 356 Stellen gestrichen werden.

 1.029

 ARCHIV Ankündigungen vom 01.08.2004 bis 30.09.2004

 89.811

 ARCHIV Ankündigungen vom 01.06.2004 bis 31.07.2004

107.316

 ARCHIV Ankündigungen vom 01.04.2004 bis 31.05.2004

141.010

 ARCHIV Ankündigungen vom 20.02.2004 bis 31.03.2004

117.773

 ARCHIV Ankündigungen vom 20.01.2004 bis 19.02.2004

83.225

 ARCHIV Ankündigungen vom 9.12.2003 bis 18.01.2004

50.140

 ARCHIV Ankündigungen vom 01.11.2003 bis 08.12.2003

 297.121

 ARCHIV Ankündigungen vom 01.10.2003 bis
31.10.2003

 160.789

 ARCHIV Ankündigungen vom 03.07.2003 bis 30.09.2003

 155.971

 ARCHIV Ankündigungen vom 01.04.2003 bis
27.06.2003

Brutto 91.279
(netto nach Korrektur 82.279)

 ARCHIV Ankündigungen vom 01.02.2003 bis 31.03.2003

 36.503

 ARCHIV Ankündigungen vom 11.12.2002 bis 31.1.2003

 93.006

ARCHIV Ankündigungen vom 31.10. bis 10.12.2002

440.062

 ARCHIV Ankündigungen vom 11. bis 30.10.2002

102.573

 ARCHIV Ankündigungen vom 2. bis 10.10.2002
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 95.235