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Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland
Insolvenzen und angekündigter Stellenabbau seit 02.10.2002
In der Liste werden - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - ausschließlich öffentlich zugängliche Informationen aus den Medien erfaßt. Für die Richtigkeit der Angaben und für eventuelle Abweichungen vom tatsächlich eintretenden Ausmaß der Arbeitsplatzvernichtung kann keine Gewähr übernommen werden.
copyright: Egon W. Kreutzer
 11.10. -30.10.02  20 Tage

102.573

Datum der Erfassung Unternehmen, ggfs. kurze Erläuterungen

gefährdete Stellen

 30.10.2002 Corning, Glasfaserkabel, schließt Werke in Australien und Deutschland und entläßt dabei 2.200 Mitarbeiter. Soweit ich mich erinnern kann, beschäftigte Corning in meiner Heimatstadt Neustadt b. Coburg vor einem Jahr noch rund 800 Mitarbeiter.
Lossd Euch ned undogogriech, Koloromfrasso!
(zu deutsch: Kopf hoch, Kohlrabi-Genießer)

 800

 30.10.2002 Brandt, Zwieback, Es wird gemunkelt, daß alleine das Land Thüringen 15 Millionen Euro locker machte, um der Großbäckerei den Umzug von Hagen (alte Länder) nach Ohrdruf (neue Länder) schmackhaft zu machen. Für 160 neue Arbeitsplätze in Thüringen wurden in Hagen schon Ende letzten Jahres 350 Leute nach Hause geschickt. Weitere 100 (die letzten) müssen Ende 2003 gehen, wenn in Hagen der Ofen endgültig ausgeht. Es lebe der Freistaat Thüringen und seine Standortoffensive!

 100

 30.10.2002 Frankfurter Allgemeine Zeitung, radikaler Rückschnitt auf das Kerngeschäft, Buchverlage werden verkauft, das faz-business-radio aufgegeben und die online-Aktivitäten zusammengelegt und gestrafft.

 geschätzt 30

 30.10.2002 SAP SI, Dresdner Tochter der großen Walldorfer Softwareschmiede will bei steigendem Umsatz den Stellenabbau fortsetzen. Sylvester will man schon mit weniger als 1.700 Mitarbeitern feiern. Ende 9 waren es knapp 1.800

 100

 30.10.2002 HypoVereinsbank, schon am 14. Oktober war zu hören, der Stellenabbau könnte über die ursprünglich geplanten 9.100 hinausgehen. Heute wurde das bestätigt, doch Zahlen gibt es weiterhin nicht.

 ?

 30.10.2002 Kinowelt, immer noch arbeiten in München 80 Mitarbeiter im Unternehmen der Kölmel-Brüder. Heute soll über den Sozialplan gesprochen werden.

 80

 29.10.2002 Bäurer, nach der Mutter stellen nun dieTöchter Insolvenzantrag: Bäurer Software & Consulting GmbH, Bäurer Cargo GmbH, Bäurer Trade GmbH, Bäurer East Europe GmbH, Openoptics GmbH, TPS Labs GmbH, B-Gate GmbH, Bäurer Componentware GmbH.
Insgesamt 90 Mitarbeitern sind betroffen.

 90

 29.10.2002 SPAR, Märkte machen erhebliche Verluste, Spar will sich auf das Großhandelsgeschäft zurückziehen und 350 Märkte aufgeben. Käufer sind nicht in Sicht.

 geschätzt: 1.500

 28.10.2002 Siemens, Mobilfunk-Entwicklung nach China verlagert. . Bis September 2003 werden rund 100 Mitarbeiter in Bejing in der handy-Entwicklung beschäftigt sein. Diese Stellen sind für Deutschland verloren.

 100

 26.10.2002 Escada, hochpreisige Damenmode, schließt Werk im bayrischen Dollnstein.

 90

 26.10.2002 Comdirect, Commerzbank-Tochter, schließt ihr Kieler Call-Center. Die Call-Center- und Service-Aktivitäten werden in Quickborn konzentriert. Den Mitarbeitern wurde angeboten, in Quickborn für den Online-Broker weiter zu arbeiten. Da kann sich das Management getrost die Hände in Unschuld waschen, wenn die Leute einfach nicht mobil sind ...

 300

 24.10.2002 Roth-Händle, BTM in Lahr, baut 200 von 530 Stellen ab, nachdem das Unternehmen von Reemtsma an Imperial Tobacco, GB, verkauft wurde.

 200

 23.10.2002 MobilCom, nachdem der Betrieb nun wohl wirklich weitergeführt werden kann, können die Folgen für die Beschäftigten erstmals seriös beziffert werden. Der Stellenabbau im Zuge der Restrukturierung wird auf maximal 1.850 begrenzt.

 1.850
bisher in dieser Liste nicht aufgeführt!

 23.10.2002 Möbel Krügel, der Insolvenzverwalter zieht Bilanz, 384 Mitarbeiter wurden von der Lutz-Gruppe übernommen, 155 Arbeitsplätze gibt es nicht mehr.

155

 23.10.2002 n-tv, bad news, 140 Arbeitsplätze zuviel, das hat die "Arbeitsgruppe Finanzen" im Aufsichtsrat des Nachrichtensenders festgestellt. Ein ordentlicher Aderlaß, denn zurzeit beschäftigt der Sender gerade einmal 360 feste und etwa 200 freie Mitarbeiter.

 140

 23.10.2002 Bäurer AG, "die IT-Manager" aus dem Schwarzwald mußten wegen Finanzierungsproblemen Insolvenz anmelden. Von über 900 Mitarbeitern Ende 2000, waren es Ende 2001 noch 624 an Bord. Heute sind es noch 432. Die sind jetzt sehr gefährdet.

 432

 23.10.2002 BASF, Anilin und Soda aus Ludwigshafen soll bald mehrere hundert Millionen Euro p.a. weniger kosten. Es werden"deutlich" weniger Stellen gestrichen, als die 5.000, die bisher vorgesehen waren. nämlich erst mal 1.300 pro Jahr bis 2003 (das sind 2.600) und dann? Weil's präziser nicht zu lesen war, nehme ich den dicken Daumen: 4.200, geschätzt, bis 2005, oder?

 4.200
geschätzt

 23.10.2002 Deutsche Bundesbank, leicht überflüssiges Konstrukt aus der vor-Euro-Zeit, macht Tempo, statt sich, wie ursprünglich geplant, mit dem Abbau von 1800 Stellen bis 2007 Zeit zu lassen, sollen 19 der 56 zum Abschuß freigegebenen Filialen schon im März 2003 geschlossen sein.

 1.800

 23.10.2002 Heidelberger Druck, weltgrößter Hersteller von Druckmaschinen, spart weltweit 2200 Arbeitsplätze ein, davon 1800 in Deutschland, z.T. weil diese Arbeitsplätze nach USA verlagert werden.
Da fragt man sich doch ernsthaft: Profis welcher Nation hat Hartz eigentlich gemeint?

 1.800

 23.10.2002 Rene Lazard, Textilien, will den Standort Mellrichstadt im strukturschwachen Landkreis Rhön-Grabfeld schließen. Ob die Geschäftsleitung dem IG-Metall-Vorschlag, Arbeitsplätze aus dem Ausland zurückzuholen etwas abgewinnen kann, ist höchst fraglich.

 180

 23.10.2002 Vogt electronic AG, nach weiterhin schlechten Geschäften wird der Stellenabbau fortgesetzt. In Deutschland geht es jetzt um rund 600 Arbeitsplätze.

 600

 23.10.2002 Elektrolux, schwedischer Hausgeräte-Multi, stellt zum Jahresende die Fertigung von Kühlgeräten in Kassel ein. 400 Mitarbeiter müssen sich künftig auf soziale Kälte einstellen.

 400

 22.10.2002 Abendzeitung, München, auch die allerbeste Eigenkapitaldecke hilft nichts, wenn die Anzeigenaufträge fehlen. Die AZ muß sich von 29 Mitarbeitern trennen.

 29

 22.10.2002 FAZ, die Frankfurter Allgemeine wird bei ihrem Content-Anbieter "faz net" sparen und (bis zu ...) 40 Stellen abbauen.

 40

 22.10.2002 Strabag, Baukonzern, kauft die Holzmann-Tochter Deutsche-Asphalt und stellt dann "Überschneidungen" fest.
500 Stellen sind als "Schnittmenge" zum Abbau freigegeben.

 500

 21.10.2002 WWL internet, Multimedia-Agentur in Nürnberg muß wegen Finanzierungsproblemen Insolvenz anmelden. Im II Quartal 2002 wurden noch 127 Mitarbeiter ausgewiesen.

 127

 21.10.2002 Nachtcafé, Szenelokal nach Pachterhöhung geschlossen, 31.000 Euro pro Monat waren nicht zu verdienen. Die Szene in München ist ärmer geworden. Ich schätze, daß mindestens 10 Arbeitsplätze weg sind.

 10

 19.10.2002 BOL, Bertelsmann-Internet-Buchhändler, wird eingestampft, zumindest soweit es sich um "reinen" Internet Versandhandel handelt. Das Aus auch für ca 140 Mitarbeiter.

 140

 19.10.2002 Die Einrichtung, beste Lage, feinste Kundschaft am Wittelsbacherplatz zu München, doch der Umsatz fehlt und damit ist das Ende für das Einrichtungshaus mit 27 Mitarbeitern gekommen.

 27

 17.10.2002 Münchner Energie-Agentur, Energiesparberatung für öffentliche und private Bauherren wird, nachdem die Stadt München als Gesellschafter ausscheidet den Betrieb wegen Auftragsmangel endgültig einstellen müssen.

 4

 17.10.2002 AOL Deutschland, der neue Chef, Stanislas Laurent will alle Kosten auf den Prüfstand stellen. Auch einen möglichen Personalabbau will er nicht vollkommen ausschließen, denn an erster Stelle der Unternehmensziele steht es, die Gewinnzone zu erreichen.

 ?

 17.10.2002 Pixelpark, Internet-Dienstleister, verliert Umsatz und Ergebnis. Daher soll bis Ende des Jahres die Personalkapzität angepasst werden. Über das Ausmaß des Stellenabbaus soll spätestens am 29.11. Klarheit herrschen. Derzeit beschäftigt Pixelpark 535 Mitarbeiter.

 ?

 16.10.2002 Promatis, 1990 gegründetes Softwarehaus, hat beim Amtsgericht Karlsruhe Insolvenz beantragt. Grund: außen Zahlungsunfähigkeit, innen Investitionsstau.

 280

 16.10.2002 Deutsche Bahn, der stellvertretende Aufsichtsratschef der Deutschen Bahn, Norbert Hansen, gleichzeitig Vorsitzender der Gewerkschaft Transnet, glaubt, die Rationalisierungsziele der Bahn seien nicht so schnell wie beabsichtigt zu erreichen. Nach konkreten Plänen könne lediglich mit dem Abbau von rund 40.000 Stellen gerechnet werden. Also glauben wir die niedrige Zahl des Gewerkschaftsführers und weil wir davon am 9.10.02 schon 500 Stellen angekündigt hatten, melden wir jetzt nur noch die Differenz nach.

 39.500

 16.10.2002 München, die Stadt ist pleite. 13.000 Bedienstete sorgen sich im die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze. Ude will ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. Doch die jetzt bekannt werdenden Sparmaßnahmen eröffnen erste Einblicke in den bevorstehenden Stellenabbau. Etwa 300 Vollzeitstellen für Sozialpädagogen fallen weg und an den Schulen muß - wenn der Freistaat nicht hilft - mit dem Abbau von mindestesn noch einmal 300 Stellen gerechnet werden. In Summe sind das, vorsichtig geschätzt, rund 500 Stellen. Die Entwicklung in anderen Haushaltstiteln wird weiterverfolgt.

 500

 16.10.2002 Continental, Reifen etc., verweist auf Billiglohnländer und erklärt: "Für den Anteil aus Low-Cost-Ländern gibt es keine magische Grenze." Die teuren westeuropäischen Standorte stehen im Wettbewerb. Das Werk Hannover hat mit hochflexiblen Arbeitszeiten und dem Einverständnis des Betriebsrats, künftig bis zu 25 Prozent Leiharbeiter einzusetzen (Hartz, Hartz!), einen Vorteil. Weil die Conti-Strategie aber vorsieht, lieber in Billiglohnländern zu produzieren, als in hochproduktive high-tech-Werke zu investieren, werden die Hannoveraner mit Lohnkosten von 41.000 € pro MA gegen die Rumänen, denen Conti nur 4.500 € pro Jahr zahlt, nicht lange durchhalten können.

 26.000


(Soviele Stellen gibt es bei Conti in Deutschland. Wenn die Strategie tatsächlich so gefahren wird, sind sie in ein paar Jahren verschwunden.)

 15.10.2002 Frankfurter Rundschau, Roland Berger und Mc Kinsey waren in der Hartz Kommission vertreten, nicht aber die KPMG, und prompt empfiehltdie Beratungsgesellschaft den Abbau von 250 Stellen bis Ende 2004. Die Frankfurter Rundschau will diesem Rat folgen.

 250

 15.10.2002 HP (Compaq), erwartet keine rosigen Zeiten, daher werden in Deutschland 511 Stellen bei Compaq und 563 Stellen bei HP gestrichen. Entlassungen will man vermeiden, stattdessen sollen das Personalziel (7.300 Stellen in D) mit Aufhebungsverträgen und Altersteilzeit erreicht werden.

 1.074

 14.10.2002 Deutsche Bank, Bankenkrise? Im heutigen Spiegel wird das Thema vertieft, so soll z.B. die Deutsche Bank bis Ende 2003 mehr als 14.000 Arbeitsplätze abbauen müssen.

 14.000

 14.10.2002 Dresdner Bank, Bankenkrise? Der Spiegel schreibt, daß
gerade eben verkündet wurde, es müßten weitere 1.000 Arbeitsplätze gestrichen werden.

 1.000

 14.10.2002 Hypo-Vereinsbank, Gerüchte, die HVB wolle die Commerzbank übernehmen wurden dementiert. Die eigenen Hausaufgaben seien wichtiger, über die bereits Ende letzten Jahres angekündigten 9.100 Stellen hinaus sei weiterer Personalabbau möglich.

 ?

14.10.2002 Quam, kleinster Mobiltelefonnetzanbieter Deutschlands empfiehlt seinen Kunden zu wechseln, denn bis Ende November wird der Betrieb eingestellt. 650 Arbeitsplätze sind schon weg, jetzt verschwinden 220, 30 bleiben noch.

 220

 12.10.2002 Süddeutscher Verlag, ein Kahlschlag bei der Belegschaft bringt nichts, meint der "Neue", Chief Operating Officer Klaus Josef Lutz; 12 % Personalabbau, von 5.000 auf 4.400 bis Ende 2003 sind genug, den Rest der Probleme soll ein "kreatives Turnaround*) Management" lösen.
(sollte man nicht mit "Herumturnen" übersetzen!)

 600

 11.10.2002 ++ 17:50 Holzmann, Insolvenzverwalter und wohl auch Profi der Nation, Ottmar Hermann, kann spitzenmäßig positiv formulieren: Er ist nämlich überzeugt, weltweit etwa 80 % der einst 23 700 Konzern-Stellen erhalten zu können. Weniger kunstvoll formuliert heißt das: In Deutschland gehen 4.125 Arbeitsplätze verloren (und damit sind wir schon fast bei den 80% vons Janze.)

 4.125

 11.10.2002 ++ 11:15 Bombardier, es bleibt nicht bei Hennigsdorf. Auch an anderen Standorten werden zusätzlich etwa 550 Arbeitsplätze verschwinden. Der Betriebsrat fragt sich übrigens verwundert, wo die 200 Ersatzstellen (letzter Beitrag) herkommen sollen, wenn die Aufträge fehlen.

 550

 11.10.2002 ++ 09:15 Bombardier, Lokomotiven und Triebwagen, Überkapazitäten im Werk Henningsdorf in Brandenburg erfordern den Abbau von 450 Arbeitsplätzen. Daß an westdeutschen Standorten 200 Ersatzarbeitsplätze angeboten werden, ist ein kleiner Trost, ändert aber nichts am Umfang der Arbeitsplatzvernichtung.

 450

 ARCHIV Ankündigungen vom 2. bis 10.10.2002

 95.235