Newsletter 10. Juli 2006
ein Service von Egon W. Kreutzer
http://www.egon-w-kreutzer.de
http://www.ewk-verlag.de

Zu Gast - bei Freunden - in Stralsund

 

--------------------------------------------------------------------------------

 

Angst

George W. Bush kommt am Donnerstag nach Deutschland. In Mecklenburg-Vorpommern, genau gesagt in Stralsund, wird er Angela Merkel treffen. Auch diesmal zeigen die Begleitumstände des Besuches, dass sich der Präsident ganz schrecklich vor den Deutschen fürchtet.

Zu Gast bei Freunden? Fehlanzeige!

Schon bei seinem letzten Deutschlandbesuch, im Februar 2005 in Mainz, mussten wir im Fernsehen mit ansehen, wie sich der seither letzte männliche Kanzler der Republik von einem mitreisenden US-Sicherheitsbeamten auf dem Rollfeld herumschubsen lassen musste, und erfuhren dann, dass zwar ganz Mainz zum Schutz des Präsidenten in eine Geisterstadt verwandelt worden war, dass George W. Bush es sich aber nicht nehmen ließ, nur einen Tag später in Bratislava ein gleichermaßen berauschendes, wie Deutschland im Nachhinein brüskierendes Bad in der Menge der Slowaken zu nehmen, vor denen er sich allem Anschein nach überhaupt nicht fürchtete.

Gerhard Schröder hat die Verwandlung einer deutschen Stadt in eine Art US-Hochsicherheitstrakt im letzten Jahr mit den folgenden Worten gerechtfertigt:

"Wenn man einen Gast haben will, und wir wollen ihn haben, dann muss man auch damit fertig werden und bereit sein, das, was der Gast erwartet und erwarten kann, auch zu gewähren."

Auf Angela Merkels diesbezügliche Erklärung bin ich gespannt.

Für Stralsund und Umgebung sind die folgenden Eingriffe in die Normalität beschlossen:

Seit Montag sind Experten damit beschäftigt, 600 Kanaldeckel zu verschweißen und weitere 1.600 mit Papierstreifen zu versiegeln,
vor der Küste wurde ab Montag ein Seegebiet von 50 Quadratmeilen (das sind, wenn man es in deutsche Flächenmaße umrechnet, rund 130 Quadratkilometer) gesperrt,
kein Schiff darf sich dem Hotelkomplex, in dem der Präsident sich aufhalten wird, auf weniger als 15 Kilometer nähern. Dies wird von mehreren hundert Beamten mit über 50 Schiffen und Booten kontrolliert und durchgesetzt,
für den Hafen Kühlungsborn wurde ein Ein- und Auslaufverbot verhängt,
für die Innenstadt Stralsunds ist ein absolutes Parkverbot angeordnet, die Bewohner sollen ihre Autos auf einem 10 km entfernten Sammelparkplatz abstellen, und per Bus-Shuttle vom und zum eigenen Auto pendeln,
weder Bewohner noch Gäste werden während des Besuchs Zugang zum Stralsunder Marktplatz haben,
die Strecke der An- und Abreise des Präsidenten ist für jeglichen Fahrzeug und Personenverkehr gesperrt, die Anwohner dürfen sich in ihren Wohnungen aufhalten, jedoch sind die Fenster geschlossen zu halten, Mülltonnen, Fahrräder und Kübel sind von den Straßen zu entfernen,

Ich kann heute nur wiederholen, was mir schon beim letzten Mal eingefallen ist:

Was mich an der Sache am meisten bewegt und empört, ist die schiere Selbstverständlichkeit, mit welcher der Staat seine Bürger in diesem beispiellosen Ausmaß beiseite schiebt.

...und weil mir noch einiges mehr eingefallen ist, was immer noch gilt, empfehle ich Ihnen einfach den Artikel vom 24. Februar 2005 zur nochmaligen Lektüre:

http://www.egon-w-kreutzer.de/Meinung/14029Werwilldermuss.html


Mit besten Grüßen
Egon W. Kreutzer

 

zurück zu Paukenschlag 24

 

--------------------------------------------------------------------------------

 

 

Auch heute die Bitte:

Wenn Sie meine Newsletter bisher an Ihre persönlichen Verteiler weitergeleitet haben, leiten Sie bitte auch diese Mitteilung an Ihren Verteilerkreis weiter. Wenn Sie selbst ein "Weiterleitungs-Adressat" sind, und neue Informationen in Zukunft direkt erhalten wollen, dann können Sie sich hier anmelden: mailto:EWK@egon-w-kreutzer.de?subject=subscribe_newsletter

Falls Sie, was ich bedauern würde, diesen Newsletter in Zukunft nicht mehr erhalten wollen, verwenden Sie bitte die hier vorbereitete
E-mail - danke. mailto:EWK@egon-w-kreutzer.de?subject=unsubscribe_newsletter