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  Paukenschlag
am Donnerstag

der wöchentliche Kurzkommentar (No. 16)


Egon W. Kreutzer - 19. April 2007
 










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Der Unterschied zwischen Wirtschaftsweisheit und Stammtischblödsinn sollte leicht zu erkennen sein.

Doch wenn Wirtschaftsweise und Stammtischbrüder in schöner Harmonie die gleichen Forderungen stellen, dann drängt sich der Verdacht geradezu auf, dass sich ein ebenso regel- wie übermäßiger Alkoholgenuss, eventuell doch nicht schädlich, sondern sogar vorteilhaft auf die Hirnfunktionen auswirkt. Eine Auffassung, die übrigens schon einmal weit verbreitet war, mit dem allzu frühen Ableben des sinnenfrohen ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten Strauß aber wieder in Vergessenheit geraten ist.

Der wirtschaftsweise Volkswirtschaftslehrer Wolfgang Franz
beglückt derzeit die Arbeitgeber zwischen Garmisch und Flensburg mit der an ihren Stammtischen schon immer volltönend hinausgeröhrten Weisheit, dass die Löhne zu hoch und, vor allem, dass die niedrigsten Löhne immer noch viel zu hoch sind.
Dass am Stammtisch Ideen zur Durchsetzung und Befriedigung von Gruppenegoismen regelmäßig die Oberhand behalten, dass dort Weiterdenker und Gesamtverantwortungsprediger keine Chance haben, ist nichts Neues.
Die krasse, uneinsichtige Parteilichkeit eines Mitglieds des Sachverständigenrates der Bundesrepublik Deutschland, wie sie Wolfgang Franz mit seiner Forderung, das Niveau der niedrigsten Löhne noch weiter abzusenken, zur Schau stellt, hat hingegen eine neue Qualität, die dazu angetan ist, das Klima in der Republik weiter zu vergiften.

 Dazu eine kurze Randnotiz:

Ein Strafgefangener, der vom Staat beherbergt, beheizt, verpflegt und ärztlich betreut wird, dem also für den eigenen Lebensunterhalt praktisch keine Kosten entstehen, erhält als Vergütung für die in den Gefängniswerkstätten geleistete Arbeit einen Stundenlohn von 1,50 bis 2,00 Euro.


Wolfgang Franz, der Wirtschaftsweise meint: Mindestlöhne würden zu massenhaftem Stellenverlust im Niedriglohnbereich führen, weil der Mindestlohn Arbeit genau dort verteure, wo es am schädlichsten sei. Man müsse - im Gegenteil - womöglich die unteren Löhne von drei oder vier Euro noch einmal senken, damit mehr Stellen entstehen.

Liebe Stammtischbrüder, lieber Wolfgang Franz,
die Forderung nach immer niedrigeren Löhnen, mit dem Argument, dies sei der Königsweg zu mehr Stellen, ist ja nicht völlig falsch.
Der Gewinn aus menschlicher Arbeit muss höher sein, als der Gewinn aus anderen Geschäften - sonst wird Arbeit nicht veranstaltet. Je höher die Gewinnmöglichkeiten an den sich sinnlos aufblähenden Finanzmärkten, desto weniger attraktiv erscheinen die Gewinne aus produktiven Unternehmungen. Nur wenn die Löhne sinken, gibt es einen Anreiz, Löhne zu zahlen. Klug beobachtet, Herr Franz!Aber wer hat den Nutzen davon, wenn die Löhne sinken? Arbeiter und Angestellte? Kinder, Jugendliche und Rentner? Kranke und Pflegebedürftige? Oder wenigstens der Staat, als das Instrument der Umsetzung des demokratisch herausgebildeten Willens der Gesellschaft?
Die doch alle nicht!
Je niedriger das Lohnniveau in einer Volkswirtschaft, desto ärmlicher und bescheidener die Verhältnisse. Das Absenken der niedrigsten Niedriglöhne führt - solange nur "der Markt" regiert, zwangsläufig dazu, dass mit den Niedrigslöhnen das Lohnniveau insgesamt ins Rutschen kommt.
Vor 20 Jahren waren Studienabgänger der juristischen Fakultäten begehrt und konnten mit Spitzeneinstiegsgehältern rechnen. Vor 10 Jahren hat man sie schon als Praktikanten in den Rechtsabteilungen der Assekuranz mit Beitragsklagen beschäftigt, aber wenigstens noch mit 800 bis 1000 DM monatlich bezahlt.
Heute ist "Generation Praktikum" zum stehenden Begriff geworden und niemand stört sich daran, dass Praktikanten zwar gar nichts verdienen, dafür aber täglich 10 Stunden und mehr arbeiten dürfen.
 

Wer behauptet, die Kaufkraft wüchse, wenn durch Kombilohnmodelle zusätzliche Stellen geschaffen werden, der hat im Taumel volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen einen Teil der Grundrechenarten über Bord geworfen.
Wie sich Lohnsenkungen und Kombilohn tatsächlich auswirken werden, ist doch ganz einfach darzulegen:

Die im Binnenmarkt anfänglich vorhandene Kaufkraft, die sich auf die Nettolöhne und Gehälter der Erwerbstätigen, und die Transferleistungen der Sozialversicherungen und des Staates verteilt, sowie die anfänglichen Nachsteuer-Gewinne der im Binnenmarkt operierenden Unternehmen, sind die Basis der Betrachtung.
Solange die Kaufkraft nur zwischen den Beschäftigten und dem Staat als Umverteiler hin- und hergeschoben wird (Kombilohnmodell), die Gewinne aber unangetastet bleiben, ändert sich überhaupt nichts!

Nimmt man für die anfängliche Kaufkraft einer Volkswirtschaft ein Volumen von 1,5 Billionen Euro an, und für den gleichzeitig erwirtschafteten Gewinn ein Volumen von 0,5 Billionen Euro, dann ergibt sich daraus ein anfängliches Kaufkraft-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 75 : 25.
Wenn, wie es Herr Franz suggeriert, durch Lohnverzicht und Kombilöhne neue Stellen geschaffen werden sollen, so bleibt doch dafür stets eine Bedingung unverrückbar stehen: Die absolute Höhe der Gewinne muss wachsen, damit es neue Jobs gibt. Schließlich stellt niemand jemanden ein, um seinen Gewinn zu schmälern.
Mehr Beschäftigung, die zu mehr Gewinn führt, ist also nicht alleine durch Kostensenkungen möglich, es müssen außerdem zusätzliche Umsätze akquiriert werden
Für diesen zusätzlichen Umsatz ist im Binnenmarkt aber keine Kaufkraft vorhanden,
jedenfalls nicht, solange die Volkswirtschaft nicht in dem Maße neue Kredite zulässt, dass damit der Aufwand für den Kapitaldienst (Tilgung + Zinsen) erkennbar überschritten wird. Das ist aber im Rahmen einer stabilitätsorientierten Währungs- und Haushaltspolitik nicht erwünscht.
Dieser zusätzliche Umsatz kann folglich nur im Export erzielt werden.
Dafür ist es erforderlich, den internationalen Wettbewerb im Preis soweit zu unterbieten, dass in ausreichendem Maße zusätzliche Nachfrage entsteht, um die zu schaffenden zusätzlichen Stellen auch auslasten zu können.

Die Folgen dieser Strategie sind nachstehend - in fünf unterschiedlichen Szenarien mit jeweils drei unterschiedlich starken Ausprägungen dargestellt. Es hat sich leider nicht vermeiden lassen, dass sich im Vergleich der Szenarien eine Regel herausstellt:

Je positiver die Folgen für die Binnenkaufkraft, desto unwahrscheinlicher ist das Eintreffen des Szenarios.

Zur Berechnung der voraussichtlichen Veränderungen wurden für alle Szenarien die folgenden Basisannahmen gesetzt:

a) durch eine Preissenkung von 1 % wird im internationalen Wettbewerb ein Umsatzzuwachs (Menge) von ebenfalls 1 %
__erreicht;
b) eine Preissenkung um 3 % wird einen Umsatzzuwachs (Menge) von 5 % bewirken;
c) eine Preissenkung um 10 % hat einen Umsatzzuwachs (Menge) von 20 Prozent, zur Folge.

Ergebniszusammenfassung

A) Löhne und Steueraufkommen wachsen mit der Arbeitsleistung

Wird das durch Preissenkungen bewirkte Umsatzwachstum ausschließlich zur Veränderung der Gewinne verwendet, während Löhne und Steuern mit dem durch die Mengenausweitung steigenden Arbeitsvolumen wachsen, sinken die Gewinne um so stärker, je höher Preissenkung und Umsatzwachstum ausfallen (Tabelle A).

Typische Reaktion aus dem Lager der Wirtschaftsverbände:
Ja sind wir denn blöd? Investieren, um die Gewinne zu senken? Nein danke!

B) Die absoluten Gewinne werden konstant gehalten

Wird der Gewinn in seiner absoluten Höhe konstant gehalten, sinkt der Durchschnittslohn, jedoch bringt die zusätzliche Beschäftigung auch zusätzliche Kaufkraft in den Binnenmarkt (Tabelle B).

Typische Reaktion aus dem Lager der Wirtschaftsverbände:
Ja sind wir denn blöd? Warum sollten wir mehr produzieren, wenn der Gewinn nicht mitwächst?

C) Der Gewinn wächst mit dem Mengenumsatz

Bleibt der Gewinnanteil pro Stück gleich, führt der steigende Mengenabsatz zu entsprechend steigenden absoluten Gewinnen. Der Durchschnittslohn sinkt stärker,
eine nennenswerte Zunahme der Binnenkaufkraft tritt erst bei sehr hohen Umsatzzuwächsen ein (Tabelle C).

Typische Reaktion aus dem Lager der Wirtschaftsverbände:
Das ist zwar nicht blöd, aber auch nicht lukrativ. Schließlich müssten wir investieren, um den zusätzlichen Gewinn zu realisieren. Da müssen doch erst einmal die zusätzlichen Kapitalkosten verdient werden!

D) Der Gewinn wächst mit dem Mengenumsatz, steigende Kapitalkosten (AfA)
__drücken den Lohnanteil


Wird in der Kalkulation der durch die Investitionen in zusätzliche Arbeitsplätze ausgelöste Kapitalbedarf über Abschreibungen berücksichtigt, was gute kaufmännische Gepflogenheit ist, dann sinkt der Durchschnittslohn noch stärker, während die Binnenkaufkraft auch bei hohem Umsatzwachstum nur marginal steigt (Tabelle D).

Typische Reaktion aus dem Lager der Wirtschaftsverbände:
Ja sind wir denn blöd? Wenn wir schon investieren, dann muss sich daraus doch eine höhere Rendite ergeben, als aus dem alten Investment.

E) Steigende Kapitalkosten und Steigerung des Gewinnanteils
__Umsatzrendite a) + 0,9 Prozentpunkte, b) + 1,9 Prozentpunkte, c) + 2,9 Prozentpunkte

Modernere betriebswirtschaftliche Gepflogenheit erfordert es, neben dem Gewinnwachstum durch Umsatzausweitung auch die Kostenkomponente zu beachten und durch stärkere Lohnsenkung das Kaufkraft-Gewinn-Verhältnis zu stärken.

Typische Reaktion aus dem Lager der Wirtschaftsverbände:
Wenn die Gewerkschaften jetzt glauben, es gäbe wieder etwas zu verteilen, ist der Aufschwung zu Ende, bevor er richtig angefangen hat.




Gönnt sich die Wirtschaft mit steigenden Umsätzen auch steigende Umsatzrenditen, dann kommt in Tabelle E die Rechnung zum Ausdruck, die Herr Franz im Sinn gehabt haben könnte, als er die Schädlichkeit von Mindestlöhnen anprangerte und stattdessen weitere Lohnsenkungen forderte.
Lohnsenkungen um annähernd 20 Prozent ermöglichen Preissenkungen um rund 10 Prozent. Die Gewinne steigen absolut um 34 Prozent, während die Kaufkraft im Binnenmarkt um etwa 3 Prozent sinkt.

Anmerkung

Der Verdacht, man müsse eben die Schraube nur noch fester anziehen, bei 25 Prozent Preissenkung ließe sich vielleicht ein Umsatzzuwachs von 100 Prozent und damit dann ganz bestimmt auch ein Anwachsen der Kaufkraft im Binnenmarkt darstellen, dieser Verdacht ist unbegründet.
Bei 20% Mengenwachstum ist bereits Vollbeschäftigung erreicht!
 


Solche Lehren haben mit Volkswirtschaft nichts mehr zu tun.

Das ist nur noch eine zur "Makroökonomie" aufgeblasene Betriebswirtschaft,
deren einziger Zweck darin besteht, groben Fehlentwicklungen den Anschein unvermeidlicher "Gesetzmäßigkeiten" zu verleihen.

Herr Franz, der Weise, sagte in diesem Zusammenhang:

"Wenn es die Koalition nicht schafft, sich hier auf einen vernünftigen Kompromiss zu einigen und sich auch beim Kündigungsschutz nichts tut, bleibt es bei der hohen Sockelarbeitslosigkeit".

Ich sage dazu, nicht minder unbescheiden:

Solange Ökonomen wie Wolfgang Franz berufen sind, die Wirtschaftspolitik der Republik zu beeinflussen, hat die folgende Aussage uneingeschränkte Gültigkeit:

Die Republik ist keine Demokratie im freiheitlichen Sinne mehr.
Sie ist kein Rechtsstaat mehr, in dem durch Gewaltenteilung und Rechtsschutz die Grundrechte gesichert sind. Sie ist kein Sozialstaat mehr, sondern unselbstständiger Teil einer Region des globalen Kapitalismus.

Gesagt und geschrieben hat das der wohl renommierteste Staatsrechtler der Republik, Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider. Sein kompletter Essay aus der Welt ist hier zu finden.

http://www.welt.de/welt_print/article779393/Ein_Staat_ohne_Legitimation.html


Die Tabellen zu den Szenarien
A) Löhne und Steueraufkommen wachsen mit der Arbeitsleistung
Ausprägungen   Zielumsatz Lohn+Gewinn
+AfA (= 300)
 Lohn + Staat  Gewinne  Gewinn-
Veränderung
 IST 2.300.000 Mio   1.500.000 Mio. 500.000 Mio.  
 a) -1% / +1%  2.299.770 Mio.  1.515.000 Mio.  484.770 Mio.  - 13.230 Mio.
 b) -3% / + 5%  2.342.550 Mio  1.575.000 Mio.  467.500 Mio.  - 32.500 Mio.
 c)-10 % / + 20% 2.484.000 Mio.  1.800.000 Mio.  384.000 Mio.  -116.000 Mio. 

Es wird hieraus deutlich:
So lange die Umsatzausweitung mit Preissenkungen erreicht wird und die Lohnstückkosten unverändert bleiben, muss jeder Mehrumsatz zum Sinken der Gewinne führen. Ein vollkommen unwahrscheinliches Szenario! Allerdings beweist es, wie ein Gewinnverzicht der Wirtschaft und des Kapitals zum Aufwachsen von Kaufkraft auf dem Binnenmarkt führen könnte.
B) Die absoluten Gewinne werden konstant gehalten
Ausprägungen   Zielumsatz Lohn+Gewinn
+AfA (= 300)
 Lohn + Staat  Gewinne Prozentuale
Lohnsenkung
 IST 2.300.000 Mio.   1.500.000 Mio. 500.000 Mio.  
 a) -1% / +1%  2.299.770 Mio.  1.499.770 Mio.  500.000 Mio.  - 1,0 Prozent
 b) -3% / + 5%   2.342.550 Mio. 1.542.550 Mio.  500.000 Mio.  - 2,1 Prozent
 c)-10 % / + 20% 2.484.000 Mio. 1.684.000 Mio. 500.000Mio. - 6,4 Prozent

Bleibt der absolute Gewinnanspruch der Unternehmen unverändert, fließt dem Binnenmarkt immer noch zusätzliche Kaufkraft aus dem Ausland zu. Der Lohnverzicht des Einzelnen bringt also tatsächlich auch ein Wachstum auf dem Binnenmarkt mit sich - doch fehlt dem Unternehmer jeglicher Anreiz, diese zusätzlichen Stellen zu schaffen. Ebenfalls ein vollkommen unwahrscheinliches Szenario.
C) Der Gewinn wächst mit dem Mengenumsatz
Ausprägungen   Zielumsatz Lohn+Gewinn
+AfA (= 300)
 Lohn + Staat  Gewinne Prozentuale
Lohnsenkung
 IST 2.300.000 Mio. 1.500.000 Mio. 500.000 Mio.  
 a) -1% / +1%  2.299.770 Mio. 1.494.770 Mio.  505.000 Mio.  - 1,3 Prozent
 b) -3% / + 5%  2.342.550 Mio. 1.492.550 Mio.  550.000 Mio.  - 3,2 Prozent
 c)-10 % / + 20% 2.484.000 Mio. 1.584.000 Mio. 600.000 Mio. - 12,0 Prozent

Lässt das Unternehmen den Gewinn pro Stück unverändert, ergeben sich im Bereich kleiner Umsatzausweitungen zunächst moderate Lohnsenkungen bei gleichzeitigem Kaufkraftverlust im Binnenmarkt. Bei sehr hohen Umsatzzuwächsen werden hohe Lohnsenkungen bei moderatem Kaufkraftanstieg im Binnenmarkt spürbar.
Das Szenario C) ist zwar nicht mehr vollkommen unwahrscheinlich, aber leider auch noch nicht besonders realistisch. Mengenausweitungen und zusätzliche Stellen erfordern zusätzliche Investitionen und diese erhöhen die Kapitalkosten. Wird dieser Effekt berücksichtigt, ergibt sich ein Bild gem. Tabelle D.

D) Der Gewinn wächst mit dem Mengenumsatz, steigende Kapitalkosten (AfA)
drücken den Lohnanteil
Ausprägungen   Zielumsatz Lohn+Gewinn
+AfA (= 300)
 Lohn + Staat  Gewinne Prozentuale
Lohnsenkung
 IST 2.300.000 Mio. 1.500.000 Mio. 500.000 Mio.  
 a) -1% / +1%  2.299.770 Mio. 1.491.770 Mio.  505.000 Mio.  - 1,5 Prozent
 b) -3% / + 5%  2.342.550 Mio. 1.477.550 Mio.  550.000 Mio.  - 6,2 Prozent
 c)-10 % / + 20% 2.484.000 Mio. 1.524.000 Mio. 600.000 Mio. - 15,4 Prozent

Der laufende Aufwand für Investitionen wurde in dieser Tabelle von 300 auf 301, 315 bzw. 360 Milliarden Euro erhöht. Die Kaufkraft des Binnenmarktes ist in den Fällen a) und b) rückläufig, im Fall c) um 1,6 Prozent angestiegen.Dieses Szenario ist bereits realistisch, lässt dem Gewinnstreben der Unternehmer allerdings noch weiten Raum. Schafft es das Management, höhere Umsätze zu erzielen, so ist das zwar schön, richtig schön aber erst, wenn auch die Umsatzrendite steigt, sh. Tab. E.
E) Steigende Kapitalkosten und Steigerung des Gewinnanteils
Umsatzrendite a) + 0,9 Prozentpunkte, b) + 1,9 Prozentpunkte, c) + 2,9 Prozentpunkte
Ausprägungen   Zielumsatz Lohn+Gewinn
+AfA (= 300)
 Lohn + Staat  Gewinne Prozentuale
Lohnsenkung
 IST 2.300.000 Mio. 1.500.000 Mio. 500.000 Mio.  
 a) -1% / +1%  2.299.770 Mio. 1.453.370 Mio.  525.200 Mio.  - 4,1 Prozent
 b) -3% / + 5%  2.342.550 Mio. 1.433.550 Mio.  594.000 Mio.  - 9,0 Prozent
 c)-10 % / + 20% 2.484.000 Mio. 1.452.000 Mio. 672.000 Mio. - 19,3 Prozent

Lohnsenkungen um annähernd 20 Prozent ermöglichen Preissenkungen um rund 10 Prozent, was die verkauften Stückzahlen um 20 Prozent, den Umsatzwert um immerhin noch 8 Prozent erhöhen kann. Die Gewinne explodieren dabei um 34 Prozent und die Kaufkraft im Binnenmarkt sinkt um etwa 3 Prozent.