Impressum
Home  Das Konzept  Einstieg Gesundheit Auszug aus Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre Band II
Das Konzept in aller Kürze:

Der Grundgedanke:

Jeder wählt und zahlt medizinische Leistungen selbst.

Dadurch kann keiner mehr versuchen "etwas herauszuholen", weil es den großen Topf, der zur Selbsbedienung einlädt, nicht mehr gibt. (hier ein extremes Beispiel).
Ganz im Gegenteil, jeder wird versuchen, wirkungslose, teure und z.T. sogar unsinnige medizinische Leistungen zu vermeiden und der Medizinbetrieb wird sich darauf einstellen, wirksame Leistungen zu konkurrenzfähigen Preisen zu erbringen.

Als "umgebautes Sozialsystem" funktioniert das so:

1. Sicherheit durch Kreditgarantie

Wer medizinische Leistungen braucht, die er nicht in einer Summe aus eigener Tasche finanzieren will oder kann, bekommt das Geld dafür. Allerdings als Darlehen, das er dann in Raten zurückzahlen muß.

2. Sicherheit durch Tilgungsbegrenzung

Die maximale monatliche Tilgungsrate wird, abhängig vom Einkommen, nach oben begrenzt. Damit wird erreicht, daß auch bei aufwendigsten Behandlungen oder Langzeiterkrankungen der monatliche Aufwand für die Gesundheit nicht über den Betrag steigt, der im bisherigen System der gesetzlichen Krankenversicherung zu zahlen ist.

3. Sicherheit durch Wahlfreiheit

Grundsätzlich gibt es einen Kredit für jede medizinische Leistung, die ein vom Patienten frei gewählter Arzt verordnet hat.


Die berechtigten Einwände:

a) Verzicht auf Vorsorge / Probleme in der Notfallmedizin

Niemand nimmt Vorsorgeleistungen in Anspruch, Schwangerschaften werden für Schwangere noch teurer und die Notfallversorgung wird ein reines Bank-Geschäft

b) Überschuldung der Patienten

Die Kredite wachsen ins Uferlose, die Rückzahlbarkeit ist nicht gewährleistet, am Ende sind die Erben ruiniert.


erfordern zusätzliche Regelungen:

4. Sicherheit durch direkte Versicherungsleistungen

Vorsorgeleistungen, Unfall- und Notfallmedizin sowie Schwangerschaft und Entbindung sind Versicherungsleistungen, die von der Versicherung direkt mit dem Leistungserbringer verrechnet werden. Dafür, sowie für Alterungsrückstellungen und das Kreditausfallrisiko und die Verwaltungskosten wird ein einkommensabhängiger Pflichtbeitrag erhoben. Weil diese Regelungen für alle Bürger der Republik gelten, sind auch alle beitragspflichtig. Einen Arbeitgeberbeitrag gibt es nicht mehr, dafür zum Ausgleich aber höhere Löhne, über deren Ausgestaltung sich die Tarifparteien zu einigen haben.

5. Sicherheit bei "Überschuldung"

Die Wahlfreiheit des Patienten wird begrenzt, wenn sein Gesamtkredit eine Höhe erreicht hat, die auf der Basis seiner persönlichen, maximalen Tilgungsraten innerhalb von 10 Jahren nicht zurückgezahlt werden kann. Dann erhält er Darlehen nur für die Bezahlung der Standardleistungen (die dem bisherigen Standard der ges. Krankenversicherung entsprechen).

6. Sicherheit durch Alterungsrückstellungen

Weil der Mensch mit zunehmendem Alter auch zunehmend medizinische Leistungen in Anspruch nimmt, wird aus seinem Beitrag zur Pflichtversicherung eine persönliche Alterungsrückstellung gebildet, die ab einem bestimmten Lebensalter zur Tilgung von Darlehen mit herangezogen werden kann.

7. Sicherheit durch Kreditbürgschaft

Mit dem Tod des Patienten erlischt die Rückzahlungspflicht. Offene Restdarlehen werden von der Versicherung übernommen.


Funktioniert das?

Daß das alles bezahlbar ist, läßt sich leicht nachvollziehen, auch wenn die hier angegebenen Relationen durchaus keine Vorgaben, sondern nur "Denkhilfen" darstellen, nach denen die Spezialisten das System austarieren können.

Von 100 Euro, die heute in die Kassen einbezahlt werden, werden nach Abzug der Verwaltungskosten 95 Euro für medizinische Leistungen wieder ausgegeben.

In Zukunft werden statt heute 100 nur ca. 50 Euro in die Kassen einbezahlt und davon etwa 15 Euro für Vorsorgeleistungen und Notfallmedizin wieder ausgegeben. Nach Abzug der Verwaltungskosten bleibt eine Reserve für Alterungsrückstellungen und die Deckung des Kreditausfallrisikos von ca. 30 Euro. Die "fehlenden" 50 Euro werden von den Versicherten als Tilgungsraten für die Darlehen aufgebracht oder - ganz ohne Inanspruchnahme von Darlehen - direkt bezahlt.

Es bleibt also die gleiche Verfügungsmasse im System, es bleibt damit ganz grundsätzlich bezahlbar.

Dazu kommen zwei positive Wirkungen:

1. Das System löst einen Sparsamkeits-Effekt aus, weil niemand zu viel Schulden machen und dann zuviel Tilgung zahlen will. Folglich werden unsinnige und überflüssige Leistungen mehr und mehr entfallen und durch Leistungen von höhere Qualität (ggfs. auch zu höheren Preisen) substituiert werden.

2. Weil alle Bürger versicherungspflichtig sind, werden auch die von den Privaten Krankenkassen herausgepickten "guten Risiken" wieder in die Finanzierung der medizinischen Gesamt-Versorgung mit einbezogen. Dies hat zusätzliche kostendämpfende Effekte. Schließlich machen private Kassen bei hohem Leistungsniveau zu niedrigen Preisen hohe Gewinne, weil sie - überzogen ausgedrückt - nur "Gesunde" versichern.

Die Balance im System wird durch das marktwirtschaftliche Agieren aller Beteiligten sichergestellt. Das verbleibende Risiko, und nur das, wird von der Solidargemeinschaft getragen.

zurück