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47 Fragen an Helmut Creutz, 47 Antworten
von Helmut Creutz,
kritisch betrachtet und analysiert von Egon W. Kreutzer
Frage 9
Mit der neunten Frage beschäftigt sich Creutz mit dem Volumen der leistungsfreien Einkünfte aus Zinserträgen.
Die Frage, die er sich stellen lässt, lautet:
Horst Siebert, Präsident
des Instituts für Weltwirtschaft, sagt, die Zinseinkommen
betragen drei bis fünf Prozent des Volkseinkommens. Wenn
doch aber in den Preisen durchschnittlich mindestens 30% Zinsanteil
enthalten ist, müsste dieser Wert dann nicht auch annähernd
für das Volkseinkommen gelten? Oder stimmt eine der Zahlen
nicht?
Die Antwort Creutz's sieht so aus:
Rechnen Sie selbst nach:
Im Jahr 2001 lag das Volkseinkommen bei 1.530 Mrd Euro, die Zinserträge
der Banken (= Schuldenzinsbelastung der Wirtschaft) bei 382 Mrd
Euro. Bezogen auf das Volkseinkommen ergibt sich daraus ein Anteil
von 25%, bezogen auf die Ausgaben der Haushalte in Höhe von
1.220 Mrd von 31%. Trotzdem ist die Aussage von Horst Siebert
nicht ganz falsch, weil im Zuge der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung
alle Zinseinkommen und Zinszahlungen gegeneinander saldiert und
damit aufgehoben werden. Im Zuge dieser Berechnung geht dabei
in das Volkseinkommen nur der (positive) Saldo der privaten Zinszahlungen
und Zinseinkommen sowie der (negative) Zinssaldo der öffentlichen
Haushalte ein. Diese beiden Salden werden dann nochmals gegeneinander
zu einer noch kleineren Größe verrechnet, die etwa
der von Siebert genannten entspricht.
Diese Neutralisierung aller Zinszahlungen und -einkommen ist sicher
überraschend, aber sachlogisch. Denn mit dem BIP wird die
Summe aller Wertschöpfungen ermittelt, zu der die Zinsen,
die nur eine sich ausgleichende Kosten- und Ertragsgröße
innerhalb der Wirtschaft sind, nichts beitragen.
Ohne die Zahlen geprüft
zu haben: An diesen Aussagen gibt es nichts zu deuteln. So ist
es.
Mehr in Kürze bei der Behandlung von Frage 10