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47 Fragen an Helmut Creutz, 47 Antworten von Helmut Creutz,
kritisch betrachtet und analysiert von Egon W. Kreutzer

 

Frage 7

Mit der siebten Frage geht Creutz auf die Zinspolitik der Geschäftsbanken ein.

Die Frage, die er sich stellen lässt, lautet:

Der ehemalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Breuer, hat kürzlich darauf hingewiesen, dass die Banken die letzte Zinssenkung der EZB nicht, bzw. nicht so rasch, an ihre Kunden weitergeben würden. Ist das denn zulässig, dass sich die Banken auf diese Weise bereichern?


Die Antwort Creutz's sieht so aus:

Zulässig ist das selbstverständlich in einer freien Marktwirtschaft, die Frage ist nur, wie lange so etwas im Rahmen des Wettbewerbs zwischen den Banken möglich sein wird. Da allerdings - wie bekannt - die Gewinne der Banken schon seit zehn Jahren deutlich gesunken und etliche Institute in Schwierigkeiten sind, werden sie versuchen, die Zinssenkung der Notenbank erst einmal zur Aufbesserung der eigenen Situation zu nutzen.

Im übrigen wirken sich Zinssatzänderungen der Notenbanken weitgehend nur auf den Geldmarkt aus, auf dem die Banken untereinander ihre Bestände an Zentralbankgeld ausgleichen. Aber auch bei einer Weitergabe des Zinsvorteils würde sich am Markt wenig verändern, weil die Senkung der Notenbankzinsen um einen halben Prozentpunkt für die Banken lediglich eine Einsparung von etwa 0,7 Mrd Euro ergibt. Umgerechnet auf die Schuldenzinsbelastung der Gesamtwirtschaft in Höhe von 380 Mrd Euro, würde sich damit lediglich eine Entlastung von zwei Promille ergeben! Die ganzen Aufregungen über die Leitzinsveränderungen sind also zu einem guten Teil Psychologie.


Die Zahlen habe ich nicht überprüft, aber im Tenor der Aussage bin ich in dieser Frage voll bei Helmut Creutz.





Mehr in Kürze bei der Behandlung von Frage 8