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47 Fragen an Helmut Creutz, 47 Antworten
von Helmut Creutz,
kritisch betrachtet und analysiert von Egon W. Kreutzer
Frage 47
Mit der siebenundvierzigsten Frage geht Creutz den Ursachen kurz- und langfristiger konjunktureller Schwankungen auf den Grund.
Die Frage, die er sich stellen lässt, lautet:
Ich habe mir in den letzten
Tagen und Wochen einige Male den Kopf darüber zerbrochen,
worin die Ursachen für das Auf und Ab der Konjunkturen bestehen.
Für mich in Frage kamen verschiedene Möglichkeiten:
die Unruhe der Zinspolitik der Zentralbanken
die Abweichungen der Aktienwerte von ihren Kursen
die Tatsache, dass es einmal aus irgendwelchen Gründen
zu einer Schwankung kam und diese Schwankung immer
nur Nulldurchgänge bezüglich der durchschnittlichen
Konjunktur
hinkriegt, nie aber in den Durchschnitt hinein.
Daraus ergibt sich die Frage: Ergeben sich konjunkturelle Schwankungen
unter den gegenwärtigen Bedingungen zwangsläufig, bzw.
ist die Wirtschaft, ggfs. im Zusammenwirken mit der Geldwirtschaft,
ein an sich instabiles Gebilde, das quasi so, wie das Mikrophon
vorm Lautsprecher selbst zu pfeifen anfängt, von "ganz
allein" ins Schwingen kommt?
Die Antwort Creutz's sieht so aus:
Ihre treffenden Überlegungen
und Vergleiche kommen der heutigen Wirklichkeit sehr nahe. Bedingt
auch durch psychologische Effekte, kommt es in der Wirtschaft
tatsächlich immer wieder zu sich verstärkenden Rückkopplungen.
Diese gehen vor allem vom Geld- und Spekulationsbereich aus und
werden durch die damit verbundenen Zins- bzw. Kursausschläge
nochmals verschärft. Auslöser dieser Ausschläge
wiederum dürften vor allem die Schwankungen des Geldumlaufs
und die sich daraus ergebende unzureichende Steuerung der Geldmenge
sein. Die als Folge dieser unzureichenden Steuerung ständig
im positiven Bereich verbleibenden Zinssätze lösen dann
noch jene Überentwicklungen der Geldvermögen aus, die
als Grundlage der Verschuldungen und Spekulationen rund ums Geld
die Instabilität des ganzen Gebildes schließlich an
den Rand des Einsturzes führen
Nun, an anderer Stelle
hat Creutz besser erklärt, dass aus dem Zusammenwirken von
Sättigungsprozessen und dem immer stärkeren Anwachsen
der Zinsansprüche zwangsläufig Krisensituationen entstehen
müssen, doch auch diese Erklärung kann man so stehen
lassen.
Dies war die letzte der 47
Fragen.
Die letzte der 47 Antworten
und die letzte von 47 Stellungnahmen.
Damit soll auch meine Kritik an den Thesen von Helmut Creutz ihren
Abschluss finden.
Die Auseinandersetzung mit diesen 47 Fragen und Antworten war
notwendig, um aufzuzeigen, wo sich die Lücken und Schwachstellen
in diesem scheinbar geschlossenen Denksystem befinden, dem immer
noch sehr viele Menschen anhängen. Die Creutz-Kritik wird
mich in der Zukunft der Mühe entheben, immer wieder auf's
Neue die gleichen "Stellungnahmen" zu den gleichen "Problemen"
abgeben zu müssen, und mir damit etwas Luft verschaffen.
Schließlich ist es wichtiger, die richtigen Erkenntnisse
zu verbreiten und aussichtsreiche Lösungen zu diskutieren,
als sich in solcher Kritik zu üben.
Egon W. Kreutzer
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