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47 Fragen an Helmut Creutz, 47 Antworten von Helmut Creutz,
kritisch betrachtet und analysiert von Egon W. Kreutzer

 

Frage 43

Mit der dreiundvierzigsten Frage wagt Creutz eine Prognose für den Verlauf der Geschichte, hätte es seit fünfzig Jahren einen Zins um Null gegeben.

Die Frage, die er sich stellen lässt, lautet:

Wie sähe die Welt aus und wo stünden Unternehmen und Arbeitnehmer heute bezüglich technischen Innovationen, Wohlstand und Wohlfahrt, wenn wir in den letzten 50 Jahren einen Zins um Null gehabt hätten?


Die Antwort Creutz's sieht so aus:

Wenn in unseren Volkswirtschaften die Zinsen mit den Sättigungen auf den Märkten abgesunken wären, hätten die Einkommensdiskrepanzen in unseren Gesellschaften und damit die sozialen Spannungen niemals die heutige Höhe erreicht, wären die Unternehmen und Staaten nicht überschuldet, gäbe es das Nord-Süd-Gefälle mit allen seinen Folgen in dieser Größe nicht, brauchten wir kein ständiges Wachstum ohne Rücksicht auf die Umwelt und unsere Kinder zu erzwingen und hätten - selbst wenn in den Industrienationen das heutige materielle Versorgungsniveau nicht erreicht worden wäre - weniger Grund, uns vor Kriegen oder weltwirtschaftlichen Zusammenbrüchen zu fürchten.

Das ist Illusion.

Die Ansammlung von Geld bei einzelnen Individuen ist keine Eigenschaft des Geldes, sondern Folge der Eigenschaften der Individuen. Einkommensdiskrepanzen und soziale Spannungen, überschuldete Staaten und das Nord-Süd-Gefälle sind nicht aus der Welt zu schaffen, solange es andere Möglichkeiten gibt, Einkünfte zu erzielen, die weit über dem Bedarf liegen.

Die Gier ist nicht dadurch zu beseitigen, dass der Zins beseitigt wird.




Mehr in Kürze bei der Behandlung von Frage 44