Bitte
unbedingt zuerst den Text oben lesen!
Danke.
47 Fragen an Helmut Creutz, 47 Antworten
von Helmut Creutz,
kritisch betrachtet und analysiert von Egon W. Kreutzer
Frage 41
Mit der einundvierzigsten Frage befasst sich Creutz mit den Möglichkeiten, der Umlaufsicherung durch Anlagen in stabilen Sachwerten (Edelmetalle) zu entgehen.
Die Frage, die er sich stellen lässt, lautet:
Meiner Ansicht nach dürfte sich durch die Geldhaltegebühren eine verstärkte Nachfrage nach Gold entwickeln, da dieses als dauerhaftes Naturgut keinem Substanzverlust und keiner Alterung unterliegt. Das würde meines Erachtens ein regelrechter Run auf Gold werden, eine lange Spekulationsentwicklung wie bei den Aktien, da auf recht lange Zeit mit einer ständigen Nachfragesteigerung zu rechnen ist. Auch wenn dies unser System nicht wesentlich bedroht, würde es doch immer größere Geldmengen für die Spekulationen binden. Sollten wir darauf nicht eine systemische Antwort finden oder reicht es aus, die Menschen an die eigene Verantwortung zu erinnern?
Die Antwort Creutz's sieht so aus:
Selbst Inflationen von
vier oder sechs Prozent bewegen die Menschen erfahrungsgemäß
nur in einem geringen Umfang, ins Gold zu flüchten. Noch
weniger dürfte das bei einer Umlaufsicherung der Fall sein,
die ja nur die gehaltenen Zahlungsmittel betrifft und der man
sich mit seinen ganzen Geldvermögenswerten durch normale
Bankeinlagen entziehen kann. Im übrigen haben alle Sekundärverkäufe
bereits vorhandener Güter, wie das beim Gold der Fall ist,
kaum Einfluss auf die Marktgegebenheiten. Das Geld wandert dabei
nur weiter, und zwar im allgemeinen an jemanden, der es eher für
normale Nachfrage einsetzt als der bisherige Goldbesitzer. Das
Problem größerer Kassenhaltungen für Goldspekulationen
wird darum, vor allem gemessen an den Börsenspekulationen,
relativ bedeutungslos sein. Außerdem werden solche Kassenhaltungen
durch die Umlaufsicherungsgebühren auch noch zusätzlich
eingeschränkt.
Die Wirkungen
einer Abwanderung in die Sachwerte sind nur unvollständig
beschrieben.
Natürlich ist es korrekt, dass das Geld - nach dem Kauf von
Gold - beim Verkäufer ist, der damit wiederum das gleiche
Problem hat, wie vorher der Käufer.
Nur ist es eben
nicht korrekt, dass Gold ausgerechnet von Menschen verkauft wird,
die mit dem dafür erhaltenen Geld die normale Nachfrage im
Inland beleben wollen (das meint Creutz so, die Formulierung in
seiner Antwort ist fehlerhaft).
Goldverkäufer sind ganz überwiegend die Goldproduzenten
und die Notenbanken, die sich - aus welchen Gründen auch
immer - von ihren Reserven trennen, dazu kommen Mengen aus den
Beständen spekulativer Großanleger.
Gold ist für Deutschland eine Importware. Die Frage der Devisenbewirtschaftung
und des Außenhandels kann hier nicht erschöpfend behandelt
werden. Doch sicher ist: Für den Ankauf von Gold im Ausland
wird die umlaufgesicherte Währung ebensowenig eingesetzt
werden können, wie für die Bezahlung jedes anderen Importgutes.
Ausländische Zentralbanken werden sich hüten, eine umlaufgesicherte
Währung zu ihren Reserven zu nehmen. Das bedeutet: Zur Bezahlung
von Importen muss der Inländer eines umlaufgesicherten Währungsraumes
grundsätzlich zunächst Fremdwährung erwerben. Damit
ihm das gelingt, ist er gezwungen, eigene Exporte in Fremdwährung
zu fakturieren.
Ein Land wie Deutschland,
dessen Wirtschaftsleistung zu einem erheblichen Teil in den Export
geht, wäre damit in einem sehr hohen Grade der Geldpolitik
ausländischer Zentralbanken und Regierungen ausgeliefert.
Die umlaufgesicherte Währung entpuppt sich im internationalen
Handel als unbeliebte "Weichwährung", die - von
gerissenen Währungsspekulanten abgesehen - niemand haben
will.
...und mit welchen Strategien die Zentralbank eines Landes mit
umlaufgesicherter Währung einer Spekulation gegen die umlaufgesicherte
Währung begegnen könnte, ist auch noch nirgends beschrieben.
Mehr in Kürze bei der Behandlung von Frage 42