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47 Fragen an Helmut Creutz, 47 Antworten
von Helmut Creutz,
kritisch betrachtet und analysiert von Egon W. Kreutzer
Frage 37
Mit der siebenunddreißigsten Frage wendet sich Creutz der wenig konkreten Zielsetzung der Freiwirtschaft bezüglich der Abschaffung oder Senkung der Zinssätze bei Umlaufsicherung zu.
Die Frage, die er sich stellen lässt, lautet:
Mir ist aufgefallen, dass in der freiwirtschaftlichen Literatur mal von Senkung und mal von Abschaffung der Zinsen bzw. von zinsloser Wirtschaft die Rede ist. Ich meine, dass das doch ein Unterschied ist. Darum meine Frage: Welche der beiden Variationen ist denn nun richtig?
Die Antwort Creutz's sieht so aus:
Abschaffung der Zinsen
bzw. zinslose Wirtschaft sind "verkürzte" bzw.
sachlich unzutreffende Bezeichnungen. Der Zins ist ein Knappheitspreis,
der sich - ähnlich wie Schwarze Märkte - nicht abschaffen
oder per Dekret verbieten lässt. Ziel der Freiwirtschaft
ist es vielmehr, den Zins, im Gleichschritt mit den Sättigungen
der Märkte, gegen null herunter gehen zu lassen, wie das
bei jedem Knappheitspreis bzw. -preisaufschlag der Fall ist. Kurz:
Der Zins ist in Zeiten knapper Ersparnisse und hoher Kreditnachfrage
gerechtfertigt, muss aber bei nachlassender Nachfrage auf den
Kapitalmärkten marktgerecht absinken. Das ist heute nicht
der Fall. Bei einer Zinshöhe von zwei bis drei Prozent setzt
auf den Kapitalmärkten ein Rückgang des Geldangebotes
ein, weil der Liquiditätsvorteil des Geldes dann überwiegt.
Das heißt, das Geld wird künstlich verknappt, selbst
wenn wir - wie seit langem der Fall - "in Geld schwimmen".
Mit einer Korrektur unserer Geldordnung, nämlich der Einführung
einer Geldhalte- oder Umlaufsicherungsgebühr, soll nun das
Geld gezwungen werden, sich auch dann noch auf den Kapitalmärkten
anzubieten, wenn der Zins unter die kritische Marke von zwei bis
drei Prozent fällt. Damit würden nicht nur Konjunkturstörungen,
sondern auch das Überwachstum der Geldvermögen und damit
die Einkommensumverteilung von der Arbeit zum Besitz zurückgehen,
und damit wiederum der Verschuldungs- und Wachstumszwang.
Helmut Creutz erklärt
hier, wie schon bei Frage 32, dass ein Umlaufsicherungsgebühr
für Geld dazu führt, dass sich das Geld auf den Kapitalmärkten
anbietet, auch wenn nur sehr niedrige Zinsen angeboten werden.
Dazu muss natürlich die langfristige Anlage von der Umlaufsicherungsgebühr
befreit sein, und damit verweise ich gerne zurück auf meine Ausführungen
zu Frage 32,
Mehr in Kürze bei der Behandlung von Frage 38