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47 Fragen an Helmut Creutz, 47 Antworten von Helmut Creutz,
kritisch betrachtet und analysiert von Egon W. Kreutzer

 

Frage 29

Mit der neunundzwanzigsten Frage berührt Creutz das heikle Thema der parallelen Existenz umlaufgesicherter und nicht umlaufgesicherter Währungen.

Die Frage, die er sich stellen lässt, lautet:

Ergibt sich nicht nach der Einführung des Euro das Problem, dass alle Euroländer die Umlaufsicherung gleichzeitig einführen müssen, da ja sonst das flüchtende Kapital in den anderen Euroländern durch Zinsen gewinnbringend verwendet wird?

Die Antwort Creutz's sieht so aus:

Gegenüber anderen Währungsräumen wird normalerweise eine Einlagenflucht durch die Wechselkurse abgebremst, die bei einer verstärkten Nachfrage tendenziell ansteigen und damit den Zinsvorteil kompensieren können. Außerdem kann durch das verstärkte Geldangebot auch das Zinsniveau in dem anderen Währungsraum absinken und die Verlagerungen uninteressanter machen. Hinzu kommt noch das Wechselkursrisiko bezogen auf einen späteren Rücktausch.
Da alle diese ausgleichenden Effekte innerhalb eines Währungsraumes entfallen, treffen Ihre Bedenken zu: Eine Umlaufsicherung muss immer den ganzen Währungsraum betreffen, da es sonst zu den angesprochenen Verlagerungen von Geldeinlagen kommt.


Hier hat Helmut Creutz zweifellos recht. Er bringt ganz klar zum Ausdruck, dass sich eine umlaufgesicherte Währung und eine nicht umlaufgesicherte Währung im gleichen Währungsraum nicht ergänzen, sondern behindern.

Diese Erkenntnis auf das Verhältnis zwischen regionalen Komplementärwährungen mit Umlaufsicherung und dem primären Zahlungsmittel zu übertragen, ist im Grunde nicht schwer. Dennoch verlangen die meisten Freiwirte - und ein Großteil davon unter Berufung auf Helmut Creutz, genau solche, umlaufgesicherten Komplementärwährungen zu gestalten.

 






Mehr in Kürze bei der Behandlung von Frage 30