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47 Fragen an Helmut Creutz, 47 Antworten von Helmut Creutz,
kritisch betrachtet und analysiert von Egon W. Kreutzer

 

Frage 25

Mit der fünfundzwanzigsten Frage zeigt Creutz auf, warum seiner Meinung nach eine Umlaufsicherungsgebühr zum Sinken der Zinsen führt.

Die Frage, die er sich stellen lässt, lautet:

Sie schreiben, dass die Umlaufsicherung nur auf Bargeld angewendet werden soll. Die meisten reichen Menschen, die ohne Arbeit nur von Zinsgeschenken leben, haben jedoch ihr Geld auf der Bank. Solange diese Zinszahlungen leistet, wird es doch auch nicht zu einer Vergabe zinsloser Kredite kommen. Muss die Sicherung des Geldumlaufs nicht vor allem vom Großkapital ausgehen und nicht von denen, deren Besitz als Bargeld in die Tasche passt?

Die Antwort Creutz's sieht so aus:

Zu einer Vergabe zinsloser Kredite kann es nur dann kommen, wenn die für Konsum oder Investitionen nicht ausgegebenen Einkommensteile den Banken auch zinsfrei zufließen. Um das zu erreichen, soll die Geldhaltung mit Gebühren verknüpft werden. Aufgrund dieser Gebühren, die einen Freigabedruck ausüben, wird dann nicht mehr möglich sein, den Zins durch künstliche Verknappungen des Geldangebots marktwidrig hoch zu halten. Gibt man aber, um der Gebühr zu entgehen, sein übrigens Geld auch bei geringen oder schließlich sogar auch ohne Zinsansprüche zur Bank, dann sinken nicht nur die täglich neu ermittelten kurzfristigen Zinsen, sondern in Folge nach und nach auch die Zinsen für die großen bei den Banken untergebrachten Guthabenbestände.

Da die Umlaufsicherungs-Gebühr zweckmäßigerweise auf die gesamten Zahlungsmittelbestände, also auf Bar- und Giralgeld, eingesetzt werden muss, wird jeder in Höhe seiner liquiden Geldhaltung von der Gebührt betroffen, also nicht nur diejenigen, die lediglich eine kleine Bargeldkasse halten.

Wieder bleibt Creutz im Ungefähren. Wie die Umlaufsicherung ausgestaltet sein soll, die solche Wunder bewirkt, bleibt sein Geheimnis.

Wenn man versucht, sich "Umlaufsicherung" konkret vorzustellen, fällt doch zuerst auf, dass die Umlaufsicherungsgebühr eine Hauptwirkung haben wird, dass nämlich jeder zum Stichtag versuchen wird, möglichst überhaupt kein Bargeld zu besitzen.

Das ist kein Problem, denn schon die Übertragung auf ein Tagesgeldkonto (das ist kein Zahlungsmittel) würde vor der Gebühr schützen.

Monatlich, viertel- oder halbjährlich würden daher alle liquiden Mittel aus der Welt verschwinden, um am nächsten Tag wieder aufzutauchen.

Falls der Währungsdesigner deshalb auch solche kurzfristigen Anlagen zum flüssigen, von der Umlaufsicherungsgebühr betroffenen Geld rechnen sollte, werden ihm die Banker ein neues Schnippchen schlagen. Alles Bargeld wird auf längerfristigen Anlagen umgebucht, bleibt also frei von der Umlaufsicherungsgebühr. Der Kunde verfügt nur noch über ein grundsätzlich im Soll befindliches Girokonto mit einem Dispositionskredit, der sich an der Höhe seiner Guthaben bemisst.


Spätestens damit ist das Abenteuer Umlaufsicherung beendet.
Die Erhebung einer Umlaufsicherungsgebühr auf den Dispo-Spielraum - oder auf den ausgeschöpften Teil des Dispo-Kredits, je nach Belieben, wäre nämlich die letzte noch denkbare Möglichkeit, um endgültig den Gipfel der Absurdität zu besteigen.





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