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47 Fragen an Helmut Creutz, 47 Antworten
von Helmut Creutz,
kritisch betrachtet und analysiert von Egon W. Kreutzer
Frage 24
Mit der vierundzwanzigsten Frage erklärt Creutz, was er unter einer Komplementärwährung versteht.
Die Frage, die er sich stellen lässt, lautet:
Was ist eine Komplementärwährung
und wie funktioniert sie? Wo ist eine solche Währung schon
angewendet worden?
Die Antwort Creutz's sieht so aus:
Unter Komplementärwährungen
versteht man lokale oder örtliche Zusatz- oder Ergänzungswährungen,
die neben der eigentlichen nationalen oder übernationalen
Währung durchweg auf privater Ebene installiert werden. Auf
Grund der geringen Teilnehmerzahl und des damit verbundenen relativ
hohen Informations- und Transaktionsaufwands bleiben ihre Entwicklungen
meist sehr begrenzt. Erfolgreicher und auch für die wirtschaftlichen
Vorgänge gewichtiger können sie jedoch dann werden,
wenn die offiziellen Währungen nicht mehr oder nur noch unzulänglich
funktionieren, wie z.B. in Kriegs- und Nachkriegszeiten oder in
deflationären Krisenphasen. So z.B. 1931 in Wörgl oder
heute in Argentinien, wo die "creditos" inzwischen fast
landesweit als Tauschhilfsmittel benutzt werden.
Abgesehen davon, dass
die Wörgl-Währung eigentlich nicht als privat bezeichnet
werden kann, immerhin hatte in Wörgl der Bürgermeister
die Sache in die Hand genommen, hat Creutz beschrieben, was eine
Komplementärwährung ist - er hat allerdings darauf verzichtet,
zu erklären, wie sie funktioniert.
Es gibt Dutzende von Modellen für Komplementärwährungen,
etliche davon auch in Deutschland. Alle sind auf kleine Teilnehmerzahlen
in kleinen Regionen beschränkt und sind kaum mehr, als der
Versuch, die Abwanderung von Kaufkraft aus einer Region zu verhindern.
Die Initiatoren sind in aller Regel begeistert von ihrer Währung,
das tatsächlich damit abgewickelte Transaktionsvolumen ist
jedoch vernachlässigenswert klein, was die Frage aufwirft,
ob sie eigentlich wirklich funktionieren.
Mehr in Kürze bei der Behandlung von Frage 25