Bitte unbedingt zuerst den Text oben lesen! Danke.


47 Fragen an Helmut Creutz, 47 Antworten von Helmut Creutz,
kritisch betrachtet und analysiert von Egon W. Kreutzer

 

Frage 23

Mit der dreiundzwanzigsten Frage befasst sich Creutz mit der Höhe der Zinszahlungen und deren Empfängern.

Die Frage, die er sich stellen lässt, lautet:

Im Jahr 2000 lagen die ausgeschütteten Nettozinsen der deutschen Banken bei "sagenhaften" 574 Mrd DM. Diese Zahl ist so gigantisch wie gleichzeitig ein grandioses Argument gegen das Zinsprinzip, dass ich es immer wieder in meinen Argumentationen anwende. Allerdings fehlt mir dabei die Quellenangabe, auch für die Zinszahlungen in den vergangenen Jahren. Können Sie mir dazu Angaben machen? Und sind die Zahlen so aufgeschlüsselt, dass man sehen kann, wohin die Zinsen fließen, z.B. an Fondsgesellschaften, Privatpersonen, Konzerne etc.?

Die Antwort Creutz's sieht so aus:

Die Zahlen der Zinserträge, -aufwendungen und -überschüsse der deutschen Banken werden jährlich von der Bundesbank in ihrem Bericht über die "Ertragslage der deutschen Kreditinstitute" im Monatsbericht September veröffentlicht, zusammen mit den Zahlen der letzten Vorjahre. Zu beachten ist, dass den oben genannten Zinsausschüttungen in Höhe von 574 Mrd DM noch höhere Zinserträge der Banken in Höhe von 724 Mrd DM gegenüberstanden, die praktisch mit der Schuldenzinsbelastung unserer Volkswirtschaft identisch sind (langfristige Entwicklungszahlen dazu sind im 17. Kapitel meines Buches "Das Geld-Syndrom" wiedergegeben, ebenfalls in der Darstellung 77). Weiter ist zu beachten, dass zu diesen schuldenbezogenen Zinslasten, etwa in halber Höhe dieses Betrages, noch die Zinsen für das schuldenfreie Sachkapital hinzugerechnet werden müssen. Die gesamten Zinslasten im Jahr 2000 lagen also bei mehr als 1.000 Mrd DM und damit bei 25 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Eine Aufteilung der Zinsausschüttungen nach Empfängergruppen wird von der Bundesbank nicht ausgewiesen. Sie lässt sich jedoch in etwa aus den Zusammensetzung der Geldvermögen und Schulden entnehmen, die von der Bundesbank in ihrer statistischen Sonderveröffentlichung Nr.4, "Ergebnisse der gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung", jährlich veröffentlicht wird, jeweils mit Rückblick auf die Entwicklungen der letzten zehn Jahre. Die Veröffentlichungen der Bundesbank sind kostenlos zu beziehen (Postfach 10 06 02, FFM) bzw. im Internet unter www.bundesbank.de einzusehen. _

Ja, so sind die Fakten.





Mehr in Kürze bei der Behandlung von Frage 24