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47 Fragen an Helmut Creutz, 47 Antworten
von Helmut Creutz,
kritisch betrachtet und analysiert von Egon W. Kreutzer
Frage 20
Mit der zwanzigsten Frage versucht Creutz zu erläutern, welche positiven Wirkungen der Zins hat - und das diese durch eine Umlaufsicherung ebenfalls erreicht werden müssen.
Die Frage, die er sich stellen lässt, lautet:
Müssen wir nicht
annehmen, dass die Gesamtwirtschaft kaputt ginge, wenn über
einen niedrigen oder sogar entfallenden Zins kein Anreizsystem
mehr vorhanden wäre, anderen Wirtschaftsteilnehmern Fremdkapital
zu gewähren?
Die Antwort Creutz's
sieht so aus:
Selbstverständlich
muss es für den Sparer einen Anreiz geben, sein übriges
Geld einem anderen leihweise zu überlassen. Der heutige Anreiz,
nämlich der Zins, hat jedoch in seinen Auswirkungen auf Dauer
in mehrfacher Hinsicht destruktive Folgen. Man denke nur an die
Überentwicklungen der Geldvermögen, Schulden und Zinsströme.
Außerdem verliert der Zins bei einem Absinken der Zinssätze
seinen Antriebseffekt, da der Anreiz für den Sparer, sein
Geld frei zu geben, mit sinkenden Zinsen nachlässt. Schließlich
setzt sogar eine immer deutlicher Geldhortung ein mit der Gefahr
deflationärer Rezession. Das heißt, der Zins kann sich
heute den allgemeinen Sättigungserscheinungen und dem damit
verbundenen Absinken der Knappheitsgewinne und Sachkapitalverzinsungen
in der Wirtschaft entziehen. Deshalb muss eine konstruktive Umlaufsicherung
geschaffen werden die das Festhalten von Geld mit Kosten verbindet
und es auch dann noch in einem stetigen Kreislauf hält, wenn
der Zins als Anreiz dazu versagt.
Leider bleibt
Creutz auch bei diesem essentiellen Problem wieder vollkommen
im Ungefähren.
Die "konstruktive Umlaufsicherung", die das Wunder bewirken
soll, das Festhalten von Geld mit Kosten zu verbinden um dem Sparer
einen Anreiz zu geben, sein übriges Geld einem anderen leihweise
zu überlassen, und die das Geld auch dann noch in einem stetigen
Kreislauf halten soll, wenn der Zins als Anreiz dazu versagt,
ist auch nicht ansatzweise beschrieben.
Creutz hätte statt "konstruktive Umlaufsicherung"
ebensogut "strukturelle Maßnahmen" schreiben können,
seine Aussage hätte nichts von ihrer Beliebigkeit verloren.
Interessant ist, dass Creutz an dieser Stelle unterstellt, dass
der Zins das Geld im Umlauf hält.
Die Umlaufsicherung, die er anstrebt, soll, so lese ich das hier,
lediglich eine Funktion des Zinses übernehmen, damit der
Zins abgeschafft werden kann.
Mehr als Kopfschütteln ist an dieser Stelle nicht möglich.
Mehr in Kürze bei der Behandlung von Frage 21