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47 Fragen an Helmut Creutz, 47 Antworten von Helmut Creutz,
kritisch betrachtet und analysiert von Egon W. Kreutzer

 

Frage 19

Mit der neunzehnten Frage befasst sich Creutz mit der Notwendigkeit internationaler Zusammenbarbeit bei der Lösung des Geldproblems.

Die Frage, die er sich stellen lässt, lautet:

Die Reform unseres Systems ist aus mir einleuchtenden Gründen sicher notwendig, da es ohne diese zwangsläufig, zumindest längerfristig, zum Kollaps führt (Staatsbankrott, soziale Unruhen, übersteigerte Rüstung oder sogar Kriege). Aus meiner Sicht kann das jedoch nur gemeinsam mit den führenden Industrienationen (G7) erfolgen, um die genannten Probleme zu vermeiden.

Die Antwort Creutz's sieht so aus:

Zweifellos wäre eine Gemeinsamkeit der Maßnahmen wünschenswert, sie ist aber m.E. nicht unbedingt erforderlich. So hat z.B. die Schweiz seit Jahrzehnten um ca. zwei Prozent niedrigere Zinssätze als Deutschland, und in Japan liegen die Zinsen bekanntlich nahe Null, ohne dass dies den grenzüberschreitenden Waren- und Geldverkehr allzusehr beeinträchtigt. Die Unterschiede werden ggfs. über die flexiblen Wechselkurse ausgeglichen, die ihrerseits - siehe Dollar seit einem Jahr - oft viel größere Ausschläge ausweisen, als sich das mit Handel und Zinshöhen erklären ließe. Kann also ein Land mit Hilfe einer konstruktive Umlaufsicherung seine Zinsen senken (und zwar ohne Deflationsgefahren wie in Japan!) werden sich die Vorteile dieses Effektes sehr rasch zeigen und die anderen Länder zur Nachahmung animieren. Ähnlich ist das in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts bei der Abkopplung der Währungen von der Goldbindung der Fall gewesen, die sich ebenfalls ohne vorherige Absprache sehr schnell ausbreitete.


Richtig ist: Kein Staat muss bei der Lösung seines Geldproblems auf die Zustimmung oder Mitarbeit anderer warten. Dafür braucht es allerdings keine der hier angebotenen Begründungen, auch keine Umlaufsicherung, nur den politischen Willen.






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