Bitte unbedingt zuerst den Text oben lesen! Danke.


47 Fragen an Helmut Creutz, 47 Antworten von Helmut Creutz,
kritisch betrachtet und analysiert von Egon W. Kreutzer

 

Frage 18

Mit der achtzehnten Frage behandelt Creutz das Thema der Wechselkurschwankungen auf den Devisenmärkten.

Die Frage, die er sich stellen lässt, lautet:

Handel mit einem Land zu führen, dessen Währung ständig an Wert verliert, stelle ich mir als großes Hemmnis vor. Wenn z.B. ein Unternehmer mit dieser Währung Waren in einem Land mit "fester" Währung kaufen wollte, dann würde diese Währung sicher mit einem Risikoaufschlag belegt oder nicht angenommen werden, was den Handel sicher erheblich erschweren würde.


Die Antwort Creutz's sieht so aus:

Durch eine Gebühr auf das benutzte Geld verliert die Währung eben so wenig an Wert, wie bei einer Gebühr für die Benutzung von Parkplätzen das Verkehrswesen. Vielmehr wird in beiden Fällen für eine Nutzungs-Optimierung gesorgt. Dabei ermöglichen die Geldnutzungsgebühren den Notenbanken sogar, die Geldmenge direkt zu steuern und damit die Kaufkraft endlich stabil zu halten. Die heute bei grenzüberschreitenden Geschäften üblichen Absicherungen gegen Kaufkraftverluste werden also eher ab- als zunehmen können.

Das Beispiel hinkt nicht nur, es ist unbrauchbar.

Natürlich verliert das Geld für den Besitzer durch die Gebühr an Wert.
Die Gebühr wird ja nicht für die Nutzung erhoben, sondern für die Nichtbenutzung!

Das Prinzip der "Umlaufsicherung" auf einen Parkplatz anzuwenden, würde bedeuten, dass die Fläche des Parkplatzes in regelmäßigen Abständen verkleinert wird, so dass statt anfänglich 100 Autos nach einem Jahr nur noch Platz für 95 ist, nach einem weiteren Jahr nur noch für 90, usw.

Doch Creutz spricht nun ja auch nicht mehr von einer Umlaufsicherungsgebühr, also einer Belastung für ruhendes, nicht benutztes Geld, sondern vom Gegenteil, nämlich von einer Geldnutzungsgebühr, die es den Notenbanken erlauben würde, die Geldmenge direkt zu steuern und damit die Kaufkraft endlich stabil zu halten.

Doch Geldnutzungsgebühren kennen wir. Sie heißen Zinsen. Sie werden von dem gefordert, dem das Geld zur Nutzung zur Verfügung gestellt wird, so lange, bis er es nicht mehr braucht, bis er also die Tilgung vollzogen hat. Damit aber ist es den Notenbanken nicht gelungen, die Geldmenge direkt zu steuern.

Sollte Creutz aber mit der "Geldnutzungsgebühr" weiterhin die "Umlaufsicherungsgebühr" meinen, dann stellt sich die Frage, welches Instrument die Notenbank hat, die Geldmenge direkt zu steuern?

Zunächst kann sie nur zusehen, wie der Nominalwert der von ihr betreuten Währung von Gebührentermin zu Gebührentermin kleiner wird.

Dann könnte sie ggfs. die Gebührensätze verändern, um die Schrumpfung des Nominalwertverlustes zu beschleunigen oder zu bremsen.

Aber es gibt noch keinerlei Anzeichen dafür, wie die Notenbank einem drohenden Geldmangel begegnen und die Geldmenge wieder ausweiten soll. So viel Geld braucht die Notenbank nicht, um ihren Geschäftsbetrieb zu finanzieren, als dass sie mit diesen Ausgaben die Geldmenge aus der Druckerpresse wieder auffüllen könnte.

Sie wird also wieder darauf warten müssen, dass jemand bereit ist, Schulden zu machen.


An den Wertschwankungen der Währungen untereinander (den Wechselkursveränderungen), deren Ursachen zu einem erheblichen Teil die internationale Währungsspekulation ist, die versucht, künftige Veränderungen von Wirtschaftskraft, Geldmenge, Verschuldungsgrad und Zinssätzen vorwegzunehmen - oder herbeizuführen, wird die Umlaufsicherung so wenig ändern, wie die Geldnutzungsgebühr.

Es muss sogar gefragt werden, ob nicht eine Umlaufsicherungsgebühr mit fixen Gebührenterminen eine zusätzliche, neue Form der Devisenspekulation hervorbringen würde.




Mehr in Kürze bei der Behandlung von Frage 19