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47 Fragen an Helmut Creutz, 47 Antworten von Helmut Creutz,
kritisch betrachtet und analysiert von Egon W. Kreutzer

 

Frage 16

Mit der sechzehnten Frage kommt Creutz wieder auf die Umlaufsicherungsgebühr zurück. Diesmal behandelt er die Frage, ob eine Umlaufsicherungsgebühr auf Bargeld zum Verschwinden des Bargeldes führen würde.

Die Frage, die er sich stellen lässt, lautet:

Würde die Einführung einer auf Bargeld beschränkten Geldumlaufgebühr nicht in letzter Konsequenz auf eine Abschaffung des Bargeldes hinauslaufen, da unbare Zahlungsmittel (Kreditkarte, ec-Karte), weil frei von Gebühren, attraktiver sind?

Die Antwort Creutz's sieht so aus:

Zweifellos würde die Einführung einer Umlauf-Sicherungsgebühr auf das Bargeld zu einer Verringerung der Haltung von Bargeld führen, wenn auch weniger zu einer der Nutzung. Da aber auch heute schon etwa ein knappes Drittel der Endnachfrage über Girokonten abgewickelt wird, ob direkt per Überweisung oder indirekt über ec- und andere Karten, wird meist auch die Einbeziehung dieser Zahlungsmittelbestände auf den Girokonten in die Umlaufsicherung vorgesehen. Die Höhe der Gebühren (die sich hier leicht per Computer einziehen lassen!), kann jedoch etwas geringer als beim Bargeld sein. Das vor allem, wenn den Banken die Möglichkeit genommen würde, die Zahlungsmittelbestände auf den Girokonten zwischenzeitlich auszuleihen. Denn bei Fortfall dieser Ausleihemöglichkeiten müssten die Kosten des Giroverkehrs auf die Bestände umgelegt werden, was möglicherweise schon für eine ausreichende Knapphaltung sorgen würde.

Die Annahmen, von denen Creutz hier ausgeht, sind nach meiner Einschätzung falsch.

Sobald eine Umlaufsicherungsgebühr ausschließlich auf Münzen und Scheine erhoben würde, müssten diese zwangsläufig innerhalb kürzester Frist vollständig aus dem Umlauf verschwinden.

Die Begründung dafür ist einfach:

Alle Bestände, die im Ausland und im Inland als Sicherheitsreserven bzw. Schwarzgeld gehalten werden, würden von den Haltern schleunigst in andere Währungen (z.B. Dollar, YEN, engl. Pfund, Schweizer Franken), oder gleich in Gold, Silber, Diamanten etc. umgetauscht. Darauf gibt es zwar im heimischen Safe auch keine Zinsen, aber sie schwinden jedenfalls nicht.

Ein Teil dieser Bestände würde sogar in Umlauf kommen und dann, ganz im Sinne der Erfinder, zur Bezahlung von Einkäufen Verwendung finden, also von Endkunden an den Einzelhandel übergeben. Der Einzelhandel würde sich aber bemühen, den Großteil seiner Einnahmen bei den Banken einzuzahlen, und nur geringe Mengen Wechselgeld zurückbehalten, außerdem würde der Einzelhandel, z.B. in den Supermärkten, 9 von 10 Kassen auf electronic-cash umstellen, und nur noch eine Not-Bargeld-Kasse geöffnet lassen, weil nur so zu verhindern ist , dass an den Gebührenstichtagen erhebliche Mengen Bargeld aus den Supermarktkassen der Entwertung zum Opfer fallen.

Die Kunden würden sehr schnell dazu übergehen, ihrerseits kein Bargeld mehr von den Banken abzuholen, weil es in den Geschäften immer schwieriger wird, mit Bargeld zu bezahlen. In der Folge bauen die Banken nach und nach die Geldautomaten ab, so dass auch die Beschaffung von Bargeld immer umständlicher wird. Das wiederum zwingt auch die letzten kleinen Ladeninhaber, ein Kartenlesegerät zu installieren, mit dem Abbuchungen vom Konto des Kunden über dessen Scheck- oder Kreditkarte vorgenommen werden können.

Schon sind alle Marktteilnehmer in schöner Einigkeit der Umlaufsicherungsgebühr ausgewichen. Das letzte Sparschwein wird geschlachtet, der letzte Geldtransporter verschrottet.

Das dauert m.E. weniger als sechs Monate. Mehr dazu siehe auch unter Frage 8.


Der Hammer steckt in dieser Antwort aber wieder einmal im zweiten Teil:

Die Höhe der Gebühren (auf Girokontenguthaben), kann jedoch etwas geringer als beim Bargeld sein.

Das vor allem, wenn den Banken die Möglichkeit genommen würde, die Zahlungsmittelbestände auf den Girokonten zwischenzeitlich auszuleihen.


Die Banken können "Zahlungsmittelbestände" auf Girokonten doch gar nicht ausleihen? Wie soll das gehen, warum sollten sie so etwas tun?

Geht Helmut Creutz tatsächlich davon aus, dass die Salden auf den Konten der Banken das "Inhaltsverzeichnis" des Safes darstellen?

Glaubt Helmut Creutz ernsthaft, dass zu jedem Guthaben auf einem Girokonto eine entsprechende Menge Bargeld existiert, das entweder im Safe der Bank liegt, oder an andere Bankkunden ausgeliehen ist, was durch einen entsprechenden Schuldsaldo auf ihrem Konto dokumentiert ist?

Ein Guthaben auf einem Girokonto besagt nichts anderes, als dass die Bank in der Lage sein muss, dieses Guthaben auf Verlangen des Kontoinhabers jederzeit in bar auszuzahlen. Das kommt aber selten vor.

Vermutlich brauchen die Banken sogar viel mehr Bargeld dafür, an den Kassenautomaten das Geld bereitzustellen, dass für spontane Kreditaufnahmen (Inanspruchnahme des Dispo-Kredits) benötigt wird, als dafür, Barauszahlungen von Guthaben-Konten zu ermöglichen. Wenn jemand einen Kredit braucht, und er eine ausreichende Bonität nachweisen kann, dann erhält er - aus dem Nichts der doppelten Buchführung - gleichzeitig Geld (ein Guthaben auf dem Girokonto) und eine Schuld (einen Soll-Saldo auf dem Kreditkonto). Davon wird kein anderes Konto berührt. Dafür braucht es kein "Zahlungsmittelguthaben eines anderen Girokontos".

Creutz setzt dem Ganzen aber noch die Krone auf, indem er das Verleihverbot von Guthaben auf Girokonten damit begründet,
dass dann die Kosten des Giroverkehrs auf die Bestände umgelegt werden müssten, was möglicherweise schon für eine ausreichende Knapphaltung sorgen würde.

Jetzt wissen wir es aber ganz genau.

Die Kosten des Giroverkehrs sind derzeit so niedrig, weil die auf Girokonten eingezahlten Zahlungsmittel von den Banken gegen Zinsen weiterverliehen werden dürfen und diese Zinsen den Verwaltungsaufwand für die Führung der Girokonten subventionieren.

Verbietet man den Banken, diese "eingezahlten Zahlungsmittel" weiter zu verleihen, müssen die Kosten der Kontoführung den Inhabern der Konten voll belastet werden, was diese davon abhält, Geld auf Girokonten zu parken.

Wie verhält sich so ein Konteninhaber dann aber in dieser wirren Geldwelt?

Nun, ich würde mein Girokonto auch abräumen und das Guthaben in eine längerfristige Anlage übertragen.
Damit wird das ehemalige, böse Giralgeld, nach Auffassung von Helmut Creutz, zu gutem Spargeld, das keiner Umlaufsicherungsgebühr unterliegen darf, weil es von den Banken wieder verliehen werden kann und damit der Wirtschaft wieder zur Verfügung steht.

Erkennen Sie den Unterschied?




Mehr in Kürze bei der Behandlung von Frage 17