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47 Fragen an Helmut Creutz, 47 Antworten von Helmut Creutz,
kritisch betrachtet und analysiert von Egon W. Kreutzer

 

Frage 15

Mit der fünfzehnten Frage wendet sich Creutz der Möglichkeit und den Gefahren des Staatsbankrotts zu.

Die Frage, die er sich stellen lässt, lautet:

Kürzlich wurde gemeldet, dass Japan aus der Staatskasse die praktisch bankrotte fünftgrößte Bank des Landes mit Eigenkapital versorgt bzw. gekauft hat. Demnach kann der japanische Staat also trotz einer Verschuldung von 160 Prozent noch immer problemlos neue Kredite erhalten. Gibt es denn eine benennbare Obergrenze für die Verschuldungsquote der Staaten bzw. "ist der Ofen denn nicht irgendwann aus"? Und ist Hans Eichel bei uns nicht viel besser dran?

Die Antwort Creutz's sieht so aus:

Der "Ofen" für Staatsverschuldungen ist dann aus, wenn im In- und Ausland niemand mehr bereit ist, dem Staat etwas zu leihen. Oder wenn er die dann immer höher steigenden Zinslasten nicht mehr über Steuereinnahmen, bzw. über die Druckerpresse und damit eine Inflation, refinanzieren kann. Liegen die Zinsen aber nahe Null, wie in Japan auf Grund der Deflation der Fall, kann ein Staat sich relativ hoch verschulden, da ja kaum Zinsen dafür aufzubringen sind. Das heißt, die 140 oder 160 Prozent Verschuldung gemessen an der Wirtschaftsleistung, kann der japanische Finanzminister derzeit wahrscheinlich leichter tragen als Hans Eichel seine 60 Prozent. Steigen in Japan jedoch die Zinssätze wieder an, dann sieht die Sache anders aus.

Bei allen Vorbehalten, die sich daraus ergeben, dass Creutz immer nur die Zinsen als ein Problem ansieht, die aber an anderer Stelle ausreichend behandelt werden, ist an dieser Aussage nichts auszusetzen.




Mehr in Kürze bei der Behandlung von Frage 16