Gastbeitrag
von Jürgen Polz
veröffentlicht am 13. September 2011

Kommentare zum Zeitgeschehen


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Der Verfall des gesamtgesellschaftlichen Konsens'

 
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1 Angela Merkel
2 Innere Angelegenheiten
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4 Werbung ist Krieg - und wer geht hin?
5 Zwischen Schmerzgrenze und Hemmschwelle
6 Die Sache mit dem Zins
7 Schluss mit Lustig
8 Zins und Wachstumszwang
gehören zusammen
 9 Bananenrepublik
10 Dr. Petschow
Geld und Demokratie
11 Die freie demokratische Kopfpauschale
12 Progressive Benzinsteuer
13 nicht belegt
14 Volkswirtschaftlicher Gesamtschaden
15 Griechenland als Chance verstehen
16 Kurzarbeit - der Kombilohn durch die Hintertür
17 Die Mär vom gefährdeten Euro
18 Muttertagswahl
19 Europhrenie
20 Extremsparer - wie vom wilden Affen gebissen
21 Über den Verhältnissen
22 Die Würde des Amtes
23 Worum geht es?
24 Wahre Wirtschaftskriminalität
25 Au weia - Wohin mit dem Gold
26 Problematisches Goldverständnis
27 Woran man eine gute Regierung erkennt
28 Von Frau zu Frau Eva Scherrer
29 Ungarn - Irland - Deutschland ...
30 Alles Verbrecher
31 Das Staatsziel in drei Sätzen
32 Aktion Staatsziel
33 Die Geld-Hirn-Schranke
34 nicht belegt
35 Entschuldung per Vermögensabgabe
36 Besinnungslos fürs Grundeinkommen
37 Be- und Verdrossenheit
38 Schlagzeilen eines Tages
39 Die 10 Gebote, Nachtrag 2, Lohnabstandsgebot
40 Währungskrieg
41 Welt-Währungskrieg II
42 Auf dem Wachstumspfad
43 China - Macht und Ohnmacht
44 S21 und die aristotelische Lehre von der Handlung
45 Die Zeit der Narren
46 nicht belegt
47 Too big to fail
48 nicht belegt
49 Warum es fast allen immer schlechter geht
50 Jahresumbruch
1/2011 Rettung einer Illusion
2/2011 internes
3/2011 Diensleistungsgesellsch. 1
4/2011 Diensleistungsgesellsch. 2
5/2011 Diensleistungsgesellsch. 3
6/2011 Diensleistungsgesellsch. 4
7/2011 Warum es ist, wie es ist
8/2011 Der Untergang des Abendlandes
9 Theutschtest für Theutsche
10 Kam ein Wasserwerfer des Wegs
11 In jeder Hinsicht idiotengerecht
12 Aus den Tiefen des Bockshorns
13 Geld, das elende Missverständnis
14 Grundeinkommen à la Götz Werner
15 Dezentrale Energie / Speichertechnologie
16 Kernkraftwerksaktionäre
17 Dezentrale Energie /Speichertechnologie
18 Dezentrale Energieversorgung
19 Volks-
bewirtschaftungslehre
20 (nicht besetzt)
21 Die anonymen Wirtschaftskompetenzler
22 wieder nicht besetzt
23 Verschobene Spiele- verschobene Wahrnehmung 
24 Neues von Dr. Petschow
25 Fronleichnamsthema Steuersenkung
26 Empört euch!
27 Blick in leere Schädel - hilflos am Geld verzweifeln 
28 Die Billionenflut
29 Methylphenidat - die Wunderdroge
30 Die Gesundheit der Kinder
31 Die Gesundheit der Kinder II
32 Euro-Land ist abgebrannt
33 Internationaler Wettbewerb
34 Nicht belegt
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Der Verfall des

gesamtgesellschaftlichen Konsens'


Als mir Jürgen Polz in der letzten Woche seinen hochinteressanten und durch viele Links belegten Bericht über den bewusst inszenierten Niedergang des gesamtgesellschaftlichen Konsens' in Deutschland zusandte, war mir nach kurzem Anlesen klar: Das muss veröffentlicht werden!

Herr Polz hat meinem Wunsch, seinen Text auf www.egon-w-kreutzer.de zu veröffentlichen, zugestimmt. Ich brauch' dazu gar nichts mehr zu sagen, außer: Lesen, staunen und erinnern Sie sich. Es hat sich alles vor unseren Augen vollzogen. Und wir haben es nicht geschafft, dem wirksam etwas entgegenzusetzen.


Jürgen Polz

 

 

Kennen Sie Charles Moore?

Oder ein kurzer Abriss über ...

 

 

Na ja, ich kannte ihn bis vor ein paar Wochen (auch?) nicht.

Aber, als mir ein Artikel eines Mitherausgebers der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Frank Schirrmacher auffiel, da fand ich es schon interessant, daß die FAZ diesen Artikel publiziert.

I'm starting to think that the Left might actually be right

 Link zum Artikel

 

Wenn Sie die beigefügten Anlagen lesen werden, so werden Sie herausfinden, daß Moore die Biographie der ehemaligen und sehr konservativen englischen Premierministerin Margret Thatcher geschrieben hat, die allerdings erst nach ihrem Tode veröffentlicht werden darf.

Auch der o.g. Frank Schirrmacher von der FAZ, die sicher nicht in "Verdacht" steht, besonders linksliberal zu sein, nennt ihn in seinem Artikel "erzkonservativ" und daher halte ich es für um so bemerkenswerter, dass die Auswüchse unseres Wirtschaftssystems - aus dieser Ecke - zwischenzeitlich derart kritisiert werden.

 Link zum Artikel


Wenn hier beklagt wird, daß insbesondere Banken von "Freiheit" und "Globalen Handel" sprechen und wenn sie die Kohle verzockt haben, dann kommen sie heim zum Mutti und holen sich das verlorene Geld vom sonst so verschmähten Staat, also letztlich vom Fußvolk zurück.

Als ich vor weit über zwanzig Jahren begonnen habe an der Fachhochschule für Wirtschaft in Pforzheim Wirtschaftswissenschaften zu studieren, da regierten gerade die drei großen Wegbereiter dessen, was heute offensichtlich noch immer als weitgehend "allgemeingültig" angesehen wird.

Das waren

                • Ronald Reagan in den USA,
                • Margret Thatcher in GB und
                • Helmut Kohl in Deutschland.

 

Man nannte sie "Monetaristen"
und ihre politischen Vertreter organisierten sich vornehmlich in konservativen und wirtschaftsliberalen Parteien.

Diese sind in Deutschland die CDU/CSU und die FDP, in Frankreich das Parteienkonsortium um Sarkozy, in Italien die Parteien, die Silvio Berlusconi zu Mehrheiten verhelfen, in Österreich die ÖVP und die FPÖ (die des verstorbenen Herrn Haider).

Und in den Vereinigten Staaten von Amerika, sind dies die Republikaner. Das ist die Partei der Herren George Bush und des Herrn George W. Bush, des Herrn Donald Rumsfeld, der Sarah Pailin.

Allesamt besonders christlich-religiös, militärverliebt und alle halten gar nichts von einer staatlichen Krankenversicherung - für das knappe Drittel der Bevölkerung, die sich die Versicherungsprämien nicht leisten können.

Wissen Sie eigentlich, was es bedeutet, seine Angehörigen überflüssigerweise sterben zu sehen, nur weil SIE arm sind und die Regierung zugunsten von Steuererleichterungen für die Reichen, kein Geld für das Nötigste großer Teile der Bevölkerung hat?

Sie warnten vor den Massenvernichtungswaffen im Irak und in Zeiten, in welchen sie regieren, zerbersten Wolkenkratzer und andere Stahlbetonbauwerke quasi senkrecht und im "Freien Fall".

Die Massenvernichtungswaffen im Irak, die gab es nicht, aber die einstürzenden Bauwerke förderten die Akzeptanz in der Bevölkerung, den Irak zu zerschlagen.

 

Ihre Philosophie:

  • Der Markt kann alles besser, als der Nationalstaat.
  • Die Wirtschaft muss vor staatlicher Gängelei geschützt werden.
  • Jedes Angebot, schafft sich seine Nachfrage.
  • Der Staat kümmert sich am besten nur noch um die Rahmenbedingungen nach dem Motto:
    "Laissez faire" oder "Liberaler Nachtwächterstaat" und lässt der Wirtschaft freien Raum.

Letzteres bedeutet den Abbau von Arbeitnehmerrechten, die Kürzung von staatlichen Leistungen an weniger wohlhabende Teile der Bevölkerung etc.

Als Anfang der 80er Jahre die Regierung aus SPD/FDP von Helmut Schmidt und Hans-Dietrich Genscher endete und die FDP fortan mit der CDU unter Helmut Kohl eine neue Regierung bildete,

wurden im Haushaltsbegleitgesetz 1984

unter anderem das Arbeitslosengeld und die Arbeitslosenhilfe um rd. 10 % gekürzt, das Studenten-Bafög auf Vollkredit umgestellt und das Schüler-Bafög komplett gestrichen.

Vielleicht war das der Beginn der Entwicklung die dazu führte, daß der Anteil der Studenten aus finanziell kleineren Verhältnissen zunehmend geringer geworden ist. In meiner beruflichen Realität habe ich quasi nur noch mit Studenten zu tun, deren Eltern für die Wohnungsmiete bürgen können.

Als ich nach meiner Berufsausbildung die Fachhochschulreife nachholte und studierte, da habe ich mich über Nebenjobs, zwei Semester lang Bafög, schlecht und recht über Wasser gehalten, wobei ich sagen muss, dass es 1982 noch Schüler-Bafög (ca. DM 200,00) gab und die Studiengebühren von EUR 500,00 je Halbjahr von den späteren CDU/FDP-Landesregierung noch nicht eingeführt waren.

Ob ich nun unter den gegenwärtigen Bedingungen überhaupt ein Studium hätte abschließen können, das glaube ich schon angesichts der fehlenden Semesterferien, in denen ich ja mein Geld zum Leben verdient habe, eher nicht.

 

Ob unsere Politiker heute das so geplant hatten?

 Link zu einem bestürzenden Artikel

 

 

 

Auf der anderen Seite standen die "Fiskalisten"

Dies waren zu dieser Zeit die linken, grünen und sozialdemokratischen Parteien.

In Deutschland um die 70er Jahre herum die Regierungen von Willy Brandt und Helmut Schmidt von der SPD, die Grünen seinerzeit auch.

In den Vereinigten Staaten vom Trend her die Demokratische Partei um die Präsidenten Kennedy, Carter, Clinton und jetzt Obama.

Ihre Philosophie:

  • Der Staat hat regulierend einzugreifen, wenn Ungleichgewichte entstehen.

 

Dies schon allein deshalb, da die Marktwirtschaft zwangsläufig Kapital weiteres Kapital - quasi wie ein Magnet anzieht - und man auch die weniger reichen und gutverdienenden Teile der Bevölkerung an Wohlstand beteiligen wollte. Dies nannte man seinerzeit "Sozialer Frieden", Verteilungsgerechtigkeit.

Das alles ist schon lange her!

 

Mitte/Ende der 80er Jahre

brach als Folge der Liberalisierung der - von Michail Gorbatschow eingeleiteten - Perestroika die sog. Zentralverwaltungswirtschaft, zusammen. Der sog. "Real existierende Sozialismus" war am Ende. Das marktwirtschaftliche Wirtschaftssystem hatte gesiegt und wurde zunehmend unkritisch als alternativlos anerkannt...

Die sog. Soziale Marktwirtschaft wandelte sich zu einem Kapitalismus, und da dieser nicht mehr weltweit mit den sozialistischen Wirtschaftssystemen konkurrieren musste, um zu zeigen, dass er die menschlichere Wirtschaftsform wäre, konnte er sich ungehemmt entfalten.

  • Krankenhäuser konnten privatisiert werden
    Die "alte" Post wurde zu einer AG umgewandelt und in verschiedene Sparten wie Telefon, Internet, DHL-Paketdienst aufgeteilt.

    Als die Post noch in Staatsbesitz war, da hat die profitable Telefonsparte die defizitäre Paket- und Briefsparte quasi subventioniert. Wird so ein Staatsbetrieb privatisiert und zwangsläufig in verschiedene Sparten aufgeteilt, so muss jeder Teil (hier Brief-, Paket- und Telefonsparte - Internet kam zwangsläufig hinzu - ) in seinem Bereich Gewinne abwerfen, da private Investoren ja naturgemäß eine Rendite erwarten.
    Das müssen natürlich die Kunden bezahlen, die verbliebenen Beschäftigten müssen vergleichsweise mehr tun und die Vorstände bekommen höhere Gehälter...

  • Die Deutsche Bundesbahn befindet sich zwar noch in Staatsbesitz, die Umwandlung in die Deutsche Bahn AG ist bereits erfolgt, die weitere Privatisierung steht wohl bald bevor. Die SPD will 25 % an die Börse bringen, die CDU 50 %.

    Fakt ist, daß die Bahn angesichts ihrer Fahrpreise nicht wirklich als Verkehrsmittel für die "normalen" Bundesbürger geeignet ist. Sehen Sie sich mal die Fahrpreise an und vergleichen Sie die variablen Kosten für eine Fahrt mit dem Auto!

    Sie werden erkennen, dass zumindest ab 2 Personen das Autofahren wirtschaftlicher ist.
    Wenn der Staat die Umweltfrage ernstnähme, müsste die Bahn einen deutlichen Kostenvorteil bieten...!

 

Wieder zurück in die 80er Jahre....

In Deutschland regierte eine Koalition aus CDU/CSU und FDP - wie heute. In dieser Zeit galt die Devise:

              • Leistung muss sich wieder lohnen!
              • Erst müssen die Unternehmen Gewinne machen,
              • dann investieren diese und
              • dann gibt es quasi als Abfallprodukt:
                Arbeitsplätze

Das alles klang richtig gut, da ja jeder sich angesprochen fühlte, der sich als "leistungsfähig" betrachtete und sich gedanklich gut in einen wohlhabenden Marktteilnehmer einfühlen konnte.

Man will ja leistungsfähig sein, da alles andere ja eine Art Armutszeugnis wäre.

Ich hatte vor ein paar Monaten in einer Angelegenheit mit einer Frau zu tun. Sie befand sich in einem Privatinsolvenzverfahren, war arbeitslos, und die Perspektiven, so dachte ich mir, sahen nicht besonders gut aus.

Wir kamen so ein wenig ins Plaudern und ich fragte sie, ob sie die Idee für die auch Götz Werner, der Gründer der DM-Drogeriemarktkette, viele Veranstaltungen bestreitet, kennt?

Sie hatte von dieser Idee noch nie etwas gehört - und sie fand sie auch nicht gut, denn da würden ja die "Faulenzer" Geld ohne Leistung erhalten. Da war ich wohl in der Realität angekommen...

  • Wenn Parteien die Interessen einer privilegierten Minderheit vertreten, dann ist es schwer bei Wahlen, eine Mehrheit zu bekommen.

  • Aber wenn die Bevölkerung sich nur um ihre kleine "Welt" kümmert und nicht weiterdenkt, dann funktioniert das schon!!!

 

Da haben Medien wie BILD, ein wenig anspruchsvoller die WELT, die Privatsender mit ihren sog. "Reality Dokumentationen", ihrem seichten Programm und dem anderen Müll ganze Arbeit geleistet und die entsprechenden Ergebnisse erzielt.

Eine Frau, die völlig unten angekommen ist, keine Wohnung, keinen Job und kaum eine Zukunftsperspektive hat, die neidet sog. "Faullenzern" eine menschenwürdige Grundsicherung...

 

Wieder zurück in den 80ern:

 

"Leistung" begann damals bei einem zu versteuernden Einkommen von 50.000 DM im Jahr je Steuerpflichtigem - das war damals noch relativ viel Geld!

Nicht leistungsfähig sind ja schließlich immer die anderen, die dann in der sozialen Hierarchie auch unter einem stehen.

Kennen Sie den SPIEGEL-Artikel: " Die Mittelschicht betrügt sich selbst"?

 Link zum Artikel


So begann die Spirale nach unten für die Mehrheit der Bevölkerung...

Helmut Kohl und die Regierung aus CDU/CSU und FDP gewannen die Bundestagswahlen 1987, die erste gesamtdeutsche Bundestagswahl 1990 ("Blühende Landschaften hat Herr Dr. Kohl und seine CDU versprochen) und auch noch die, des Jahres 1994.

Die jeweiligen Wahlverlierer, insbesondere die SPD und die Grünen, mussten irgendwann erkennen, dass sie ohne staatlich verordneten Egoismus auf lange Sicht nicht in der Lage sein werden, Wahlen zu gewinnen, wenn sie nicht auf die eingeschlagene Linie einschwenken.

Die Fiskalisten sind tot - es leben die Neoliberalisten!

 

Die Wirtschaft wurde auch nach der Bundestagswahl des Jahres 1998 quasi in Ruhe gelassen und die "Kleinen Leute" sollten sich den Bedingungen unterordnen. Dies wurde insbesondere nach 2002 deutlich, als die Hartz IV-Gesetze und die Rente mit 67 beschlossen wurden. Der rechte Flügel der SPD stellte die Minister, der linke Flügel verlor an Bedeutung. Die Grünen machten mit, da ja schließlich der Atomausstieg durchgesetzt wurde.

Angela Merkel von der CDU konnte nach dem 27.09.2009 endlich mit ihrem Lieblingspartner, der FDP, regieren.

Die AKWs konnten noch gut 10 Jahre länger laufen, die Gewinne hieraus fließen den 4 Konzernen zu, die sie betreiben.

Herr Röttgen, Bundesumweltminister und eigentlicher Gegner der sog. "Friedlichen Nutzung der Atomenergie" stimmte bei der entsprechenden Abstimmung im Parlament Ende 2010 der Laufzeitverlängerung im übrigen zu.

Ob ihm hier die Karriere in seiner Partei, insbesondere seine seinerzeitige Kandidatur zum Parteivorsitz in Nordrhein-Westfalen, wichtiger war?

Herr Röttgen ist nicht nur Bundesumweltminister, sondern als Bundestagabgeordneter ausschließlich seinem Gewissen verpflichtet.

Ob er dies seiner Kabinetts- oder Fraktionsdisziplin untergeordnet hat?

Unglaublich, wie viel Glaubwürdigkeit er gewonnen hätte, hätte er dagegengestimmt und somit dem Land und vielleicht der Welt gezeigt, dass er seiner Abgeordnetenverpflichtung - entsprechend seiner diesbezüglichen Haltung - nachgekommen wäre.

Selbst Herr Westerwelle war bei dieser Abstimmung gewissermaßen verhindert....

 

Dann kam die Katastrophe von Fukushima
und die schwarz-gelbe Bundesregierung stand so richtig "blöd" da!

Frau Dr. Merkel und ihre Berater erkannten, dass sie fortan kaum noch Wahlen gewinnen konnten, da die Wähler wenigstens in dieser Hinsicht aus dem Zustand "Kollektiver Verblödung" erwacht waren.

So kam es zu einem erneuten Atomausstieg, der in etwa den Regelungen von Rot-Grün entsprach -

immerhin!

 

 

Herr Stefan Mappus, bis zum Frühjahr 2011 Ministerpräsident in Baden-Württemberg, geht zum Pharmakonzern Merck um wohl "richtig" Geld zu verdienen.

 Link zum Artikel

 

Keine Ahnung, was der im Frühjahr gescheiterte und niemals gewählte frühere Ministerpräsident so richtig kann, aber ich schätze mal, dass seine Gage dort nicht unerheblich sein wird...

Ach ja, das, was Merck an Herrn Mappus bezahlen wird, das ist selbstverständlich in die Produktpreise, die Sie als Kunden oder Sie als Krankenversicherte bezahlen werden, einkalkuliert!

Schade, dass er meinen Vorschlag vom März 2011 nicht aufgegriffen hat und seitdem zusammen mit seinen bisherigen Kabinettskolleginnen und -kollegen ehrenamtliche Aufräumarbeiten in Fukushima ausübt.

Aber so ist das wohl bei allen, die uns soviel Müll erzählen.

Knallt es, so sind sie weg - weit weg!

Wäre das AKW Neckarwestheim hochgegangen, wäre die Atomlobby körperlich bestimmt auch nicht mit ihren Familien im Raum Stuttgart oder Heilbronn geblieben...

 

Egal wie:

Charles Moore kennen Sie nun auch nicht näher - aber vielleicht ein paar Hintergründe...

 

Und dann habe ich noch einen - etwas bekannteren - Zeitgenossen, der auch nicht in "Verdacht" steht "links" zu sein.

Paul Kirchhof befand sich im Schattenkabinett von Frau Merkel im Jahre 2005.


Interview in der F.A.S. - Kirchhof beklagt „Feudalismus“ im deutschen Steuerrecht - 21.08.2011

 Link zum Artikel

Das deutsche Steuerrecht belastet die Schwachen und begünstigt die Starken:


Das sagt Steuerrechtler Paul Kirchhof im Interview mit der F.A.S. Scharfe Kritik äußert er an den Rettungsprogrammen für Euro-Staaten.

Damit werde „Solidarität gegenüber dem Finanzmarkt“ geübt.


Der Steuerrechtler und frühere Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof hat „Feudalismus“ im deutschen Steuerrecht beklagt. Es beruhe auf dem „Recht des ökonomisch Stärkeren“ und führe zu einer „Umverteilung von Arm zu Reich“, sagte Kirchhof der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Die Politik habe über lange Zeit Ausnahmen und Privilegien geschaffen, die vor allem gut organisierte Interessengruppen begünstigten, die ohnehin ökonomisch bevorteilt seien.

„Die Schwachen werden belastet und die Starken begünstigt“,

sagte Kirchhof.

Viele Politiker hätten an dem bisherigen „Verwirr- und Privilegiensystem“ mitgewirkt. Sie sähen in den
Vergünstigungen, die sie für ihre Lobby erkämpft hätten, ihren beruflichen Erfolg und stünden einer
Reform im Weg.

 

Es sind unsere Politiker, unsere Parteien, die wir wählen,

oder die wir durch Wahlenthaltung wählen.

 

Aber diese Politiker und diese Parteien sind so wie sie sind und sie verhalten sich so, wie sie sich verhalten, weil die Bürger sich nicht wirklich für diese Themen interessieren. Wir leiden größtenteils zwar darunter, sind allerdings beruflich so eingespannt und wenn wir "frei" haben,

dann wollen wir die Zeit ja auch genießen.

Oder heißt das "konsumieren"?

 

Wir konsumieren so viele Dinge - aber worum geht es wirklich?

Viele Grüße
Jürgen Polz

 

 

 

 

 

 


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Reaktionen auf diesen Artikel von Jürgen Polz:



Sehr geehrter Herr Polz,

ich bin mit Ihnen einer Meinung, dass das größte Problem die Verdummung der Bevölkerung darstellt. Wenn ein Mensch, der alles verloren hat und in dieser Gesellschaft deswegen ganz unten angekommen ist, für andere Menschen, denen es im Grunde ähnlich geht, nur abfällige Bemerkungen übrig hat, hat die jahrzehntelange Propaganda unsere Gemeinschaft endgültig und unwiderruflich zerstört!

Wenn es in einer Bevölkerung keinen Konsens mehr darüber gibt, was gut und richtig bzw. schlecht und falsch ist, wenn Arme und Schwache nur noch als lästige Schmarotzer angesehen werden, die kein Mitleid und erst Recht keine Hilfe brauchen, weil sie ja selbst Schuld an ihrem Schicksal sind, wenn alle Bereiche des menschlichen Lebens einzig und allein ökonomischen Regeln unterworfen werden, dann ist diese Bevölkerung ohne Zukunft.

Die Bevölkerung Europas hat in all den Jahren nicht verstanden, was ihr geschieht, dass sie unter dem Deckmäntelchen vermeintlicher Zwänge, nach und nach zu Sklaven erzogen worden ist. Ich sage "erzogen", weil sie es nahezu widerspruchslos hingenommen hat und zum Teil sogar danach verlangt.
Eine Änderung im Bewusstsein der Bevölkerung zu erreichen, oder sogar diesen Prozess der Verdummung und Unterordnung noch umzukehren, halte ich für absolut unmöglich, weil es dazu einer wie auch immer gearteten "Keimzelle" bedarf, die jedoch nirgendwo vorhanden ist.

Denken wir nur an die Zeit nach dem Börsencrash von 1929. Auch in dieser Zeit ist die Bevölkerung in den besonders betroffenen Staaten nicht auf die Idee gekommen, dass die auch damals schon offensichtliche Ungleichverteilung der Vermögen und ein mangelhaftes Finanzsystem die Ursache sein könnte. Man hat sich auch damals gefügt und darauf gewartet, dass "die da oben" schon für sie sorgen würden.

In der Folge führten die Menschen sogar ihre Kinder auf die Schlachtbank des Krieges bzw. gingen sogar freiwillig, weil man ihnen die Notwendigkeit dieser Opfer plausibel machen konnte.

Uns allen bleibt nur noch abzuwarten, wie schlimm es diesmal werden wird. Im Zuge der zunehmenden Verarmung breiter Schichten der Bevölkerung werden wieder rassistische, faschistische und nationale Gedanken an die Oberfläche geschwemmt werden (der Mensch neigt in Notsituationen dazu), die schneller auf fruchtbaren Boden treffen werden, als wir uns heute vorstellen können. Irgendwann wird dann wieder einmal irgendein Brandstifter kommen, um die Lunte dieses Pulverfasses anzuzünden...

"Die Geschichte lehrt, dass die Geschichte nichts lehrt!" (Bertholt Brecht)

Beste Grüße

Stefan Töns


Hallo Herr Kreutzer,

auch ich empfand den Artikel in der FAZ als merkwürdig und so ganz entgegen sonstiger FAZ-Meinungen. Allerdings bin ich zu einem etwas anderen Ergebnis gekommen, denn irgendwie vermag ich nicht zu glauben, dass in der Presse plötzlich „Besinnung“ einkehrt. Meine Meinung habe ich dann auf meiner Seite http://www.flegel-g.de/2011-08-23-Kapitalismuskritik.html erläutert.

Ein wenig störend habe ich den Link auf Kirchhof empfunden, denn Kirchhof ist seit Jahren Botschafter der INSM und das bedeutet, dass man seine Äußerungen mehr als aufmerksam unter die Lupe nehmen sollte.

Auch Clinton passt nicht so recht in das Bild des „sozial“ eingestellten US-Präsidenten, denn schaut man hinter die Kulissen, hat er, wie Schröder, soziale Ausgrenzung betrieben. Ihm ist zu verdanken, dass in den USA Arbeitslosengeld nur für eine festgelegte Zeit der Arbeitslosigkeit gezahlt und diese kumuliert wird. Anders gesagt, sie gilt nicht pro Arbeitslosigkeit, sondern im gesamten Leben und führte dazu, dass noch nie so viele Amerikaner für Essenmarken anstehen mussten, wie seit Clintons „Sozialreform“.

Ansonsten gebe ich Polz natürlich recht und mir fallen noch eine Menge weiterer Scheußlichkeiten ein, die wir alle erkennen könnten, würden wir nich die Augen verschließen. Eine davon ist der ESM-Vertragsentwurf. Sollten Sie ihn noch nicht gelesen haben, hier ist er: http://www.flegel-g.de/2011-07-31-ESM-Europaeischer-Stabilitaetsmechanismus.html

Mit freundlichen Grüßen

Gert Flegelskamp

 http://www.flegel-g.de

gert@flegel-g.de oder

gert.flegelskamp@t-online.de


Herr Polz muss schlecht geschlafen und widerwärtig geträumt haben.

Auch die Schreiber der zitierten Artikel hatten wohl keinen gesunden Tag. Alle einschließlich Kreutzer müssen sich irren.

Denn "die da oben" wissen, was sie tun. Sie können sich nicht irren, sind weise und das Beste, das es gibt. Alternativlos.
Sie sind in der Suppe des Volkes demokratisch nach oben geschäumt, doch wird man sie wohl kaum als "Abschaum" bezeichnen wollen.

Oder...???

Anmerkung von EWK
Wir haben sie gewählt, ihnen zur Macht verholfen, aufgrund von Wahlplakaten, auf denen oft nicht mehr als die drei Worte eines einprägsamen Slogans stehen, aufgrund von durch und durch inszenierten Talkshows und freundlichen bzw. unfreundlichen Interviews mit Politikern, aufgrund von dicken Schlagzeilen der Boulevardpresse und aufgrund der Neigung, lieber das alte, Bekannte zu ertragen als etwas Neues zu wagen.
Die notwendige Kritik, die Jürgen Polz vorgetragen hat, sollte also nicht nur auf die im Rampenlicht handelnden Personen projiziert werden. Es ist weit mehr faul im südlich Dänemarks gelegenen Staate.
Wir, die Wähler, haben uns korrumpieren lassen, mit ein paar wenigen, meist nicht gehaltenen Versprechungen. Das ist bitter, aber es muss gesagt werden, damit es begriffen werden kann.


Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Staatsgewalt vom Volke "ausgeht" - und dass diese, wenn sie vom Volk ausgegangen ist, nicht mehr beim Volk, sondern ganz woanders liegt.
Fehlendes Wissen, fehlendes Interesse und der Mangel an Mut und Rückgrat, die faule Hoffnung, sich unter der ungeliebten Herrschaft immer noch besser durchwursteln zu können als bei dem Wagnis, dagegen Stellung zu beziehen. Die Aktionen von Campact, der Widerstand gegen Stuttgart 21 und viele andere, noch kleine Beispiele von Bürgermut und Freiheitsbewusstsein machen Hoffnung, dass sich daran langsam etwas ändert.

Es gibt ein kleines Büchlein von mir:

mehr Info? Anklicken!Unsere Freiheit, man kann sich dafür einsetzen ...


 

Lieber Herr Kreutzer,

leider finde ich den Beitrag von Jürgen Poltz
gar nicht so schlüssig und klar. Habe mal kurz festgehalten, was mir dazu in den Kopf kam:


Die Linke hätte recht? Dienstag, 13. September 2011
Zu dem Vortrag von Jürgen Polz

1. Die Linke wurde immer zum Schutz der Rechten und ihrer Vorrechte ins Feld geschickt. Die Rechte verlangte die Führung erst wieder dann, wenn die Linke unauffällig, im Namen der Arbeitenden, diesen Schutz geschafft hatte. Links und Rechts spielten immer ein doppeltes Spiel; Getrennt marschieren – vereint schlagen. Teile und herrsche!

Marx selbst hatte empfohlen, zunächst einmal mit der Bourgeoisie zusammenzuarbeiten. Eine Strecke Weges hätte man gemeinsam.

Wie gut das eine Strecke weit klappen kann, haben wir damals beim deutschen Wirtschaftswunder gesehen. Als der Zins durch allgemeinen Wohlstand im Zuge von Angebot und Nachfrage zu wünschen übrig ließ, begannen die Motten Wohlstand und soziale Sicherheit zu zerfressen.

2. Schirrmacher FAZ: Die Banken kommen nur noch ,nach Hause‘, wenn sie kein Geld mehr haben. Dann geben unsere Regierungen ihnen neues.“

Ausgerechnet unsere Banken, die allen Regierungen der Welt ihr Erstgeburtsrecht
auf die Ausgabe von Zahlungsmitteln schon vor 500 Jahren für ein Linsengericht abschwatzten,
wollen von unseren Regierungen „neues Geld“ haben. Unverfrorenere Verdrehung der
zusammenhänge geht nicht mehr.

Erwin Teufel FAZ: Die CDU darf nicht das "C" im Schilde führen, wenn sie sich nicht an ihm orientiert.

Ein Kind wird zum Leser in der Familie oder nicht. Ein Kind gewinnt Sprachkompetenz in der Familie. Das kann gar nicht mehr in der Grundschule nachgeholt werden oder im Kindergarten. Ein Kind lernt spielen, ein Kind lernt teilen, ein Kind lernt streiten und versöhnen, ein Kind lernt ein Urvertrauen in der Familie - oder nicht. - Und das alles nennen wir Erziehungs-"Urlaub"! Aber es ist Erziehungsarbeit und sollte auch vergütet werden.

Senkung des Nachzugsalters von ausländischen Kindern, selbst wenn sie mit sechs kommen und nicht die deutsche Sprache beherrschen, haben sie keine Chance. Wenn sie mit drei kommen und drei Jahre im Kindergarten sind, haben sie die gleichen Startvoraussetzungen in der Grundschule, die sie sonst nie mehr erreichen.

"German Angst" ist in die englische Sprache eingegangen. Wir brauchen deshalb, meine ich, vorrangig einen Ausstieg aus der Angst in unserem Land. - Haben wir deshalb so große Ängste, mehr als in jedem anderen Land, weil bei uns der Glaube verdunstet und vielen von uns keinen Halt mehr gibt? "Wer glaubt, zittert nicht", sagte der unvergessene Papst Johannes XXIII.

Der französische Arbeiterpriester, Jacques Loew, schreibt: "Arm ist der, dem niemand zuhört."
Gegen die Bürokratie und Unübersichtlichkeit in Brüssel hilft das Subsidiaritätsprinzip. Wir müssen Europa von den Menschen her denken und von unten nach oben aufbauen. Das heißt, wir müssen Europa vom Kopf auf die Füße stellen. - Wie soll man von den Bürgern Rechtstreue verlangen, wenn sich ihre Staats- und Regierungschefs nicht an das Recht und an abgeschlossene Verträge halten? - Es muss verhindert werden, dass durch Spekulieren weit mehr Geld verdient wird als durch Arbeit und durch Investitionen.

Süddeutsche - Maria Pialek - Kirchen sind knausrige Arbeitgeber
Der normale Angestellte soll nicht darunter leiden, dass in Deutschland viele Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser nicht vom Staat, sondern von Kirchen betrieben werden.

Wie betriebsblind wir doch sind: Wir regen uns bei Muslimen über Burka und Verschleierung auf. - Und unsere Frauen? Sie verschleiern sich, sobald sie heiraten – einfach dadurch, dass sie vom Namen her nicht mehr zu erkennen sind! Jedenfalls, wenn sie ihren Mädchennamen ablegen. Sie verstehen das nicht? Ja, genau so geht es den Muslimen. Sie verstehen die Welt nicht mehr. Was selbstverständlich scheint, wird gar nicht mehr gesehen.

3. Spiegel: Die Mittelschicht belügt sich selbst

Die Reichen verschleiern ihren Wohlstand derart gekonnt, dass völlig unklar ist, wie reich sie wirklich sind. Das Statistische Bundesamt erfasst keine Einkommen über 18.000 Euro netto im Monat - die wirklich Reichen tauchen in den offiziellen Zahlen also gar nicht auf.

Die Mittelschicht wähnt sich an der Seite der Elite, weil sie meint, dass man gemeinsam von perfiden Armen ausgebeutet werde. So meinen immerhin 57 Prozent der Bundesbürger, dass sich Langzeitarbeitslose "ein schönes Leben auf Kosten der Gesellschaft machen".

Die Finanzkrise hat die Staatsverschuldung stark erhöht - und diese Kosten wird erneut allein die Mittelschicht tragen, wenn sie sich nicht aus ihrem verqueren Bündnis mit den Vermögenden löst.

Die Mittelschicht ahnt bereits, dass die Kosten der Finanzkrise an ihr hängen bleiben sollen. Trotzdem wendet sie sich weiterhin gegen die Unterschicht und nicht etwa gegen die Eliten.

Die Mittelschicht wird so lange für die Reichen zahlen, wie sie sich selbst zu den Reichen zählt.
Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit!

mailto:ewk@egon-w-kreutzer.de?subject=%22Kommentar Jürgen Polz%22

 

Horst v. Hasselbach, Prof. emeritus


Ich besuche gerade Ihre Seite
... und lese den Gastbeitrag von Herrn Polz.

Hallo Herr Kreutzer,

in diesem Beitrag wird auf einen Artikel verlinkt, der von einer schwangeren Hartz-IV-Empfängerin handelt. Dort heißt es:

"Das Erwerbslosenforum Deutschland hat bereits mehrere Fälle gesammelt, in denen Jobcenter schwangeren Hartz-IV-Bezieherinnen die Grundsicherung zu 100 Prozent gestrichen hat."

Nun frage ich mich (und auch Sie und jeden Mitbürger dieser Republik):


Wie kann es sein, dass eine "Grundsicherung" - also eine Sicherungsleistung der Lebensgrundlage (jedenfalls verstehe ich das Wort so) - um 100% (in Worten: einhundert Prozent!) gekürzt werden kann und darf!

Entweder ist es eine Grundsicherung - dann darf sie nicht gekürzt werden, da sie Grundsicherung dann nicht mehr gewährleistet; oder sie darf gekürzt werden - aber dann kann es keine "Grundsicherung" sein,
sondern höchstens ein staatliches Almosen.

Ist dies nicht ein Grund, verfassungsrechtlich vorgehen zu dürfen?
Verpflichtet es nicht sogar dazu, diesem unsäglichen Gehabe der Jobcenter Einhalt zu gebieten?

Leider bin ich kein Staatsrechtler und kenne mich mit den spitzfindigen Advokatenparagraphen nicht aus. Kennen Sie jemanden, der sich damit auskennt?

Viele Grüße,

Sebastian Sachs

 

Anmerkung von EWK
Ja, vielleicht liest das ja jemand, der sich da auskennt, und eine juristisch haltbare Stellungnahme dazu abgibt. Ich würde mich freuen.


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