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Neuerscheinung
im September 2004

ca. 104 Seiten,
Softcover,
11,70 €









Starke Woche
Mike Wilhelm

Mann. Männer. Am Männsten.

So ähnlich bildet Mike Wilhelm den Superlativ, während er einen vollkommen unmöglichen Macho-Typen durch eine wilde "Starke Woche" begleitet und mit spitzem Stift gewissenhaft festhält, was Mann tut, sagt und gelegentlich auch träumt.

Von der sentimentalen Erinnerung an jenen Tag im Kindergarten, als es dem Helden der Geschichte gelang, seine Betreuerin mit naiv-freundlich vorgetragener Bosheit an den Rand des Wahnsinns zu treiben, bis hin zu dem bärenstarken Überraschungsauftritt bei der häuslichen Tupper-Party, spannt sich der Bogen der Ereignisse, die der Autor mit erkennbarem Vergnügen in schönster Slapstick-Manier dokumentiert hat.

Ob der Polizist auf sein neugieriges Nachfragen hin endlich erfährt, was sich hinter dem Beruf des "Afterstreckers" verbirgt, oder ob am Samstagvormittag im Metzgerladen die Nerven blank liegen, weil es ihm gefallen hat, genau 114 Gramm Aufschnitt zu bestellen, die Lachmuskeln kommen nicht zur Ruhe.

Nebenbei erfährt der Leser alles, was ein Chauvi über das Verhältnis der Geschlechter zueinander und über die dem Mann von der Evolution zugewiesene besondere Rolle wissen muss. Köstlich das "Regelwerk für das Eheleben", in dem die Macho-Philosophie auf ganz einfache Anweisungen reduziert ist, die auch eine Frau verstehen kann. Nur ein Beispiel:

"1. Wenn du glaubst, du seiest dick, bist du es wahrscheinlich auch - also frag mich nicht danach!"

Alles in Allem, ein Buch für jeden.

Wer als Chauvi Bestätigung und Anregung sucht, wird sie hier finden; wer gerne Anstoß nimmt, gerät zuverlässig in Rage.

Vor allem aber:

Wer einfach nur seinen Spaß haben und herzhaft lachen will, der kommt mit "Starke Woche" garantiert auf seine Kosten.




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oder erst noch eine kleine Leseprobe

 Ich weiß bis heute noch nicht, warum Frauen selbst keine Mücken jagen. Warum sie im Bett liegend den Späher machen, auf schwarze Punkte an der Decke deuten und da! rufen. Ich weiß vor allem nicht, weshalb ich immer wieder mitten in der Nacht, gähnend, mit zerzaustem Haar und einer zusammengerollten Zeitung auf der Matratze stehe und auf Zuruf Tiere totschlage.

Ein weiteres Thema ist die Schlafposition. Ich bevorzuge die Löffelchen-Stellung, weil mich diese Schlafposition in dem Grundvertrauen in die Richtigkeit meines Daseins bestärkt. Nun muss ich aber leider sagen, dass sich meine Frau nur anfangs sehr anschmiegsam gab und leidenschaftlich löffelte, dass sie sich aber heute, wenn es um die endgültige Schlafposition geht, als sehr hartleibig erweist. Sie stößt sich mit einer Hand von mir los, ergreift mit der anderen Hand die eigene Bettdecke und verteidigt dieses Refugium mit erbitterter Gegenwehr. Ich muss geduldig warten, bis die Meine-Decke-gehört-mir-Autistin endlich in den Schlaf gesunken ist, bevor ich beginnen kann, vorsichtig robbend, verlorenes Terrain zurückzugewinnen.

Wenn ich dann, nur mehr halbherzig löffelnd, in tiefen Schlaf gesunken bin, kommt häufig schnell die nächste Gemeinheit. Ein brutaler Stoß, meist mit dem Ellbogen ausgeführt, trifft mich in die Seite. Ich schrecke hoch und höre eine schneidende Stimme: "Du schnarchst!"So etwas würde ich zum Beispiel nie tun. Ich finde es bezaubernd, wenn sie im Schlaf redet oder ein bisschen vor sich hin blubbert. Nie im Leben würde ich sie mit dem Ellenbogen stoßen. Aber den Frauen ist es ja egal, ob man frühmorgens einen wichtigen Termin hat. Nach dem Ellenbogen-Attentat sinkt meine Frau dann umgehend wieder in den Tiefschlaf und ich liege mit tellergroßen Augen in der Dunkelheit und finde keine Ruhe.

Viel schlimmer und grauenhafter ist eine andere Variante der körperlichen Attacke, die fast schon ein Fall für Amnesty International ist. Da liegt man wohlig unter seiner Decke, ist kurz vor dem Wegnicken und dann kommen sie:

Kalt, kälter, eiskalt! Gefrorene Frauenfüße schieben sich langsam und unaufhaltsam zwischen die männlichen Schenkel. Dort wollen sie gewärmt werden. Ich zucke zurück, winde mich, versuche die Flucht aber die weichen Gletscher unter der Decke sind stärker. Ich glaube ALLE Frauen haben kalte Füße! ALLE!Und sie kennen kein Erbarmen. Stumm, aber fordernd kommen sie in der Nacht gekrochen und saugen Körperwärme im Gigawatt-Bereich ab.

Schrecklich! Manchmal gibt sie aber auch dann keine Ruhe, wenn ich ihre Permafrost-Füße enteist, das Schnarchen eingestellt und dem Löffeln entsagt habe. Denn dann hat sie was gehört.

"Da ist doch jemand," raunt sie, "da hat doch was geknackt."
Oder auch nur: "Hörst du nicht auch diese komischen Geräusche?"

Die Botschaft meines weiblichen Bettgesellen ist erneut glasklar: "Mann, pack' dir einen hölzernen Kleiderbügel oder sonst eine behelfsmäßige Waffe, wag' dich in die dunkle Wohnung und vertreib' den Einbrecher, so du einen findest."
Klar, dass jeder Mann dem tiefverwurzelten Instinkt zum Schutze der Sippe folgt und in Socken und Unterhosen wie ein Depp im Dunkeln umherstolpert. Wenn da tatsächlich jemand wäre, dann hätte ich aber ratz-fatz eins auf die Rübe bekommen.

Da ist aber NIE jemand und trotzdem geht man(n) auf die Pirsch, um danach - frierend und unverrichteter Dinge - zur natürlich längst wieder tiefschlafenden Partnerin zurückzukehren. Aber wer meint, mit dem Morgengrauen sei der Ärger ausgestanden, der irrt! Wie in einem Horrorfilm, der scheinbar seinen gruseligen Höhepunkt erreicht hat und dann doch noch 'mal eine entsetzliche Steigerung schafft, schlagen immer wieder die Differenzen in den Schlaf- Wachrhythmen zu.
Ich arbeite, bzw. sehe lieber bis in die frühen Morgenstunden fern, und stehe daher folgerichtig nicht gerade mit den Hühnern (nein, diesmal meine ich die Tiere) auf. Kein Problem für Alleinschläfer. Was aber soll ich mit meiner Frau machen, die morgens um sieben kerzengerade nachfedernd im Bett sitzt, Langeweile hat, weil die Kinder noch schlafen und sich laut und vernehmlich reckt, gähnt, räuspert, aufdringlich Körperkontakt sucht und am Ende gar flüssige Konversation fordert? Hä? Was bitte? Und das alles, nachdem ich blutsaugende Insekten zur Strecke gebracht, Einbrecher gejagt und Eisberge geschmolzen habe, um zum Dank dafür mit kräftigen Ellenbogen-Checks unter die eigene kalte Bettdecke verbannt wurde.


Tja, so ergeht es uns Männern nun 'mal mit den Frauen. Wie grausam sie doch sein können! Aber es gibt eine Hoffnung, ich habe da jemand kennengelernt. Und die ist anders! Sie ist anschmiegsam und kuschelt exzessiv. Ich darf in ihrer Gegenwart ausgiebig schnarchen. Wenn sie Geräusche hört, schaut sie selber nach dem Rechten. Mücken bringt sie mit geschickten Schlägen eigenhändig zur Strecke. Sie hat niemals kalte Füße, das könnt ihr mir glauben, und - sie gefällt sogar meiner Frau. Gut, sie ist vielleicht ein bisschen verspielt, aber welche Katze ist das nicht? In diesem Sinne: Gute Nacht!





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