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Auszugsweise Leseprobe aus:

Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre
Band II

ein Buch für Durchblicker und solche, die es werden wollen; für Globalisierungsgegner und
Globalisierungsbefürworter, für Volkswirte, Außen-, Wirtschafts- und Finanzminister, 
für aufgeklärte Verbraucher, für Rentner und geringfügig Beschäftigte, Schüler, 
Studenten, Professoren und Weltverbesserer.

von Egon W. Kreutzer 

lesen Sie hier aus dem ersten Abschnitt: "Die Arbeitslosigkeit, der Ursprung der Dienstleistung" und aus dem zweiten Abschnitt "Sieg über den Hunger" und "Sieg über den Krieg", zwei von vielen unerfüllten Versprechungen des Kapitalismus

Die Arbeitslosigkeit,
der Ursprung der Dienstleistung

Auszüge aus einem Kapitel des ersten Abschnitts
"Bestandsaufnahme"

Mit dem Rückgang des notwendigen Aufwandes für die Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse gewannen die Menschen "freie" Zeit, die sie darauf verwandten, Bilder an Höhlenwände zu zeichnen, eine Schrift zu erfinden, Grundrechenarten zu entwickeln, Wüsten zu bewässern, Ketzer zu steinigen, Brandbomben zu erfinden und aus Flugzeugen abzuwerfen, und um Ausflüge zum Mond zu unternehmen.

Die grobe Kenntnis dieser Zusammenhänge führt bei Wirtschaftsjournalisten und Politikern zwangsläufig zu dem neuronalen Kurzschluß, daß Arbeitslosigkeit, die sich daraus ergibt, daß die Produktion der notwendigen Dinge zu wenig Arbeit beansprucht, durch mehr Dienstleistung kompensiert werden könne, solle und müsse. Dieser Gedankengang ist so einfach und frappierend wie falsch. Das zu beweisen, ist etwas schwieriger, weil dazu das geleistet werden muß, was Politiker und Journalisten scheuen wie die Beulenpest, nämlich eine halbwegs saubere Definitionsarbeit.

Die erste zu klärende Frage lautet:

"Was könnte gemeint sein, mit dem Begriff "Dienstleistung", wenn daraus zusätzliche Arbeitsplätze entstehen können sollen?"

Sind es die Versicherungen, die als Finanzdienstleister noch mehr Vertreter von Haustür zu Haustür schicken sollten? Oder sind es die Banken?
Sind es die Architekten und Planungsbüros, die noch mehr Häuser und Straßen und Kläranlagen planen könnten? Oder sind es die Hebebühnenverleiher? Sind es die Steuerberater, die Unternehmensberater, die Schreibservice-Gesellschaften und Telekommunikationskostensenkungsspezialisten? Oder sind es die Call-Center? Sind es Hotels und Gaststätten und Kinos und Theater und Museen und Freibäder und Sportpaläste und Fitnessstudios? Oder sind es die Frisöre und Fußpfleger?

Es kann nichts von alledem sein!

Versicherungen bauen in den Verwaltungen massiv Stellen ab und im Außendienst rennen sich die vielen Vertreter beim Kundenbesuch schon fast gegenseitig um. Banken bauen massiv ab, bei Architekten und Planungsbüros gibt es Überkapazitäten, Hebebühnenverleiher gibt es genug, Steuerberater und Unternehmensberater und andere unternehmensnahe Dienstleister gibt es genug, jedenfalls wird kein Mangel gemeldet.

Gaststätten klagen manchmal darüber, am Wochenende nicht genug Aushilfskellner zu finden. Ist das die Dienstleistungslücke?

Ja, so ungefähr ist die Vorstellung von den Dienstleistungen, die zur Eindämmung der Arbeitslosigkeit verstärkt angeboten werden sollten. Diese Dienstleistungen können aber nicht auf eine zahlungskräftige Nachfrage abzielen, die bisher nur aus Mangel an geeigneten Arbeitskräften nicht befriedigt wurde. Die Dienstleistungen die hier gemeint sind, sind die Dienstleistungen, die in unserem Lande zu teuer sind.

Zu teuer, weil das Geld, das für die Bezahlung der Dienstleister zusätzlich ausgegeben werden müßte, eben dafür nicht zur Verfügung steht. Denken Sie doch nur daran, daß es bis vor ein paar Jahren auf den Parkplätzen der Supermärkte noch dienstleistende Menschen gab, die sich mit dem Einsammeln der Einkaufswägen ein kleines Zubrot erarbeiten konnten, daß es Menschen gab, die Leergut angenommen und die Pfandkasse geführt haben. Heute hat der Einkaufwagen das WANZL und niemand verzichtet auf seine Mark, jeder schiebt den Wagen ganz ordentlich zurück, auch wenn es regnet. Sogar wenn es sehr regnet. Das Leergut wird inzwischen überall von Automaten angenommen. Niemand verschenkt das Flaschenpfand. Niemand stellt seine Flaschen und Kisten vor dem Automaten ab, weil er keine Zeit hat. Nein, egal wie lang die Schlange auch sein mag, alle warten geduldig, bis sie ihr Leergut losgeworden sind.

Unsere Wirtschaft bietet ihren Kunden möglichst genau das Maß an Dienstleistung, das zur Gewinnoptimierung erforderlich ist.

Keinen Handgriff mehr und keinen weniger. Dies ist völlig unabhängig davon, ob gerade eine Million Arbeitslose gezählt werden oder fünf Millionen; höhere Arbeitslosenzahlen bedeuten sogar eher, daß die geringere Kaufkraft automatisch zu einem Service-Verzicht führt. Wir wissen, daß ein karg eingerichteter Laden mit wenigen, unfreundlichen Bedienungen vom sparsamen Kunden automatisch als ausgesprochen preiswert wahrgenommen wird, warum soll dieser positive Eindruck durch zusätzlichen Service zunichte gemacht werden? Sicherlich gäbe es so manche Chance, durch mehr Service auch mehr Kunden zu gewinnen, mehr Umsatz zu machen und einen besseren Ruf zu erwerben, aber es gibt damit keine Chance für mehr Gewinn, sonst wäre sie längst ergriffen. Auch hier fallen wir zurück auf die Erkenntnis, daß die notwendigen Kosten der Leistung den zusätzlichen Nutzen übersteigen. Nur wenn die Kosten für die Dienstleistung ganz niedrig angesiedelt werden können, könnten sich in Grenzbereichen auch kleine Wettbewerbsvorteile ergeben, die aber sofort wieder weg sind, wenn der Service überall geboten wird, warum also überhaupt damit anfangen?

 

Sieg über den Hunger

Auszug aus einem Kapitel des zweiten Abschnitts
"Kritik"

Den Hunger in der Welt zurückdrängen, dafür Sorge tragen, daß die Zahl derer, die nicht zuverlässig Zugang zu Nahrung und Wasser haben kleiner wird, das ist das wesentliche Bemühen aller karitativen Verbände und Vereinigungen. Aber das Spendensammeln und -verteilen kann immer nur die ärgste Not in Zeiten ärgster Bedrängnis lindern helfen. Wir wissen, daß es meistens nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein ist, daß die Hilfe oft zu spät, bisweilen auch gar nicht ankommt.

Die Entwicklungshilfe hat angefangen zu begreifen, daß es den notleidenden Menschen mehr hilft, ihnen zu zeigen, wie mit einfachen Mitteln eine Wasserförderung gebaut und von einem einfachen Windrad angetrieben werden kann, als damit fortzufahren, jeden Monat feierlich ein Notstromdieselaggregat und eine elektrisch betriebene Pumpe bei einem dankbaren Dorfältesten abzuliefern. Dies auch, weil sich herausgestellt hat, daß diese Gerätschaften oft nur so lange betrieben werden konnten, bis der erste Tankinhalt des Generators verbraucht war oder bis die Pumpe zu Wartungszwecken zerlegt werden mußte. Weil solcherart gutgemeinter Unfug inzwischen weitgehend vermieden und stattdessen erfolgreich auch Hilfe zur Selbsthilfe angeboten wird, kommen wir tatsächlich in kleinen Schritten vorwärts. Doch Kriege, Dürre, Heuschrecken, Ratten, Seuchen und andere Plagen sorgen dafür, daß die Notwendigkeit der Hilfeleistung nicht aufhört. Hunger bleibt der Begleiter der Menschheit. Verhungern bleibt Todesursache für täglich mehr als 20.000 Menschen.

Dabei ist viel zu wenig bekannt, daß ein Großteil der Hungertoten eben nicht den spektakulären und von den Medien beachteten, kriegs- und dürrebedingten Katastrophen zum Opfer fällt, sondern, völlig unbeachtet von der Weltöffentlichkeit, den schleichenden Tod chronischer Unterernährung stirbt.
Ursache für die dauerhafte Unterernährung, von welcher derzeit 800 Millionen Menschen betroffen sind, ist meistens gar nicht ein Mangel an Nahrungsmitteln in der Region, sondern "nur" die bittere Armut der Hungernden, die sich die vorhandenen Nahrungsmittel einfach nicht kaufen können.
Wer im Internet nach Informationen über den Hunger sucht, wird fündig und die Details, die dort ausgebreitet werden, machen depressiv. Allerdings wird, wenn man hinter den Schicksalen die Fakten sucht, doch deutlich, daß - bei allen grauenhaften Ereignissen, über die immer noch zu klagen ist - die absolute Zahl der Hungertoten weltweit langsam sinkt, was bei dem gleichzeitigen, schnellen Bevölkerungswachstum ein Grund für Zuversicht ist. Vielleicht können wir, wenn die Dinge sich so weiterentwickeln, in 10 Jahren feststellen, daß täglich nur noch 10.000 Menschen verhungern, daß die Zahl der Hungernden weltweit von 800 Millionen auf nur noch 600 Millionen gesunken ist. Aber wer wird solche Zahlen ernsthaft als Erfolg feiern wollen?

Eine oft zitierte Aussage im Zusammenhang mit den Informationen über den Hunger, sein Ausmaß und seine Ursachen ist die, daß

2 Dollar täglich

ausreichen würden, um einen Menschen satt zu machen, um ihn also nicht nur vor dem Verhungern zu bewahren, sondern ihn auch von allen Begleiterscheinungen der Unterernährung zu befreien.
800 Millionen hungernde Menschen bräuchten pro Tag also 1,6 Milliarden Dollar zum Überleben. Das ist eine gigantische Zahl. Die Zahl wird noch gewaltiger wenn wir die 584 Milliarden Dollar betrachten, die notwendig wären, um den Hunger für ein ganzes Jahr von der Welt zu verbannen und wenn wir uns dann vorstellen, daß die Menschheit wächst und die Preise steigen und die Jahre vergehen, dann kann es wohl nicht lange dauern, bis alles Vermögen dieser Welt an die Hungernden verfüttert ist und das Elend wiederkehrt.
Glücklicherweise sind die Ergebnisse dieser Hochrechnungen falsch. Die ganze Rechnung ist ein Irrtum, der uns immer wieder unterläuft, weil wir uns mit dem Wesen des Geldes zu wenig auskennen. Die ganze Rechnung ist ein Irrtum, weil wir unterstellen, daß die täglichen 2 Dollar - nach dem Tausch in Nahrung - für alle Zeiten irgendwo in einem Safe verschwinden und demzufolge für alle Zeiten verloren sind. Die ganze Rechnung ist ein Irrtum, weil der genannte Geldbetrag bestenfalls als Vergleichsgröße taugt, wenn man darüber aufklären will, wie wenig der Mensch eigentlich zum Leben braucht.

Die ganze Rechnung ist ein Irrtum, weil sie völlig ignoriert, was man wirklich braucht, um einen Menschen zu ernähren:

Um einen Menschen zu ernähren, braucht man ein bißchen Land, ein bißchen Wasser, ein bißchen Saatgut und ein bißchen Arbeit.

Auch ohne besondere technische Hilfsmittel, ohne Kunstdünger und ohne EU-Richtlinien kann es ein Mensch schaffen, soviel Land zu bewirtschaften, daß 20 Menschen davon satt werden. Damit ist er noch nicht einmal das ganze Jahr beschäftigt. Zwischen dem Einbringen der Ernte und der nächsten Aussaat hat er ein paar Monate Zeit, um Bäume zu fällen, Bretter zu schneiden und Möbel zu bauen, mit denen er ebenfalls den Bedarf von 20 Menschen befriedigen kann. mehr dazu

 



Sieg über den Krieg

Sollte der Krieg wirklich der Vater aller Dinge sein, wäre es fatal ihn endgültig zu besiegen.

Sicherlich ist ein Teil des Fortschritts dem Krieg zuzuschreiben, und sicherlich hätte es das Wirtschaftswunder im Nachkriegsdeutschland so niemals geben können, hätte nicht ein fast unendlicher Ersatzbedarf den Wirtschaftsmotor angetrieben, doch können wir diese Wirkungen ernsthaft als Ausgleich für das Grauen und das Leid ansehen, das der Krieg über die Menschheit bringt?

Mit dem Anschlag auf das World Trade Center in New York am Morgen des 11. September 2001 hat sich nach allgemeiner Auffassung das Gesicht des Krieges grundsätzlich gewandelt. Den großen Schlachten, die von - als Freund oder Feind ausreichend gekennzeichneten - Kombattanten mit großem Kriegsgerät entlang noch erkennbarer Fronten nach den Vereinbarungen der Haager Landkriegsordnung und der Genfer Konventionen geschlagen wurden, folgt nun wohl die Zeit der terroristischen Angriffe, deren Ausgangspunkt nicht zu erkennen, und deren Feindbild seltsam unscharf und umstritten ist. Daß damit der Krieg besiegt sei, wird nicht behauptet.

Nach meinen Überlegungen gibt es für den Krieg drei grundsätzliche Ursachen, nämlich Überfluß, Mangel und Dummheit.

Gesellschaften, die im Überfluß leben, neigen dazu Kriege anzuzetteln, um sich im Kräftemessen immer wieder ihre Stärke zu beweisen. Wer es sich leisten kann, einen Krieg zu führen, wird ihn irgendwann auch führen wollen, und sei es nur, um die neuen Waffen im Einsatz zu erproben.
Wer es sich leisten kann, einen Krieg anzuzetteln, kann es sich auch leisten, sich den Gegner auszusuchen und er wird es tunlichst vermeiden, nach einem überlegenen Gegner Ausschau zu halten.
Gesellschaften, in denen Mangel herrscht, werden darauf sinnen, wie sie den Mangel beseitigen könnten. Irgendwann werden sie dann mit dem Mut der Verzweiflung in den Krieg ziehen, um den Mangel entweder durch die Aneignung fremder Güter oder durch den eigenen Tod zu beenden. Wer aus Not einen Krieg beginnt, wird zuerst den angreifen, dem er eine Mitverantwortung für die eigene Not anrechnet, auch wenn es ein großer, mächtiger und starker Feind ist, denn die Logik sagt ihm, daß die eigene Not nur dann zu Ende sein kann, wenn die Ursache der Not beseitigt ist.

Die Folgen der Kriegsursache "Dummheit" sind nicht so einfach zu beschreiben, weil die Vielfalt der Dummheit einfach nicht vorhersehbar ist. Kommt jedoch bei den Kriegsgründen "Überfluß" oder "Mangel" auch noch "Dummheit" hinzu, so führt das leicht dazu, daß der falsche Gegner angegriffen wird. Wenn z.B. zur Linderung der Not ein Eroberungskrieg gegen den ebenfalls armen Nachbarn geführt wird, dann dient diese Dummheit nur dem lachenden Dritten. Wenn aus lauter Übermut ein Krieg gegen einen überlegenen Gegner begonnen wird, ist das schnelle Ende dieser Dummheit abzusehen.
Mit einer Kampagne zur Verbreitung von Wissen und Weisheit wäre die Dummheit zwar nicht auszurotten, aber vielleicht könnte weltweit verhindert werden, daß die Dummheit eine kritische Masse überschreitet. Mit einer Kampagne zur Entwicklung des Wohlstandes auf der Welt wäre der Mangel zwar nicht auszurotten, aber vielleicht könnte weltweit verhindert werden, daß der Mangel eine kritische Masse überschreitet.


Mit einer Kampagne gegen den Überfluß tut sich die Welt seit altersher schwer. Weder die Armutsgebote von Religionen und religiösen Orden, noch die Bescheidenheit eines Diogenes, weder die besten Einsichten, noch die schreiendste Not vor der eigenen Haustür, haben jemals dazu geführt, daß Überfluß freiwillig, nachhaltig und ausreichend reduziert worden wäre. Trotzdem haben sich gerade die reichen Staaten seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges erstaunlich unkriegerisch verhalten. Es gab zwar diverse Scharmützel, auch richtige Kriege, aber im Verhältnis zu den vorhandenen Möglichkeiten, in bezug auf die nicht eingesetzte Zerstörungskraft, in bezug auf die zurückgehaltenen Overkill-Kapazitäten, herrschte letztlich doch erstaunliche Ruhe.
Die Stimmung zwischen den großen Blöcken war gereizt, überall knisterte der Funke, der einen Weltbrand hätte auslösen können, doch er wurde mit schöner Regelmäßigkeit gelöscht, bevor es zum Schlimmsten kommen konnte. Überall auf der Welt wurden Kriege geführt, besonders viele auf dem afrikanischen Kontinent, doch der Weltbrand blieb aus. War es ausschließlich das atomare Gleichgewicht des Schreckens, diese Balance der Sprengköpfe und Interkontinentalraketen, die hohe Wahrscheinlichkeit des eigenen Unterganges, die mehr als ein halbes Jahrhundert lang den Ausbruch wirklich großer Kriege verhinderte?

Oder ist die Kampagne gegen die Dummheit doch schon weiter gediehen, als wir uns vorstellen können? Hat eine neue, strategisch denkende Intelligenz erkannt, daß Überlegenheit nicht mehr durch militärische Unterwerfung gefestigt werden braucht, wenn die wirtschaftlichen Strukturen so gelegt werden, daß die Erträge aus den Handelsunternehmungen mehr einbringen, als in Form von Kriegsbeute und Tributzahlungen jemals aufgebracht werden könnte? Ist die Globalisierung somit letztlich der Preis für die Abschaffung blutiger Kriege? Es scheint so.


Eine aufregende Perspektive!
Wenn das staatlich organisierte Morden und Brennen ausgedient hat, wenn Krieg zur Zielerreichung nicht mehr nötig ist, dann ist das für Sieger und Verlierer ein gewaltiger Fortschritt. Wer dies nicht erkennen kann, und statt dessen vorschnell ein Loblied auf den Heldentod anstimmt, der einem unwürdigen Leben in der Sklaverei noch immer vorzuziehen sei, läuft Gefahr den nächsten Krieg aus Dummheit anzuzetteln. Wer lieber schnell auf dem Feld der Ehre sein Leben hingeben will, als sich mit den veränderten Gegebenheiten zu arrangieren, zeigt nicht Weisheit, sondern nur törichte Ungeduld.
Wer die Zurückhaltung der reichen Staaten beim Einsatz ihrer Arsenale und beim Einsatz ihrer bestens trainierten Soldaten als feige Dekadenz einschätzt, begeht einen schwerwiegenden Denkfehler! Die Fähigkeit zum Krieg und die Fähigkeit zum Sieg in der kriegerischen Auseinandersetzung ist durchaus noch vorhanden. Sie wird allerdings offenbar wirklich nur noch zur Abschreckung und im Notfall zur Verteidigung eingesetzt.

Der Angriffskrieg wird heute nicht mehr von Soldaten vorgetragen, er ist zur Sache von friedlich wirkenden Kaufleuten geworden. Einkäufer und Verkäufer, die ohne eine gemeinsame, übergeordnete Strategie und ohne einen koordinierenden Kriegsherrn auftreten. Kaufleute, die untereinander uneins, zerstritten und futterneidisch sind. Einkäufer und Verkäufer, deren Einzelegoismen eine wirkungsvolle, unternehmensübergreifende Zusammenarbeit zuverlässig verhindern. Die große Chance der Weltgemeinschaft liegt darin, diese neue Form der Auseinandersetzung zu akzeptieren und an allen Fronten mit der gebotenen Härte in den Wettbewerb der Kaufleute einzutreten.


Ein schlechtes Geschäft ist ein schlechtes Geschäft. Danach kann ein gutes Geschäft kommen, oder wieder ein schlechtes. Das Leben geht weiter. Aus jedem Geschäft wächst eine Erkenntnis. Mit jedem Geschäft kommen sich die Partner etwas näher. Aus Mißtrauen kann so über die Zeit Vertrauen wachsen, aus Arroganz kann Akzeptanz werden und mehr.

Im Krieg wird gestorben. Und tot bleibt tot.

Ein Narr, wer Krieg und Terrorismus dem Handel vorzieht.





Mehr über Arbeitslosigkeit, Hunger, Überbevölkerung, Globalisierungsgewinner und
Globalisierungsverlierer in WWW II, dem Sachbuch für die ersten Jahre des dritten Jahrtausends.

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