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die Tageskommentare
werden nun doch archiviert
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des Gesundheitswesens
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EU - Probleme |
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Egon
W. Kreutzer
Autor und Verleger
- mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit,
meint:
Kritik
muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln
noch trösten, um konstruktiv zu sein.
Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen
Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung
von Sachverhalten und Umständen abzielen.
Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür
nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.
Was
war das denn?
egon-w-kreutzer.de
mit Piano?
Nun, so klingt
Harry Kulzer
- über zwanzig Jahre nach Pogo in Togo -
heute.
Mehr von diesem
Sound bei
- Table for two
-
- Harry Kulzer
-
- Wolfgang Opitz
- Thomas Froschmaier
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29. Mai 2011
Das BiLd vom Sonntag |
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28. Mai 2011
15.50 Uhr Sie sind wieder
da - Die Nichtwähler
Die Nichtwählerpartei
- als wählbare Partei - ist seit kurzem wieder aktiv. Heute
findet in Köln der Bundesparteitag statt. Dazu gibt es die
brandneue Website
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13.00 Uhr Spanien ist eben
nicht Tunesien
Während man auf dem G8
Gipfel angekündigt hat, zig-Milliarden Hilfsgelder nach
Tunesien und Ägypten zu senden, um die dortigen Aufständischen
zu unterstützen (oder waren es doch Freiheitskämpfer?),
lässt Spanien mit gar nicht ungefährlichen Gummigeschossen
und Schlagstöcken die Protestcamps der friedlichen Demonstranten
im eigenen Lande räumen (oder waren es doch organisierte
und militärisch bewaffnete Aufständische? sh. Kommentar
vom 27.Mai 16.45 Uhr).
Wo ist der Unterschied?
Sind nicht beide an der Verbesserung ihrer Lebensumstände
interessiert?
Haben nicht beide den Eindruck, dass sich dringend vieles ändern
muss?
Fühlen sich nicht beide schlecht - ja zum Auf-die-Straße-Gehen
schlecht - regiert?
Nun, der Unterschied ist
einfach.
Wer regiert, ist überzeugt, gut zu regieren - und sieht
in Demonstrationen gegen sich selbst, gegen die eigene Person,
die eigene Partei, die eigene parlamentarische Mehrheit eine
Gefahr - nämlich die Gefahr, so nicht weitermachen zu können,
wenn man ernsthaft auf das Volk hören wollte, das ja noch
nie verstanden hat, was gut für es ist ...
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27. Mai 2011
16.45 Uhr Kein Krieg, kriegsähnliche
Einsätze, Krieg
Hatten wir mit Herrn Struck,
der sich noch größte Mühe gab, den Bundeswehreinsatz
am Hindukusch als Landesverteidigung zu verkaufen, noch einen,
der wenigstens versuchte, als grundgesetztreuer Verteidigungsminister
zu erscheinen,
hatten wir mit Karl Theodor
zu Guttenberg - und seinem operettenhaften, von Gattin und Hofberichterstatter
begleiteten Kriegsschauplatzvoyeurismus - schon keinen reinen
Verteidigungsminister mehr, aber auch noch keinen richtigen Kriegsminister,
also eher einen Kriegsspielminister,
so haben wir nun mit Herrn
de Maiziere (de Mai-ziere = mittelhocheutsch: Zierde/Blüte
des Monats Mai?), der uns zum Ende des Wonnemonats seine Bundeswehrvorstellungen
eröffnet hat, endlich wieder einen gestandenen Kriegsminister,
der mit deutschen Soldaten überall in der Welt die Fortsetzung
der Diplomatie mit den ihm nun zur Verfügung stehenden "robusten
Mitteln" betreiben will.
Zitat: "Deutschland ist
bereit, als Ausdruck nationalen Selbstbehauptungswillens und
staatlicher Souveränität*) zur Wahrung seiner Sicherheit
das gesamte Spektrum nationaler Handlungsinstrumente im Rahmen
des Völkerrechts einzusetzen. Dies beinhaltet auch den Einsatz
von Streitkräften."
*) die er aber genau zu
diesem Zweck gem. Art 24,2 GG vorher abgeben muss (unfreiwillige
Komik der an den Haaren herbeigezogenen Rechtfertigung)
Das Jürgen Trittin dem
auch noch zustimmt, bestürzt mich.
War einmal ein Bumerang, war
ein Weniges zu lang,
Publikum noch stundenlang, wartete auf Bumerang.
War einmal ein Grundgesetz,
fiel geschwind durchs Maschennetz,
Publikum von einst bis jetzt, wartet stumm aufs Grundgesetz ...
Man hört nicht auf, uns
weismachen und beweisen zu wollen, ein "Weißbuch",
das sich das Verteidigungsministerium noch dazu selbst schreibt,
sei ausreichend, um den Begriff der "Verteidigung",
den das Grundgesetz verwendet, nach Belieben auszulegen.
Nennenswerte Reklamationen
seitens der Opposition gibt es dazu nicht, denn Rot und Grün
haben sich während der gemeinsamen Regierungszeit selbst
zu weit in militärische Aktivitäten verstrickt, als
dass sie jetzt noch glaubhaft Einwände vortragen könnten.
Das Bundesverfassungsgericht
zieht sich auf den Artikel 24,2 zurück, in dem es heißt:
"Der Bund kann sich zur
Wahrung des Friedens einem System gegenseitiger kollektiver Sicherheit
einordnen; er wird hierbei in die Beschränkungen
seiner Hoheitsrechte einwilligen, die eine friedliche
und dauerhafte Ordnung in Europa und zwischen den Völkern
der Welt herbeiführen und sichern."
Was letztlich immer noch nicht bedeutet, dass die Bundesrepublik
ihre Streitkräfte dadurch neben der Verteidigung zu jedem
beliebigen Zweck einsetzen dürfte,
wohl aber, dass - durch die
Aufgabe der Hoheitsrechte - die NATO, die EU, FRONTEX oder jedes
weitere, noch zu gründende "System gegenseitiger kollektiver
Sicherheit" die Bundeswehr zum Einsatz beordern darf, soweit
diese Einsätze "eine friedliche und dauerhafte Ordnung
in Europa und zwischen der Völkern der Welt herbeiführen
und sichern."
Und weil nun einmal kein
Krieg geführt wird,
- um friedliche und dauerhafte
Ordnungen zu verändern oder zu zerstören,
- um sich Zugang zu Rohstoffen
zu sichern, oder auch nur,
- um unliebsame Regime aus der
Welt zu schaffen,
- sondern weil jeder Krieg,
seit Anbeginn der Welt geführt wurde, um damit auf ewig
Frieden zu schaffen,
- ist letztlich jeder Militäreinsatz
von vornherein gerechtfertigt.
(Eine Rechtfertigung die der
Feind allerdings nicht selten auch für sich in Anspruch
nimmt, was die Beweisführung nicht unmaßgeblich erschwert,
solange der Sieger noch nicht feststeht.)
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Nachstehendes wäre,
wenn es jemand noch
ernst nähme,
geltendes Recht in Deutschland:
Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 87a
(1) Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf.
Ihre zahlenmäßige Stärke und die Grundzüge
ihrer Organisation müssen sich aus dem Haushaltsplan ergeben.
(2) Außer zur Verteidigung dürfen
die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz
es ausdrücklich zuläßt.
(3) Die Streitkräfte haben im Verteidigungsfalle und im
Spannungsfalle die Befugnis, zivile Objekte zu schützen
und Aufgaben der Verkehrsregelung wahrzunehmen, soweit dies zur
Erfüllung ihres Verteidigungsauftrages erforderlich ist.
Außerdem kann den Streitkräften im Verteidigungsfalle
und im Spannungsfalle der Schutz ziviler Objekte auch zur Unterstützung
polizeilicher Maßnahmen übertragen werden; die Streitkräfte
wirken dabei mit den zuständigen Behörden zusammen.
(4) Zur Abwehr einer drohenden Gefahr für den Bestand oder
die freiheitliche demokratische Grundordnung des Bundes oder
eines Landes kann die Bundesregierung, wenn die Voraussetzungen
des Artikels 91 Abs. 2 vorliegen und die Polizeikräfte sowie
der Bundesgrenzschutz nicht ausreichen, Streitkräfte zur
Unterstützung der Polizei und des Bundesgrenzschutzes beim
Schutze von zivilen Objekten und bei der Bekämpfung organisierter
und militärisch bewaffneter Aufständischer einsetzen.
Der Einsatz von Streitkräften ist einzustellen, wenn der
Bundestag oder der Bundesrat es verlangen.
|
10.30 Uhr Ortwin Renn
Als ich gestern kurz über
die Ethik-Kommission gestolpert bin, war das für einen Leser
Anlass, ein bisschen mehr Information über den von mir im
ZEIT-Interview zitierten Ortwin Renn zu liefern.
Manchmal ist es eben schlimmer
als man es sich vorstellen kann.
Und das nicht nur in kirchlichen Internaten.
Hier die Zuschrift
|
Guten Morgen Herr Kreutzer,
direkt nach dem Eintritt ins Internet und noch vor dem intensiven
Lesen des neuen Paukenschlags finden meine müden Augen den
sehr assoziativen Namen Ortwin Renn, der sich in der Ethik-Kommission
tummelt.
Vielleicht steht's ja noch (implizit) im PaD, aber Renn ist
eine Linksammlung wert:
Daß die Herrschaften in der Ethikkommission nicht frei
von eigenen Meinungen sind, geschenkt.
Aber nach und nach erkennt man immer deutlicher eine großtechnikhörige
Meinungseinseitigkeit, im Regierungspersonal, den Ministerien
und in Beratungsgremien. Das ist nicht unbedingt erstaunlich,
aber beängstigend, wenn es um Kernenergie geht. Man kann
froh sein, daß "die" Wähler der aktuellen
Regierung nicht schon früher den Auftrag gegeben haben,
auch noch am Irak-Krieg teilzunehmen.
Aber aktuell ist das Thema Kernenergie dran, was dummerweise
noch verknüpft ist mit dem Thema Klimawandel und leider
auch mit dem Thema Dezentralisierung.
Danke für Ihre Kommentare und, wenn's geht: Schönen
Tag!
G.N. |
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26. Mai 2011
12.15 Uhr Röttgen,
der Heimlichtuer
Die Berliner Zeitung will aus
"Kreisen des Ministeriums" erfahren haben, dass der
Bundesumweltminister sich persönlich dafür eingesetzt
habe, eine Untersuchung des Bundesumweltamtes mit dem Titel "Hintergrundpapier
zur Umstrukturierung der Stromversorgung in Deutschland"
der Öffentlichkeit nicht zugänglich zu machen. Vermutlich,
weil darin ein Ausstiegsszenario bis 2017 für möglich
erachtet wird.
Kein Wunder, will die Kanzlerin das letzte Wort über die
Fortdauer des technisch begründeten und mathematisch einigermaßen
präzise ermittelbaren, faktisch in Tschernobyl und Fukushima
nachweisbaren Risikos der Stromerzeugung mittels Atomreaktoren
ausgerechnet einer "Ethik-Kommission" überlassen.
Dabei handelt es sich bei den
Mitgliedern der Ethik-Kommission keineswegs um ausgewiesene "Ethikologen",
wie die ZEIT in einem Interview mit Ortwin Renn von der Ethik-Kommission
schön herausarbeitete:
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DIE ZEIT: Spiegelt die Ethikkommission die Bevölkerung
besser wieder als das Parlament?
Renn: Nein, die Ethikkommission kann aber die Diskussion
um die Zukunft der Energieversorgung im Parlament gut vorbereiten.
Die Kommission bringt vor allem Bewertungsspezialisten zusammen,
die beispielsweise als Akademiepräsidenten hohe Urteilskraft
über alle Disziplinen hinweg besitzen oder sich als Ethiker
und Sozialwissenschaftler mit der Bewertung von Risiken und
Technologien auseinandergesetzt haben. Auch die Vertreter
der katholischen und evangelischen Kirchen oder der Parteien
stehen für Bewertungen in der Gesellschaft. Daneben sind
Industrie- und Gewerkschaftsinteressen vertreten. |
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... dafür, dass die ZEIT nicht weiß,
wie sich widerspiegeln schreibt, kann ich nichts, ich
zitiere hier nur ... |
und dazu erreichte mich dann noch die folgende Zuschrift:
|
Guten Morgen Herr Kreutzer,
direkt nach dem Eintritt ins Internet und noch vor dem intensiven
Lesen des neuen Paukenschlags finden meine müden Augen den
sehr assoziativen Namen Ortwin Renn, der sich in der Ethik-Kommission
tummelt.
Vielleicht steht's ja noch (implizit) im PaD, aber Renn ist
eine Linksammlung wert:
Daß die Herrschaften in der Ethikkommission nicht frei
von eigenen Meinungen sind, geschenkt.
Aber nach und nach erkennt man immer deutlicher eine großtechnikhörige
Meinungseinseitigkeit, im Regierungspersonal, den Ministerien
und in Beratungsgremien. Das ist nicht unbedingt erstaunlich,
aber beängstigend, wenn es um Kernenergie geht. Man kann
froh sein, daß "die" Wähler der aktuellen
Regierung nicht schon früher den Auftrag gegeben haben,
auch noch am Irak-Krieg teilzunehmen.
Aber aktuell ist das Thema Kernenergie dran, was dummerweise
noch verknüpft ist mit dem Thema Klimawandel und leider
auch mit dem Thema Dezentralisierung.
Danke für Ihre Kommentare und, wenn's geht: Schönen
Tag!
G.N. |
Worum es geht? Es geht darum,
die Wirtschaft - hier die Energieversorger mit ihren ultragefährlichen
Profitschleudern - in ihrem Gewinnstreben zu unterstützen.
Da ist eben jedes Jährchen mehr - mehr als nur ein Milliärdchen
mehr ...
Dazu passt voll krass der heutige
Paukenschlag
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25. Mai 2011
13.13 Uhr Jetzt schlägts
Dreizehn
Krückentechnologie findet
Google genau tausendsechshundert Mal.
Brückentechnologie findet Google viel öfter, ungefähr
hundertzehntausend Mal.
Beides sind Bezeichnungen für die Atomstrom-Technologie.
Die Zutreffendere wird jedoch kaum benutzt.
Woran das wohl liegen mag?
11.55 Uhr Fünf vor
zwölf - merkt aber keiner
Ifo-Sinn meldet
Die deutsche Wirtschaft wächst weiter kräftig - vor
allem durch Ausgaben im Inland. Die Stimmung bleibt unverändert
gut. Der Ifo-Geschäftsklimaindex lag im Mai wie im Vormonat
bei 114,2 Punkten.
Das Statistische Bundesamt meldet
Die Investitionen etwa in den
Bau oder in neue Anlagen und Fahrzeuge stiegen genauso wie die
Konsumausgaben des Staates und der Verbraucher deutlich an. Dadurch
wuchs die Wirtschaft im Vergleich zum Vorquartal deutlich um
1,5 Prozent.
Im Vergleich zum ersten Quartal
2010 legte sie sogar so stark zu wie noch nie seit der deutschen
Wiedervereinigung: Das BIP stieg demnach preisbereinigt um 5,2
Prozent, kalenderbereinigt - da es dieses Jahr in den ersten
drei Monaten einen Arbeitstag mehr gab - um 4,9 Prozent.
Die privaten Konsumausgaben
stiegen ebenfalls - wenn auch deutlich leichter - um 0,4 Prozent.
Gestiegen ist auch die Arbeitsproduktivität:
Das BIP pro Kopf wuchs im ersten Quartal um 3,8 Prozent im Vergleich
zum ersten Quartal 2010. Je Arbeitstunde erhöhte sich die
Produktivität um 2,3 Prozent, gleichzeitig arbeiteten die
Deutschen wieder 1,4 Prozent mehr. Demnach stieg die Wochenarbeitszeit,
die Beschäftigten machten mehr Überstunden und die
Unternehmen setzten weniger auf Kurzarbeit.
Bundeswirtschaftsminister
Philipp Rösler meldet
der Aufschwung gewinnt "immer
mehr an Breite und Stabilität". "Unsere Wirtschaft
hat im ersten Vierteljahr dieses Jahres ihr Vorkrisenniveau erstmalig
wieder übertroffen. Sie befindet sich in glänzender
Verfassung."
Die Gesellschaft für
Konsumforschung meldet
Trotz guter Konjunkturlage
wächst die Angst bei den Verbrauchern. Das Konsumklima hat
sich weiter verschlechtert. Die 2000 befragten Verbraucher rechnen
mit einer schwächeren Konjunktur und schlechteren Einkommensaussichten.
Vor allem Produkte des
täglichen Lebens wie Benzin und Lebensmittel sind in den
vergangenen Wochen deutlich teurer geworden. Beim Verbraucher
entsteht sehr schnell der Eindruck, dass alles teurer wird, die
eigene Kaufkraft sinkt und so ein beträchtlicher Teil der
Einkommenszuwächse aufzehrt.
Wegen der gesunkenen Einkommenserwartungen
sank die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen.
- Wie lange wird das noch
so weitergehen können?
Der Wirtschaft geht es gut.
Die Produktivität
der Beschäftigten ist erheblich (3,8%) gestiegen.
Die
insgesamt erbrachten Arbeitsstunden haben deutlich (1,4%) zugenommen.
Insgesamt
hat die Wirtschaft 5,2 % mehr erzeugt und dies um rund 2% teurer
verkauft, also 7,3 Prozent mehr umgesetzt. Die privaten Haushalte konnten daraus
für sich aber nur eine Konsumsteigerung um 0,4 % erreichen.
- Friedrich Alexan schrieb 1935
im Pariser Exil:
-
- >Es ginge zu weit, alle
Schlagworte der Werde- und Blütezeit des Kapitalismus, in
der der Dollar Allah war und Rockefeller sein Prophet, aufzuzählen.
Jener denkwürdigen Zeit, da eines Eisen- und Erzherzogs
bessere Hälfte die bescheidenen Lohnforderungen der Arbeiter
mit den Worten ablehnte: "Ehe ich diesem Gesindel einen
Pfennig mehr bewillige, lasse ich meine Pferde mit goldenen Hufeisen
beschlagen!"<
-
Wer glaubt, dass
es heute sowas nicht mehr gibt, der sollte einfach einmal nachrechnen:
Wer um 1,4 Prozent mehr arbeitet und
dabei 5,2 Prozent mehr erzeugt, aber nur 0,4 Prozent mehr für
den Konsum erübrigen kann, dem hat man nicht die Lohnerhöhung
verweigert, dem hat man die Löhne gekürzt - und ganz
nebenbei auch noch die Preise ganz kräftig erhöht.
... und wer das Märchen der GfK glaubt, die bösen "Konsumenten"
würden einfach nur "Konsumzurückhaltung"
üben, hätten also gelernt, nicht nur vom Essen, sondern
auch vom Sparen satt zu werden, nun ja, der spinnt ... |
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24. Mai 2011
13.44 Uhr Pressemitteilung
von Eurosolar
die ich einfach - zustimmend - weitergebe
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Pressemitteilung, Bonn, 24. Mai 2011
EUROSOLAR:
Röttgens wettbewerbsfeindliche EEG-Novelle zerschlägt
laufende Energiewende und steht diametral gegen das in der Tendenz
richtige Energiekonzept der CSU
Die gemeinnützige Europäische Vereinigung für
Erneuerbare Energien (EUROSOLAR) lehnt die Verabschiedung der
EEG-Novelle 2012 in der gegenwärtigen Form ab und fordert
Bundesumweltminister Dr. Röttgen dazu auf, das übereilte
Gesetzgebungsverfahren zu entschleunigen.
"Die Bundesregierung hat etwas grundlegend falsch verstanden.
Die Herausforderungen der wachsenden Risiken der Atom- und Fossilenergien
erfordern nicht die Beschleunigung kontraproduktiver Gesetzgebungsverfahren.
Was wir brauchen, ist die Beschleunigung der laufenden dezentralen
Energiewende", erklärt EUROSOLAR-Präsident Prof.
Peter Droege und empfiehlt der Politik die Anwendung des 10-Punkte-Sofortprogramms von EUROSOLAR
Trotz aller Probleme könnten die neuen Träger der Energiewende
- Stadtwerke, Kommunen, Bürgergenossenschaften und mittelständische
Unternehmen - mit dem geltenden Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
die
Energiewende wirksamer beschleunigen als mit der geplanten "EEG-Konzern-Novelle",
sagt EUROSOLAR-Vizepräsident Dr. Fabio Longo. Die EEG-Konzern-Novelle
diene allein dazu, mit der überdimensionalen Förderung
von Off-Shore-Windparks die Monopolstellung der Energiekonzerne
abzusichern und Marktanteile der neuen Träger zu beschneiden.
"Anstatt die ländlichen Räume von Bayern bis Mecklenburg-Vorpommern
mit neuen Wertschöpfungsmöglichkeiten aus Wind-, Solar-,
Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie zu stärken, kürzt
Herr Dr. Röttgen
bei der Windkraft an Land und verunsichert potenzielle Solaranlagenbetreiber
sowie die deutsche Solarindustrie mit einem unvorhersehbaren
und drastischen Vergütungsrückgang", erklärt
Fabio Longo.
Dies sei wirtschaftspolitisch völlig verfehlt, auch weil
Monopole noch nie für günstige Energiepreise gesorgt
hätten - ganz im Gegenteil, wie die aktuelle Untersuchung
des Bundeskartellamts zu den Preisen an der Zapfsäule zeigt.
Das Hau-Ruck-Verfahren der Gesetzgebung bis Juli sei auch gar
nicht erforderlich, da das geltende EEG nicht befristet sei.
"Diese Novelle ist weder Beschleunigung noch Stillstand,
sie ist Rückschritt und ein schwerer Schlag gegen die Energiewende",
erklärt Fabio Longo.
Die großkonzernfreundliche und wettbewerbsfeindliche Politik
des Bundesumweltministers steht diametral gegen das in der Tendenz
richtige CSU-Energiekonzept für Bayern. Durch die geplante
Abschaffung
des Systemdienstleistungsbonus und den verschärften jährlichen
Rückgang der Vergütung für Windkraftanlagen an
Land können nach ersten Schätzungen rund die Hälfte
aller bisher geeigneten Windenergiestandorte nicht mehr wirtschaftlich
betrieben werden.
Dies konterkariert das Vorhaben der CSU, in Bayern 1.500 Windkraftanlagen
zur Stärkung der Wertschöpfung im ländlichen Raum
zu errichten. Vor diesem Hintergrund fordert EUROSOLAR die in
die Erstellung des Energiekonzepts einbezogenen Bundesminister
Aigner und Ramsauer (CSU) dazu auf, die derzeitige großkonzernfreundliche
und wettbewerbsfeindliche EEG-Novelle auszubremsen und zu einer
im geordneten parlamentarischen Prozess erarbeiteten EEG-Wertschöpfungs-Novelle
für den ländlichen Raum und den High-Tech-Standort
Deutschland umzugestalten.
V.i.S.d.P. Irm Pontenagel
EUROSOLAR e.V.
Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien
Kaiser-Friedrich-Straße 11
53113 Bonn
Tel. 0228 / 362373 und 362375
Fax 0228 / 361279 und 361213
info@eurosolar.org
http://www.eurosolar.org |
10.45 Uhr Allerlei Groteskes
Fukushima, Betreiber vermutet
dreifache Kernschmelze
Und die Premiummedien berichten
dies jetzt voller Überraschung. Der Vorstandsvorsitzende
von TEPCO zog die Konsequenzen und trat zurück. Was heißt
das denn? "Ich hab jetzt die Schnauze voll, soll sich mit
dem Dreckskraftwerk rumärgern wer will. Ich geh jetzt in
Rente. Nach mir der Super-Gau!" Das heißt das.
Noch nicht Pleitekassen
sperren sich gegen Mitglieder von Pleitekassen
Wer sich die Zuzahlungsregeln
und den sogenannten "Wettbewerb der Kassen" ausgedacht
hat, hat doch genau das geplant. Der Konkurs der ersten Kasse,
also derjenigen, mit den teuersten Versicherten, mit vielen Langzeitkranken,
mit vielen Alten und Gebrechlichen, spült deren Mitglieder
in die Kassen mit einer etwas kostengünstigeren Versichertenstruktur.
Die müssen folglich die Zusatzbeiträge anheben, es
dauert nicht lange, und die nächsten Kassen brechen zusammen.
Dann dauert es nicht mehr lange, und die deutsche Einheitskrankenkasse
mit hohen Beiträgen, hohen Zusatzbeiträgen und geringen
Leistungen minderer Qualität unter vollständiger Kontrolle
des Gesundheitsministeriums ist entstanden und kann, - und kann
was? Und kann endlich privatisiert werden.
Microsoft fährt mit
Kameraautos durch Deutschland - und niemand tut was
Was bei Google Streetview noch
Datenschützer und die Verbraucherschutzministerin auf den
Plan gerufen hat, was eine große Diskussion hervorrief
und Google letztlich gezwungen hat, den Vorab-Widerspruch zuzulassen
und zu akzeptieren, das ist jetzt alles erlaubt. Ist Microsoft
koscherer als Google? Oder was?
Bei Google hat man gesetzliche Regelungen erwogen, sollte das
Unternehmen nicht freiwillig Zugeständnisse machen. Diese
Drohkulisse vermisse ich nun.
Und niemand kann mir erklären, warum die Politik schläft.
- und dann wurde ich soeben
(13.26 Uhr) daran erinnert, dass ich vor nunmehr 9 Jahren
(noch nach alten Rechtschreibregeln) einen Vorschlag für
Verbesserungen im deutschen Gesundheitswesen vorgelegt habe,
der womöglich den Pleitekassenhinweis ergänzen könnte.
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23. Mai 2011
11.30 Uhr Bremen - Erdrutsch-Sieg
der Nichtwähler
Wenn das amtliche Ergebnis
der Bremer Bürgerschaftswahl wohl auch erst am Mittwoch
ausgezählt sein wird - eines steht heute schon fest:
Rund 43 Prozent der Wahlberechtigten
haben sich - implizit - der Partei der Nichtwähler angeschlossen.
Bremer Bürgerschaftswahl
2011:
Berechnete man die Stimmanteile
der Parteien nach Wahlberechtigten, statt nach abgegebenen Stimmen,
so ergibt sich - nach den vorliegenden, stabilen Hochrechungen
- die folgende Stimmverteilung.
|
Partei |
Stimmanteile |
|
(Partei der) Nichtwähler |
rund 43 % |
|
SPD |
rund 22 % |
|
Grüne |
rund 13 % |
|
CDU |
rund 12 % |
|
Die Linke |
rund 3 % |
Es ist erschreckend!
Die Nichtwähler wären
mit weitem Abstand stärkste Fraktion und könnten mit
SPD oder Grünen oder der CDU als Juniorpartner die Regierungsverantwortung
übernehmen.

Wird es gelingen, dieses
brachliegende Potential zu heben, den schlafenden Riesen zu wecken?
Werner Peters gibt auf diese
Frage die Antworten.
Nicht alle sind für uns
angenehm. Nicht alle sind bequem. Aber er zeigt auf, wohin die
Reise gehen muss, wenn wir unsere Demokratie neue beleben wollen.
-
|
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22. Mai 2011
Das Bild vom Sonntag |
21. Mai 2011 |
|
20. Mai 2011
13.45 Uhr Partei der Nichtwähler

Der schlafende Riese,
dessen wahre Größe
sich kaum jemand vergegenwärtigt, ist größer
als die Wählerschaft jeder einzelnen, der sogenannten "Großen
Volksparteien".
Berechnete man die Stimmanteile
der Parteien nach Wahlberechtigten, statt nach abgegebenen Stimmen,
dann hätte die Bundestagswahl 2009 folgendes Ergebnis gebracht:
|
Partei |
Stimmanteile |
|
(Partei der) Nichtwähler |
29,2 % |
|
CDU / CSU |
23,6 % |
|
SPD |
16,0 % |
|
FDP |
10,2 % |
|
Grüne |
7,5 % |
... und das bleibt beileibe
nicht ohne politische Wirkung.
Bei der letzen Landtagswahl in NRW hatte die SPD in absoluten
Zahlen erneut Wählerstimmen verloren - doch aufgrund der
niedrigen Wahlbeteiligung konnte sie so viele Mandate gewinnen,
dass sie trotz dieser Verluste die bisherige Regierung ablösen
konnte.
Werner Peters beleuchtet in seinem Buch nicht nur
den Zustand der Parteiendemokratie in Deutschland, er macht auch
durchaus gangbare Vorschläge für eine Reform des "Politbetriebes".
Dazu aber braucht es eine politische Kraft - und die will er
mit der "Partei der Nichtwähler" in die Parlamente
heben, um dort folgende Ziele umzusetzen:
- Ergänzung des repräsentativen
Systems durch basisdemokratische Elemente
- Begrenzung der Mandatsdauer
auf zwei Legislaturperioden
- Eindämmung der Parteienmacht
durch strikte Begrenzung ihrer Finanzmittel
- Trennung von Abgeordneten-
und Regierungsamt
- Abschaffung des Fraktionszwangs
- Abkehr von Koalitionsverträgen
- Verbesserung des Wahlsystems,
um unabhängigen Einzelkandidaten Chancen einzuräumen.
- Wie überall, steckt auch
hier der Teufel im Detail - das Buch "Partei der Nichtwähler
- Der schlafende Riese" hilft, Problem und Lösung
auch im Detail nachvollziehen zu können.
-
-
09.45 Uhr Gedächtnisschwäche
ist nicht immer gleich Alzheimer
Da gibt es Testverfahren, die
jeder im Selbstversuch absolvieren kann. Wer weiß, wo er
sich gerade befindet, den Wochentag richtig angeben und ein kleines
bisschen Kopfrechnen kann, hat gute Chancen, für gesund
angesehen zu werden.
Die Manager der Deutschen
Bank, die derzeit im Kirch-Prozess aussagen sollen, können
sich offenbar gerade an so viel erinnern, dass sie diesen Test
bestehen würden.
Es ist aber auch schwierig, sich - womöglich wörtlich
- daran zu erinnern, was da jemand vor Jahren in einer bestimmten,
längst abgehakten Angelegenheit gesagt hat.
An die Absichten und Pläne könnte man sich besser erinnern,
aber es muss sich ja niemand selbst belasten, und so kann man
sich auch daran einfach nicht erinnern.
Es ist in diesem Prozess nicht anders als in den allermeisten
parlamentarischen Untersuchungsausschüssen: Zeugen der Verteidigung
und Beschuldigte erinnern sich an nichts, was für die Wahrheitsfindung
von Belang wäre.
Also sollte man diesen Unfug
gleich lassen.
Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Das gilt für
Leo Kirch, und es gilt für die bayerischen Steuerzahler,
die trotz Untersuchungsausschuss die Hypo-Alpe-Adria Verluste
an der Backe haben. Wer CSU wählt - und sich am Stammtisch
freut, wenn er zufrieden feststellen kann "Hund samma scho!",
der darf sich nicht wundern, wenn er selbst einmal zu den Gebissenen
gehört.
Im konkreten Fall hat sich
Herr Kirch auf ein großes Spiel eingelassen - und verloren.
Das ist offenkundig.
Wer mit Haifischen taucht, lebt nun einmal gefährlich. Das
kann jahrelang gutgehen, aber irgendwann tritt das Risiko ein.
"Wenn die Haifische Menschen
wären", beginnt eine Geschichte des Herrn K., die Bert
Brecht aufgeschrieben hat, und auf die ich hier und heute auch
noch verlinke.
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19. Mai 2011
13.32 Uhr immer noch kein
Paukenschlag
aber Reuters meldet: Merkel
pocht --- auf Europäer
wie sie das wohl macht? Mit
der geballten Faust, mit dem schweren Eichenknüppel?
Ich versuche mir das immer bildlich vorzustellen, wie sie pocht,
auf die Europäer ...
Im Artikel wird Reuters dann
ein bisschen präziser. Sie pocht da zwar immer noch, aber
sie pocht da auf den europäischen Anspruch auf den Posten
(des IWF-Chefs). Ja, die Zeiten sind rauer geworden, wenn selbst
eine im Ansatz seriös-neutrale Nachrichtenagentur nicht
mehr anders kann, als Merkels diplomatische Bemühungen als
"Pochen auf" zu bezeichnen.
- und falls Sie immer noch nicht
wissen, was Sie mit der durch das Ausbleiben des heutigen Paukenschlags
gewonnenen Zeit anfangen sollen: Zeit, die nicht vergehen will,
misst man am besten mit einer guten Uhr.
08.08 Uhr Sie vermissen
den heutigen Paukenschlag?
Nun, so wie es aussieht, fehlt
mir heute die Zeit.
Dafür sparen Sie eine
halbe Stunde, ungefähr.
Sollten Sie partout nicht wissen,
was Sie damit anfangen sollen: Nehmen Sie sich einfach noch einmal
den PaD von letzter Woche vor:
und vergleichen Sie mit der
aktuellen Entwicklung. Angela Merkels Urlaubs und Renten-Junktim
spricht eine klare Sprache.
Und wenn Sie es barocker mögen,
dann eben noch einmal
Da steht das gleiche drin,
nur eben mehr gleichnishaft.
... und falls Sie immer noch
Zeit haben:
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18. Mai 2011
08.55 Uhr Frau Merkel belieben
zu scherzen
Angela Merkel, Deutschlands
schwarz-gelbe Kanzlerin von Guidos Gnaden (ja, kann man so sagen, ohne Guido hätten
wir immer noch große Koalition), hat sich an einer Analogie versucht.
"Gleicher
Lohn für gleiche Arbeit"
scheint
ihr vergleichbar mit
"Gleicher Urlaub für gleiche Währung"
Dass Theo Waigel
nicht längst mit hoher Drehzahl im Grab rotiert, ist nur
dem Umstand zu verdanken, dass er noch glücklich unter den
Lebenden weilt. Nur sein "Lebenswerk", die Konvergenzkriterien,
samt dem Verbot des innergemeinschaftlichen Eingestehens für
die Schulden der ganzen Euro-Verwandtschaft, das hat man gemeuchelt
und zu Grabe getragen und ersetzt es jetzt durch solche währungsreligiösen
Blasphemien.
Wer die gleiche
Währung will muss erst einmal gleich wenig Urlaub machen?
Das steht
nirgends in den Verträgen von Maastricht.
Das untergräbt zudem die Tarifautonomie.
Das ist zudem purer Populismus.
Und eine kaum
verhohlene Abneigung gegen die faulen Drückeberger, die
sich von ihren nicht leistungsadäquaten Einkommen einen
schlauen Lenz machen, offenbart es auch. Leider bleiben diejenigen
mit der größten Diskrepanz zwischen Leistung und Einkommen
auch diesmal wieder ausgenommen, was nicht heißt, dass
die anderen nicht auch ausgenommen würden, ist ja zweideutig,
die Vokabel.
... und
es ist so sinnlos, wie ein Rettungsschirm, der dem Fallschirmspringer
vom Flugzeug aus nachgeworfen wird, sobald klar ist, dass sich
sein eigener Schirm nicht öffnet. (Da kann man jetzt ein
Weilchen drüber meditieren, oder?)
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17. Mai 2011
17.50 Uhr Thomas Koudela
meint zu Griechenland:
Hallo Herr Kreutzer,
ist es nicht pervers? Großbanken
werden in jedem Fall 'gerettet', weil
sie angeblich systemrelevant sind. Schuldnerländer nur,
wenn sie strenge
selbstzerstörerische Auflagen erfüllen. Ein dem Wohl
seines Volkes
verschriebener Politiker hätte schon längst mit der
Systemrelevanzkarte
um einen Schuldenerlass oder wirkliche Hilfen gepokert. (...)
Das Drohgespenst, alle Einlagen
abschreiben zu müssen, ist im Fall von
Griechenland um einiges größer als bei einer Großbank...
Es gäbe mangels
Insolvenz nicht mal eine Insolvenzmasse zu verteilen.
Ich würde dies schon alleine machen, um die Heuchler sich
winden zu sehen.
Schöne Grüße,
Thomas
09.15 Uhr Griechenland privatisieren
" ... ohne deutlichen
Fortschritt in Sachen Privatisierung, so sagte Euro-Gruppen-Chef
Jean-Claude Juncker vor einigen Tagen, werde Griechenland seine
nächste Tranche an Hilfszahlungen in Höhe von zwölf
Milliarden Euro nicht bekommen."
Das ist nicht weit vom Tatbestand
der Erpressung entfernt.
Zumal es nicht darum geht, Griechenland zu helfen, das müsste
man ganz anders anstellen, sondern nur darum, Volkseigentum in
Privateigentum umzuwandeln.
Das Hilfsgeld läuft schließlich
von den Geberländern über den (nur aus Gründen
der Verschleierung eingeschalteten) griechischen Staatshaushalt
direkt in die Hände des internationalen Kapitals, wo es
- selbstverständlich - benutzt wird, um die wohlfeilen griechischen
Ländereien, Staatsunternehmen und Einrichtungen der Grundversorgung
aufzukaufen.
Noch präziser: (Auch)
Deutschland verschuldet sich, damit den Gläubigern die Liquidität
zufließt, die sie brauchen, um Griechenland aufzukaufen.
Privatisierung ist immer
nur für den Käufer positiv, denn der erwirbt das ehemalige
Volkseigentum nicht aus Mitleid oder anderen altruistischen Regungen,
sondern um daraus Gewinne zu schlagen.
Dazu werden Leistungen reduziert
oder verschlechtert, Personal abgebaut oder im Lohn gedrückt
und Teile des erworbenen Volkseigentums mit Gewinn weiterverkauft,
sowie Teile der Erzeugnisse aus dem Volkseigentum an ausländische
Abnehmer verkauft.
Es werden private Gewinne
abgezogen, die vorher nicht finanziert werden mussten.
Das Volk, dessen Eigentum so
verscherbelt wird, muss auf Einnahmen (Löhne und Gehälter)
verzichten, die Staatseinnahmen schrumpfen um die bisherigen
Erträge aus Ländereien, Staatsunternehmen und Infrastruktur,
die Kosten für die Inanspruchnahme der privatisierten Grundversorgung
steigen massiv.
Die Bevölkerung zahlt
jede Privatisierung mit Leistungsminderungen bei steigenden Preisen.
Werden aus Privatisierungserlösen
Kredite getilgt, sinkt zwar auch die Zinsbelastung, doch darf
angenommen werden, dass die Gewinne, die sich das Kapital aus
der Privatisierung erwartet, höher sind, als die (für
kurze Zeit) entfallenden Zinserträge. Sonst würden
sie es nämlich nicht verlangen.
Es geht immer nur darum,
in den Besitz möglichst vieler, möglichst werthaltiger
Sachen zu gelangen. Dabei darf man - so heißt es - nicht
zimperlich sein.
Das habe ich übrigens
schon einmal sehr viel grundsätzlicher erklärt:
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Egon W. Kreutzer
Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre Band I
Kapitel 10 Der Wirtschaftskreislauf
Wie alles im Universum kann auch das Wirtschaften als Kreislauf
oder als Welle angesehen werden, wobei mir persönlich der
Begriff Kreislauf griffiger erscheint.
Wir werden uns in diesem etwas längeren Kapitel relativ
ernsthaft damit beschäftigen, woher die Wirtschaftgüter
kommen und wo sie letztlich landen, wer welchen Nutzen daraus
zieht und wer dafür aufkommt.
Beginnen wir mit den langlebigen Wirtschaftsgütern. Gleich
hinter Kairo gibt es eine Immobilie, an der sich die Menschheit
schon seit Jahrtausenden erfreut. Obwohl nicht mehr ganz glänzend
an der Fassade, ist diese Ansammlung alter Steine nach wie vor
eine Ertragsquelle für den ägyptischen Staat und für
die Tourismusindustrie mit allen Nebengewerben bis hin zur Zunft
der Taschendiebe. Bezahlt haben dafür die Pharaonen mit
Mitteln, die sie durch die Besteuerung ihrer Untertanen, gewonnene
Kriege, Sklavenhandel und Sklavenarbeit gewonnen hatten. Die
Investition in dieses äußerst langlebige, immobile
Wirtschaftsgut war anfangs gar nicht auf irdische Rendite ausgerichtet,
aber heute boomt das Geschäft rings um diese steingewordene
Idee einer längst vergangenen Religion wie nie. Überhaupt
üben alte Gemäuer in Zeiten allgemeinen Wohlstands
eine gewisse magnetische Anziehungskraft auf Moneten aus aller
Herren Taschen aus; nehmen wir noch die Chinesische Mauer und
den Kölner Dom hinzu, wir finden überall ein vergleichbares
Bild.
Noch langlebiger ist eigentlich nur der Planet selbst, von
dem wir einen großen Teil seiner Oberfläche, ein paar
tiefere Löcher, Höhlen und Stollen und Teile der Atmosphäre
inzwischen in feste Eigentumsverhältnisse gezwängt
haben.
Dieser (noch) nicht vermehrbare Lebensraum hat, einschließlich
uns Menschen, alles hervorgebracht, was wir zum Leben und zum
Wirtschaften brauchen und gebrauchen. Außerdem bietet er
uns den Platz, der es uns überhaupt erst erlaubt, als räumliches
Wesen zu existieren, und ist daher von eminent wichtiger Bedeutung.
Spielen Sie ein paar Runden "Siedler von Katan", und
Sie wissen, worauf es ankommt.
Nun wäre der Planet von sich aus nie auf die Idee gekommen,
Pyramiden zu errichten. Ein Stückchen Geist, Genius, Genialität
gehört auch dazu. Fragen wir nicht danach, woher er gekommen
ist; nehmen wir einfach pragmatisch zur Kenntnis, dass er da
ist, und dass jeder einzelne von uns auch einen (oder etwas vom)
Geist hat.
Aus der vorhandenen Materie und dem Geist wurden und werden
Dinge geschaffen, die Begehrlichkeiten wecken. Als die Menschheit
feststellte, dass der Raub (meist mit dem Einsatz kriegerischer
Mittel verbunden) nicht für alle Wunscherfüllungen
das geeignete Mittel ist, hat man begonnen zu tauschen.
Ich weiß, ich weiß, das ist Ihnen alles bekannt,
aber ich kann Ihnen leider nicht ersparen, diesen Gedanken jetzt
klar im Kopf zu haben, sonst könnten Sie möglicherweise
an den folgenden Ausführungen scheitern.
Vor Beginn des Tauschhandels holte sich jeder alles Lebensnotwendige
aus der Natur und bearbeitete es - soweit erforderlich - nach
seinen Fähigkeiten selbst weiter. Es war für jeden,
der stark und schnell und "pfiffig" genug war, der
Platz da, um sich ein Revier abzustecken. Es war eine glückliche
Zeit, ohne Ärger mit Vermietern, Chefs, Verkäufern,
ohne Sorge um das richtige Outfit für die Party, ohne Angst
vorm Krebsrisiko beim Rauchen, so richtig einfach und überschaubar.
Leider war die Lebenserwartung relativ niedrig, dafür aber
die Reproduktionsrate lustvoll hoch.
Vielleicht war das das Paradies.
Mit dem Tauschhandel kam ein Sack voller Probleme in die Welt.
Nicht nur das vordergründige Problem, dass die Fischer an
der Küste untereinander immer nur Fische tauschen konnten
(was irgendwie auf Dauer nicht besonders befriedigend gewesen
sein mag); nicht nur, dass der Mensch, der ein Bronzeschwert
brauchte, aber nur Baumstämme anbieten konnte, damit den
Schmied nicht beeindruckte, solange er die Baumstämme nicht
auf dem Umweg über lebende Schweine, über einige Sack
Getreide und wer weiß was noch (siehe auch "Hans im
Glück") endlich in den Stoff umgewandelt hatte (feinste
böhmische Holzkohle), die der Schmied am unteren Rhein unbedingt
haben wollte, um dafür ein Schwert abzuliefern - nein, das
eigentliche Problem lag darin, dass plötzlich allen Dingen
ein Wert zugeordnet werden wollte.
10 Baumstämme = 5 lebende Schweine = 20 Sack Gerste =
6 Zentner Holzkohle = 1 Bronzeschwert.
Denken Sie diesen Gedanken nur 2 Minuten lang weiter, und
Sie wissen, woran der Tauschhandel letztlich scheitern musste.
Es gab eine Reihe von Versuchen, dieses Problem in den Griff
zu bekommen. Von Muscheln (leicht zu transportieren) über
Baumstämme, Hinkelsteine (?) und später auch Zigaretten
etablierten sich diverse Tauschwährungen, deren Schicksal
in der einschlägigen Literatur nachzulesen ist.
Für uns interessant ist der Hauptast der Entwicklung
von Tauschwerten, der schließlich zur Münze führte.
Eine Münze war zunächst einmal nichts anderes als ein
Stück Edelmetall, dessen Wert an sich allgemein anerkannt
war. Durch die exakte Stückelung (Menge des Edelmetalls)
und die Prägung, durch die praktisch öffentlich erklärt
wurde: Das sind 5 Gramm Gold, dafür steht unsere Münzausgabe
gerade, wurde ein leicht transportables Zahlungsmittel mit allgemein
akzeptiertem (Tausch-) Wert geschaffen, das auch durch Einschmelzen
seinen eigenen, inneren Wert nicht verlor.
Da war es ziemlich egal, dass jeder, der etwas auf sich hielt,
seine eigenen Münzen herstellte, es bot sich alleine über
das Gewicht eine geniale Möglichkeit internationalen Handels.
(Mogeleien und Betrügereien gab es auch bei den Münzen
schon immer, das ist aber nebensächlich.)
Die Schwierigkeit war, dass einzelne Münzen zwar sehr leicht
und sehr unauffällig transportiert werden konnten, die Bezahlung
sehr großer Beträge aber auch mit Münzen zu einem
umständlichen und gefährlichen Unternehmen wurde. Wir
landen damit bei den Banknoten.
Ursprünglich war die Banknote das Versprechen des Ausstellers
der Note (auch heute sind noch Unterschriften drauf!), gegen
die Vorlage dieses Papiers die dem Wert entsprechende Menge Goldes
abzugeben.
Das hat auch eine ganze Zeit gehalten.
Heute ist die Golddeckung der Währungen weltweit abgeschafft.
Die vom Staat zur Verfügung gestellten Zahlungsmittel (sowohl
das Buchgeld, als auch das Bargeld) sind nur dadurch "gedeckt",
das ALLE (oder zumindest die Allermeisten) daran glauben, für
dieses Stück Papier Waren und Leistungen im aufgedruckten
Wert erwerben zu können, weil eben auch der, der das Papier
als nächster bekommt, daran glaubt, damit wieder etwas anfangen
zu können.
Unser Geld hat keinen eigenen, inneren Wert. Natürlich
haben die Zentralbanken hier und da ein paar Reserven, in Fremdwährungen
und z.T. sogar noch in Edelmetallen, aber das würde hinten
und vorne nicht ausreichen, um die im Umlauf befindliche Geldmenge
abzudecken.
Wir sind heute also in der Situation, daß es neben den
eigentlichen Tauschartikeln, den Waren und Leistungen, ein zusätzliches
(!) Tausch- und Verrechnungsmittel gibt, von dem so viel vorhanden
ist, daß alle Transaktionen damit durchgeführt werden
können.
Wie ist das passiert?
Ganz einfach, alle Staaten dieser Welt haben stets mehr ausgegeben,
als sie einnehmen konnten. Die Reserven (die Deckung der Währung)
wurden nach und nach verkauft (!) und durch frisch gedrucktes
Papier ersetzt.
Es funktioniert, solange alle daran glauben, und alle haben
eine panische Angst davor, dass dieser Glaube verloren gehen
könnte.
Denken Sie noch einen Schritt weiter: Sobald es aus irgendeinem
Grunde kein Tauschbedürfnis mehr gäbe (Z.B. weil alle
Menschen auf einem eigenen Stückchen Land alles produzieren
könnten, was sie zum Leben brauchen), wäre das Geld
sofort und vollständig wertlos, man könnte es getrost
zur "Wertstoffsammelstelle" tragen.
Jetzt wird es allerdings Zeit, zum eigentlichen Thema dieses
Kapitels zurückzukehren. Es heißt, Sie erinnern sich:
"Der Wirtschaftskreislauf".
Kennen gelernt haben wir bisher den Saft, der in den Adern
dieses Kreislaufs bewegt wird, das Geld. Und wir glauben zu wissen,
wo es herkommt: der "Staat" stellt es zur Verfügung.
Sinn und Zweck des Wirtschaftens kann es also nicht sein, Geld
anzusammeln.
Genau wie ein lebender Organismus in seinem Kreislauf gelöste
Nahrungsmittel und Sauerstoff transportiert, um sich am Leben
zu erhalten und um zu wachsen, nicht um
die Menge des Blutes zu vergrößern, dient der
Wirtschaftskreislauf dazu, die Verfügungsgewalt über
die so genannten Sachwerte (erinnern Sie sich an die Pyramiden)
stetig auszuweiten. Das Geld ist dabei nur das unverzichtbare
(Transport-) Mittel zum Zweck.
So, und jetzt sehen wir uns die Sachwerte näher an.
Was glauben Sie, wie viel von dem, was Ihnen heute gehört
(angefangen vom Inhalt Ihres Kühl-, Schuh- und Kleiderschrankes,
über Ihre Möbel, Ihre Fahrzeuge, Ihre sonstige technische
Ausstattung) wird sich in 1, 5, 20, 100 Jahren noch als WERT
bezeichnen lassen?
Und dann denken Sie darüber nach, was wirklich über
längere Zeit einen Wert behält. Und jetzt fragen Sie
sich, warum Sie immer noch keine Immobilie besitzen!
Wir kommen damit zu zwei grundsätzlichen Einstellungen
der Menschen.
Typ 1 will sein Leben genießen, konsumieren und am Ende
möglichst wenig
zurücklassen
Typ 2 will sein Leben nutzen, um seinen Nachfahren (seinen
Genen?), auch
über sein eigenes physisches Ende hinaus, eine gute Position
in dem
Konkurrenzkampf, der das Leben nun mal ist, zu verschaffen.
Typ 1 ist ein nützliches und unverzichtbares Rädchen
im Wirtschaftskreislauf.
Typ 2 gehört zu den potentiellen Gewinnern im Wirtschaftskreislauf.
Und jetzt merken Sie sich bitte eines:
Der ganze Wirtschaftskreislauf dient nur dem einen einzigen
Zweck, den Menschen vom Typ 2 möglichst viel Verfügungsgewalt
über langlebige, werthaltige Sachen zu verschaffen.
Was auch immer erzeugt, erdacht, verkauft, gehandelt, getauscht,
verliehen und zurückgezahlt wird, wie die einzelnen Stufen
von Produktions- und Wirtschaftsprozessen beschrieben und gegeneinander
abgegrenzt werden, es geht um nichts anderes als um möglichst
viel Gewalt über möglichst viele werthaltige Sachen.
Lesen Sie ausnahmsweise einmal (das reicht!) ein Heft der
Regenbogenpresse, und Sie stellen fest, wie der Adel das über
viele Jahrhunderte verstanden hat und in weiten Teilen auch heute
noch perfekt versteht.
Der Wirtschaftskreislauf beginnt mit Ideen und Arbeit,
er nutzt das vom Staat zur Verfügung gestellte (wertlose)
Tauschmittel Geld, um von einer Wertschöpfungsstufe zur
anderen zu springen. Er nutzt die Ressourcen unseres Planeten.
Er dient der Ansammlung möglichst vieler werthaltiger Sachen
in den Händen weniger.
Menschen, die dieses Ziel nicht selbst verfolgen, sind nur
Mittel zum Zweck, so schön und aufregend und lustvoll sie
das eigene Leben auch gestalten. Es bleibt nichts, und jeder
Konsum wirft einen Gewinn für einen anderen ab.
Das klingt zwar wertend, ist aber eigentlich nicht so gemeint.
Sie sollen sich nur darüber klar werden, welchen Weg
Sie selbst verfolgen wollen.
Sollten Sie diese Art von Gedanken weiter verfolgen wollen, empfehle
ich Ihnen
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16. Mai 2011
09.50 Uhr Die Presse ist
schuld
Sonntags, um zwölf, wenn
es nichts Wichtigeres gibt, wie Skispringen, Abfahrtslauf, Biathlon
usw., lässt die ARD in ihrem Presseclub ausgewählte
Journalisten diskutieren. Meistens sitzen da neben Moderator/Moderatorin
- so wie in allen Talkrunden - drei Leute, die das meinen, was
gemeint werden soll, während ein Leut eingeladen wird, das
ein kleines bisschen anders meint, damit sich die Mehrheit ihre
Stichworte nicht immer wieder selbst geben braucht, sondern munter
und in demokratischer Mehrheit das angreifen kann, was vom Außenseiter
vorgebracht wird.
Diesen Sonntag saßen
da Herr Joffe von der ZEIT, Frau Herrmann von der TAZ, Monsieur
Grosser, Kolumnist für La Croix und Ouest-France und Frau
Berschens vom Handelsblatt mit Jörg Schönenborn von
der ARD zusammen und: waren sich einig.
Sie waren sich so unwirklich
einig, dass die Sendung eigentlich in den Rang eines Kunstwerks
erhoben und in der Pinakothek der Moderne in München ausgestellt
werden sollte. So minimalistisch, an lediglich einer tragenden
Aussage aufgehängt, wurde da das Hohelied des Euro gesungen,
alles Störende so vollständig ausgeblendet, dass man
als Kunstliebhaber und erklärter Ästhet seine helle
Freude daran hätte haben können.
Weil es aber keine Kunst sein
sollte, sondern eine "erhellende" Diskussion zum zentralen
und akut kriselnden Thema der Europäischen Union, war es
das ganze Gegenteil.
Die Botschaft der Sendung in
einem Satz:
Wir - Deutschland - mit
1 Billion Export, wovon rund zwei Drittel in die Länder
der EU gehen, können es uns nicht leisten, den Euro zu verlieren,
weil wir sonst den Export verlören, weshalb wir, zur Not
auf alle Zeiten, den schwachen Ländern helfen müssen,
ihre Schulden zu bedienen.
Das sei so eine Art "Gebühr
für den boomenden Export", meinte Frau Herrmann von
der taz und bewies damit wieder einmal, dass die taz auch längst
nicht mehr das ist, was sie einmal sein wollte.
Was die einzelnen Diskussionsteilnehmer
an schmückenden Wortbeiträgen um diese tragende Säule
der Erkenntnis wanden, war - je nach Temperament und Standpunkt
- leicht unterschiedlich gefärbt, die verrückte These
infrage zu stellen, an der sie sich - um die Zeit zu füllen
- zustimmend entlanghangelten, fiel keinem ein.
Es kam in der Sendung die Frage
auf, ob die Presse schuld sei, an der Euro- und Europafeindlichkeit,
was man nach einigem Hin-und-her-Getändel natürlich
einstimmig von sich wies. Besser wäre zu fragen gewesen,
ob die Presse eine Mitschuld an der Einseitigkeit des Umgangs
mit dem Problem trage - denn da hätten sich alle an die
Nase fassen und ihre Schuld bekennen müssen.
Die Situation in Europa, schlicht
auf den Punkt gebracht, lässt sich so schildern:
Deutschland hat mit den
neoliberalen Reformen unter Schröder und deren Fortsetzung
unter Merkel alles getan, um die europäischen Märkte
mit deutschen Waren zu überschwemmen. Erreicht wurde das
durch die konzertierten Maßnahmen von Regierung und Wirtschaft
zur Verbilligung der Personalkosten durch Lohnkürzung, Arbeitszeitverlängerung,
Entlassungen, Kürzung von Sozialleistungen, Kürzungen
im Gesundheitssystem, Kürzungen staatlicher Leistungen,
und so weiter.
Da Deutschland auch weiterhin
weit weniger importiert als es exportiert, geraten alle Handelspartner
in das Problem, ihre Importe nicht mehr mit den Erlösen
aus eigenen Exporten bezahlen zu können, sondern sich verschulden
zu müssen.
Nun haben die bisherigen Gläubiger,
aus welchen Gründen auch immer, beschlossen, einige Mitgliedsstaaten
der EU und des EURO-Raumes nicht mehr länger zu vernünftigen
Konditionen mit Krediten zu versorgen.
Und da ist sie, die wegweisende
Erkenntnis:
Wenn die Schuldner-Länder
ihre Importe nicht mehr bezahlen können, dann müssen
sie eben diejenigen bezahlen, die vom Export abhängig sind.
Was für ein verlogener
Blödsinn!
Die Beschäftigten der
deutschen Wirtschaft, deren Löhne aus Gründen des internationalen
Wettbewerbs in den letzten Jahren in beispielloser Weise in den
Keller geprügelt wurden, die deshalb nicht in der Lage sind,
die Exportgüter der Schuldnerländer zu kaufen, weshalb
diese wiederum nicht in der Lage sind, ihre Schulden zu tilgen,
diese Beschäftigten, die
- müssten sie nicht einen für sie selbst völlig
unsinnigen und wertlosen Exportüberschuss erwirtschaften
- bei Vollbeschäftigung mit weniger als 30 Wochenstunden
und unverändertem, ja sogar höherem Einkommen, das
hervorbringen könnten, was der Binnenmarkt aufnimmt.
Diese Beschäftigten sollen
nun über Lohnsteuer, Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer,
Ökosteuer, Stromsteuer, Tabaksteuer und Biersteuer sich
auch noch die Rettungs-Milliarden vom Munde absparen und an die
von Deutschland kaputtgewirtschafteten Nachbarstaaten überweisen,
damit die nicht aufhören, deutsche Produkte abzunehmen?
Müssen deutsche Arbeiter
und Angestellte wirklich nicht nur länger arbeiten, als
für den eigenen Bedarf erforderlich wäre, sondern das,
was sie hervorbringen, über den Umweg "Schulden-Rettungspakete-Steueraufkommen"
auch noch selbst bezahlen?
Dass dieser Unfug von einem
Großteil der deutschen Bevölkerung immer noch nicht
durchschaut wird, daran ist die Presse schuld.
Journalisten, die nur noch
wiederkäuen, was ihnen von der Volksbewirtschaftungsclique
an Argumenten hingeworfen wird, statt mit erhobenen Zeigefinger
auf wahre Ursachen und falsche Entscheidungen, vor allem auf
das "Wem nützt es" hinzuweisen, tragen Schuld.
Mitschuld.
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15. Mai 2011
Das BILD vom Sonntag |
14. Mai 2011 |
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13. Mai 2011
08.55 Uhr Schön, Freunde
zu haben, die mitdenken
Heute Morgen fand ich zwei
E-Mails in meiner Eingangspost, die als Kommentare zum gestrigen
Paukenschlag geschrieben wurden. Ich habe sie dort auch unter
"Reaktionen" aufgenommen und online gestellt. Aber
nicht jeder, der einen Paukenschlag gleich nach der Veröffentlichung
gelesen hat, geht da nach ein paar Tagen noch einmal hin, um
sich die Kommentare anzusehen.
Daher heute diese beiden Kommentare
auch hier, und als Bonus ein weiteres online verfügbares
Kapitel aus WWW I
Reaktionen
auf diesen Paukenschlag:
Sorry Wolf,
aber mit dem Zitat aus dem neuestem PaD "...schon
lange nichts mehr, als das, was größtmöglichen
Profit abwirft..." bist du schwer auf dem Holzweg. Im
Gegenteil wird das, was Umsatz steigert und damit Beliebtheit
anzeigt, sofort ausgelistet - willkommen in der Planwirtschaft.
Es geht hier schon seit einiger Zeit nicht mehr darum dass man
bekommt, was man will und was viele wollen - im Gegenteil: Sobald
ein Produkt sich als beliebt erweist, Umsatz abwirft und möglichen
Gewinn verspricht, wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
sofort ausgelistet und gegen ein völlig unbedeutendes und
unbeliebtes Produkt ersetzt. Umsatz wird heute nicht mehr in
Läden gemacht, sondern mit Gejammer bei IM Erika, die sofort
mit ein paar Milliarden Rettung angewetzt kommt.
Klar und deutlich: In Läden werden wir dressiert, alles
zu fressen was uns vorgesetzt wird. Es wird dort KEIN Umsatz
gemacht, sondern wir werden ganz allgemein auf die ideologische
Schiene der wiedergängerischen DDR eingeschossen: "Friß
oder stirb!"
Lieber Wolf,
Du bist immer noch zu lieb und zart mit dem was in Deinem
Kopf herumgeistert. Du drückst und windest Dich immer noch
um die Realität herum und versuchst sie zu verharmlosen,
obgleich Du zumindest auf Deiner HP langsam aufwachst und endlich
mal deutsch redest. Mir ist klar, dass meine Reaktion kaum von
Dir auf der Seite des Paukenschlags zitiert wird - obwohl sie
das SOLLTE.
Ich zitiere Prof. Kurt Huber, seines Zeichens aktives Mitglied
der Weißen Rose und am 13.Juli 1943 durch das Fallbeil
in München Stadelheim hingerichtet:
"Wir gedenken heute der Toten von Stalingrad, die Zeit
der Phrasen ist vorbei" - mit diesem Zitat begann er am
4.Feb.1943 seine Vorlesung (er war Musikprofessor an der LMU
München) einen Tag nachdem das Reich sich endlich dazu durchringen
konnte, die Schlacht von Stalingrad endlich als verloren zu melden.
Wolf... die Zeit der Phrasen ist vorbei.
Und wenn wir (wir = pluralis armseligis majestatis) schon von
Kurt Huber reden - hier ein weiteres Zitat:
Ein Staat, der jegliche freie Meinungsäußerung
unterbindet und jede, aber auch jede sittlich berechtigte Kritik,
der jeden Verbesserungsvorschlag als ,Vorbereitung zum Hochverrat'
unter die furchtbarsten Strafen stellt, bricht ein ungeschriebenes
Recht, das im gesunden Volksempfinden noch immer lebendig war
und lebendig bleiben muß...
(aus seiner Verteidigungsrede vor dem Blutgericht Freislers am
19.April 1943),
und wenn ich schon mal am Zitieren bin, Wolf: Hier noch ein Zitat
von Prof. Dr. Dr. Eugen Gerstenmaier [CDU] (ja genau DER Eugen
Gerstenmaier nach dem in Bonn der "Lange Eugen" benannt
wurde, der von Nov.1954 bis Jan.1969 Bundespräsident war
und so weiter und so weiter...) hier das Zitat:
Die Rechtmäßigkeit des staatlichen Anspruchs
hört dort auf, wo der Staat mit diesem Anspruch seine eigene
Gemeinschaft nicht mehr schützt, sondern gefährdet
oder verletzt.
Die Zeit der Phrasen ist vorbei, Wolf.
Mit freundlichem Gruß und der nur rudimentär vorhandenen
Hoffnung, die Reaktion auf Deiner Seite wiederzufinden verbleibe
ich
der übliche Verdächtige Er hat sich wieder
...
... versammelt, der professorale Unverstand.
Sehr geehrter Herr Kreutzer,
vielen herzlichen Dank für diesen Paukenschlag. Damals
- 2005 - erwiderten Sie dem "Hamburger Appell", den
rund 240 Professores unterschrieben hatten.
http://www.egon-w-kreutzer.de/Meinung/14039VersammelterUnverstand.html
Nun initiierte Professor Bernd Lucke letztes Jahr das "Plenum
der Ökonomen", welches für Schuldenbremsen plädiert,
bejammert, dass der Euro-Rettungsschirm zu groß sei, und
- bloß keinen Schuldenschnitt für überschuldete
Gebietskörperschaften...
http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/
Bitte lesen Sie auch den Gründungsaufruf: "[...]Wir
alle bejahen entschieden die alleinige Entscheidungskompetenz
der demokratischen Institutionen unseres Landes im Rahmen ihrer
durch das Grundgesetz definierten Kompetenzen.
Aber[...]" Was dem Aber folgt, können Sie sich schon
denken...
http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?page_id=375
Eine lesenswerte Replik von Thomas Fricke & Co mit interessanten
Links in der FTD:
http://www.ftd.de/wirtschaftswunder/index.php?op=ViewArticle&articleId=2604&blogId=10
Den Rufen der volkswirtschaftlichen Unke folgen also "nur"
noch 190 Professoren. Macht sich da der demographische Wandel
bemerkbar oder gewinnt die Vernunft doch an Boden?
Zweitens:
Im Paukenschlag sprachen Sie mehrmals von Verzicht, vom Verzicht
vieler zugunsten weniger.
In Anknüpfung an die vorangehenden Energieproblem-Paukenschläge
wäre es gut angebracht, auch einmal über Verzicht und
Sparen zu sprechen. Ich weiß, Sie haben viel davon in Ihren
Büchern geschrieben, aber im Internet haben Sie dazu noch
nicht in dem Maße geäußert. Eines meiner Lieblingskapitel
in WWW Band I ist das mit dem Titel "Emanzipation".
Bin schon gespannt, ob Sie es wagen werden, sich an der Heiligen
Blechkuh der Deutschen zu vergreifen...
Im Ernst, vergleicht man mit dem nahen Ausland, dann erkennt
man, welche übermächtige Autolobby den Deutschen eine
bestimmte Form von Lebensstandard aufgeschwatzt hat.
Wohl denn, mit freundlichem Gruß
Anmerkung von Egon W. Kreutzer:
Ich muss meine eigenen Bücher wohl auch selbst mal wieder
lesen. Das hier vom Kommentator angesprochene Kapitel aus dem
ersten Band habe ich gerade neu für mich entdeckt. Ich will
es Ihnen auch nicht vorenthalten. Nicht jeder kauft gleich ein
Buch, nur weil es darin eine interessante Passage gibt ...
(... und bestellen können Sie es ja immer noch.)
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12. Mai 2011
11.30 Uhr Volksbewirtschaftung
Der Anlass für diesen
Aufsatz ist die erneut angefachte Panik wegen der angeblich unerträglich
hohen Staatsschulden Griechenlands und der angeblich furchtbaren
Folgen für die Griechen, entschlössen sie sich, aus
dem Euro-Verbund auszutreten und zur Drachme zurückzukehren.
Wer so das einzig Vernünftige,
was den Griechen noch übrig bleibt, als das größtmögliche
Übel an die Wand malt, ist ein bösartig agierender
Irrlehrer.
Das ist nicht mehr Volkswirtschaftslehre,
das ist übelste Volksbewirtschaftungslehre und muss aufs
Schärfste verurteilt werden.
Volksbewirtschaftung, was
ist das?
Volksbewirtschaftung setzt
voraus, dass führende Figuren der Einbildung erliegen, das
Volk sei ihnen von Gott, oder von wem auch immer, als persönliches
Eigentum anvertraut und überlassen worden, zu dem Zwecke,
aus dem Volk für sich und ihren Anhang den größtmöglichen
Nutzen zu ziehen.
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11. Mai 2011
16.10 Uhr Ist nichts los,
oder was ist los?
Es ist nichts los. Oder soll
ich über Lena Meyer-Landrut und den europäischen Wettbewerb
der nicht volkstümlichen Unterhaltungsmusikanten schreiben.
Nee, nicht wirklich, oder?
Ansonsten dümpeln die
alten Themen vor sich hin. Die Kanzlerin strahlt mit Fukushima
um die Wette, Brüderle prostet jetzt in seiner neuen Eigenschaft,
Rösler salbadert in gleich zwei neuen Eigenschaften, Westerwelle
strahlt mit der Kanzlerin um die Wette und Griechenland muss
gerettet werden.
Zur Griechenlandrettung gibt
es morgen wieder einen Paukenschlag, mit dem Titel "Volksbewirtschaftungslehre".
Darüber kann ich heute noch nicht mehr verraten, sonst könnte
ich ihn ja gleich am Mittwoch veröffentlichen.
Also habe ich mich, weil ja
nichts los ist, um ein paar andere Sachen gekümmert, die
keinen Niederschlag auf meinen Webseiten finden, was nicht ganz
stimmt, denn ich habe auch den neuen Juister Inselkrimi von Dieter
Ebels auf den Verlagsseiten und per Newsletter vorgestellt, ihn
im Online-Shop bestellbar gemacht und im Auftragsbearbeitungssystem
lieferbar. Jetzt können die Bestellungen hereinbrechen.
Die erste, gleich über
beide im EWK-erschienenen Ebels-Bücher, traf um 16.03 Uhr,
genau 59 Minuten nach Abschluss des Newsletter-Versands ein.

Neu und seit heute erhältlich
ist "Die Bestie von Juist", die mit 241 Seiten 4,3
% mehr Inhalt mitbringt, und dennoch zum gleichen Preis angeboten
wird, wie "Das Geheimnis des Billriffs".
Und weil Sie schon mal so weit
gekommen sind: Hier noch eine sehr anregend bebilderte Buchempfehlung
einer Leserin:

alle Bilder einfach anklicken
...
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10. Mai 2011 |
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9. Mai 2011
10.25 Uhr Bits und Bytes
in Bankcomputern
Am Sonntag habe ich (ausnahmsweise)
neben dem Bild vom Sonntag noch ein aktuelles Thema angerissen.
Dazu heute noch ein paar ergänzende Sätze, weil dieser
Satz:
"Es sind nur Informationen
in Bankcomputern, nichts, was man anfassen, essen oder sonstwie
brauchen könnte."
vielleicht doch eine etwas
umfassendere Erläuterung braucht. Hier eine Sechs-Punkte-Info
zum Wesen und Verständnis der Schuldenfalle.
- Alle Staaten sind mehr oder
minder stark verschuldet.
- Die meisten Staaten erhöhen
ihre Verschuldung ständig. Das nennt man dann Neuverschuldung.
- Neuverschuldung wird von den
Gläubigern solange gefördert (!) wie sich absehen lässt,
dass der Schuldnerstaat die Zinsen auf die Gesamtschuld noch
aufbringen kann.
- So ziehen die Gläubiger
Jahr für Jahr wachsende Erträge aus dem ausgesäten
Kreditgeld.
- Erst wenn abzusehen ist, dass
die Volkswirtschaft die Zinsen der Gesamtschuld nicht mehr aufzubringen
vermag, werden die Gläubiger bösartig.
- Der verschuldete Staat soll
nun seine Bürger über die Steuerschraube und die Senkung
der sozialen Leistungen noch stärker ausquetschen, damit
die Zinszahlungen, auch bei stark angehobenen Zinssätzen,
doch noch für ein Weilchen gezahlt werden können. Das
ist bei Griechenland, Portugal und Irland derzeit erreicht.
- Bedenkt man, dass aufgrund
des Zinseszinseffektes schon nach wenigen Jahren ein Großteil
- wenn nicht gar der größte Teil - der Gesamtschuld
aus
-
- >>durch Neuverschuldung
(nicht wirklich) "getilgten" Zinsen und Zinseszinsen<<
-
- entstanden ist, wird offenbar,
dass die Gläubiger nichts getan haben - als ihr Vermögen
durch Zinsen wachsen zu lassen, so wie gleichzeitig die Schulden
der Schuldner durch Zinsen gewachsen sind.
-
- Keiner der Gläubiger
hat eine seinem gewachsenen Vermögen adäquate Leistung
erbracht, weshalb ihre Ansprüche gegen die Schuldner aufgrund
gläubigerfreundlicher Gesetze de jure zwar bestehen, de
facto aber durch nichts gerechtfertigt sind.
-
- Diesen durch nichts gerechtfertigten
Anspruch gegen den verschuldeten Staat Griechenland freiwillig
durch den "EU-Vertrags-Staatenbund" zu übernehmen,
ist ebenfalls durch nichts zu rechtfertigen.
-
- Die Gläubiger würden,
ohne die EU und den Euro nichts anderes tun - als das, was sie
immer tun, wenn ein Staat abgemolken ist: Sie würden einen
Teil der Schulden erlassen und auf der Basis der Restschuld ihr
Spiel neu aufsetzen.
-
- Dass man ihnen, per Euro-Rettungsschirm,
die forcierte Totalverschuldung des gesamten Euro-Raums ermöglichen
will, ist eine unverzeihliche Torheit, für die man die Ratgeber
der Regierungen und der Kommissare, die es aufgrund ihres Fachwissens
besser wissen müssten, lebenslänglich hinter Gitter
bringen sollte.
-
- Soweit ich weiß, gibt
es aber keinen Strafrechtsparagraphen, der falschen Rat als Verbrechen
ansehen und unter Strafe stellen würde.
-
- Und zu beweisen, dass da jemand
bewusst und in Täuschungsabsicht gegen die Prinzipien guter
wissenschaftlicher Arbeit verstößt, das gelingt vielleicht
im Plagiatsfall bei einer Doktorarbeit, im Fall bewusster und
vorsätzlicher Irreführung im Rahmen eines wissenschaftlichen
Gutachtens für Regierung oder Kommission wird es nicht gelingen.
-
- so schürt
das Handelsblatt heute die Angst der Bürger,
mit der Sorge (!) -
ich lach mich tot - um eine mögliche Verunsicherung der
Finanzmärkte - als ob die Finanzmärkte irgendjemandem
nutzen würden. Nur die so anonymisierten Damen und Herren
Märkte selbst haben einen Nutzen davon!
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8. Mai 2011
Das BILD vom Sonntag
... und weil schon
wieder Panik gemacht wird, wegen
Griechenland: Man kommt jetzt nur endlich
da an, wo ich vor gut einem Jahr
gesagt habe, man möge
Griechenland als Chance
verstehen.
Denn:
Es geht nur um virtuelle Informationen in Bankcomputern.
Um nichts, was man anfassen, essen oder
sonstwie brauchen könnte.
der Link |
7. Mai 2011 |
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6. Mai 2011
10.00 Uhr Wie doch die Debatte
verflacht
Ob Fotos vom toten O/U-sama
bin Laden veröffentlicht werden sollen, das ist scheinbar
die einzige Frage, die im Umfeld der US Militäraktion in
Pakistan noch zu klären ist.
Und die Zustimmung zur Geheimhaltung
überwiegt.
Dass die Begründung für
diese Zustimmung noch flacher ist (hier
hätte ich jetzt gerne ein Komma gesetzt) als die lächerliche Debatte um dieses lächerliche
Detail, nimmt auch schon niemand mehr wahr.
Geht denn niemandem auf, dass
ein möglicher Racheakt, gesteigerte Amerikafeindlichkeit,
Legendenbildung und Heldenverehrung nicht vom veröffentlichten
Bild des Toten, sondern von der originären Tat, also der
Tötung selbst, ausgelöst werden?
Wie war es denn bei Che Guevara? Das Bild des Lebenden wurde
nach seiner Ermordung zur millionenfach verbreiteten Ikone. Fidel
Castro lebt immer noch, wurde und wird aber außerhalb Kubas
nie in diesem Maße populär.
Mit der unsäglichen Kopfschuss-Bilder-Frage
wird ein Popanz in die Welt gesetzt, der - nähme man ihn
ernst - im Umkehrschluss bedeutete:
Nur ein Foto bietet
einen Grund für Rache.
Ach ja, und darüber, dass
man Anschlagspläne bei bin Laden gefunden hat, wird auch
ein Bohey gemacht, das nur noch verwundern kann.
Jeder Staat, der sich ein eigenes Militär hält, hat
Pläne für alle möglichen Angriffs- und Verteidigungsszenarien
in der Schublade. Die, wenn Wikileaks veröffentlichen
würde: Da wäre aber der Teufel los!
... und die Entschuldigung würde lauten: Man muss sich schließlich
auf alle Eventualitäten vorbereiten, doch letztlich kommt
es doch darauf an, ob einer den Befehl zur Ausführung gibt.
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Links
zu Seiten, die ich gerne empfehle:
Die Selbstähnlichkeit
der Erscheinungen der Realität ist so groß, dass der
winzige Ausschnitt, den der Einzelne davon wahrzunehmen in der
Lage ist, vollkommen ausreicht, um sich ein brauchbares Bild
des Ganzen zu machen - so man nur will. |