Paukenschlag
am Donnerstag
No. 17 /2014
vom 8. Mai 2014


Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Druckversion: Sigbert Döring
Nigeria - neues Schlachtfeld des China-USA Konflikts
 
Nigeria
Neues Schlachtfeld des China-USA Konflikts
.
Was ich gestern im Tageskommetar schon anklingen ließ, soll heute ausführlicher behandelt werden.
 
Wie aus dem Nichts tauchen in unseren Nachrichten Meldungen über entsetzliche Gräueltaten einer Terrorgruppe namens "Boko Haram" auf.
Diese fanatischen Muslime hätten, weil sie der Überzeugung sind, dass Frauen dumm bleiben müssen, Schulen überfallen, über 200 Schülerinnen als Geiseln genommen und beabsichtigten nun, diese als Sklavinnen zu verkaufen.
 
Nun, ich will nicht behaupten, das sei rundheraus gelogen, dafür sitze ich viel zu weit weg von Afrika. Außerdem ist es fanatischen Muslimen durchaus zuzutrauen, dass sie - auch mit Gewalt - verhindern wollen, dass die Emanzipation ihrer Frauen Fortschritte macht.
 
Schließlich ist es selbst in der lupenreinen Monarchie Saudi-Arabien Frauen verboten, ein Auto zu fahren; ein Urteil aus diesem Jahr lautet auf 150 Peitschenhiebe plus 8 Monate Gefängnis für eine Frau, die des Verbrechens des Autofahrens für schuldig befunden wurde. Frauen dürfen ohne männliche Begleitung das Haus nicht verlassen - und Ehebrecherinnen werden immer noch per Steinigung zu Tode gebracht.
 
Was mich an dieser Meldung verwunderte, war das sonderbare Interesse der Medien
- die sonst aus Afrika ja im Grunde nur berichten, wenn in Bürgerkriegen Zehntausende ermordet werden, oder ein Ralleyfahrer einen tödlichen Unfall erleidet, oder wenn das Sommerloch besonders erbarmungslos gähnt -

 

 
am Schicksal von ein paar jungen Negerinnen in Nigeria, und das in einer Zeit, die - dank Ukraine - nicht gerade als nachrichtenarm bezeichnet werden kann.
 
Eine Meldung, die noch dazu deutlich über die inzwischen nur noch routinemäßige Berichterstattung über Bombenattentate im Irak, den Bürgerkrieg in Syrien oder Drohnenopfer in Pakistan herausgehoben wurde und nun schon mehrere Tage lang "warm" gehalten wird, unter anderem mit der Meldung, dass schon wieder 8 Mädchen entführt wurden und als Sklavinnen verkauft werden sollen.
 
In den USA ist die Ursache dieser Aufgeregtheit schon länger öffentlich.
 
Anfang April druckte die Washingtion Times ein Interview mit dem nigerianischen Prinzen Adetokunbo Sijuwade ab, dessen Inhalt durchaus erhellend ist.
 
Adetokunbo Sijuwade ist das, was man einen Oligarchen nennen würde, wäre er ein Russe. Er und seine königliche Familie sind stinkreiche Nigerianer, die sich vor allem im Ölgeschäft und in der Logistikbranche engagiert haben.
 
Adetokunbo Sijuwade ist zudem ein großer Freund der USA und der US-amerikanischen Investoren - und aus dieser Freundschaft heraus sieht er sich verpflichtet, die USA zu warnen. Nicht vor Boko Haram, sondern vor den Chinesen.
 
Und mit dieser Warnung verbindet er den Rat/die Bitte/die Forderung, Obama möge doch bitte dafür sorgen, dass die Chinesen zurückgedrängt werden.
 
Die Zeitung bezeichnet ihn als "Schlüsselfigur" nicht nur für Nigeria, sondern, weil Nigeria inzwischen zur größten Volkswirtschaft des Schwarzen Kontintents geworden ist, sogar für die Gesamtentwicklung Afrikas.
 
Seine Aussage, US-Unternehmen würden China zunehmend Chancen für neue Investitionen überlassen, wird ernstgenommen, ebenso sein Aufruf, die Obama-Administration möge sich doch bitte darum kümmern, diesen Trend umzukehren.
 
Zwar würden europäische und US-Unternehmen nach wie vor Nigerias Offshore-Ölförderung dominieren, doch die Chinesen machten sich ungehindert in allen anderen Branchen breit,vor allem im Bankwesen, im Baugeschäft und in der Stromerzeugung und -Verteilung.
 
Der Prinz schließt daraus, dass die US-Firmen den nigerianischen Boom verpassen könnten, wenn nicht aus Washington eindeutige Signale zur Ermunterung von Investitionen in Nigeria kämen.
 
Und dann redet er das Korruptionsproblem klein, und versäumt es auch nicht, darauf hinzuweisen, dass Boko Haram eine unbedeutende und nebulöse Gruppe von Unzufriedenen sei, die ganz bestimmt nichts mit Al Quaida zu tun hätten. Er beteuerte sogar, Boko Haram sei eine Gruppe, die nur lokal agiere und daher auch lokal eingedämmt werden könne, wobei er voller Vertrauen in den nigerianischen Präsidenten, Goodluck Jonathan, davon ausgeht, dass dieser in der Zusammenarbeit mit Washington und anderen ausländischen Partnern alles Nötige tun wird, um dieses Problem zu lösen.
 
 
Obama hat sich das zu Herzen genommen, und - wegen der Geiselnahme - schon mal ein Vorauskommando von 200 Spezialisten nach Nigeria entsandt. Die werden helfen, den (öl-)reichen Süden Nigerias gegen den armen Norden zu verteidigen.
 
Das wird nicht ganz ohne Behinderung der chinesichen Unternehmen im Lande abgehen, wenn ich das Interview richtig verstanden habe. Vor allem scheint die königliche Familie bereit, den US-Unternehmen Tür und Tor weit zu öffnen und ihnen bei der Verdrängung der Chinesen nach Kräften zu helfen.
 
Der größte Markt Afrikas, noch dazu reich gesegnet mit Rohstoffen, soll nach den Vorstellungen seines mächtigsten Oligarchen den USA überlassen werden, wenn diese sich nur bereit erklären, bei der Niederschlagung der Rebellion im Norden tatkräftig mitzuhelfen. Dort gärt es übrigens schon lange - und dieses Gären hat mit Boko Haram überhaupt nichts zu tun. Es ist der immer deutlicher werdende Widerstand gegen ein korruptes Regime, das den Reichtum des Landes unter sich verteilt, während weite Teile der Bevölkerung unterdrückt und ausgebeutet werden.
 
Da die Begründung für den Einsatz von US-Truppen nun auch dem deutschen Publikum bekannt gemacht wurde, dürfte es bis zum Ausbruch größerer Kampfhandlungen nicht mehr lange hin sein.
 
Zumal Eile geboten scheint, denn das offizielle Nigeria - und das wird nicht vom Oligarchenprinz repräsentiert - will die Beziehungen zu China ausbauen.
 
Am Mittwoch dieser Woche traf Chinas Premierminister, Li Kequiang, im Zuge seiner Afrika-Rundreise in Nigeria ein. Chinas Hunger nach Rohstoffen, auch Öl, passt gut zu Nigerias Nachholfbedarf beim Ausbau der Infrastruktur. Auch von chinesischer Seite wird angemerkt, dass die Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Staaten sehr rasch wachsen. Chinas Botschafter in Nigeria, Gu Xiaojie, erklärte, dieser Besuch werde den Ausbau der bilateralen Beziehungen fördern und ein gutes Umfeld für für Handel und Investitionen schaffen.
 
Drei Tage bleibt der chinesische Premier in Abuja und wird dabei am Weltwirtschaftsforum Afrika teilnehmen, weitere Spitzenpolitiker anderer afrikanischer Staaten treffen, vor allem aber zu Gesprächen mit Nigerias Präsidenten Goodluck Jonathan zusammenkommen.
 
 
Und wie gut die Beziehungen zwischen China und Nigeria sind, erkennt man auch daran, dass am Vortag des Besuchs ein chinesisches Unternehmen den Auftrag für den Bau einer mehr als 1.000 km langen Hochgeschwindigkeits-Bahnlinie in Nigeria erhielt. Ein 13,5 Milliarden Dollar Deal - der wieder an die Chinesen ging, und nicht, wie es sich Prinz Adetokunbo Sijuwade gewünscht haben mag, an die Amerikaner.
 
Die Größenordnung dieses Auftrags wird erst deutlich, wenn man ihm die deutschen Ausfuhren nach Nigeria gegenüberstellt. Die beliefen sich 2011 insgesamt auf 1,27 Mrd. Euro und könnten - nach meiner Schätzung - inzwischen auf knapp 2 Mrd gestiegen sein.
 
Wenn China jetzt mit einem einzigen Infrastrukturauftrag das mindestens 6-fache Volumen erreicht, zudem auch bei Konsumgütern und dem Industrie- und Ausrüstungsbedarf in Nigeria die Nase vorne hat, ist es kein Wunder, wenn sich Begehrlichkeiten auftun, diesen Wachstumsmarkt in den Dollar-Raum zu integrieren.
 
Doch das ist ja noch lange nicht alles.
 
Li Kequiang war, bevor er nach Nigeria weiterreiste, in Addis Abeba zu Gast. Dort erklärte er, das Handelsvolumen mit Afrika von derzeit 200 Mrd. Dollar bis zum Jahr 2020 auf 400 Mrd. Dollar verdoppeln zu wollen.
 
Außerdem erklärte er dort, China wolle ein Bahnnetz errichten, dass alle Hauptstädte des Kontinents verbindet, China verfüge über die Technik und werde gemeinsam mit Afrika daran arbeiten, diese Vision zu realisieren.
 
 
Das alles sind für die Strategen in Washington durchaus beängstigende Entwicklungen. Wenn sie den endgültigen Aufstieg Chinas zur ranggleichen, wenn nicht gar überlegenen Weltmacht noch stoppen wollen, brauchen sie nun auch Konflikte in Afrika.
 
Boko Haram kommt also genau zur rechten Zeit.
 
Genau wie die Taliban rechtzeitig aufgetaucht sind.
Denen warf man zuerst öffentlich vor, sie würden uralte Kulturdenkmäler aus religiösem Fanatismus in die Luft sprengen.
 
Erst später rückte die Bundeswehr aus, um in Afghanistan Mädchenschulen zu errichten.
 
Das alles ist in Nigeria übersprungen worden.
 
Dort waren die Mächen bereits in den Schulen, bevor sie entführt wurden, um versklavt zu werden.
 
 
Soweit war ich mit diesem Artikel gestern gegen 18.00 Uhr.
 
In der heute-Sendung des ZDF erfuhr ich dann eine Stunde später, dass US-Außenminister Kerry Nigeria inzwischen jede erdenkliche Hilfe zugesagt hat, dass Boko Haram nun auch noch ein Massaker mit 200 Toten in einem kleinen Dorf angerichtet haben soll, dass die Terrorgruppe einerseits vollkommen außer Kontrolle geraten scheint, aber auch dass es nun doch Verbindungen zwischen dem internationalen Al Quaida Terrorismus und Boko Haram geben soll, was Nigeria bewegt haben soll, nun doch nicht mehr selbst eine lokale Lösung zu suchen, sondern ausländische Hilfe anzunehmen (!) .
 
Occupy Nigeria!
 
Dieser Slogan hat nun eine vollkommen neue Bedeutung erhalten. War es vor zwei Jahren noch der Slogan der Protestbewegung gegen die massiven Erhöhungen der Benzin- und Ölpreise für die Bevölkerung des Landes, so klingt es nun nach dem Auftakt für eine neue, robuste Friedens- und Demokratisierungsaktion der USA.
 
Wann wird das erste Hilfeersuchen an Frau Merkel gestellt werden, mit der Bitte um Transportflugzeuge, ein Feldlazarett und weitere logistische Unterstützung?
 
 
 

Ende des Paukenschlags
Ein anderer Paukenschlag
kam jüngst von Angela Merkel.
 
Sie hat sich beim Obama-Besuch eindeutig für das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP ausgesprochen.
 
Dieses Abkommen bedeutet die Unterwerfung der Bevölkerung unter die Gewinninteressen der internationalen Konzerne, insbesondere der US-amerikanischen.
 
Ob Angela Merkel schon lesen durfte, was drin steht, ist nicht bekannt.

Ob sie, falls sie darin lesen durfte, verstanden hat, was drin steht, ist fraglich.
 
Dass sie, falls sie verstanden haben sollte, was drin steht, bei ihrer Zustimmung an ihren Amtseid gedacht haben könnte, halte ich für vollkommen ausgeschlossen.
 
 
 
 
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Kommentare zu diesem Paukenschlag
 

Hallo Wolfgang,
nun, was soll man sagen!?
Die Welt ist schön!
Wir haben einen neuen Superstar!
Wir haben ein neues Topmodel!
Wir haben auch bald ein neues Top „Let’s dance“ Paar!
Und ab Juni werden wir auch wieder Weltmeister!
Und auch, wenn das arme Brasilien wieder eines der Länder sein wird, das diesen Hype zu aller Not noch zusätzlich ertragen muss, werden diese „Spiele“ wieder genug Ablenkung bringen um uns von den wichtigen Themen fernzuhalten.
Vielen Dank also, dass du weiterhin dran bleibst!
Der Osten:
Ein Zeichen diplomatischer Schwäche, getragen von Scheinauftritten seit 2005, von Steinmeier zur Westerwelle und zurück zu Steinmeier. Kein Duo hat in den letzten Jahrzehnten so vehement den Stillstand „vorangetrieben“ wie diese beiden Chorsänger. Allein dieses Nichthandeln und Anhängen an vermeintlich westlichem Demokratieverständnis, zeigt die deutliche Präsenz und die Weltmacht der USA in den Köpfen der als „westlich“ bezeichneten Staaten. Und ich sage ausdrücklich nicht „Völker“. Der weitere Zerfall und die Bedeutung der als „Souverän“ bezeichneten Menschen in diesen Staaten, scheint angesichts dieser Macht nur willenloses Beiwerk.
Es ist gut und mutig, dass Du immer wieder dabei bleibst und es ansprichst. Das deutsche Volk als selbstbestimmte Einheit mit einer eigenen Identität, gibt es nicht. Die Alliierten haben es wohl verstanden, bis heute (!), die einstigen Volksverbrecher in ihre Schranken zu weisen. Doch auch hier gilt das Gleiche: nicht das Volk, oder der überwiegende Teil der Menschen hat die Gräueltaten und Kriege heraufbeschworen. Es waren die Führer und Lenker aus Wirtschaft und Politik die teils zu feige, teils zu gierig waren (sind?).
Der nun entstandene Konflikt war vorhersagbar und fast erwartet. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man sich einmal klar macht welche Gruppen hier agieren. Es gibt in der Tat nicht viele agierende Kräfte. Die meisten Gruppen beschränken sich aufs Reagieren.
Wirtschaft und Konzerne: heutzutage verwendet man im Sprachgebrauch immer noch „Wirtschaft“ obwohl es meist nur noch um Finanz- oder Kapitalmärkte geht. Auch das Wort „Markt“ ist dabei nur noch Makulatur, zeigt aber deutlich die Absurdität dieser Begriffe. Geld ist Macht? Oder nur: Geld scheint Macht zu verleihen? Ist dies der Gott dem wir alle zu opfern und zu frönen haben? Ist Geld und Macht allein die Ursache und der Grund für all diese Taten?
Politik: heutzutage verwendet man diesen Begriff immer noch als wäre es selbstverständlich, dass die Politik für dieses und jenes verantwortlich ist und dafür sorgt, dass alles in geordnete Bahnen läuft. Doch jeder stellt sich inzwischen die Frage was unsere gewählten Volksvertreter da eigentlich veranstalten. Überall hört man Beschwerden wie „…die machen ja nur Politik für die Reichen…“ oder „…die steuern für die Leistungsträger sind viel zu hoch..:!“ (kalte Progression – was für eine tolle Wortschöpfung!) usw. „Unsere gewählten Volksvertreter“. Wie schön das klingt! Und doch denkt jeder gleich nichts Gutes. Jeder vielleicht nicht. Doch viele, werden auch bei der nächsten Wahl wieder das Kreuz bei diesen Volksvertretern setzen.
Erkennt ihr nicht was einst schon Marchiavelli sagte? „Politik ist die Summe der Mittel, die nötig sind, um zur Macht zu kommen und sich an der Macht zu halten und um von der Macht den nützlichsten Gebrauch zu machen“ [um 1515]
Der Souverän: es scheint fast so als wollten wir in alle Welt die Bedeutung und Herrschaft des Volkes über die Diktatoren und deren Ungerechtigkeiten hinaustragen. Notfalls mit Waffengewalt zwingen wir vermeintlich undemokratische Staaten in unser westliches Demokratieverständnis. Doch der eigene Misthaufen vor dem Reichstag wird immer größer und größer. Das Bild der Scheindemokratie in unserem eigenen Land strahl immer heller und deutlicher. Die Programmroutinen der Massensuggestion und Verwirrung greifen. Das System lässt Abweichler in die Irre laufen und stellt Logik und Erkenntnis in den Schatten. Nein, bald sind Logik und Erkenntnis in den Keller gesperrt und die dicke Stahltür ist verriegelt.
Warum haben wir nicht konsequenter an der Zusammenarbeit mit Russland gearbeitet? Warum haben wir nicht die Gelegenheit wahrgenommen und nach der Wiedervereinigung, noch intensivere Beziehungen aufgebaut?
Man stelle sich nur vor, Deutschland hätte ein Freihandelsabkommen mit Russland angestrebt und beschlossen. (Ich weiß ich hätte Europa sagen müssen. Es ist vielleicht ein wenig arrogant, aber was ist Europa ohne Deutschland? Da kann man auch mal das Kind beim Namen nennen…) Die Wirtschaft – und diesmal tatsächlich die „Wirtschaft“ in beiden Ländern wäre erblüht!
Aber da ist ja noch…
Der Westen:
Das ist die USA. Das sind unsere Freunde und Partner. Die alles über uns wissen dürfen und denen wir sämtliche Daten anvertrauen. „Freunde und Partner“ sagen wir auch zu Russland. Wir meine damit aber tatsächlich etwas ganz anderes. Die USA ist eben die „Siegermacht“ und die Weltmacht schlägt hin. Keine anderen Worte treffen es besser. Und genau in diesem Wortsinn und mit dieser Legitimation treiben es die USA. Sie sind nicht nur Weltpolizei und Agieren entsprechend. Sie überfallen auch regelmäßig andere souveräne Staaten und verletzen so ziemlich alle Hoheitsrechte und Grenzen wie es ihnen beliebt. Ob man nun mit Soldaten einmarschiert oder eine Drohne schickt, ist dabei unerheblich. Niemand kümmert sich darum –niemanden stört es. Meldungen am Rande des Mainstream. Wir schauen kurz auf…
Nigeria war das Thema. Und China ist von uns ebenso vernachlässigt worden wie Russland. Nun stellt sich wieder heraus, dass die USA der eigentliche Grund für diesen Konflikt ist.
Amerika – China – Russland – Europa, Deutschland
Jeder will mal Weltmacht spielen? Jeder gegen jeden. Freunde gegen Partner. West gegen Ost. Macht gegen Macht!
Dummheit gegen Arroganz!
Was bei diesem Spiel fehlt sind die Bauern, die Menschen, die am Rande der Spiele stehen und zuschauen. Nur nicht hineingeraten in so einen Konflikt! Wer im Weg steht wir weggeräumt auf die brutalste Art. Was sollen sie auch tun?
Sie agieren nicht, sie reagieren nicht. Sie grasen gemütlich weiter und freuen sich über ihr kleines Stückchen Glück. Man soll sie nur in Ruhe lassen und ihnen Hoffnung geben. Nicht mehr als das ist schon genug. Die Aussicht auf mehr und die Farce der Träumereien denen wir ausgeliefert sind. „Es ist doch schwer genug, das Leben. Warum nur, sollen wir uns weiter quälen?“
Der Kontrast ist zu stark. Die Konturen verschwinden hinter der grellen Strahlung der oberflächlichen Wahrnehmung. Das Rauschen wird stärker. Der Lärm. Wie soll man sich da noch konzentrieren?
Ich habe lange keine Stille mehr gehört. Langeweile, Ruhe. Attribute für die Seele, die in dieser Gesellschaft fast ausgeschlossen sind! „Dieser Moment gehört mir“ – wer kann das noch sagen? Wie oft habe ich das schon gehört?
Es klingt fast ähnlich, doch nicht träumen sollten wir! Wir sollten denken! Frei und offen sein für alles und zur Besinnung kommen!
Was höre ich immer wieder und jeden Tag bei jeder neuen Nachricht?
„Was tun wir da? Sind wir denn noch bei Sinnen?“
Nein, das sind wir nicht!
Doch keine Angst, das ist kein Vorwurf!
Das können wir gar nicht sein. Niemand sagt uns wie das geht. Niemand lässt uns auch nur einen Moment Zeit dazu!
Die wenige Zeit die wir haben um die Seele baumeln zu lassen, brauchen wir um uns vom Alltag und vom Stress zu erholen.
Da bleibt meistens kaum etwas übrig das uns wieder antreiben könnte.
Aber ich fürchte wir müssen es selbst schaffen uns unsere Nischen frei zu halten. Wir müssen begreifen, dass nur wir allein etwas ändern können. Wir müssen es unseren Kindern beibringen damit sie es verinnerlichen. Nur so können wir irgendwann eine Änderung bewirken!
Das Wort zum Sonntag.
Und dies war mein Moment in dieser Woche!
Vielen Dank!
Bis die Tage
Stefan Neumann

Guten Tag Herr Kreutzer,
 
auf den Punkt, wie immer. Allerdings ist das der erste Kommentar in diese Richtung den ich gelesen hab. Leserbriefe an FAZ, SPON usw., die auf diesen Umstand hinweisen werden
NIE veröffentlicht.
Die USA, als scheidende Großmacht, die bisher ganz gut auf Kosten des Restes der Welt, dank des Dollars als Weltleit- und Handelswährung leben kann, sieht diese Vormachtsstellung wohl inzwischen in Gefahr.
Allerdings stellt sie sich ziemlich tollpatschig und naiv an. Da reine militärische Gewalt nicht anwendbar ist gegen Russland und China,werden wieder Stellvertreter'Aktionen' durchgeführt.
Mit der (versuchten und misslungenen) Demütigung der Russen hat es nicht geklappt, im Gegenteil, Russland und China werden jetzt wohl einige Energie darauf verwenden, den Dollar zu schwächen und ihn als Weltleitwährung abzulösen.
In der Ukraine ging der Schuss nach hinten los durch allzu dilettantische und offensichtliche Einmischung. In Jugoslawien ging diese Methode noch.

Nun, in Afrika wird es interessant da ja nun China die andere Seite sein wird. Und was Intrigen, Taktiken und subtile Beeinflussungen anbetrifft, glaub ich, das die Chinesen den US-Amerikanern überlegen sind.Beste Grüße

Manfred Brand

Guten Tag, lieber Herr Kreutzer,

genauso ist es. Und den Kommentaren von Ralf und Herrn Jurisch stimme ich zu.

Auf Ihren Beitrag zu der Nigeria-Geschichte habe ich bereits gewartet.
Nachdem die Nachrichten am gleichen Tag gebetsmühlenartig über die armen Nigerianerinnen berichteten, mußte man schon sehr abgelenkt sein, um nicht zu bemerken, das wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird.
Der Ukraine-Deal läuft nicht nach Wunsch. Zuviele Menschen beginnen endlich selbst zu denken....

Aber noch sind es zu wenige. Bin mal gespannt auf die Europawahl.
Wenn ich die Wahlwerbung der etablierten Parteien in den Medien sehe, befürchte ich, dass sich zu viele Bürger davon einlullen lassen. Leider.

Über die Verantwortlichen in unseren Medien kann ich mich nur wundern, und für so etwas bezahlt man, ich darf garnicht darüber nachdenken.

Herzliche Grüße aus Dehrn

Christine Fürstenfelder

Lieber Herr Kreutzer,
der Umfang der Berichterstattung um diese nigerianischen Irren und die Notwendigkeit zur westlichen Hilfe (ich hatte da ja nur an Satellitenaufklärung, nicht an die unbedingte Notwendigkeit einer Eingreiftruppe gedacht) hat mich auch schon etwas irritiert.
 
Deshalb vielen vielen Dank für die Erhellung der Hintergründe. Auch wenn mir jetzt schon wieder mal übel geworden ist. Man kommt ja gar nicht mehr nach, der öffentlichen Verarsche (man verzeih mir das Wort) nach zurecherchieren.
 
Ralf

Sehr geehrter Herr Kreutzer,
wie immer: gut beobachtet und gute Schlussfolgerungen gezogen.
 
Ich frage mich allerdings seit langem, warum nicht mehr Menschen diese Schlussfolgerungen selbst ziehen können, ist doch das Strickmuster so was von langweilig, weil immer wieder gleich.
Dass dieser "Prinz" seinen Reichtum über die USA und ihre Unternehmungen sichern will muss einleuchten, denn China, so erfährt man aus anderen Quellen (aber auch die Russen) investieren schon lange in Afrika, in den Ausbau der Beziehungen. Das ist doch nichts Neues, dass machen doch viele Staaten, wird der gebildete ZDF/ARD Konsument sagen.
 
Nur (!) da gibt es einen kleinen Unterschied - die Chinesen und auch die Russen investieren in der Art, dass sie die Länder am erwirtschafteten Reichtum mitverdienen lassen. Sie beuten diese Länder also nicht nur schamlos aus, sondern geben etwas zurück - wie man hört und liest. (z.B. bei Compact, Ken Jebsen FM, NuoViso etc.)

DAS ist der Unterschied und darum gehören sie vertrieben - denn kein Reicher teilt seinen Reichtum gern mit dem gemeinen Volk. Eine alte Regel der Demokratie!
 
Abgesehen davon - vor nicht ganz 5 Jahren konnte man über so manchen "Witz" von Komikern im Fernsehen lachen, die da sagten, dass wir noch froh sein werden, die T-Shirts für China nähen zu dürfen. Wenn SIe mich fragen ist der Tag nicht mehr weit entfernt an dem wir erleben werden, dass es eine neue Leitwährung in der Welt geben wird - der Dollar ist jedenfalls schon lange durch.
Das merkt man auch und vor allem daran, dass die USA überall in der Welt, wo nur der geringste Gegenwind ihnen ins Gesicht weht, zu den Waffen rufen. Neuerdings zu den Drohnen - da können sie auch noch zu Hause in ihren Bunkern bleiben.
 
Zum zweiten Paukenschlag oder dem Nachsatz noch ein Wort.
 
Ich denke Frau Merkel weiß sehr wohl was sie tut. Ihr ist das gemeine Volk der Deutschen so was von egal, wenn nur ihre Position, ihr Lebensinhalt gesichert bleibt.
In Herrn Gabriel scheint sie ja nun auch wieder einen treuen, willfährigen Gefolgsmann gefunden zu haben...
 
Ich hoffe, wünsche, bete... dass die Montagsdemos in Deutschland ein Ausmaß erreichen werden, dass nicht mehr unterdrückt werden kann. Dass die Menschen sich der Macht gegenüber stellen, wie einst die Revoluzzer im Iran (unter Chomeni) als sie dem Militär sich gegenüber stellten und sagten: Ihr könnt die Ersten erschießen, die Zweiten und die Dritten aber denkt nur nicht, dass auch nur einer hier wieder weg geht...
Wie wir wissen, es fiel nicht ein Schuss! Es war die friedlichste Revolution... egal was danach kam.
 
Freundliche Grüße
Steffen Jurisch

 

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