Paukenschlag
am Donnerstag
No. 50 /2013
vom 5. Dezember 2013


Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Negativzins + Bargeldverbot = Ultima Ratio?

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Negativzins + Bargeldverbot
= Ultima Ratio
 
 
Es wurde in den letzten Wochen viel darüber spekuliert, ob die Halter von Geldguthaben durch die Abschaffung des Bargeldes und einen negativ Zins auf ihre Guthaben mehr oder minder schnell enteignet werden sollen.
 
Der Gedanke hat durchaus faszinierende Aspekte. Vor allem dürften sich die Anhänger Silvio Gesells inzwischen zu Freudentänzen auf dem Marktplatz von Wörgl zusammenfinden, um ihr scheinbar "Gesell"-schaftsfähig gewordenes Schwundgeld zu feiern.
 
Das Szenario hat jedoch etliche Risiken und Nebenwirkungen, die auf dem Beipackzettel bisher nicht vermerkt sind.
 
Zu den scheinbar kleinen "Nebenwirkungen" gehört es, dass selbst politische Parteien nicht mehr in der Lage wären, Spenden zu vertuschen oder gar schwarze Kassen anzulegen. Das dürfte dem einen oder anderen Vorsitzenden den kalten Angstschweiß auf die Stirn treiben.
 
Doch nehmen wir an, die Schnelldenker unter unseren Anführern merken auch das wieder erst, wenn es zu spät ist.
 
Setzen wir als bedingungslos gültige Randbedingung für den Negativ-Zins die vollständige Abschaffung jeder Form von Bargeld, einschließlich des Verbots, Gold und andere Edelmetalle zu besitzen, mit deren Hilfe die Härten eines Bargeldverbotes gemildert werden könnten.
 
 
Nach den Grundsätzen der ordentlichen Buchführung hätten dann alle Geschäftsbanken ihre "Einlagegläubiger" regelmäßig mit "Strafzinsen" für den Geldbesitz zu belasten.

Den Banken flössen also aus dem Geschäft mit den Kundeneinlagen "Erträge" zu, wo vorher lediglich "Kosten" für Zinsgutschriften entstanden. Dem könnte niemand mehr ausweichen, weil es Scheine und Münzen, mit denen man aus dieser Falle "abheben" könnte, nicht mehr gibt.
 
Im Umlauf befindliches "Geld" fände sich immer (!) auf einem Bankkonto, und nirgends sonst, und würde regelmäßig um den Negativzinssatz abgeschmolzen.
 
Dies ganz und gar unabhängig davon, ob es benutzt wird, was ja angeblich das Ziel sein soll, damit die Wirtschaft wieder in Gang kommt, oder nicht.
Der Strafzins trifft den, der das Geld gerade hat. Egal ob es seit Ewigkeiten unbewegt auf dem Konto liegt, oder ob es gerade gestern als Bezahlung einer Rechnung oder als Lohnzahlung gutgeschrieben wurde.
 
Dies ist eine absurde Vorstellung - doch spukt die Idee in einigen Köpfen herum, die über die notwendige Macht verfügen, um uns dieses Absurdistan zu bescheren.
 
Malen wir uns aus, wohin das führt:
 
Die erste, direkte und unvermeidlich Folge:
 
Die Gewinne der Banken steigen, ganz ohne ihr Zutun, einfach nur deshalb, weil es Mode geworden ist, von den Einlegern Geld zu nehmen.
Es handelt sich also um eine Bankenrettung auf Kosten der Bankkunden. Das ist doch schon einmal schön, und erklärt vielleicht den Reiz, den diese Vorstellung auf manche ihrer Befürworter ausübt.
 
Es gäbe daraufhin sicherlich eine Bewegung der Einlagegläubiger, von Instituten mit relativ hohen zu Instituten mit relativ niedrigen Strafzinsen, was die Gewinne der Banken wieder etwas senken würde, doch halte ich durchaus für möglich, dass sich der Negativzins relativ schnell - als sei er abgesprochen, wie Libor und Euribor - auf einem relativ einheitlichen Niveau einpendeln würde.
 
 
Die zweite, und ebenfalls unvermeidliche Folge:
 
Die Liquidität wird knapp. Zuerst bei den privaten Haushalten, bei denen die Negativzinsen auf Guthaben auf Giro- und Sparkonten wie eine zusätzliche Steuer wirken, dann auch bei den kleinen und mittleren Unternehmen, deren Liquidität laufend zugunsten ihrer Banken abgeschmolzen wird.
 
Dieser Effekt wird verstärkt dadurch, dass die Bereitschaft, Kredite zu tilgen wächst.
 
Denn der Negativzins auf Guthaben wird nicht dazu führen, dass Kreditnehmer statt laufend Zinsen abführen zu müssen, nun ständig von Ihrer Bank Gutschriften erhalten, nur weil sie sich von der Bank Geld geliehen haben. Mag ja sein, dass die Kreditzinsen sinken - doch sie werden wohl kaum negativ werden. Dazu später mehr.
 
Wer also Schulden hat - und irgendwelche Geldreserven zugleich, wie das bei vielen Haushalten der Fall ist, wo dem überzogenen Girokonto immer noch die eiserne Reserve auf dem Sparkonto gegenübersteht, wird das Geld, das nur Geld kostet, verwenden, um den Kredit zu tilgen, der auch nur Geld kostet.
 
Weil "getilgte Kredite" aber nicht nur die Schuld, sondern auch das Guthaben wieder in das Nichts verwandelt haben, aus dem Schuld und Guthaben entstanden sind, bleibt die für die Tilgung verwendete Liquidität ebenfalls dauerhaft verschwunden.
 
Der Währungsraum sitzt in der Deflationsfalle.
 
Die Wirtschaft wird nun zunächst einmal versuchen, die zusätzlichen Kosten des Geldes in ihren Preisen an die Verbraucher weiterzugeben. "Schnell drehende Geschäfte", wie der Lebensmitteleinzelhandel, bei denen sich der Jahresumsatz auf rund 300 Tagesumsätze verteilt, wo also gemessen an der Umsatzgröße nur relativ kleine Liquiditätsbestände erforderlich sind, werden mit kleinen Aufschlägen auskommen, während z.B. am Bau, gerade bei den kleineren Unternehmen mit nur wenigen Projekten pro Jahr, die Negativzinsen deutlich stärker bemerkbar machen werden.
 
Wo es nicht möglich ist oder nicht opportun erscheint, den Gewinnschwund über die Preise auszugleichen, wird man die Kompensation bei den Löhnen suchen.
Beides führt in einer Situation schwindender Liquidität zwangsläufig zu Umsatzrückgang und sinkender Beschäftigung.
 
Alles kein Problem, sagen die Befürworter:
Die Banken werden wie verrückt Kredite vergeben und damit den Liquiditätsmangel mehr als ausgleichen.
 
Was ist von dieser Argumentation zu halten?
 
 
Herzlich wenig.
 
Die Kreditvergabe der Banken ist immer noch an die Bonität des Schuldners geknüpft - und an die Wahrscheinlichkeit, mit der die optimistischen Zahlen in den Businessplänen sich auch in der Realität darstellen lassen werden.
 
Kredite werden auch in Zeiten von Negativzinsen auf Guthaben nicht zinslos oder gar gegen Zinsgutschriften durch die Banken vergeben, sondern Geld kosten.
 
Weil die Wahrscheinlichkeit der Rückzahlbarkeit von Krediten in einem solchen deflationären Umfeld sinkt - und damit die Gefahr für die Banken, auf faulen Krediten sitzen zu bleiben, steigt, ist mit einer schnellen Kreditausweitung in Richtung Realwirtschaft kaum zu rechnen. Man wird froh sein müssen, wenn das Volumen der Neukreditvergabe nicht sinkt.
 
 
Zudem ist die dritte, direkte Folge
von Negativzinsen auf Guthaben zu berücksichtigen:
 
 
Massive Kapitalflucht.
 
Wobei das Kapital zwei Fluchtwege benutzen wird, nämlich den in die Sachwerte, vorzugsweise Immobilien (Edelmetallbesitz muss ja verboten werden) und den in Devisen.
 
Wo das Geld in inländische Sachwerte fließt, bleibt es zunächst weiter im Binnenkreislauf der Liquidität.
Immobilien abgeben wird aber nur derjenige, der weiß, was er mit dem Geldsegen anfangen kann. Die einen werden damit Restschulden tilgen (!) weil sie von den Banken und anderen Gläubigern massiv unter Verkaufs-Druck gesetzt wurden, die anderen werden ebenfalls versuchen, in andere Sachwerte oder in Devisen zu investieren.

Es wird also unweigerlich eine weitere Blase an den Aktien- und Warenterminmärkten geben, wobei auch dabei die Liquidität bei Engagements im Binnenmarkt im Währungsgebiet verbleibt und von den Empfängern sinnvoll verwendet werden können muss. D.h., wer sich von Aktien oder anderen Papieren trennt und dafür "Schwundgeld" annimmt, wird damit entweder Schulden tilgen, oder die Flucht fortsetzen.
 
Die "Letzt-Liquiditäts-Annehmer" unter den Europäischen Anlegern werden also in hellen Scharen in Fremdwährungs-Anlagen investieren. Dahin, wo noch eine positive Verzinsung gegeben ist.
 
Dafür nehmen sie sogar Kursabschläge beim Währungswechsel in Kauf. Die EZB wird dabei ihre Devisenreserven relativ schnell abgeben und dafür die ungeliebten Euros einsammeln, deren weiteres Schicksal zunächst einmal ungeklärt bleiben muss.
 
Europäische Exporteure werden zunehmend Fremdwährung als Zahlungsmittel akzeptieren und dafür Fremdwährungskonten (im Ausland) unterhalten.
 
Zu Ende gedacht führt das dahin, dass innerhalb einer relativ kurzen Zeit alle Euro-Europäer ihre Konten im Ausland in Fremdwährung unterhalten, während innereuropäische Banken über keinerlei Kundeneinlagen mehr verfügen.
 
Der Euro-Kurs stürzt, mangels Nachfrage, ins Bodenlose, die EZB kann geschlossen werden, und Mario Draghi lässt sich seine Pension in Yüan auf einem Konto in Peking gutschreiben.
 
Das wird natürlich nicht so kommen.
Vorher kommen strikte Kapitalverkehrskontrollen.
 
Denn der Fluchtweg in Devisen muss ebenso verschlossen werden, wie der Fluchtweg in Bargeld, Gold und andere Edelmetalle.
 
Euro-Land zerköchelt dann schön langsam im eigenen Saft.
 
Das wird die Stunde der Ersatzwährungen.
 
Diese Ersatzwährungen werden zunächst da explodieren, wo sie inzwischen in großer Zahl als Regional- und Komplementärwährungen nahezu wirkungslos vor sich hindümpeln. Diejenigen, die mit einer Gesell'schen Umlaufsicherungsprämie versehen sind, werden ganz schnell untergehen, weil dann jedermann feststellen wird, dass man damit ja nur den Teufel mit dem Beelzebub austreibt.
 
Andere, ohne Umlaufsicherung (also ohne verkappten Negativzins), werden zwangsläufig verboten werden, sobald sich herausstellt, dass damit Transaktionen in nennenswertem Umfang erfolgen.
 
Wir fallen also zurück auf Naturalien.
 
Die altbekannten "Dauerkonserven", wie Zigaretten und Schnaps, Benzin und Nato-Dosenbrot werden zu den Zahlungsmitteln der Wahl, woraufhin das Mitführen von Zigaretten, Schnaps, Dosenbrot und Benzin an jeder Straßenecke von schwerbewaffneten Ein- und Aufgreifkräften kontrolliert werden wird, um jeglichen, über den nachgewiesenen, unmittelbaren Eigenbedarf hinausgehenden Missbrauch zu unterbinden.
Die Steuern auf Tabak, Mineralöl und Branntwein werden auf mehrere tausend Euro pro Verpackungseinheit angehoben und es wird ein Nato - Dosenbrot - Dosen - Dosenpfand in Höhe von 500 Euro pro Dose erhoben werden, was dafür sorgen soll, dass auch diese Form des Tauschhandels nicht ausufern kann.
 
 
Betrachten wir nun die Situation bei den anfänglichen Gewinnern der Misere
- bei den Geschäftsbanken - noch einmal näher.
 
Hier wird das Problem auftauchen, dass die von ihnen gehaltene, eigene Liquidität immer weniger lukrative Anlagemöglichkeiten findet. Erschwerend hinzukommt, dass sämtliche liquiden Mittel der Geschäftsbanken auf deren Zentralbankkonten liegen und dort mit Strafzinsen belegt werden. Es gibt auch für die Geschäftsbanken keinen Ausweg, der nicht in der Gesamtbetrachtung des gesamten Bankensektors am Ende wieder in ein Guthaben auf einem strafzinsbewehrten Zentralbankkonto mündet - und die Kapitalverkehrskontrollen werden auch den Banken erschweren, sich mit Devisen über die Situation hinwegzuretten.
 
Werden die Banken dann vermehrt Staatsanleihen ankaufen?
Eine hochinteressante Frage.

Die Staatsanleihe im Depot ist doch letztlich auch ein Guthaben des jeweiligen Inhabers. Warum sollte der Staat also seine Anleihen positiv verzinsen, wenn er sie auch mit einem Negativzins ausstatten könnte?
 
An dieser Stelle zeigt sich endlich der vollendete Wahnsinn der Idee des Negativzinses:
 
Allem Geld stehen Schulden in gleicher Höhe gegenüber.
 
Zinsen sind eine Benutzungsgebühr für Geld, die alleine derjenige aufzubringen hat, der mit seiner Kreditaufnahme Geld in die Welt gesetzt hat.
 
Diese Benutzungsgebühr fließt hauptsächlich an die Banken und deren Aktionäre, die nicht etwa das Geld zur Verfügung stellen, sondern sich nur dafür (fürstlich) bezahlen lassen, dass sie die Unterschriften leisten, die ausreichen, um frisches Geld zu schaffen.
 
Ein Teil der Erträge aus der Geldbenutzungsgebühr "Zins" fließt auch an diejenigen, die genug Geld besitzen, um Teile davon gegen Zinsen zu verleihen.
 
Ob jemand nun ein Guthaben auf einem Bankkonto hält, was ja eine Forderung auf die Herausgabe von Geld gegen die Bank darstellt, oder ob jemand einen Pfandbrief "gekauft" hat, der ja auch nichts anderes ist als eine Forderung auf die Herausgabe von Geld gegen einen Pfandbriefschuldner - es besteht zwischen beiden "Anlageformen" kein grundsätzlicher Unterschied!
 
 
Und solange beide Gläubiger von ihren Schuldnern Zinsen erhalten, scheint ja auch alles gut.
 
Mit der Einführung eines Negativzinses auf Guthaben müssten jedoch zwangsläufig auch die Kreditzinsen negativ werden, sollten nicht die einen Gläubiger verdienen, während die anderen draufzahlen müssen.
 
Mit negativen Kreditzinsen jedoch wären wir in einer Situation angekommen, in der es sich echt lohnt, möglichst hohe Schulden zu machen, weil man regelmäßig noch Geld ausgezahlt bekäme, ohne dafür irgendetwas leisten zu müssen, ja sogar ohne, dass die ursprünglichen Schulden deswegen wachsen müssten. Wer seine negativen Schuldzinsen zur Tilgung verwendete, wäre innerhalb einiger Jahre vollkommen schuldenfrei, ohne dafür auch nur einen Finger krumm machen zu müssen.
 
Aber warum sollte jemand tilgen?

Alleine mit den Zinserträgen aus den gemachten Schulden ließe sich doch ohne jede eigene Anstrengung wunderbar leben.
 
 
Negativzinsen sind eine Schnapsidee.
 
Und doch sind sie nichts anderes als das
Spiegelbild einer Welt mit Positivzinsen.
 
 
Auch der Positivzins würde von jedem denkenden Menschen als Schnapsidee empfunden, wären wir nicht so sehr daran gewöhnt, dass sich Geld auf wundersame alchemistische Weise bei denen vermehrt, die so viel davon haben, dass sie es gar nicht brauchen, während es bei denjenigen, die für ihre (sinnvollen und werteschaffenden Pläne) sowieso schon zu wenig haben, immer weniger wird.
 
Und das aus dem gleichen Grund. Aus einer Bereicherungsmöglichkeit heraus, die als "Zins" bezeichnet wird, in Wahrheit aber nichts anderes ist als ein "Lösegeld für gekidnapte Liquidität".
 
Auch die Argumentation, dass der Zins als Altersvorsorge dienen muss, ist letztlich eine Schnapsidee, die das Zinsnehmen nicht logisch begründet, sondern allenfalls auf einer ziemlich abseitigen Argumentationslinie rechtfertigen soll.
 
Nicht der Zins macht ein sorgenfreies Alter möglich, sondern die Tatsache, dass die Jüngeren in ausreichendem Maße bereit und in der Lage sind, die Waren herzustellen und die Dienstleistungen zu erbringen, die von den Älteren nicht mehr erzeugt, aber immer noch benötigt werden. Das Umlagesystem der gesetzlichen Rentenversicherung ist die bestmögliche Lösung dafür. Die kapitalgedeckte Rente stützt dieses System nicht, sie torpediert es.
 
Wer ein bisschen rechnen kann, wird schnell feststellen, dass das, was er im Leben alleine an jenen versteckten Zinsen bezahlt, die in Steuern, Sozialversicherungsbeiträgen und in den Preisen aller Waren und Dienstleistungen kumuliert enthalten sind, bei weitem nicht an das heranreicht, was er als Rentner - auch mit einer ordentlichen Lebensversicherung und sonstigem Ersparten - im Alter dafür an Zinsen wieder erhält.
 
Es wäre in den Haushalten der breiten Bevölkerung weit mehr Erspartes verfügbar (an der Kaufkraft gemessen), als das, was heute mit Zins und Zinseszins - und das auch nur an die etwas Bessergestellten unter den Rentnern - ausgeschüttet wird, könnten uns die Empfängern nicht leistungsadäquater Einkommen nicht lebenslänglich klammheimlich um den Zins erleichtern, weil wir in einem System leben, in dem das gesamte Geld zugleich auch Schuld - und damit zinsträchtig ist.
 
 
Noch mal kurz zurück zum
Negativzinsertrag künftiger Kreditnehmer:
 
Abgesehen davon, dass die Banken keinerlei Interesse daran hätten, Kredite zu vergeben und an ihre Schuldner dafür auch noch jährlich Zinsen auszuschütten, werden wir "Nichtbanken" auch weiterhin auf Kredite Zinsen zu zahlen haben.
 
Die Banken hätten dann zwei Einnahmequellen, nämlich die Guthaben ihrer Kunden, belastet mit Negativzinsen, und die Schulden ihrer Kunden, auf die sie weiterhin Kreditzinsen erheben würden.
 
Ein Grund, großzügig Kredite zu vergeben?
 
 
Theoretisch Ja.
Schließlich wachsen mit jedem Kredit nicht nur die Schulden, sondern auch die Guthaben.

Praktisch könnte sich das als ausgesprochen schwierig erweisen.
 
Von daher erachte ich die Chance, dass wir es noch erleben werden, dass tatsächlich von den Geschäftsbanken Negativzinsen auf Guthaben erhoben werden, für ausgesprochen gering - und sollte es doch soweit kommen, dann ist das der Gong zu jener Runde, die mit dem K.O.-Schlag endet.
 
 
 
 
 
 
 
 

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Kommentare zu diesem Paukenschlag
Lieber Herr Kreutzer,

würde es aber nicht anders aussehen, wenn es eingebettet in das Konzept Monetative - Vollgeld - plus fließendes Geld nach Bernd Hückstädt wäre? Dann muss man zwar für die "Verwahrung" und Kontoführung, also für die Dienstleistung der Banken eine - von der Höhe des Betrages unabhängige - Gebühr zahlen, eine zusätzliche Negativverzinsung würde jedoch an die "Monetative" als dem einzigen Ursprung des Geldes zurückgeführt werden. Will man Letzteres vermeiden, kann man investieren, trägt dabei jedoch das volle Kreditrisiko der kreditvermittelnden und kreditbereitstellenden Bank. Mit etwas Glück, kann man dann an den wahrscheinlich geringfügigen Kreditzinsen sogar "mitschneiden" - allerdings verbraucht sich der Zinsertrag dann auch wieder. Im Endeffekt müssen wir vom "überschüssigen", ungenützt brachliegenden Geld weg kommen, das zinsfordernd auswuchert und sich beständig aus der Realwirtschaft speist.

Liebe Grüße
Günther Hoppenberger

    erst einmal Danke für eine Darstellungsform, die auch ich (mehr oder weniger) verstehe. Doch komme ich gleich zum Ende Deiner Ausführungen: DU schreibst, die Wahrscheinlichkeit wäre gering für das Szenario.

    Ich aber sage Dir voraus, daß es genauso kommen wird.

    Bedenke, daß Gesetze jeder Art nur für normale Menschen gelten. Ab einer bestimmten Höhe (nennen wir sie aus Spaß einfach die Bilderberger-Einheit = BI), also ab etwa 0,85 BI's gelten keine Gesetze mehr und insofern wären die Betreffenden weder von einem Edelmetall-Verbot noch von Negativzinsen belastet.
    Willst Du dich täglich in eine Bank stellen und nachkontrollieren ob Negativ-Zinsen von BI-Konten tatsächlich abgebucht werden? wohin, bitte schön, sollten die den gehen? (Ok, vielleicht auf eines der anderen Konten die sie besitzen - das wäre denkbar).
    Bei wem willst Du Dich erfolgreich beschweren, wenn durchsickert, daß diese Choose nur für die Kleineren unterhalb der 0,85 BI's gilt? Bei Merkel? (*lol*)

    Viel Vergnügen mit der schönen neuen Welt und denke an Schweden - da wird das Bargeld gerade massiv abgebaut.

    mit freundlichen Grüßen
    der übliche Verdächtige


    Sehr geehrter Herr Kreutzer,

    da Sie ja zu den “Durchblickern” in Sachen Finanzen (und auch sonst) gehören, habe ich eine Idee, die ich auch schon längst hätte haben können:

    Es gibt eine Gruppe von Leuten, die sich unter dem Namen “Wissensmanufaktur” (Andreas Popp) zusammen geschlossen haben, und die unter dem Begriff “Plan-B” eine andere und vor allem bessere Gesellschafts- und Finanzordnung entwickelt haben.

    Aus meiner Sicht ist das derzeit das wichtigste Thema für den Fortbestand der Menschheit überhaupt, und Sie sind m.E. geradezu prädestiniert, sich mit diesem Plan-B auseinanderzusetzen (gerade auch weil Sie sich irgend wann einmal gegen ein “bedingungsloses Grundeinkommen” ausgesprochen haben).

    Ich würde mich über den einen oder anderen Paukenschlag zu diesem Thema jedenfalls riesig freuen.

    Herzliche Grüße
    Heinz Mann
    Lieber Herr Kreutzer,

    keine Angst, was Sie da schreiben, wird ohnehin keiner verstehen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Hasselbach


    Sehr geehrter Herr Kreutzer,

    ich bin mir diesmal nicht sicher ob Ihr Paukenschlag ironisch gemeint war oder vor Denkfehlern nur so strotzt.

    Das Wunder von Wörgl hat nur deshalb funktionieret (und wurde aus dem gleichen Grunde sofort wieder bekämpft und abgeschafft) weil eben keinerlei Bank in das Geschehen eingreifen konnte. Weil es Banken unabhängig war.
    Ob positiv oder negativ Zins ist völlig egal - ZINSEN sind es die die Idee des Geldes zunichte machten. Geld sollte einst nur als eine Art Orientierungshilfe für den Wert einer Ware oder Dienstleistung gelten, als Mittler zwischen zwei unanbhängig voneinander betriebenen (Austausch)Geschäften.
    Sprich, ich habe ein Brot hergestellt ,welches ich nicht verzehren möchte, ein anderer braucht ein Brot und will ein Messer dafür geben, da ich aber kein Messer brauche kämen wir nicht ins Geschäft, denn ich brauche ein Stück Tofu, was ein dritter hat, der aber kein Brot braucht und sich über ein Messer freuen würde.

    Allein die Zinsen sind es die alles kaputt machen und vorher so schön undurchsichtig. Wenn ich Messer hergestellt habe und es nicht gleich veräussere, dann vermehrt es sich doch auch nicht. Basta.

    Darum ist der Zins eigentlich auch in allen weissen Büchern verboten, ob sie Koran oder Bibel sich nennen.

    Das Thema liese sich ein für alle Mal und sofort beenden:

    Der Staat muss nur alle Banken im ersten Schritt verstaatlichen, im zweiten Schritt zusammenführen und im dritten Schritt abschaffen. Dann die gesamte Geldproduktion selbst in die Hand nehmen und fertig. Kredite werden nur auf der Grundlage von wirklichen Einlagen gewährt und sind Zinslos, das damit finanzierte "Objekt" oder "Vorhaben" gilt bis zur vollständigen Tilgung als Gegenwert.
    Strassenbau, öffentliche Verkehrsmittel, öffentliche Verwaltungen etc., Wasser, Elektrizität, Bodenschätze gehören dem Staat und werden von ihm gefördert oder verwaltet.
    Nur damit das klar ist, der Staat sind alle in ihm lebenden Menschen und die besten der Besten werden die Entscheidungen treffen. Über große Entscheidungen, richtungsweisende Entscheidungen wird das Volk vorher befragt (es entscheidet vielleicht nicht immer weise aber es trägt die Entscheidungen mit, wenn es befragt wurde und es kann sie ja auch wieder ändern, wenn es sich als Fehler herausstellen sollte).

    Dazu muss aber noch gesagt werden, dass die Menschen noch lange nicht soweit sind - denn wenn die Menschen der Staat sind, dann müssten sie wissen, dass man mit Ressourcen sparsam umzugehen hat. Das man nichts verschwenden sollte, das man nur das herstellen und konsumieren sollte, was unbedingt notwendig ist und das man dem Nachbarn (im Kleinen wie im Großen) auf keinen Fall weder drohen, noch etwas wegnehmen darf, ihn auch nicht willentlich und wissentlich benachteiligen darf.
    Wenn jeder Mensch auf dieser Erde so denken würde, sich für sich selbst zum Nutzen in die Gemeinschaft einbringen würde, nach seinen Fähigkeiten - dann brauchten wir über kurz oder lang das sch..... Geld auch nicht mehr, denn es gehört eindeutig zu den mentalen Krankheiten des Menschen.
    Ein gutes Beispiel, wenn auch nicht perfekt, zeigt uns Buthan - dort wird das Bruttosozialprodukt am Glück des Volkes gemessen - bei den Buddhisten ist der Reich, der Glücklich ist - das hat mit Geld nichts zu tun, nichts mit Besitzt.
    Wir hier im "Westen" besitzen eh nur (in der Mehrzahl) sinnlose Dinge, die kein Mensch wirklich braucht oder brauchen würde, wenn wir nicht so gierig wären und unser "Glück" an materiellen Besitz fest machen würden. Wenn bei uns einer lacht, dann wird er schräg angesehen, wenn einer ein neues Smarthphone hat ist er was besonderes (für drei Minuten, bis ein neues Blöddrumm auf den Markt kommt)
    Wer braucht das schon?

    Also, Fazit... die Diskussion sollte nicht um Zinsen geführt werden, sie sollte um die Abschaffung der Banken und somit des Geldes in der jetzigen Form geführt werden, und wenn wir schon beim Abschaffen sind, dann bitte gleich die Regierungen mit, denn das sind, in der Mehrzahl nur Dummköpfe und Marionetten.

    In dem Sinne, eine schöne Restzeit in 2013...

    Ihr Leser
    Steffen Jurisch

     

      Herr Jurisch schießt da wohl etwas über das Ziel hinaus, ohne allerdings Bereitschaft zu bekunden, sich aktiv einzubringen. Die Tücke steckt bekanntlich immer im Detail. Erinnert stark an Josef Weinheber: "Wann i, vasteht's, wos z'reden hät, i schoffat olles o. Wos brauch ma denn des olles, net? Is eh gnua do".
      In diesem Sinne nochmals
      liebe Grüße, Ihr
      Günther Hoppenberger



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