Paukenschlag
am Donnerstag
No. 35 /2013
22. August 2013


Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Sie sind wieder da. Die Herrscher.

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Sie sind wieder da.
.
Die Herrscher.
 
Sie waren nie wirklich weg. Das zu glauben, wäre töricht.
 
Doch wir glaubten, wir hätten sie unter Kontrolle. Wir glaubten, die Demokratie könne sie auf Distanz halten, ja vielleicht sogar domestizieren.
 
 
Sie konnte es nicht. Wie sollte sie auch?
 
Die Demokratie ist die Idee einer Struktur.
 
Eine Struktur, eine Organisationsform, eine Überschrift, ein Prinzip, ja selbst die besten Gedanken können jedoch niemanden aufhalten, der sie nicht freiwillig akzeptieren mag.
 
Dazu braucht es die Tat,
und für die Tat braucht es Täter.
 
Wo die Demokratie noch funktioniert, werden diese Täter als geehrte Wohl-Täter angesehen, wo sie nicht mehr funktioniert, werden diejenigen, die versuchen die wahre Demokratie, die Grund- und Freiheitsrechte der Menschen durch Taten zu verteidigen, zu Straftätern.
 
Das Urteil hängt nicht von der Tat, nicht von den Motiven, nicht von den Umständen ab, sondern ausschließlich von der Einstellung derjenigen, in deren Händen die wahre Macht im Staate liegt.
 
 
Jeder, der etwas tut, wird zwangsläufig zum Täter.
 
Die Alternative ist das Nichtstun.
 
 
 
Das Nichtstun als Prinzip
 
Nichtstun, abwarten, zuschauen - dem Staat die Macht und mit der Macht das Recht zur Gewaltausübung zu übertragen, das ist ein schönes Prinzip, ein hehres Prinzip, ein beinahe schon göttliches Prinzip.
 
Ein Prinzip, von dem wir einst glaubten, es durch regelmäßige Wahlen zum funktionierenden Regelkreis gestaltet zu haben.
 
Vier Jahre lang nichts tun, abwarten, zuschauen - den Staat machen lassen, und nach vier Jahren mit dem Stimmzettel anzeigen, wie gut oder schlecht uns das gefallen hat, pfeifen und "Buh" rufen, oder begeistert "da capo, da capo, Zugabe, Zugabe" skandieren.
 
Ein Prinzip, von dem wir annahmen, die regelmäßige Stimmabgabe würde vollkommen ausreichen, um die demokratische Opposition aktiv und die freie Presse wach zu halten, was ganz automatisch dazu führen würde, dass die jeweils amtierende demokratische Regierung auf dem richtigen Gleis bleibt.
 
Ein Prinzip, von dem wir annahmen, es sei so gut, dass wir uns darum nun überhaupt nicht mehr zu kümmern bräuchten.
 
 
Nun sind sie wieder da, die Herrscher.
 
Sie haben sich in unserem schönen Prinzip eingenistet. Sie und ihre Helfershelfer sitzen an allen entscheidenden Stellen - und nun werden sie schamlos und lassen die Masken fallen.
 
Die allerdeutlichste Demonstration der Macht der neuen Herrscher war wohl die Demütigung der britschen Zeitung "The Guardian", die gezwungen wurde, Informationen, deren Veröffentlichung den Herrschern missfiel, unter Aufsicht von zwei "Inquisitionsbeamten" zu vernichten.
 
Die angeblich einzige Drohung, man werde sonst gerichtlich gegen die Zeitung vorgehen, ist schlicht unglaubwürdig.
 
Vor einem Prozess von solcher Bedeutung für die Freiheit der Presse hätte kein Verleger und kein Chefredakteur Bange gehabt, ganz im Gegenteil, darauf hätte man es mit Freuden ankommen lassen.
 
Es kann also davon ausgegangen werden, dass es neben dieser offiziellen Drohung noch ganz andere, "hochnotpeinliche" Drohungen, wie man es früher nannte, gegeben haben muss. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich das auszumalen.
 
 
Doch genau dieser herauragende Akt der Selbstherrlichkeit, der sich am "Guardian" offenbarte, ist ja nur die Spitze der Pyramide - und diese Spitze hätte es nie geben können, gäbe es darunter nicht jenen Unterbau der Anmaßung.
 
Wer überzeugt ist, jede Person und jede Organisation, jede Partei und jede Regierung ausspähen und mit "geeigneten Maßnahmen" behutsam auf den rechten Weg zurückführen zu dürfen, zur Not auch mittels einer Kampfdrohne, hätte als einzelner keine Chance.
 
Es muss den Herrschern also gelungen sein, sich diesen Unterbau der Macht gefügig zu machen. Der Repressionsapparat, den wir - vom "freien Westen" aus - im Ostblock so gerne anprangerten, muss im mindestens gleichem Umfang auch mitten unter uns zu finden sein.
 
Sonst könnte sich der "Täter" auf Recht und Gesetz berufen, auf Grund- und Menschenrechte, doch wie es aussieht, haben Angeklagte, wenn es drauf ankommt, weder ein Recht auf Verteidigung noch überhaupt auf einen Prozess.
 
 
Wir leben in einer Welt, in der die Herrscher Gefängnisse wie Guantanamo und Folterkeller wie Abu Ghraib haben errichten lassen, die sie - schamlos - einfach weiter betreiben, weil der Widerstand dagegen so leise und verhalten ist, wie er ist, und weil man ihn, würde er denn lauter werden, mit Wasserwerfern und Tränengas schlicht von der Straße fegen könnte.
 
Wir leben in einer Welt, in der es möglich ist, mitten in Deutschland Steuerfahnder, die ihren Job zu ernst nehmen, und "Whistleblower", die die Machenschaften großer Banken anzeigen, schlicht in die Psychiatrie abzuschieben.
 
Wir leben in einer Welt, in der es den Herrschern mühelos gelingt, aus der Euro-Zone innerhalb von nur fünf Jahren insgesamt 5 Billionen Euro öffentliche Mittel herauszuquetschen und sie dem erpresserisch agierenden "Finanzsektor", den asozialen "Damen und Herren Märkte", in den Rachen zu werfen, während für die dringenden Aufgaben der Staaten hint' und vorne das Geld fehlt.
 
(Diese 5,1 Billionen sind übrigens in einem gemeinsamen Bericht von EZB und EU-Kommission für die Jahre 2008 bis 2012 nachzulesen. Erwähnt wurde diese irrwitzige Zahl von den Medien praktisch nicht, und wenn doch, dann nur beiläufig.)
 
 
 
Da stehen wir nun.
Das hatten wir uns unter Demokratie nicht vorgestellt.
 
Doch sie sagen uns frech ins Gesicht:
 
"Das sind nun mal die demokratischen Spielregeln. Man muss den Willen der Mehrheit auch dann respektieren, wenn man davon selbst negativ betroffen sein sollte."
 
 
Als ob das, was Demokratie genannt wird, mit dem, was wir uns unter Demokratie vorstellen, noch viel zu tun hätte.
 
 
Dass Wolfgang Schäuble sich zu der Aussage hinreißen ließ, Deutschland sei seit 1945 nie voll souverän gewesen, beweist doch, sofern es wahr ist, dass die deutschen Wähler seit der Gründung der Bundesrepublik zwar wählen durften, dass für die Gewählten die Weisungen der Siegermächte jedoch stets Vorrang vor dem Wählerwillen hatten.
 
Was ist das für eine Demokratie?
 
Wie nennt man das, wenn der vermeintliche Souverän seine Vertreter in ein Parlament entsendet, um dann zu erleben, dass es da einen Meta-Souverän gibt, dessen Wille letztlich ausschlaggebend ist?
 
Der vermeintliche Souverän hat davon allerdings wenig bis nichts erfahren. Die fortgeltenden Gesetze des Besatzungsstatuts wurden, so gut es geht, geheim gehalten, weitere Verträge, in denen der Fortführung von Besatzungsrechten "freiwillig" zugestimmt wurde, ebenfalls.
 
Der vermeintliche Souverän darf auch heute in den Fernsehnachrichten noch in das ausdruckslose Gesicht eines Herrn Pofalla schauen, wenn der aus dem abhörsicheren Raum herauskommt, in den sich die Geheimnisträger unter den Parlamentariern zurückziehen, wenn sie Geheimes zu besprechen oder zu untersuchen haben, und hört aus dessen Worten dann auch nicht mehr heraus, als er im Gesicht zu lesen vermag, nämlich, dass es ihn, den Souverän, einen Scheißdreck angeht, wie die Dienste an seine Daten kommen, wie sie aus seinen Daten Profile, aus Profilen Prognosen und aus Prognosen geheime Feme-Urteile machen.
 
Hat unsere Regierung dem Ausspähen der Bürger, der Unternehmen, der Organisationen Deutschlands zugestimmt? Helfen unsere Geheimdienste bei der Beschaffung von Informationen über Ausländer und lassen sie sich im Gegenzug bei der Beschaffung von Informationen über Inländer helfen?
 
Bleibt auf diese Weise legal, was illegal sein sollte,
weil jeder ganz legal die Drecksarbeit für den anderen erledigt?

Sie werden es nicht aufklären. Warum denn auch?
 
Sie werden weiter erbarmungslos Jagd auf jeden machen, der ihre Machenschaften ans Tageslicht bringt, sie werden dies tun, um jeden möglichen Nachahmer so gründlich wie nur möglich abzuschrecken, sie werden dies tun, um jegliche Kommunikation zum Zwecke einer Verständigung über Maßnahmen zur Einschränkung ihrer Allmacht schon alleine dadurch zu verhindern, dass jeder fürchten muss, entdeckt zu werden, bevor er auch nur einen Menschen gleicher Meinung angetroffen hat.
 
Es ist von Anbeginn der Menschheit die gleiche Lüge, die solche Macht ermöglicht. Es ist die Lüge von der drohenden Gefahr, die nur abgewendet werden kann, wenn das Volk tut, was es soll.
 
Erst waren es die Götter, die von den Priestern besänftigt werden mussten, wozu sie die Opfergaben des Volkes brauchten.
 
Und so, wie heute hin und wieder ein "terroristischer Akt" benutzt wird, um den nächsten Zugriff der Hohen Priester des Kampfes gegen den Terrorismus auf die Taschen und die Rechte der Bürger zu rechtfertigen, gaben in grauer Vorzeit wahlweise der ausbleibende oder der nicht enden wollende Regen Anlass genug, dem Volk tüchtig einzuheizen.
 
Später waren es die bösen Mächte hinter der nächsten Grenze.
Um die zurückzuhalten oder vorsorglich zu überfallen, wurden Opfer über Opfer verlangt - während die Gewinne aus Kriegsvorbereitung und Krieg in den Schatullen jener blieben, die das gegenseitige Abschlachten der Völker provoziert und inszeniert hatten.
 
Bis vor wenigen Jahren noch genügte der Hinweis auf die Roten Horden hinter dem Eisernen Vorhang, um jeden Rüstungswahnsinn zu rechtfertigen.
 
Heute ist es der Terrorismus.
Ein Terrorismus, bei dem die Angst, die davor geschürt wird, tausend Mal größer ist, als die Gefahr, die er tatsächlich darstellt.
 
Ein Terrorismus, der zu einem nicht unerheblichen Teil nur deshalb existiert und agiert, weil die Methoden, die ihn vernichten sollen, den Keim der Wut und der Rache immer tiefer auch in die friedlichsten Köpfe tragen.
 
Stell dir vor, deine Frau und dein Kind werden auf offener Straße, mitten in einem friedlichen Dorf von einer Rakete, die hoch vom Himmel kommt, zerfetzt.
 
Stell dir vor, du weißt, wer diese Rakete abgeschossen hat. Stell dir vor, du weißt, dass derjenige, der diese Rakete geschickt hat, glaubt, er sei dafür niemandem Rechenschaft schuldig.
 
Kannst du dabei ruhig bleiben?
Fühlst du nicht jene ohnmächtige Wut in dir aufsteigen, die dir schier die Adern im Kopf zerplatzen lässt, wenn du nicht endlich selbst etwas tust, wenn du nicht selbst zum Täter wirst?
 
 
Die Herrscher sind wieder da.
Der Sheriff von Nottingham schickt seine Schergen aus.
Die letzten Anhänger des Königs werden erbittert gejagt.
 
 
 
Müssen wir nun weiter abwarten, zuschauen und nichts tun,
weil nichts mehr möglich ist?
 
Sicherlich nicht.
 
Es ist allerdings so, dass die Korrektur eines Fehlers umso schwieriger, langwieriger und teurer wird, je später man ihn erkennt.
 
Das ist bei technischen Systemen so, wo ein Fehler, wenn er im frühen Stadium der Entwicklung entdeckt wird, beinahe kostenlos zu beheben ist, und wo er Millionen verschlingen kann, wenn das Produkt erst einmal in großen Stückzahlen verkauft ist und eine Rückrufaktion gestartet werden muss.
 
Dennoch wird jeder Automobilhersteller fehlerhafte Modelle in die Werkstatt rufen und sie kostenlos in Ordnung bringen, wenn klar ist, dass eine Pannen- oder gar eine Unfall-Serie den Ruf der Marke schnell vollends ruinieren könnte.
 
Das Problem der Fehlerkorrektur bei einer aus dem Ruder gelaufenen Demokratie liegt vor allem daran, dass die Korrektur nicht von denen erwartet werden darf, die den Vorteil davon haben - und dass die Korrektur umso aufwändiger und langwieriger wird, je länger die Fehlentwicklung toleriert wurde, oft im guten Glauben an den guten Willen und das bessere Wissen derjenigen, die am Ruder saßen.
 
  • Keine Regierungspartei wird Gesetze ändern, um sich selbst das Weiterregieren zu erschweren.
  • Selbst eine größere Oppositionspartei wird sich fragen, ob sie - im Falle des eigenen Wahlsieges - nicht doch auch sehr gut mit dem "Missstand" leben könnte.
  • Dass sich die kleineren Oppositionsparteien hin und wieder ereifern ist belanglos. Die haben nämlich sowieso keine Chance, etwas zu ändern.
 
Für die Fehlerkorrektur einer aus dem Ruder gelaufenen Regierung, deren Mitglieder sich nicht mehr als erste Diener des Volkes erweisen, sondern Herrschergebaren an den Tag legen, müssen die Bürger sorgen.
 
Die allerdings leben in dem Irrtum, es gelänge nicht, eine Mehrheit dafür auf die Beine zu stellen. Sie leben in dem Irrtum, es gelänge nicht, sich zu organisieren. Dabei gibt es funktionierende Organisationen und Strukturen genug, innerhalb derer man sich kennt, sich einzuschätzen und zu gemeinsamem Tun zu verabreden weiß.
 
Ich nenne nur drei der vielen großen, existierenden und nutzbaren Organisationen:
 
25.000 Vereine und knapp 7 Millionen Mitglieder - das ist der Deutsche Fußball-Bund.
1.800 Ortsclubs und rund 18 Millionen Mitglieder - das ist der ADAC.
11.400 Pfarreien und rund 24 Millionen Mitglieder - das ist die katholische Kirche in D.
 
 
Dagegen nehmen sich Mitgliederzahlen der Regierungsparteien recht mickrig aus:
 
Die CDU hat 469.000 Mitglieder, die CSU 148.000, die FDP knapp 59.000.
 
Insgesamt sind da also drei Vereine mit nicht mehr als 680.000 Mitgliedern, denen wir das Recht eingeräumt haben, uns als schwarz-gelbe Koalition zu regieren.
 
Selbst wenn die alle katholisch wären, es wäre innerhalb der Kath. Kirche eine Minderheit von weniger als drei Prozent!
 
Wo sind die Katholiken, die ihre Glaubensbrüder von den C-Parteien nach dem christlichen Gehalt der Parteiprogramme fragen und sich nicht mit wohlfeilen Floskeln abspeisen lassen?
Wo sind die evangelischen Christen, die bohrende Fragen an ihre Glaubensbrüder in der Regierungsverantwortung stellen?
 
 
Selbst wenn die alle im ADAC wären, sie kämen im ADAC auf nicht mehr als 4 Prozent - und wenn sie alle im DFB wären, wären es dort keine 10 Prozent.
 
Wo also sind die Autofahrer, wo die Fußballer, die in ihrem Verein eben auch über den Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur diskutieren, die ihren Vereinskollegen aus den Parteien klipp und klar sagen: "Wir sind das Volk!"?
 
 
Was hindert uns also daran, in den Organisationen, denen wir angehöhren, die Strukturen zu finden und zu nutzen, die uns helfen, einen demokratischen Konsens außerhalb der Denkvorgaben der herrschenden Parteien zu finden.
 
Was hindert uns also daran, Politik für die Menschen da zu diskutieren, wo wir die Menschen treffen, weil wir mindestens durch ein gemeinsames Interesse verbunden sind?
 
Was hindert uns daran, unsere Vereine, welchem Zweck sie auch immer originär dienen mögen, auch dazu zu nutzen, unsere Kräfte zu bündeln, wenn es darum geht, die "Herrscher" wieder in die Schranken zu weisen.
 
 
Oh doch, es gibt Hinderungsgründe.
 
 
Fehlendes Problembewusstsein und fehlende Einsicht auf der einen Seite - und die Angst um materielle Verluste, um soziale Abstufung und um Leib und Leben.
 
Gegen fehlende Einsicht können wir geduldige Aufklärung einsetzen.
Gegen die Angst auch.
 
Deutlich zu machen, dass das Spiel mit unserer Angst die einzige Waffe, das einzige Machtinstrument ist, das den Herrschern zur Verfügung steht, dass wir frei sind, wenn wir nur die Angst vor jenen lächerlichen Figuren verlieren, die sich anmaßen, uns zu beherrschen, das ist die große Herausforderung.
 
Polizei und Armee sind Machtinstrumente, die ihren Schrecken verlieren können.
 
Es kommt doch auch dort nur darauf an, das fehlende Problembewusstsein zu verankern und die Angst aufzulösen. Polizisten, Soldaten, Geheimdienstmitarbeiter sind auch Menschen. Kein Staat kommt ohne Polizei, ohne Soldaten, ohne Geheimdienst aus. Die Frage ist doch nur, ob diese Instrumente auch so genutzt werden, wie es im Staatsbürgerkunde-Unterricht gelehrt wird.
 
Das aber liegt nur noch in geringem Maße in der Entscheidungsfreiheit der Menschen, die dort Dienst tun.
 
 
Die Herrscher sind wieder da.
Für diesen Paukenschlag ermittelte der FAZ-Stiltest:
Georg Wilhelm Friedrich Hegel
 
 
 

 
zu diesem Paukenschlag gibt es nun noch eine Fortsetzung
 
 PaD 35 A /2013 Wahlversagen

 
Die Macht der Herrscher aufzulösen, ohne dabei in anarchistisches Chaos zu versinken, ist eine Aufgabe, die der Menschheit noch bevorsteht.
 
Einen Anlauf dazu nehmen gerade die Glocalier.
 
Eine noch relativ kleine Gruppe von Menschen, die dem Motto folgen:
 
"Die Welt fair ändern!"
 
Vielleicht ist das gerade für Sie die geeignete Andockstelle, um sich einzubringen, um vom Nichtstun zur Tat zu gelangen. Es kann ja nicht jeder katholisch, Fußballer oder ADAC-Mitglied sein :- ))
 
Die Website der Glocalier finden Sie hier:
 
 www.glocalis.de
 
Das Buch "Glocalis - Die Welt fair ändern" ist im EWK-Verlag erschienen.
Dieses Buch zu schreiben, war eine "Tat", es zu verlegen ebenfalls.
Damit diese "Taten" optimal wirken können, braucht es allerdings auch die verständigen Leser, die den Gedanken aufgreifen, das Projekt mittragen und zu Mit-Tätern werden.
 
Haben Sie Lust dazu?
 
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Die Subskriptionsfrist für "Das Euro-Schlachtfest"
läuft am Freitag ab.
 
 
 
 
 
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Hier die Vorab-Rezenzsionen von Michael Poost und Uli Gellermann:
 

 Michael Poost auf ARISTO-Blog
... bei Michael Poost wird es in Kürze auch ein Interview mit dem Autor als Podcast geben.
 

 Uli Gellermann auf Rationalgalerie
 

 

 

 

 
 
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Kommentare zu diesem Paukenschlag
Diktaturen und andere Staatsformen wurden durch die Demokratie mit der Gewaltenteilung in den westlichen Ländern aus einem Hauptgrund abgelöst: Um Machtmissbrauch zu verhindern!
 
Was ist aus der Demokratie geworden? Ich möchte hier Parallelen ziehen zu einer sehr bekannten Fabel. (Mir ist bewusst, dass die Fabel ursprünglich anders historisch interpretiert wird, allerdings sind die Gemeinsamkeiten zu auffallend!) Hier meine kurze Interpretation:
 
Ein Bauer („Diktator“) unterdrückt die Tiere seiner Farm und beutet sie aus. Die Tiere zetteln eine Revolution an und legen Regeln fest, damit sich so eine Diktatur nie wieder wiederholt (->Demokratie)
 
Die Regeln lauten:
Alles was auf zwei Beinen geht, ist ein Feind.
Alles was auf vier Beinen geht oder Flügel hat, ist ein Freund.
Kein Tier soll Kleider tragen.
Kein Tier soll in einem Bett schlafen.
Kein Tier soll Alkohol trinken.
Kein Tier soll ein anderes Tier töten.
Alle Tiere sind gleich.
Zu Beginn ist alles gut und die Tiere kommen sehr gut zurecht. Doch der Zerfall beginnt früh und in ganz kleinen Schritten.
1. Schritt des Verfalls. Zunächst beanspruchen die Schweine Milch und Äpfel für sich. Begründung: Die Schweine haben gewissermaßen die Leitung der Farm übernommen und es liegt im Interesse aller, dass es den Schweinen gut geht.
2. Schritt des Verfalls. Die Schweine ziehen in das Farmerhaus und beanspruchen das Bett. Man beachte, dass hier gegen Gesetz 4 verstoßen wird. Dieses wird aber „an die neuen Bedingungen“ (oder besser gesagt an die Bedürfnisse der Schweine!) angepasst. Kein Tier soll in einem Bett schlafen <mit Leintüchern>.
Begründung: Die Schweine brauchen einen ruhigen Arbeitsplatz, und ein Bett ohne Leintücher ist im Grunde ein schlichter Schweinekoben.
Interpretation der ersten beiden Schritte: „Kleine“ Privilegien. Staatsdiener unkündbar, kein Beitrag in die Rentenkassen, politische Immunität usw.
3. Schritt des Verfalls. Die anderen Tieren fühlen sich ungerecht behandelt und es gibt eine erneute Revolution die allerdings blutig niedergeschlagen wird. Gesetz 6 wird neu aufgelegt: Du sollst kein anderes Tier töten <ohne Grund>.
Interpretation: Menschen die auf Missstände aufmerksam machen, werden „getötet“ (mundtot gemacht). Snowden, Mannings, Gustl Mollath, Steuerprüfer die vom Dienst suspendiert werden, weil sie zu „übereifrig“ waren. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, wer weiß schon, was alles noch nicht an die Öffentlichkeit gekommen ist?
4. Schritt des Verfalls. Das nächste Gesetzt das eine „neu Interpretation“ erfährt ist Nummer 5. Kein Tier soll Alkohol trinken <im Übermaß>.
5. Schritt des Verfalls und die Krönung. Die Gesetze werden komplett umgekrempelt. Es gibt nur noch ein einziges Gesetz.
< Alle Tiere sind gleich. Aber manche sind gleicher. >
(All animals are equal, but some animals are more equal than others.)
Interpretation: An die Gesetze haben sich alle Tiere zu halten, außer die Herrschenden! Wie wird es wohl in der Zukunft weitergehen? Immer mehr Ausnahmen für die Herrschenden?
Was ist aus dem Grundgedanken der Demokratie geworden?
Was ist aus „Freiheit, Gleichheit Brüderlichkeit“ (siehe Frankreich) geworden?
Was ist mit dem Land der Freiheit (USA)?
Was ist aus dem „Dem deutschen Volke“ geworden?
 
„Freiheit, Gleichheit Brüderlichkeit“ <für die Herrscher>
„Das Land der Freiheit“ <für die Herrscher>
„Dem deutschen <Herrscher>“
Jan Christ


Sehr geehrter Herr Kreutzer,
wie wahr was Sie schreiben.
 
Werner Rügemer hat genau zu diesem Thema, der schleichenden Machtübernahme durch die „Herrscher“ eine sehr treffenden Artikel geschrieben mit dem Titel „Die unterwanderte Demokratie: Der Marsch der Lobbyisten durch die Institutionen“, erschienen (auch) bei
 www.politik-im-spiegel.de am 19.082013.
Ferner schreiben Sie: ‚Jeder , der etwas tut, wird zwangsläufig zu Täter‘, dem möchte ich hinzufügen das jeder, der nichts tut, zum Opfer wird, allerdings die meisten der Täter (gegen das System) auch. Aber wenigstens haben die was GETAN.
MfG: Manfred Brand

Hallo Herr Kreutzer,
Tatsache ist, dass "die Herrschenden" einen großen Teil des Volkes hinter sich haben. Ich glaube jedoch nicht, dass das mit Ignoranz, Dummheit oder Bequemlichkeit zu tun hat (Ausnahmen bestätigen die Regel).
Letztlich sind die Medien die Keimzelle aus der Angst oder das mangelndes Problembewusstsein überhaupt erst entstehen.
An Beispielen wie Snowden oder Mollath lernen wir den Mund zu halten. Wer opfert sich schon freiwillig selbst? Für den Einzelnen lohnt sich sein Engagement selten.
Aufgrund unserer demokratischen Tradition versuchen wir stets Kompromisse zu finden, um einen Interessenausgleich zwischen den einzelnen Parteien herzustellen. Wer aber entscheidet über die zur Diskussion stehenden Themen? Und in wessen Auftrag?
So sind wir beunruhigt über die Omnipräsenz der Terroristen und daher bereit zu Gunsten unserer aller Sicherheit gewisse Einschränkungen in Kauf zu nehmen.
Ständig verfolgt uns zudem das Schreckgespenst der "Eurokrise", die so übermächtig dargestellt wird, dass wir niemandem mehr eine Lösung zutrauen können. Viele behaupten einen Ausweg aus zu haben. Doch wir
wissen es besser. Gegen diese Naturgewalt ist nichts zu machen. Jede zweite Woche findet deshalb irgendwo ein Gipfel statt und Merkel tritt mit ernster Miene vor die Presse. Wenn wir uns nur ein wenig einschränken, halten die Überlebensrationen vielleicht doch noch ein paar Tage länger. Das ist doch zumindest eine Perspektive! Mehr kann man
in der aktuellen Lage einfach nicht erwarten.
Wir haben nie auf großem Fuß gelebt, und wissen daher, dass sich Sparsamkeit früher oder später auszahlt. Jeden Tag lesen wir in den Zeitungen von Studien, die uns in dieser Annahme bestätigen - und es stimmt ja auch mit unserer Lebenswirklichkeit überein. Wenn wir auf die Experten hören, bleibt uns vielleicht zumindest das Schicksal
Griechenlands erspart.
Dann sehen wir die Bilder aus Somalia oder aus dem Kongo, und erkennen, wie privillegiert wir trotz alledem noch sind. Wir sind Zeuge, wie ein ganzer Kontinent im Chaos versinkt und wie sich die desaströse Lage in Ägypten, Syrien und vielen anderen Ländern in ein Pulverfass verwandelt.
Dabei wird eines klar. Das ist keine Zeit für Experimente. Extreme Positionen sind den radikalen Gruppierungen vorbehalten. Wir wählen das "Bewährte" Übel. Innovationen sind jetzt viel zu riskant. Es ist eine Zeit um zusammen zu rücken. In der Mitte ist noch Platz! Deshalb unterscheiden sich die Parteien auch nicht mehr...
 
Kurz: wir haben ein geschlossenes Weltbild. Alles wird erklärt. Alles ist irgendwie in sich stimmig. Ein Zirkelschluss? Vielleicht! Solange man selbst keine Erfahrungen gesammelt hat, die das Gebäude zum Einsturz bringen, kann man daran glauben ohne ignorant zu sein.
In einer Zeit des Informationsüberflusses bleibt am Ende nur die Frage, wem man vertraut.
 
P.s: Da ich auch kein Held bin, möchte ich meinen vollen Namen nicht preis geben. Womit wir wieder beim Thema sind...
Daniel L.

Hallo Herr Kreutzer,
vielen Dank für diesen wieder einmal treffenden Paukenschlag. Sie schreiben "Sie sind wieder da. Die Herrscher."
Doch frage ich mich: waren sie denn jemals fort? Die Herrscher?
Viele Grüße,
Sebastian Sachs

Hallo Herr Kreutzer,
lieben Dank für den durchaus gelungenen Paukenschlag!
 
Wo ich mich auch umhöre, wo ich auch diskutiere, Reih´ um kann sich auch nicht eine Person (und mein Bekannten- und Wirkungskreis ist wahrlich nicht klein) unter gar keinen Umständen vorstellen, die CDU überhaupt zur nächsten Wahl "anzudenken".
Genauso, und jetzt halten Sie sich fest, kann sich gar niemand vorstellen, dass die Wahlen der letzten 30 Jahre allesamt Wahlfäschungen sind.
 
Können Sie´s? Ich schon. Ansonsten würden sich meine sensiblen, bald 48 Jahre alten Antennen überflüssig machen, ich bräuchte sie nicht mehr weil ich stark vermute, dass diese einfach hinüber sind.
 
Beste Grüße
P.B.

Sehr geehrter Herr Kreutzer,

zu zwei Stichworten dieses aufrüttelnden 'Paukenschlags' erlaube ich mir die folgenden
kurzen Bemerkungen:
 
1. "Meta-Souverän" - Hierzu zwei Zitate:
"Die Welt wird von ganz anderen Personen regiert wie man sich das so vorstellt und nur die,
welche hinter die Kulissen schauen können, erkennen wer das ist."
- Benjamin Disraeli -
„Derjenige muss in der Tat blind sein, der nicht sehen kann, dass hier auf Erden ein großes Vorhaben,
ein großer Plan ausgeführt wird, an dessen Verwirklichung wir als treue Knechte mitwirken dürfen.“
- Winston Churchill -

2. "Hinderungsgründe"
("Fehlendes Problembewusstsein und fehlende Einsicht auf der einen Seite - und die Angst um materielle Verluste,
um soziale Abstufung und um Leib und Leben.")

- Ich nenne es gelegentlich schlicht 'Feigheit'. -
Was mich bewegt!

Weder der Krieg, noch der internationale Rüstungshandel, weder der Staatsterrorismus, noch das Fernsehprogramm, weder die Milliarden eines arabischen Ölpotentaten, noch der Generalstab einer südamerikanischen Armee, weder die russische Mafia, noch die Pornoindustrie, weder die Central Intelligence Agency, noch die Glacéhandschuhdiplomaten, weder die durchgeknallten Sektierer, noch die Parteifunktionäre, weder die Überheblichkeit des weißen Mannes, noch die Korruption der Stammesfürsten, weder die ethnischen Säuberungen, noch die Pressezensur, weder der Kapitalismus, noch der Kommunismus, noch der Imperialismus, noch der Neoliberalismus, noch der Faschismus, noch der Rassismus, noch sonst irgendeines der Übel des 20. Jahrhunderts hat größeren Schaden und Zerstörung angerichtet als die elende Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit der Menschheit.

 



Dieser Text des chilenischen Dichters Sergio Vesely in seinem Buch "Aller Menschen Würde" drückt die Ohnmacht, die Trauer und die Angst aus, die eine Minderheit von mitfühlenden und selbst denkenden Menschen angesichts der herrschenden Normalität und Gleichgültigkeit des größten Teils der Menschheit auszuhalten hat.


Freundliche Grüße
Peter Hennig
gE
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