Paukenschlag
am Donnerstag
No. 34 /2013
15. August 2013


Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Warten auf die erste Hochrechnung

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Warten auf die
erste Hochrechnung
Sonntag, 22. September 2013, 18.00 Uhr
 
Endlich dürfen die Meinungsforschungsinstitute ihre lange zurückgehaltenen Prognosen für den Ausgang der Bundestagswahl veröffentlichen.
 
Lauter Jubel bricht aus, die Stimmen der Wahl-Kampf-Berichterstatter in den Wahl-Kampf-Studios der Öffentlich-Rechtlichen überschlagen sich vor Begeisterung und gespielter Überraschung:
 
Angela Merkel hat
alleine mit den Stimmen der CDU
die absolute Mehrheit
im Deutschen Bundestag.
 
Horst Seehofer mit seiner bayerischen Schwesterpartei reißt die 5-Prozent-Hürde!
 
Auch für Philipp Rösler, Rainer Brüderle, Dirk Niebel und Guido Westerwelle heißt es Abschied nehmen, vom Bundestag.
 
Was für ein Tag!
 
Welch ein Glück für Deutschland!
 
Nach den Ergebnissen dieser Prognose, die aus der Befragung von Wählerinnen und Wählern direkt nach dem Verlassen des Wahllokals erzeugt wurde, hat Angela Merkel, die schon seit vielen Jahren so beliebt ist, wie seit vielen Jahren nicht mehr, eine komfortable Mehrheit von 44 Sitzen zur Verfügung. Ihrer Fraktion mit 321 Abgeordneten (noch ohne Überhang- und Ausgleichsmandate) steht weit abgeschlagen eine Opposition mit insgesamt nur 277 Parlamentariern gegenüber.
 
Damit kann Deutschland nach Jahrzehnten einer von Koalitionsverträgen geprägten Politik endlich einmal so regiert werden, wie man es sich wünscht: Aus einem Guss, in einem Geist, ohne Wenn und Aber, frei von faulen Kompromissen, Zugeständnissen und taktischen Spielchen!
 
Hier die Prognose zur Verteilung der Stimmen und der Sitze:
 

Partei 

 % Zweitstimmen

 Sitze
CDU  43,5  321 
SPD  24,9  183 
Grüne  6,9  51 
LINKE 5,8  43 
FDP 4,4 

 CSU

 4,8

 -

Sonstige  9,7 
 
 
Dazu die ersten Stellungnahmen aus den Parteizentralen:
 
Franz Müntefering, im Erich-Ollenhauer-Haus, den blutigen Dolch noch in der Hand, findet tröstende Worte für Peer Steinbrück:
 
"Ich kann da nur sagen.
Das ist so gekommen. Wie es.
Kommen musste. Peer Steinbrück.
Hat da gut gekämpft.
Ich möchte. Nicht. Wissen.
Wie viel höher Gabriel oder.
Steinmeier verloren hätten."
 
Horst Seehofer, eine Woche vorher knapp im Amt bestätigt, und seit 10 Uhr vormittags im offenen Vierspänner als Attraktion des Schützen- und Trachtenumzugs durch München gekarrt, um abschließend im Hofbräu-Zelt auf der Wies'n abgeladen zu werden, erklärt - bierselig verklärt an einem Brathähnchenschenkel nagend:
 
"Angela Merkel war und ist meine Kandidatin. Schließlich habe ich schon vor Wochen versprochen, ganz lieb zu sein und ihr nicht in den Rücken zu fallen. Die Pkw-Maut für Ausländer war mit ihr abgesprochen. Die bayerischen Wähler sind ja nicht blöd. Die wissen ganz genau: Bayern ist ein Flächenstaat. Und weil es keinen Transrapid gibt, kann man auch nicht in den Hauptbahnhof einsteigen und zehn Minuten später in Heathrow oder Los Angeles landen. Da muss man mit dem eigenen Auto ...
Also habe ich exakt so viele Stimmen eingebüßt, wie notwendig waren, um unserer geliebten Kanzlerin das Geschenk zu machen, auf das sie sich seit 1989 vorbereitet hat: Endlich die gesamtdeutsche Alleinherrschaft!"
 
Gregor Gysi, am Wahlabend zu Gast im Hause Wagenknecht-Lafontaine, legt - äußerlich ganz ruhig - die rote Krawatte ab (rote Socken trägt er sei 1998 nicht mehr), nippt am Rotwein und winkt schon aus dreißig Metern Entfernung unzweideutig ab. Kein Interview heute.
Oskar Lafontaine lehnt sich kurz aus dem Fenster und ruft: "Wer nicht mit der LINKEN regieren will, will überhaupt nicht regieren. Insofern gilt: Seit ich dieser Partei den Rücken gekehrt habe, ist sie überflüssig wie ein Kropf!"
 
Siegfried Kauder, der gute Bruder, vor Freude ganz aus dem Häuschen, bleibt aber in seiner ersten Kommentierung dennoch stilsicher zwei- bis dreideutig:
 
"Wir haben ein Ergebnis erreicht, von dem wir immer schon angenommen haben, dass es zu erreichen sein könnte und wollen nun den weiteren Abend abwarten. Schon jetzt gilt unser aller Dank allen unseren Wählern und den vielen Helfern, den großen und kleinen Unterstützern und vor allem unserer unermüdlich nichtssagenden Spitzenkandidatin, deren aufopferungsvolles Schweigen zu allen wichtigen politischen Fragen diesen Erdrutschsieg, wenn ihn die Auszählung denn bestätigen sollte, erst möglich gemacht hat. Selbst ich, einer der Altmeister dieser Disziplin, würde mich glücklich schätzen, vermöchte ich in so vielen Sätzen so wenig Konkretes auszusagen. Daher hat Angela Merkel diesen Sieg unserer Partei verdient, sie ganz alleine, obwohl natürlich auch unsere bayerische Schwesterpartei durch ihren Verzicht viel, wenn nicht gar alles, dazu beigetragen hat!"
 
Bernd Lucke, Hoffnungsträger der AfD, meinte bitter:
"Angela Merkel wird Deutschland nun ohne meine volkswirtschaftlich fundierte Unterstützung aus dem Euro herausführen müssen. Ich hoffe nur, dass sie nicht - trotz ihrer neu gewonnenen Macht - weiter zögern wird."
 
Dirk Niebel, der einzige FDP-Politiker, der sich für ein Interview zur Verfügung stellte, wies darauf hin, dass es eben immer noch schwer sei, im diskriminierungsfreudigen Deutschland mit Parteivorsitzenden, wie sie sich die FDP nach Genscher gewählt habe, einen erfolgreichen Wahlkampf zu machen. Das habe er immer schon gesagt und er hätte auch immer schon seine Bereitschaft erklärt, sein Ministeramt aufzugeben, sollte man ihm den Parteivorsitz antragen. Ansonsten wünsche er, als guter Demokrat, Angela Merkel für die nächsten vier Jahre stets ein glückliches Händchen und hin und wieder auch eine eigene politische Idee."
 
 
Ja, liebe Wählerinnen und Wähler, und ebenso liebe Nichtwählerinnen und Nichtwähler, das waren die Zahlen der Prognose und die ersten Stimmen dazu.
Nun warten wir gespannt auf die erste Hochrechnung.
 
Nach allem, was wir wissen, ist Angela Merkel die unangefochtene Königin der Herzen der deutschen Wählerinnen und Wähler.
 
Nach allem, was wir wissen, sind die wenigen, die sich nicht für A.M. entscheiden würden, so frustriert, dass sie eher dazu neigen, nicht zur Wahl zu gehen, anstatt ihrem Protest gegen "Muttis" Politik wenigstens an der Wahlurne Ausdruck zu geben.
 
Nach allem, was wir wissen, besteht die reale Gefahr, dass bei einer Wahlbeteiligung, so niedrig, wie seit 60 Jahren nicht mehr, auch die erste Hochrechnung tatsächlich die absolute Mehrheit der Union verkünden würde.
 
 
Nach allem, was wir wissen, könnte die Mär von der Beliebtheit A.M.s allerdings durchaus widerlegt werden,
 
würden nur alle, die es überhaupt nicht verstehen können, wie es kommt, dass so viele Deutsche ...,
 
würden die nur alle einfach wählen gehen.
 
 
Was, wenn der Kaiser in Wahrheit tatsächlich nackt ist?
 
 
 
 

 
 
Ende August erscheint "Das Euro-Schlachtfest - Die Logik der Krise"
 
Hier die Vorab-Rezenzsionen von Michael Poost und Uli Gellermann:
 

 Michael Poost auf ARISTO-Blog

 Uli Gellermann auf Rationalgalerie
 
 
 
 
 
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