Paukenschlag
am Donnerstag
No. 33 /2013
8. August 2013


Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Druckversion: Sigbert Döring
Geothermie: Geld aus dem Bohrloch

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Geothermie:
Geld aus dem Bohrloch
 
Wenn es nicht legal wäre,
wäre es Subventionsbetrug.
 
 

 Gebrauchsanweisung, Kurzform:

     
    Bohre ein tiefes Loch.
    Achte darauf, bei der Finanzierung keine Subventionsquelle zu übersehen.
     
    Kaufe billigen Strom an der Strombörse.
    Achte darauf, so viel billigen Strom wie irgend möglich in deinem tiefen Loch zu versenken, damit du auch von der EEG-Umlage befreit wirst.
     
    Ernte teuren Strom.
    Achte darauf, dass dein tiefes Loch als Geothermie-Anlage ans Netz angeschlossen wird und du den billigen Strom, den du hineinsteckst, als "Öko-Strom" wieder herausholst und dir dafür 20 Jahre lang die Einspeisevergütung von 25 Cent pro Kilowattstunde gezahlt wird.
     
    Selbst wenn du nicht mehr Öko-Strom aus deinem tiefen Loch herausholen solltest, als du billigen Industriestrom hineinsteckst, verdienst du immer noch glänzend.
 
 

Ja, das ist legal.
 
Die so genannte Tiefen-Geothermie, bei der tiefgelegene (4 Kilometer und mehr) heiße Grundwasserschichten angebohrt werden, um das heiße Wasser an die Oberfläche zu holen, dort die Wärme-Energie des Wassers in Strom oder Nutzwärme/Fernwärme (und vor allem auch Abwärme) umzuwandeln und das abgekühlte Wasser wieder in die tiefen Erdschichten zurück zu pressen, wird sogar von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) mit Krediten und Bürgschaften gefördert.
 
 

 

 

Die gesamte Stromausbeute aus Geothermie-Kraftwerken wird dem Betreiber garantiert 20 Jahre lang mit einer Einspeisevergütung von 25 Cent pro Kilowattstunde abgenommen.
 
Ganz unabhängig davon, wieviel Energie gebraucht wird, um überhaupt Strom produzieren zu können. Und das sind ganz erhebliche Mengen.

So erhebliche Mengen, dass Geothermie-Unternehmen sogar gute Aussichten auf die Befreiung von der EEG-Umlage haben.
Auch ganz unabhängig davon, welche ökologischen Folgen die Errichtung und der Betrieb von Anlagen zur Nutzung der Tiefenwärme nach sich ziehen.
 
 
Strombedarf zur Stromerzeugung
 
Nicht selten erreicht der Strombedarf einer solchen Anlage die Größenordnung von 2/3 der Stromausbeute. So zumindest die freiwilligen Aussagen von Betreibern.
 
Eine Pflicht zur Offenlegung der tatsächlichen Verhältnisse besteht nicht, das fällt unter den Begriff des "Betriebsgeheimnisses", weshalb es auch nicht möglich (!!!!!) ist, die Einspeisevergütung nur für die erzeugte Netto-Strommenge zu gewähren.
 
Hier gilt stattdessen:
 
Selbst ein Geothermie-Kraftwerk, das mehr Strom verbraucht als es erzeugt, könnte aufgrund der Differenz zwischen Einkauf (Strombörse, EEG-Umlage-Befreiung) und Verkauf (Einspeisevergütung) noch sehr rentabel arbeiten.
 
Kein Wunder, dass in aktuellen Anlageprospekten für Geothermie-Kraftwerke eine Garantie-Verzinsung von 7,5 Prozent angeboten werden kann.
 
 
 
Die ökologischen Folgen
 
Dass für diese Form der wertsteigernden "Stromveredelung" extra noch ein Loch gebohrt werden muss und Anlagen zur Energiegewinnung aus Heißwasser beschafft und installiert werden müssen, ist für die Initiatoren ärgerlich und für die Umwelt eine echte Gefahr.
 
Auch für die Nutzung der Tiefenwärme wird es häufig erforderlich, giftige Chemikalien in die Gesteinsschichten zu pressen um ihre Durchlässigkeit zu erhöhen. Dieses "Fracking" nennt man hierzulande jedoch nicht "Fracking" sondern sehr verniedlichend "Stimulation".
 
Der Austausch von heißem gegen abgekühltes Wasser und die durch die Bohrung geschaffenen Durchlässigkeiten zwischen Gesteinsschichten, führen regelmäßig zu Erdbeben, zu Hebungen und Senkungen, die durchaus auch schon zu massiven Gebäudeschäden geführt haben.
 
Der Großteil der an die Erdoberfläche geförderten Wärme wird als Abwärme direkt an die Atmosphäre abgegeben. Der Wirkungsgrad der geothermischen Stromerzeugung ist sehr gering, die Nutzung der Abwärme zum Betrieb von Fernwärmenetzen ist meist nicht möglich, schon deshalb, weil Geothermiebohrungen nur selten in ausreichend dicht besiedelten Gebieten möglich sind.
 
 
Eine ganze Reihe von Bürgerinitiativen setzt sich gegen den weiteren Ausbau einer offenkundig unsinnigen, dennoch öffentlich geförderten, angeblich "alternativen" und "nachhaltigen" Energiegewinnung zur Wehr.
 
Leider erreichen ihre Proteste nur wenig öffentliche Resonanz. Ihr Wirken ist zumeist auf das unmittelbare Umfeld bereits bestehender oder in Planung befindlicher Anlagen beschränkt.
 
Mich empört es,
dass hier Subventionen auf Kosten der Steuerzahler - und vor allem auf Kosten der Abnehmer von Haushaltsstrom - für eine offenkundig unnütze und umweltgefährende Technologie gezahlt werden.
 
Mich empört es derart,
 
dass es mir tatsächlich lieber wäre, man würde den Initiatoren der Tiefen-Geothermie - nachdem sie nachgewiesen haben, über genug Kapital zu verfügen, um ein Geothermie-Kraftwerk zu errichten - schlicht jährlich den erwarteten Gewinn überweisen, statt zum finanziellen Schaden auch noch zwangsweise den Umweltschaden durch Errichtung und Betrieb solcher Anlagen in Kauf nehmen zu müssen.
 
 
Am liebsten wäre mir allerdings,
 
wenn solche Geschäftsmodelle durch den Gesetzgeber nicht länger legalisiert würden.
 
 
Informieren Sie sich über die durchaus aufregenden Details bei denen, die sich intensiver damit beschäftigt haben als ich.
 
Hier nur zwei Links:
 
 Bürgerinitiative Alternative Energiequellen
 Bürgerinitiative BIGS
 
 
 
 
 
 

 
 
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Kommentare zu diesem Paukenschlag
Kompliment, Herr Kreutzer!
 
Der Wahnsinn mit Methode ist bestens zusammengefasst.
Es ist legalisierter Subventionsbetrug!

Auf Ihre rhetorische Frage: Welche Stümper machen diese Gesetze?, antworte ich sinngemäß mit Georg Schramm: "Politiker sind nicht blöd. Sie machen durchaus gute und richtige Politik, nur nicht für das normale Volk! "
Verfolgt man die Wege der Politiker nach ihrem Ausstieg aus der Politik, dann kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Besonders die Grünen zeigen überhaupt keine Berührungsängste. Von dem Rest der Einheitspartei erwartet man ja schon gar nichts anderes. Man kann querbeet und mit Fug und Recht von nachgelagerter Korruption sprechen.
 
Ich habe schon darüber nachdedacht, wie es wäre, eine Firma zu gründen, die aus einem mit Geothermie bedrohten Dorf einen Betrieb macht. Statt Einzelstromverbrauch fassen wir den gesamten Verbrauch als Betriebsstrom zusammen. Der Gesamtverbrauch ist notwendig zum Betreiben der Firma Dorf und muß von der EEG-Umlage befreit werden. Jeder Einzelverbraucher beteiligt sich an der Firma gemäß seines individuellen Verbrauchs und kommt damit aus der Melkkuhposition heraus.
David hat Goliath besiegt, nicht mit Kraft, sondern mit Cleverness.
Darüber sollten wir ernsthaft nachdenken.
H.Henn

Sehr geehrter Herr Kreutzer,

der Klimaschwindel treibt immer schillerndere Blüten und es interessiert anscheinend so gut wie niemanden. Unsere Qualitätsjournalisten der 4. Gewalt im Staate dürfen nur das recherchieren und schreiben, was die Billigung des Herausgebers findet. Der Verkauf der Washington Post an den Amazon-Gründer zeigt uns allen überdeutlich, was wir zukünftig werden lesen dürfen, schließlich herrscht in den westlichen Demokratien Meinungsfreiheit.
Die Geothermie ist das neueste Werkzeug im Instrumentarium der Profiteure des Klimawahns. Das Geschäft mit den Windrädern läuft bereits prima, obwohl auch diese Technologie mehr als fragwürdig ist. Da der Wind ein sehr unzuverlässiger Geselle ist, braucht es Kraftwerke, um das Stromnetz unter Kontrolle zu behalten. Obwohl die erzeugten Strommengen immer mehr steigen, ist die Auslastung der installierten Anlagen gering und es ist fraglich, ob ein Windradspargel während seiner Lebenszeit wenigstens so viel Kohlendioxid einsparen hilft, wie durch seine Errichtung insgesamt entstanden ist – mit dem Solarstrom verhält es sich ähnlich.
Da aber die demokratisierten Schafherden friedlich weiter grasen, werden sich die Gewinner des kapitalistischen Monopolis auch zukünftig alles vergolden, was ihnen in die Hände fällt.
 
Der königliche Ökonomierat A.R. Schloch lässt grüßen!

Beste Grüße

Stefan Töns
 
Anmerkung Egon W. Kreutzer
 
Mit dem Königl. Ökonomierat A.R. Schloch erinnert Stefan Töns an einen stark satirisch angehauchten Aufsatz aus dem Jahr 2004 - vielleicht haben Sie ja Zeit - und Spaß daran.
 zum A.R.Schloch
 
Dieser Aufsatz findet sich übrigens auch, zusammen mit vielen anderen wichtigen Paukenschlägen, im ersten gedruckten Sammelband "Paukenschläge 2003 - 2008".
 Paukenschläge 2003 bis 2008
 Paukenschläge 2009 bis 2011


Hallo Herr Kreuzer,
 
'iss nicht wahr oder?
 
Mein Gott, dachte ich beim Lesen Ihres neuesten, letzten Paukenschlages. An was soll man denn noch alles denken und achten, wenn man ganz normal sein Leben nur leben will?
 
Auch wir, unsere kleine Familie, bezieht Öko-Strom - und ja, ich gebe es zu, wenn Sie mich nun fragen wie dieser geschaffen wird, müsste ich erst mal nachlesen. Ich wußte es mal.
 
Wenn man Ihre Zeilen liest, dann drängt sich mir der Gedanke auf, dass ich vielleicht wieder zu einem Industriestromanbieter wechseln sollte. Ich meine, da weiß ich wenigstens das der Strom umweltunfreundlich erzeugt wird und keiner kann mich mehr schocken... ;-)
 
Für mich unverständlich und immer unverständlicher mit jedem Tag meines Lebens ist der Fakt, dass es Menschen sind, die Menschen bescheissen. Menschen sind es, denen die Umwelt egal ist. Menschen sind es, denen es nichts ausmacht, dass sie einen "Haufen Gewinn" machen und dass die neben ihnen nicht wissen, was sie essen sollen. Dass es Menschen sind, die ihr schwer Verdientes solchen bezahlten Kaspern, wie Profisportlern, Sängern und Fernsehsendungen in den Rachen schmeißen - nur um ein wenig davon träumen zu dürfen, wie es wäre wenn auch sie so reich wären...
 
Unlängst kam wieder so eine "Umweltkathastrophensendung" auf N24 mit dem Titel " Die Welt nach dem Menschen" oder " eine Welt ohne den Menschen"... Ich finde die ja total schwachsinnig aber ein Gutes hat der Gedanke - den Tieren und Mutter Natur würde es wohl viel besser gehen und sie hätten die Chance sich zu erholen... so wie die Umgebung von Tschernobyl.
 
In dem Sinne, Danke für das erneute Augen-Öffnen - ich geh gleich Geld verdienen um meinen Strom und das Benzin bezahlen zu können.
 
Ihr Leser Steffen Jurisch
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