Paukenschlag
am Donnerstag
No. 28 /2013
4. Juli 2013


Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Empörende Empathie

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Empörende Empathie
 
 
 
Gestern Abend, Au in der Hallertau, Hopfenlandhalle.

Konstantin Wecker begeistert knapp tausend Niederbayern mit gesungenem Protest und intonierter Sehnsucht nach der besseren Welt.
 
Er war gut drauf.
 
"Empört Euch!" - diesen Aufruf von Stephane Hessel hat er auch vertont und leidenschaftlich vorgetragen. Gekünstelt sein Lächeln, als er daran erinnerte, welch' große Tradition wir Deutschen im Empören hätten.
 
Einen Bauernaufstand hätte es gegeben, in Sendling, im Jahre 1705 ...
____________________________________
 
Heute Früh in den Nachrichten
 
34 Millionen Ägypter haben es geschafft, die Präsidentschaft des Muslim-Bruders Mursi zu beenden.
 
Sie wollten nicht zurück in einen mittelalterlichen Gottesstaat und haben - kaum dass der frei gewählte Präsident ein Jahr im Amt war, ihre Empörung gezeigt. Auf Straßen und Plätzen. Unter Gefahr für Leib und Leben.
 
 
_________________________
 
Gestern in den Nachrichten
 
Der Präsident Boliviens, Morales, muss in Wien notlanden. Mehrere europäische Staaten sollen seiner Maschine die Überflugsrechte verwehrt haben. Ein ungeheuerlicher Akt. So ungeheuerlich, dass einige der Flugverbotsverhänger inzwischen dementieren ...
 
Am Ende wird es noch heißen, Morales selbst habe die Landung in Wien befohlen und das Gerücht gestreut, er sei zur Landung gezwungen worden, nur um die USA und ihre Verbündeten zu diskreditieren.
 
______________________________
 
Seit letzter Woche in den Nachrichten
 
 
Mr. Snowden.
 
Konstantin Wecker ließ nicht unerwähnt, dass seine Kanzlerin, deren Lächeln ihn fast um den Verstand bringt, ihr "Befremden" über die Spionage-Aktivitäten der USA zum Ausdruck gebracht habe.
 
 
_________________________________
 
 
 
Stephane Hessel ist im Februar im Alter von 95 Jahren gestorben.
 
Sein letzter, verzweifelter Aufruf an die Welt, jenes "Empört Euch!", das als Büchlein millionenfach verkauft wurde, hat auch in Deutschland die Herzen bewegt.
 
Oh ja!
 
So viele fühlten sich berufen, tief beeindruckt über Hessels Worte zu sprechen, zu schreiben, zu feuilletonieren, fanden es "Wahnsinn!" und "geil!" oder "cool!", ein richtig schönes, romantisches Thema. Ein Freigeist, der so viel durchlitten hatte, meldet sich ein letztes Mal zu Wort.
 
Ja! Das konnten wir mitfühlen.
Hessel hatte unser aller Empathie.
Wir haben ihm seinen Aufruf zur Empörung nicht nur abgenommen,
wir haben ihm diesen Aufruf auch verziehen.
 
 
Jüngeren, die zur Empörung aufrufen, weniger Abgeklärten, hätten wir diesen Aufruf nicht verzeihen können.
 
Empört Euch - das ist schließlich Radikalismus.
Empört Euch - das ist der zivile Arm des Terrorismus.
 
Wir haben dem Hessel aber auch verziehen, weil wir ja gar nicht wüssten, worüber wir uns empören sollten. Was er da in seinem Büchlein geschrieben hat, das ist ja schön und gut - doch mit uns hat das doch nicht wirklich etwas zu tun!
 
 
 
Empört Euch!
 
Ja worüber denn?
 
 
 
 
Es ist doch ganz normal und selbstverständlich und er hat das ja auch vorher gewusst und soll sich nicht wundern, wenn er jetzt die Konsequenzen zu tragen hat, dieser Snowden.
 
Warum ist er hingegangen und hat verraten, was ihm unter dem Siegel der Verschwiegenheit anvertraut worden war?
 
Glaubt er, er könne damit etwas ändern?
Dann ist er ein Traumtänzer!
 
Die Amis werden ihn bekommen. Sie werden ihn verhören, verurteilen und dann im Gefängnis verfaulen lassen.
 
Das machen die so. Das weiß doch jeder.
Und alle anderen machen es genau so.
 
Soll man sich etwa über solche selbstverständlichen Reaktionen
einer düpierten Weltmacht empören?
 
Wenn Snowden einigermaßen bei Verstand gewesen wäre,
hätte er das Maul gehalten.
 
 
Klar, von vielen bekommt Snowden jetzt auch viel Empathie.
Man kann sich hineinfühlen, in seinen Konflikt.
Einige sehen gar einen Helden in ihm und verlangen laut,
Deutschland müsse ihm Asyl gewähren!
 
Gut, dass wir einen Innenminister haben, der einen kühlen Kopf
bewahrt.
 
Er wird nicht das Schicksal des ganzen Landes riskieren und den Zorn
der Weltmacht auf uns ziehen, nur um das Leben eines einzelnen
irregeleiteten selbsternannten Aufklärers zu retten.
 
Da hat er höhere Werte zu berücksichtigen, viel höhere.
Vor allem auch den hohen Wert der Aufklärungsergebnisse, die eigene
und fremde Dienste beschaffen und zur Verfügung stellen.
 
Ach ja, wenn die Welt gut wäre, dann müsste, dann könnte, dann sollte man sich
über so eine Spionageaffäre durchaus empören.
 
Da sollte man sogar alle, von denen man nach und nach erfährt, dass sie es nicht nur wussten, sondern auch billigten und davon profitierten, in die Wüste jagen, so wie die Ägypter ihren Mursi in die Wüste gejagt haben - aber die Welt ist ja nicht gut.
 
Die Welt ist, wie sie ist.
 
Und wir sind nur Zuschauer.
 
 
Wir sehen im Guckkasten, was uns die Drehbuchautoren und der Regisseur zeigen wollen. Das ist gut für uns, weil wir nur so die Welt verstehen können.
 
Für jeden Krieg bekommen wir einen Anlass gezeigt, einen Anlass, der uns die Genugtuung gibt, dass unsere Soldaten die Guten sind, und dass sie für eine gute Sache hinausziehen.
 
Jetzt hat doch dieser Syrer Giftgas eingesetzt.
Wir haben es doch gesehen, im Fernsehen.
 
 
Also muss doch was getan werden.
 
 
 
Wir sehen - im Guckkasten - die Empörung der Anständigen und fühlen empathisch mit ihnen.
 
Ihre Empörung wird zu unserer Empörung.
Nicht so intensiv - nein, gar nicht intensiv, wir wollen uns ja nicht aufregen.
Unsere empathische Empörung ist gerade ausreichend, um ihr Tun und Handeln
als gut und richtig hinzunehmen.
 

Es geht uns ja auch nichts an.
Es ist uns im Irak nichts angegangen, es ist uns in Libyen nichts angegangen, es geht uns in Afghanistan nichts an, es wird uns auch in Syrien und im Iran nichts angehen.
 
Die haben doch alle den gleichen Vogel, wie dieser Snowden.
Maßlose Selbstüberschätzung, Geltungsdrang und Realitätsverlust.
 
 
Empörend!
 
Empörend, sagt der Guckkasten, wie sie es darauf anlegen, dass immer erst Waffen gegen sie eingesetzt werden müssen, statt einfach nur dem Willen der USA zu folgen.
Die machen es dem Friedensnobelpreisträger wahrlich nicht leicht, sich dieser Auszeichnung würdig zu erweisen!
 
 
 
Konstantin Wecker, gestern Abend, Au in der Hallertau, Hopfenlandhalle:
 
"Seit 40 Jahren versuche ich,
mit meinen Liedern die Welt zu verändern.
 
Wenn ich mich jetzt umschaue ...
 
... dann kann ich nur sagen:
 
Ich war das nicht".
 
 
 
Es ist nicht Weckers Schuld, es ist auch nicht Hessels Schuld, dass sich die Welt ganz anders verändert hat.
 
Es ist das kollektive Unvermögen, sich noch wirklich zu empören.
Es ist das kollektive Unvermögen, eine Schweinerei als Schweinerei zu bezeichnen. Es ist das kollektive Unvermögen, ernsthaft für die Beendigung einer Schweinerei einzutreten.
 
 
Der Einzelne bewirkt nichts.
Er ist der Rufer in der Wüste.
 
Man kann sich an Hessels "Empört Euch!" erwärmen, und das haben wir getan, doch wir sind weit davon entfernt, uns zu empören.
 
Wir hören begeistert Konstantin Wecker zu, der zum Leben aufruft, zum selbstbestimmten, aufrechten, eigenen Leben - und schaffen es gerade noch, die Flamme, die er in uns entzündet hat, für ein paar Stunden am Brennen zu halten, bis die paar Tropfen des Öls der Empörung, die er uns mitgegeben hat, aufgezehrt sind.
 
 
Es ist, meine ich, eine Frage des Selbstwertgefühls, der Ehre und des Stolzes.
 
Ehre, Stolz und Selbstwert setzen Werte und Maßstäbe voraus, an denen und mit denen sie gemessen werden können.
 
 
Es wird Zeit, dass wir den wichtigsten Satz der Menschenrechte endlich zum Maßstab unseres Selbstwertgefühls, unserer Ehre und unseres Stolzes machen. Dieser Satz lautet:
 
Die Würde des Menschen ist unantastbar.
 
Solange dieser Satz nicht überall auf der Welt Realität geworden ist, haben wir jeden Grund zur Empörung.
 
Denn jeder, der gegen diesen Satz verstößt, ob er nun ein Kinderschänder oder ein Staatenlenker ist, verletzt die Ehre der gesamten Menschheit ebenso, wie alle, denen es nicht mehr gelingt, sich zu empören.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Konstantin Wecker sagte über sich selbst unter anderem: Es ist schön, dass ich mein Geld mit dem verdienen kann, was mir am meisten Freude macht.
 
Ich versuche das auch.
 
 

 
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Kommentare zu diesem Paukenschlag
Lieber Herr Kreutzer,

ja, es gibt derzeit jede Menge Anlässe, aus denen heraus wir uns empören könnten/sollten/müßten.

Dann quaken wir mal kurz rum - und gehen zum Tagesablauf über.

Wer von uns ist bereit, im eigenen Leben Veränderungen vorzunehmen, welche (im großen Stil praktiziert) tatsächlich etwas bewirken? Wer nimmt Unbequemlichkeiten in Kauf, die bis zur Ausgrenzung gehen können? Wer verzichtet freiwillig auf Konsummüll, nachdem er diesen hinterfragt hat?

Nur ein Beispiel, das stellvertretend für viele andere stehen mag. Fast jeder hat heute ein Handy. Warum? Auf diese Frage habe ich noch keine wirklich schlüssige Antwort bekommen. "Man" hat es halt zu haben, weil alle es haben. Neuerdings hat "man" ein i-Phone oder Artverwandte zu haben. Mittlerweile bekomme ich Mails überwiegend von solchen Dingern gesandt.

Viele, wenn nicht sogar die meisten wissen, unter welchen Bedingungen diese Artikel hergestellt werden. Wissen, wie leicht dadurch jeder ihrer Schritte nachvollziehbar wird. Hindert das?

Ja, es ist leicht, sich zu empören. Es scheint schwieriger zu sein, sich der kranken Form des Zeitgeistes zu widersetzen, an bestimmten Punkten einfach nicht mitzuspielen. Tatsächlich aber ist es nicht schwieriger, beschert Freiheit und Freiräume, wo andere im System gefangen sind.

Empören wir uns doch erst mal über unser eigenes Verhalten oder - Nichtverhalten. Erst dann können/sollen/müssen wir mit dem Finger auf die Umstände/Menschen/Machtinstrumente zeigen.

Ich weiß leider nicht mehr, wo ich den folgenden Satz gelesen habe, aber ich finde ihn sehr treffend:

"Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepaßt zu sein."

Danke für diesen PaD und liebe Grüße!

Barbara Walter

Kleiner Auszug zum neuesten Paukenschlag aus einem Brief:
 
..... Insofern fand ich den EWK Newsletter heute ganz interessant. Schließlich hat er an "Empört euch" erinnert und daran wie alle damit umgegangen sind. Applaudieren und.... selbst aber nix tun. Und uns den Spiegel vorgehalten, nämlich Ägypten, wo sie ein immerhin sogar gewähltes Arschloch verjagt haben. Wir haben so viele gewählte Arschlöcher.... dass man ein eigenes Australien entdecken müsste, um genug Platz für deren "Ausreise" zu schaffen.
 
Soll ich nu eine Petition für ein Bleiberecht von von Herrn Snowden in Europa starten? Wäre wahrscheinlich sogar erfolgreicher als meine (...)-petition. Wie oft kann man Leute von ihrem Arsch hochreißen. Und was nutzt es, wenn dieselben Leute mit verschwindend wenigen Ausnahmen sich wieder auf selbigen fallen lassen, bevor man sich noch umgedreht hat.
Es gibt hier so viele Ecken an denen man was tun könnte, dass es schwer ist nur so viel zu tun wie man schafft......
 
(weitergeleitet von Egon Hauck)
 


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