Paukenschlag
am Donnerstag
No. 21 /2013
16. Mai 2013


Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Steuern?
Warum nicht gleich abschaffen?

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Steuern?
Warum nicht gleich abschaffen?
,
Weil die Bundestagswahl vor der Tür steht, wird in Politikerkreisen wieder einmal über Steuern nachgedacht.
 
Herr Schäuble sieht, trotz des Rückgangs des Optimismus' der Steuerschätzer keine Notwendigkeit, Steuern zu erhöhen oder zu vermindern, zugleich denkt er jedoch unter dem Deckmäntelchen der Besteuerung von Homo-Ehen über das Aus für das Ehegattensplitting nach.
 
Die Grünen wollen höhere Einkommen stärker besteuern, sehen die Grenze zu den höheren Einkommen jedoch bereits da, wo die Familie gerade mal so aus Hartz IV herausgewachsen ist - und disqualifizieren sich damit steuerpolitisch selbst.
 
Gut, es gibt noch andere Parteien, die noch anders mit den Steuern umgehen wollen - und deren Anhänger mögen mir verzeihen, wenn ich mich damit nicht weiter abgebe. Letztlich geht es doch allen nur darum, an ihrem kleinen Lieblingsrädchen an der großen Steuermaschine ein klein wenig zu drehen.
 
Doch es kann und darf meines Erachtens
nicht mehr länger darum gehen,
 
die Frage zu stellen, ob nun die Progressionskurve bei der Einkommensteuer flacher oder steiler verlaufen sollte, ob Überstunden-, Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge nun mehr oder minder stark steuerlich begünstigt werden sollten, es kann nicht darum gehen, ob der ermäßigte Satz bei der Mehrwertsteuer gestrichen werden soll, weil das angeblich leichter möglich und gerechter ist, als die reihenweise unsinnigen Vergünstigungen mit eisernem Besen auszumisten, die sich irgendwelche Gesetzgeber klammheimlich in die Steuerparagraphen für den ermäßigten Satz geschrieben haben.
 
Es muss endlich
einmal ganz grundsätzlich um die Steuersystematik
selbst gehen.
 
 
Die Finanzierung staatlicher Leistungen (manchmal auch nur Kosten) folgt üblicherweise zwei wohlbegründeten Prinzipien, als da sind:
.
    1. Das Nutznießer- oder Egoismus-Prinzip
    2. Das Leistungsfähigkeits- oder Altruismus-Prinzip

 

 
 
1. Das Nutznießer- oder Egoismus-Prinzip
 
Abgesehen von wenigen unerschrockenen Hardcore-Anarchisten herrscht eine grundsätzliche Übereinstimmung darüber, dass eine gemeinsame Organisation der Bürger, wie sie in staatlichen Strukturen und Ordnungen zum Ausdruck kommt, für viele Aufgaben gut und nützlich ist.
Der Bau von Abwasserkanälen und einer Kläranlage ist z.B. so eine typische Gemeinschaftsaufgabe, die - in der Regel von einer Gemeinde - für die Gesamtheit ihrer Bürger wahrgenommen wird.
 
Das kostet Geld.
 
Die Finanzierung eines solchen Kanalbaus kann von einer Gemeinde auf sehr unterschiedliche Weisen - mit und ohne Nutzung von Landes- oder Bundesmitteln - auf die Beine gestellt werden:

a) aus laufenden Gemeindesteuer-Einnahmen,
b) aus einer einmaligen Umlage (Erschließungsgebühren),
c) aus Privatisierungserlösen,
d) durch Kreditaufnahme und anschließende Tilgung aus den lfd. Einnahmen,
e) und so weiter ...,
 
doch in aller Regel wird hier der Umlagefinanzierung unter ausschließlicher Beteiligung der an die Entwässerung angeschlossenen Grundstücke der Vorzug gegeben.
 
Der Vorteil dieses Abwasser-Beispiels liegt darin, dass hier noch einigermaßen klar zum Ausdruck kommt, dass alle, die von der Gemeinde zur Kasse gebeten werden, von der Maßnahme auch einen Nutzen haben.
 
Dass Kosten und Nutzen für den einzelnen Steuerzahler nicht immer in einem so günstigen Verhältnis zueinander stehen, wie der es sich wünschen würde, lässt sich kaum vermeiden. Doch im Großen und Ganzen geht es hier noch gerecht zu, die Gemeinschaftsaufgabe wird von denen bezahlt, die einen Nutzen davon haben.
 
Dieses "Nutznießerprinzip" ist grundsätzlich überall da sinnvoll, wo in öffentliche Einrichtungen investiert, bzw. für den deren Unterhalt Sorge getragen werden muss,
bei denen sich der Kreis der Nutznießer klar bestimmen lässt.
 
Bau, Unterhalt und Betrieb einer Autobahn dienen dem Kraftfahrzeugverkehr.
Die nutzungsabhängige Beteiligung der Kraftfahrer an den Kosten wäre hier also durchaus gerechtfertigt, der Staat stünde damit nicht mehr als Steuereintreiber, sondern als Dienstleister da, der eine genau spezifzierte Leistung zu einem genau spezifizierten Preis zur Verfügung stellt.
 
Dieses Prinzip stößt jedoch da an seine Grenzen, wo Steuergelder aufgewendet werden müssen, ohne dass es einen direkt bestimmbaren Nutznießer gäbe, bzw. ohne dass die Nutznießer in der Lage wären, für die Kosten aufzukommen. Krasses Beispiel:
 
Wollte man von den Nutznießern von Hartz-IV-Leistungen verlangen, die erforderlichen Mittel dafür selbst aufzubringen, gäbe es keine Leistungen mehr.
 
 
2. Das Leistungsfähigkeits- oder Altruismus-Prinzip
 
Starke Schultern sollen mehr tragen als schwache - oder, einmal anders formuliert:
 
Wer mehr einnimmt (besitzt) als er für einen durchschnittlichen Lebensstandard braucht, kann auch mehr zur Finanzierung der Staatsaufgaben beitragen als jene, die weniger einnehmen bzw. besitzen als es für einen durchschnittlichen Lebensstandard erforderlich wäre.
 
Dieses Prinzip finden wir in der deutschen Steuersystematik auch, allerdings nur in Ansätzen bzw. Andeutungen. In der Realität tragen ganz selbstverständlich nicht diejenigen das meiste zur Staatsfinanzierung bei, die das meiste besitzen bzw. verdienen.
 
Es gibt da sehr wohl die Progression beim Einkommensteuer-Tarif, die bei wachsendem zu versteuernden Einkommen auch die prozentuale Einkommensteuerlast steigen lässt, doch endet diese Progressionszone relativ früh, so dass sehr hohe Einkommen nicht stärker belastet werden als nur hohe Einkommen, und außerdem öffnen sich den Beziehern hoher und höchster Einkommen vielfältige Möglichkeiten, das zu versteuernde Einkommen wieder klein zu rechnen und damit die Steuerlast ganz legal zu senken.

Paradebeispiel dafür ist die pauschale Niedrig-Besteuerung von Einkünften aus Kapitalvermögen mit 25% Abgeltungssteuer.
 
 
Der Umgang mit Steuerhinterziehern, wie er sich gerade am Beispiel Hoeneß wieder einmal beobachten lässt, deutet ebenfalls darauf hin, dass es trotz aller demokratischen Strukturen in diesem Lande immer noch eine höchst feudalistische Denkweise gibt, die zwischen Volk und Fürsten unterscheidet, wobei das Volk die Steuern und Abgaben aufzubringen hat, während die Fürsten - als Empfänger des Zehnten bzw. des Tributs - selbstverständlich keine Steuern zu entrichten brauchen.
 
An wen denn auch? An sich selbst?
 
 
Also kann das Prinzip der Besteuerung nach Leistungsfähigkeit immer nur bis dahin reichen, wo nach dem alten Schema des Feudalismus die Grenze zwischen steuerpflichtigem Volk und steuerempfangender Herrschaft gezogen wird.
 
Dass heutzutage die Regierenden nicht mehr zugleich die steuerempfangende Herrschaft sind, mag irritieren - spielt aber in der Gesamtbetrachtung keine Rolle. Auch die Fürsten hatten ihre Statthalter und Verwalter, ihre Steuereintreiber und Gesetzesschreiber, die selbst den Gesetzen unterlagen und steuerpflichtig waren.
Der Unterschied liegt eher darin, dass die "Herrschaft" heute publikumsscheuer geworden ist, ja gar keinen Wert mehr darauf legt, als "Herrschaft" erkannt zu werden.
 
 
Wie dargelegt, sind die Besteuerungsprinzipien "nach dem Nutzen" und "nach der Leistungsfähigkeit" in Deutschland nur rudimentär zu finden, und wo sie noch zu finden sind, befinden sie sich im Rückbau.
 
Das derzeit herrschende Besteuerungsprinzip ist das Prinzip des geringsten Widerstandes.
 
 
 
3. Das Prinzip des geringsten Widerstandes
 
Mit geringstem Aufwand die höchsten Steuern eintreiben, das ist das Prinzip, das in der BRD (heißen wir eigenlich noch so?) perfektioniert wurde.
 
Im letzten Jahr beliefen sich die Steuereinnahmen von Bund und Ländern, ohne die reinen Gemeindesteuern, auf 551 Milliarden Euro.
 
Das ist eine freundliche Unwahrheit. Tatsächlich liegen die Steuereinnahmen von Bund und Ländern (ohne die reinen Gemeindesteuern) bei rund 610 Milliarden Euro. Denn rund 40 Milliarden Steuereinnahmen aus der Lohnsteuer, rund 17 Milliarden aus der Einkommensteuer und etwa eine halbe Milliarde Körperschaftssteuer werden gar nicht erst angeführt, weil das Bundesfinanzministerium nämlich das gezahlte Kindergeld gegen die Lohnsteuer aufrechnet, ebenso, wie es Investitionszulagen und die Eigenheimzulage gegen die Veranlagte Einkommenssteuer bzw. die Körperschaftssteuer anrechnet.
 
610 Milliarden sind also "netto" Steuereinnahmen gewesen.
 
189 Milliarden davon (netto) stammen aus der Lohnsteuer.
Vor der Lohnsteuer gibt es kein Entrinnen. Wer Arbeit hat und dafür Lohn
erhält, muss sich damit abfinden, dass sein Arbeitgeber die fällige Lohnsteuer unmittelbar an das Finanzamt abführt.
195 Milliarden stammen aus der Umsatzsteuer (= MwSt.).
Auch vor der Mehrwertsteuer gibt es kein Entrinnen. Wer konsumiert, zahlt
Mehrwertsteuer. Der Handel muss die Mehrwertsteuer erheben und direkt an den Fiskus abführen.
 
20 Milliarden stammen aus Suchtmittelsteuern.
die erhoben werden, um die Bürger vonTabak, Branntwein, Alkopops,
Schaumwein, Kaffee, Bier und von Rennwetten und Lotterien fernzuhalten
 
48 Milliarden stammen aus Steuern zur Verteuerung der Energie,
also der Energiesteuer, der Stromsteuer und der Kernbrennelementesteuer
 
. 9 Milliarden stammen aus der Kfz- und Luftverkehrsteuer.
 
Alles das sind Steuern, die vollständig (Lohnsteuer) bzw. ganz überwiegend (alle angeführten Verbrauchssteuern) von den abhängig Beschäftigten und Rentnern aufgebracht werden müssen.
 
In Summe handelt es sich um rund 460 Milliarden Euro. Das sind drei Viertel des gesamten Steueraufkommens - oder 75 Prozent, die aus der Besteuerung der Löhne und des Konsums der "kleinen Leute" aufgebracht werden.
 
Die Bemessungsgrundlage für diese Steuern findet sich in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Dort wird als Summe der Bruttolöhne und Gehälter, einschließlich der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung für das Jahr 2012 ein Wert von 1.377 Milliarden Euro ausgewiesen.
 
Die Steuerlast "vom Lohn" beträgt also rund 33 Prozent.
 
Das ist jedoch auch wieder nur die halbe Wahrheit.
 
In den 1.377 Milliarden Arbeitnehmerentgelte sind ja die vollen Sozialversicherungsbeiträge enthalten, sowohl die der Arbeitnehmer als auch die der Arbeitgeber. Die dürften sich insgesamt auf rund 40% der tatsächlichen Bruttolöhne belaufen - mit einem inzwischen etwas niedrigerem Beitrag der Arbeitgeber.
 
Folglich sieht die Rechnung für die abhängig Beschäftigten so aus:
 
 Brutto lt. Lohnzettel

 100 %

 1.124 Mrd.

 - Sozialversicherungsbeiträge

 23 %

 254 Mrd.

 - Steuern (vom Lohn und auf den Konsum)

 41 %

 460 Mrd.

     
 Netto vom Brutto

 36 %

 410 Mrd.

 
 
Für die "anderen" sieht die Rechnung so aus:
 
Bei einem Gesamteinkommen von 644 Milliarden (das vom Statistischen Bundesamt ausdrücklich als "mangels statistischer Daten geschätzt" bezeichnet wird) wurden 2012 (auch hier ohne die reinen Gemeindesteuern) die folgenden Steuern erhoben:
 
58 Milliarden veranlagte und nicht veranlagte Einkommensteuer
 
25 Milliarden Körperschafts- und Abgeltungssteuer
 
7 Milliarden Gewerbesteuer-Umlagen
 
 
 
 Brutto lt. Steuererklärung

 100 %

 644 Mrd.

 - Sozialversicherungsbeiträge

 1 %

geschätzt   ......7 Mrd.

 - Steuern (vom Lohn und auf den Konsum)

 14 %

 90 Mrd.

     
 Netto vom Brutto

 85 %

 547 Mrd.

 
 
Natürlich werden nun wieder viele nette und freundliche Herren und Damen aufstehen und ganz lieb und nett erklären, warum das alles nicht stimmt.
 
Das kann ich allerdings auch.
.
Es stimmt z.B. nicht ganz, weil ich jene 60 Milliarden aus der Betrachtung herausgelassen habe, die zwischen den hier angeführten 460 + 90 Milliarden Steueraufkommen und dem gesamten Steueraufkommen von 610 Milliarden fehlen.
Es handelt sich dabei um die Zwischenerzeugnissteuer, die Versicherungssteuer, den kompletten Solidaritätszuschlag, die Erbschaftssteuer, die Feuerschutzsteuer, die Biersteuer und um "sonstige Bundes- und Ländersteuern".
 
Es stimmt nicht ganz, weil es an vielen Stellen einfach keine Zahlen gibt, die man belastbar in solche Rechnungen einstellen könnte.
 
Natürlich fließen von den 644 Mrd. Kapitaleinkünfte auch einige Milliarden in die Taschen der abhängig Beschäftigten. Da gibt es ja auch welche mit Sparbüchern und Aktiendepots - aber halt nicht wirklich viele.
 
Natürlich tragen die hier so genannten "Anderen" auch zum Aufkommen der Mehrwertsteuer und der anderen Konsumsteuern bei - doch in welchem Umfang?
 
Wer wirklich reich ist, braucht hierzulande kein Geld zum Leben. Im Zweifelsfall zahlt sogar das Bundeskanzleramt die Geburtstagsfeier ...
 
Und wenn ein wirklich Reicher seine Luxusartikel nicht da kauft, wo er sie umsatzsteuerfrei erwerben kann, dann ist er selbst schuld, und wenn er meint, sie unbedingt steuerpflichtig einführen und vielleicht auch noch verzollen zu müssen, dann auch.
 
Außerdem sind die 644 Milliarden sowieso falsch und viel zu niedrig, doch das lässt sich auch nicht beweisen, weil niemand in Deutschland Wert darauf legt, diese Zahlen zu erfassen.
 
 
Es ist mir aber egal.
 
So groß kann der Fehler gar nicht sein, dass darüber die Aussage falsch würde,
die da heißt:
 
 
Den Reichen bleibt in Deutschland
 
- nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen -
 
doppelt so viel Netto vom Brutto,
 
wie den durchschnittlichen Normalverdienern.
 
 
.
Das hat nun nichts mit Leistung
und mit Gerechtigkeit zu tun!
 
Das hat überhaupt nichts
mit Leistung zu tun,
und mit Gerechtigkeit schon gar nichts!
 
 
Das ist Begünstigung.
 
Doch ganz ruhig zurück zur Steuersystematik:
 
Wie zu erkennen ist, speist sich das Steueraufkommen hierzulande bereits weitgehend aus jenem Anteil des Brutto-Inlandsprodukts, das man den abhängig Beschäftigten überlässt.
 
Mit den Mehrwertsteuer-Erhöhungen und dem automatischen Anstieg der Steuereinnahmen aus den übrigen Konsumsteuern, die ja mit steigenden Preisen zunehmen, bei gleichzeitiger Senkung von Spitzensteuersätzen und dem Verzicht auf Vermögenssteuer, sind wir an einem Punkt angekommen, an dem die Besteuerung der wirklich Reichen, der Geld-Eliten, allmählich zur Farce wird.
 
Dem könnte auf unterschiedliche Weise begegnet werden. Es fehlt jedoch im stimmgewaltigen Sängerkrieg der Wahlkämpfer vollends an der Erkenntnis, wie verrückt, ungerecht und begünstigend unser Steuersystem ist. Also kommen auch keine Vorschläge, denen man freudig zustimmen könnte.
 
Daher ein paar Anregungen von mir:
 
 
Ein immenser Fortschritt wäre schon erzielt, wenn die Steueraufkommen aus dem Kuchen der Lohn- und Konsumsteuern und die Steueraufkommen aus dem Kuchen der Einkommen- und Körperschaftssteuern für die jeweiligen Gruppen der Steuerzahler den gleichen prozentualen Anteil am Einkommen ausmachen würden.
 
.
Das hätte dann etwas mit
Gerechtigkeit
zu tun:
 
550 Milliarden Steuern sind aufzubringen, dem stehen Einkünfte in Höhe von 1.768 Milliarden gegenüber, heißt: durchschnittlich 31,1% Steuerlast.
 
 
Dann hätten die Arbeitnehmer statt 460 Mrd nur noch 350 Mrd. aufzubringen, die Reichen hingegen statt 90 Mrd künftig 200 Mrd.
 
Das wäre - wohlgemerkt - nichts anderes als die gerechte Verteilung der Steuerlast schlicht über den gleichen prozentualen Anteil am Einkommen.
 
Keine Sorge, das wäre hinzubringen.
Das ist "technisch" gar kein Problem, da könnten sogar alle bisher gültigen Ausnahmen und Schlupflöcher der Art nach erhalten bleiben, man müsste nur an den Steuersätzen, vielleicht auch an den Bemessungsgrundlagen drehen.
 
Das ist - technisch - ganz genau so hinzubekommen, wie das heutige Ergebnis mit der sehr ungleichen und ungerechten steuerlichen Folge.
 
 
 
Natürlich könnte man auch versuchen, eine Besteuerung nach Leistungsvermögen
zu schaffen.
 
Ich bin da sehr, sehr nachsichtig. Ich stelle mir nichts anderes vor, als dass man den "Reichen" schlicht diejenige Abgabenlast abverlangt, die man derzeit den Arbeitnehmern abfordert.
 
Was die Arbeitnehmer als Steuermelkkühe prozentual zu leisten in der Lage sind, sollten doch die Einkommenseliten auch schultern können, oder?
 
Lassen wir also den Reichen nach allen Abgaben 36 % Netto vom Brutto,
dann wären, bei unveränderten 7 Milliarden (geschätzt) Sozialversicherungsbeitrag über die derzeitigen 90 Mrd. doch tatsächlich weitere 135 Mrd. steuerliche Leistungsfähigkeit zu erkennen.
 
Um diesen Steueranteil könnte man die Arbeitnehmer entlasten, so dass bei diesen statt 460 Milliarden nur noch 325 Milliarden Steuern zu entrichten wären, was wiederum dazu führen würde, dass ihr Netto vom Brutto sich von 36 auf 48 Prozent erhöhen würde.
 
Wo ist die SPD, die sich das auf die Fahnen schreibt?
Wo sind die LINKEn, die sich wagen, das zu fordern?
Was halten die Grünen davon,wenn man sie fragt?
 
Wo ist die Gerechtigkeit von Union und FDP?
Auf einem Bierdeckel?
 
 
 
Gar nicht, statt kaum,
Wahrheit, statt Trugbild.
Steuern einfach ganz abschaffen.
 
 
Steuerfreiheit für Reiche
 
Es gibt jedoch auch noch eine ganz andere Lösung, nämlich die vollständige Steuerfreiheit der Einkünfte aus Unternehmens- und Kapitalerträgen.
Da geht die Reise sowieso hin - und warum sollte man das nicht jetzt schon, im Vorfeld der Bundestagswahl, als Ziel auf die Plakate schreiben.
 
Es gäbe keinen Ärger mehr mit Steuerflüchtlingen, keinen Ärger mit dem Bankgeheimnis, selbst das Kapital, das scheue Reh, hätte keinen Anlass mehr, zu flüchten, überall schösse, wie von selbst, das Wachstum aus dem Boden ...
 
Ja, es ließe sich sogar die Arbeitslosigkeit besiegen. Man müsste nur alle Unternehmen mit weniger als 66 Beschäftigten von der Steuerfreiheit ausnehmen ...
 
 
Außerdem wäre jenem Gedanken Rechnung getragen, den die Eliten sowieso vor sich hertragen, wie die Fronleichnahmsumzügler ihre Monstranz, der da nämlich lautet:
 
 
Im Grunde zahlen wir ja sowieso alle Steuern.
 
Würden wir nicht die Löhne zahlen, und die
Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung,
wovon, bitteschön, sollten die abhängig
Beschäftigten denn Steuern zahlen?
 
Wovon?
 
Warum also sollen wir neben den Löhnen auch
noch Steuern zahlen?
 
Alles lebt von uns.
 
Wir.
Wir - von Gottes Gnaden.
 
.
 
 
 
Alle diese sonderbar logisch erscheinenden Gedanken haben einen gemeinsamen Ursprung - nämlich das (ursprünglich römische) Eigentumsrecht.
 
Wer die Welt als das gemeinsame Eigentum aller Menschen, wer ein Staatsgebiet als das gemeinsame Eigentum aller Staatsbürger ansieht, Staatsbürger, die - vertreten durch ihren Staat - davon Teile auf Zeit zur Nutzung gegen Entgelt an Unternehmer oder Unternehmen überlassen,
 
der kommt nicht auf die Idee, dass am oberen Ende der Hierarchie - die eben keine "Nahrungskette" ist, ein gottgleicher Nichtstuer sitzen darf, der zornig darauf pocht, dass ihm die gebratenen Täubchen vorgekaut in den Mund geschoben werden.
 
Wer die Welt jedoch in erbliches Eigentum aufteilt und damit die Nutzung des Reichtums und der Fruchtbarkeit dieser Welt dem Gutdünken und der Gier der Eigentümer überlässt,
 
der wird irgendwann erkennen müssen, dass man von Grundherren keine Steuern verlangen kann.
 
Sie werden die Steuern in ihrer Kalkulation weiterreichen.
Ebenso mühe- wie gnadenlos.
 
 
 
Um das Eigentumsproblem zu lösen, das ja nur deshalb eines ist, weil Grund und Boden nicht vermehrbar sind, braucht es keinen Kommunismus. Keine 5-, 10- und 30-Jahrespläne, keine Partei, die immer Recht hat.
 
 
 
Nein, gerade eine echte, lebendige Demokratie wäre vermutlich das beste Mittel, um die Nutzung von Grund und Boden so zu organisieren, dass das Ergebnis für die Gesellschaft am Ende insgesamt positiv ausfällt.
 
Ein Staat, in dem sich wenige Reiche sonnen, während Millionen hungern, kann nicht das Ideal eines halbwegs humanistisch, ja nicht einmal eines nur christlich geprägten Abendländers sein.
 
Doch wir marschieren weiter mit Riesenschritten darauf zu!
 
Warum, Demokraten?
 



 
 

Ich habe diesen Aufsatz nicht geschrieben, um am Ende Werbung für das großartige Buch "GLOCALIS" von Karl Waldecker zu machen, doch ich kann ihn nicht einfach so stehen lassen, ohne darauf hinzuweisen, dass es durchaus ernstzunehmende Menschen gibt, die lange und mit Weisheit und Verstand darüber nachgedacht haben, wie es mit der Menschheit besser weitergehen könnte.
 
 
 
 
 


Ich habe diesen Aufsatz auch nicht geschrieben um auf den Band IV meiner wahnwitzigen Wirtschaftslehre hinzuweisen, in dem ich gerade die Eigentumsproblematik umfassend und lösungsorientiert behandelt habe, doch es wäre Verschwendung, es jetzt nicht zu tun.
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 
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