Paukenschlag
am Donnerstag
No. 18 /2013
25. April 2013


Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Böse Falle - deutsche Islamisten im Kampf gegen Assad

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Böse Falle -
deutsche Islamisten
im Kampf gegen Assad
 
Dr. Hans-Peter Friedrich, Innenminister der Bundesrepublik Deutschland, steckt in der argumentativen Zwickmühle. Wenn es unter deutschen Politiker so etwas wie "Falken" oder "Hardliner" gäbe, Friedrich wäre unbedingt dazu zu zählen.
 
Der Kampf gegen den Terror ist für ihn so etwas, wie sein Lebensinhalt, und dass das Bundesverfassungsgericht sein grundgesetzlich fragwürdiges Polizei-und-Geheimdienst-Vermengungs-Instrument, die Antiterrordatei, über die immerhin 38 deutsche Sicherheitsdienste (mein Gott, wo stecken die alle?) ihre Erkentnisse austauschen, nicht mit Bausch und Bogen für grundgesetzwidrig erklärte, sondern die Weiternutzung unter (umgehbaren) Auflagen gestattet hat, wird ihm große Freude bereitet haben.
 
Nun steckt er im Schlamassel.
 
Da sitzt in Syrien ein Herr Assad, den die westliche Wertegemeinschaft - aus allerlei nicht nachvollziehbaren Erwägungen heraus - gerne los wäre.
 
Es heißt, er unterdrücke sein Volk, regiere diktatorisch, und man müsse doch auch in Syrien den demokratischen Strebungen der Opposition zum Durchbruch verhelfen. Vermutlich will man irgendwann auch Mädchenschulen in Syrien errichten und Brunnen bohren.
 
Nicht nachvollziehbar sind diese Erwägungen schon deshalb, weil zeitgleich Saudi Arabien (die Herrscher - nicht die Opposition) von der gleichen westlichen Wertegemeinschaft mit allerlei Kriegsgerät ausgerüstet wird, das primär der Aufstandsbekämpfung dienen soll.
 
Nicht nachvollziehbar sind diese Erwägungen auch deshalb, weil alle gutgemeinten Aktionen zur Befreiung von Afghanen, Irakern, Libyern, usw. sich im Nachhinein als Schuss in den Ofen, wenn nicht gar als folgenschwerer Feuerstoß in die Dampfheizung erwiesen haben.
 
Die westliche Wertegemeinschaft fördert also aus ganz und gar altruistischen Motiven den Bürgerkrieg in Syrien durch Waffenlieferungen, Berater, verdeckte Einsatzkräfte, wohl auch durch Zurverfügungstellung von Satellitenbildern und anderen geheimdienstlichen Erkenntnissen, sie diskutiert ganz offen darüber, wie man den Rebellen noch unter die Arme greifen könnte, um möglichst bald jenen Zustand der Staatsauflösung zu erreichen, der dem robusten eigenen Engagement des Nation-Building keinen nennenswerten Widerstand mehr entgegenzusetzen in der Lage ist - und zugleich das befreite syrische Volk dankbar aufatmen lässt.
 
Deutsche Patriot-Systeme zur Raketen- und Flugabwehr haben an der syrischen Grenze Stellung bezogen, um den Nato-Partner Türkei vor Übergriffen zu schützen und ggfs. auch die syrischen Geheimwaffen, jene mit atomaren und anderen Massenvernichtungsmitteln bestückten Langstreckenraketen, abschießen zu können, bevor sie in Washington, London, Paris oder Tel Aviv einschlagen können.
 
(Interessante Anmerkung: Die Anklage gegen den überlebenden Bostoner Attentäter sieht bereits in mit Schwarzpulver gefüllten Druckkochtöpfen "Massenvernichtungswaffen".)
 
 
Ja, da wird ein Kampf der Guten, der Edlen, der Heroischen in vollständiger Uneigennützigkeit zur Rettung eines unterdrückten Volkes geführt.
 
Die heimischen Massenbeinflussungswaffen lassen uns dazu hören und sehen, dass Assad tagtäglich massive Angriffe auf die eigene Bevölkerung befiehlt und auch vor dem Einsatz von Giftgas nicht zurückschreckt.
 
Nicht anders als damals Saddam Hussein, der seine Massenvernichtungswaffen jedoch in infamer Weise so unauffindbar vor dem Zugriff der westlichen Wertegemeinschaft verborgen hat, dass sie bis heute als tickende Zeitbomben unter dem Wüstenboden liegen und nach wie vor die ganze Welt bedrohen.
 
 
Und dann ...
 
Und dann muss der deutsche Innenminister, Dr. Hans-Peter Friedrich zugeben, dass es sich bei den Rebellen in Syrien um Terroristen handelt.
 
Er sagt das zwar nicht so, er versucht sich verbal herauszuwinden, indem er differenzierend und wertend formuliert, die Terroristen, Islamisten, Falangisten, Indifada-iisten, die er in Deutschland mit allen vom Grundgesetz erlaubten Mitteln verfolgt,
 
"kämpfen (ja nur) an der Seite der Rebellen".
 
Genau betrachtet schützt also die Bundesregierung diese Terroristen, die ja womöglich aus sicheren Rückzugsgebieten hinter der Grenze heraus operieren, mit ihren Patriot-Raketen in der Türkei auch vor Luftangriffen durch die syrische Regierung, und unterstützt mit unseren Steuergeldern im bewaffneten Aufstand auch in Deutschland überwachte, und wohl auch gesuchte Terroristen. Das alles im Kampf gegen eine Regierung, die ja, obwohl die Rebellen - zumindest von Teilen der westlichen Wertegemeinschaft - bereits als legitime Vertreter des Staates Syrien anerkannt wurden, immer noch im Amt ist.
 
Sozusagen als amtierende Schattenregierung ...
 
Im Kampf gegen den Terror gilt meines Wissens jedoch immer noch das US-amerikanische Wort, dass jeder der Terroristen aufnimmt, versteckt, unterstützt, oder sonstwie mit ihnen Umgang pflegt, automatisch als Gegner im Kampf gegen den Terrorismus angesehen werden muss.
 
Wollte also unser Innenminister den Terrorismus überall auf der Welt wirksam bekämpfen, er müsste eigentlich dafür plädieren, Assad Waffen, Bundeswehrausbilder und genügend Geld zur Verfügung zu stellen, damit der seinen Kampf gegen den Terror erfolgreich führen kann.
 
 
Böse Falle!
 
Was also sagt unser Dr. Friedrich?
 
Er sagt, er fürchtet die Rückkehr dieser Kämpfer nach Deutschland.
Er gelangt offensichtlich nicht zu der Überzeugung, dass Terroristen, wo auch immer auf der Welt sie ihren Terror ausleben, gnadenlos zu bekämpfen seien.
 
Er unterscheidet also offensichtlich zwischen gutem Terror und schlechtem Terror ...
 
Unterstellen wir nun, dass die Motive dieser Terroristen, ihr Leben im Kampf für "Irgendwas" zu riskieren, stets die gleichen bleiben, egal ob sie nun in Syrien oder im Irak oder in Paris, in London oder in New York für ihre Sache kämpfen,
 
unterstellen wir weiter, dass diese ihre Sache für die westliche Wertegemeinschaft von Übel ist, dann sollte man doch auch davon ausgehen, dass sie für die gesamte Weltgemeinschaft von Übel ist.
 
 
Und da entpuppt sich Dr. Hans-Peter Friedrich als eine Art Wunderheiler á lá Dr. Eisenbart, der nach dem Motto handelt: Übel muss Übel vertreiben.
 
 
Und wer sich noch zu erinnern vermag:
 
Die Taliban - und die mit den Taliban leicht zu verwechselnden Al Khaida Kämpfer hießen zu Zeiten des Kalten Krieges und der militärischen Besetzung Afghanistans durch die Sowjet-Union auch noch nicht Taliban oder Al Khaida, sonder Mujaheddin-Kämpfer.
 
Die wurden von der westlichen Wertegemeinschaft in ihrem heroischen Kampf gegen die Invasoren nach Kräften unterstützt - bis die Russen wieder draußen waren.
 
Dann allerdings entdeckte man, wie einst Goethes Zauberlehrling, dass man, wenn man schon "Walle, walle ..." sagt, auch wissen sollte, wie man den Besen wieder wieder unter Kontrolle bekommt.
 
Daran fehlt es auf dieser Welt offensichtlich.
 
Nicht nur bei der Stilllegung gehätschelter Freiheitskämpfer, auch bei der Stilllegung des radioaktiven Zerfalls von abgebrannten Kernbrennstäben und bei der Stilllegung von
Anti-Terror-Kämpfern, die nach einem einzigen spektakulären Vorfall vor mehr als einem Jahrzehnt immer noch nicht aufhören können, im Interesse der Sicherheit, die Freiheitsrechte der Menschen immer weiter einzuschränken, so dass die Staatssicherheit, wie in der DDR, wie vielleicht auch in Assads Syrien, zum goldenen Kalb wird, dem alles zu opfern ist, was von Wert ist, und das zugleich verehrt und angebetet werden muss, wie ein Gott.
 
 
"In die Ecke,
Besen, Besen!
Seid's gewesen.
Denn als Geister
ruft euch nur zu diesem Zwecke,
erst hervor der alte Meister."
 
 
 
Der alte Meister ist jedoch mit 57 Jahren aus der Arbeitslosenstatistik herausgefallen und bezieht seitdem sorglos Hartz-IV, denn ihm werden weder Arbeitsangebote gemacht, noch muss er regelmäßig beim Fallmanager auftauchen, um Sanktionen zu entgehen, ja er muss nicht einmal mehr selbst nach einer Beschäftigung suchen.
 
So sitzt er nun in seiner mäßig warmen Ein-Zimmer-Mansarde bei einem Tässchen dünnen Tees und hört im Fernsehen, wie furchtbar Deutschland unter dem Fachkräftemangel leidet.
 
Und da kommt bei ihm, trotz aller Bitternis, auch so etwas,
wie klammheimliche Freude auf.
 
 


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