Paukenschlag
am Donnerstag
No. 14 /2013
28. März 2013


Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Am Gründonnerstag

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Am Gründonnerstag
.
Am Gründonnerstag einen Paukenschlag zu schreiben, ist nicht ganz einfach.
Die Schwierigkeiten fangen damit an, dass man gar nicht weiß, für wen man eigentlich schreibt.
 
Es sind ja nur die zuhause Gebliebenen da - und von denen wiederum nur diejenigen, die auch von zuhause aus surfen.
 
Und ob die Zeit haben, sich inmitten der Vorbereitungen auf die Feiertage auch noch einen Paukenschlag reinzuziehen ... ?
 
Die Schwierigkeiten nehmen damit aber noch kein Ende. Was soll man denn schreiben?
 
Die Nachrichten sind voll von guten Ratschlägen, dieses Jahr möglichst keine weißen und zudem weißbemalten Eier zu verstecken, weil die im Schnee womöglich nicht gefunden werden. Auf diese Idee kommen Paukenschlagleser jedoch in der Regel selbst, folglich kein Thema.
 
Dann wünscht sich der Zentralrat der Muslime gesetzliche muslimische Feiertage in Deutschland. Das wär vielleicht ein Thema, doch da gerät man so schnell zwischen die Fronten der Extremisten und Fanatiker auf beiden Seiten, dass die österliche Feiertagsruhe erheblich gestört würde. Also auch kein Thema.
 
Eine FDP-Politikerin hat's nun auch amtlich: Der Doktortitel wurde zu Recht entzogen, doch wen kümmert das? Mich nicht. Also schreib ich nicht drüber.
 
Kim il sowieso der soundsovielste stößt Drohungen aus, Drohungen, die - müsste man sie ernst nehmen - einen Paukenschlag wert wären, vermutlich sogar mehrere, doch solange die USA nur mit zwei Stealth Bombern Munitionsattrappen über Südkorea abwerfen, ist diese Meldung auch nicht mehr wert als die Tatsache, dass der anscheinend batteriegetriebene Boeing-Flieger einen erfolgreichen Testflug gestartet hat.
 
Franziskus meint, die katholische Kirche möge nicht erstarren. Offenbar betrachtet er seine Organisation im Zeitraffer. Ohne diese technische Unterstützung müsste er die Erstarrung wohl als gegeben hinnehmen und eher dazu aufrufen, sich endlich wieder mal zu bewegen - sonst aber auch kein Thema.
 
Sind schließlich reine Glaubensfragen...
 
Glaubensfragen!
 
Seit Sokrates bekannte: "Ich weiß, dass ich nichts weiß.", muss allerdings jedem, der auf seine humanistische Bildung stolz ist, klar sein, dass alles, was wir zu wissen meinen, letztlich nur Ausdruck felsenfesten Glaubens sein kann.
 
Glauben ist ja per se nichts Religiöses.
 
Im Religiösen wird der Glaube nur auf die Spitze getrieben, da wird verlangt, Unglaubliches zu glauben.
 
Und wer das Unglaubliche glaubt, glaubt auch, dafür einst in den Himmel zu kommen, wer es nicht glaubt, soll wenigstens glauben, dass er dafür in die Hölle kommen wird.
 
Doch wer sich nur ein bisschen näher mit dem befasst, was uns weltlicherseits zu glauben angeboten wird, der stellt fest: Eine Trennung zwischen Staat und Kirche ist nicht wirklich festzustellen. Politiker bedienen sich exakt der gleichen Bekehrungs- und Überzeugungsmuster, wie ihre religiösen Vorbilder.
 
Das hat mich animiert, die aktuell gültigen Gebote für die Deutschen in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen zu formulieren:
 
 
1. Gebot
 
Angela Merkel ist die unfehlbare Mutter der Nation und wird Dich umsichtig durch alle Krisen führen. Du sollst an ihren Worten nicht zweifeln und ihre Taten nicht in Frage stellen, vor allem aber nie andere Parteien wählen als die CDU oder CSU.
 
2. Gebot
 
Der Euro ist nicht nur eine Währung sondern ein Eckpfeiler der europäischen Einheit. Du sollst Dir daher keine andere Währung vorstellen oder wünschen oder in welcher Art auch immer herstellen.
 
3. Gebot
 
Du sollst nie und nimmer die Namen Deiner gewählten Volksvertreter, der Kommissare und Räte der Union, sowie der Direktoren des ESM unnütz und kritisch im Munde führen, denn sie alle wirken zu Deinem Wohle.
 
4. Gebot
 
Du sollst den Arbeitstag heiligen, und die Überstunden, die Wochen-, die Monats- und die Lebensarbeitszeit mit Eifer ausfüllen und Deine Freizeit der Regeneration für den nächsten Arbeitstag widmen.
 
5. Gebot
 
Du sollst die Märkte und die Investoren ehren, auf dass es Dir wohlergehe und Du bis zur Rente mit 67 im Arbeitsprozess nützlich sein kannst.
 
6. Gebot
 
Du sollst nicht töten, es sei denn, es wird Dir befohlen.
 
7. Gebot
 
Du sollst weder Knebelverträge noch Gesetze brechen, dem Leistungsschutzrecht nicht zuwider handeln, treu und ehrlich Steuern zahlen und nie danach fragen, wofür der Staat Dein Geld braucht. Dafür darfst Du zum Wohle der Justiz und der Scheidungsanwälte die eigene Ehe oder gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft so lange brechen, bis ein Richter Dich scheidet.
 
8. Gebot
 
Du sollst fremdes Eigentum akzeptieren und allen Schaden und alles Ungemach, der für Dich davon ausgeht, freudig ertragen und Dich selbst bemühen, die Kräfte des freien Marktes für Dich wirken zu lassen. Wer an die Kräfte der Märkte glaubt, wird reichen Segen empfangen, auf Erden oder in der Ewigkeit.
 
9. Gebot
 
Du sollst gegenüber Finanzamt, Einwohnermeldeamt und GEZ, gegenüber Polizei, Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz, stets die Wahrheit sagen, sowie auch sonst in Wort und Schrift, in E-Mails und Blogbeiträgen, in Leserbriefen und Kommentaren stets im Rahmen dessen bleiben, was politisch korrekt und wahr ist.
 
 
10. Gebot
 
Du sollst nicht begehren, die Früchte Deiner Arbeit selbst zu verzehren, Dich nicht gewerkschaftlich oder außerhalb der C-Parteien politisch organisieren, sondern zufrieden sein, mit dem, was Dir nach Abzug von Lohnsteuer, Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer, Ökosteuer, Branntweinsteuer, Zuckersteuer, Tabaksteuer, Salzsteuer, sowie nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge, der Zuzahlungen zu Medikamenten, der Gebühren und Bußgelder, sowie nach Entrichtung der Sollzinsen für Deinen Dispo-Kredit übrig bleibt.
 
 
 
Ich denke, diese Gebote zu befolgen, ist einfach - und wer sie befolgt und auch ansonsten reinen Herzens ist, wird sich dereinst mit allen Rechtgläubigen nach einem nicht oder nur halb gelebten Leben im Sarg oder in der Urne wiederfinden - beklagt von allen, die nun glauben, die Verblichenen seien nun erlöst und hätten es besser als die Zurückgebliebenen.
Liebe über Ostern Zuhausegebliebene,

ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen schöne
spätwinterliche Feiertage und dabei die Gelegenheit,
 
die eigenen Glaubenssätze,
die sich neben den und an Stelle der
religiösen Glaubensbekenntnisse(n)
immer wieder breit
zu machen versuchen,
 
ernsthaft zu hinterfragen.
 
Es ist der Zweifel, der zur Erkenntnis führt,
nicht der blinde Glaube.
 
In diesem Sinne
 
Ihr
 
Egon W. Kreutzer

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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