Neues aus
Unterbernbach
No. 6 /2012
vom 14. Februar 2012

In eigener Sache
von Egon W. Kreutzer

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Druckversionen: Manuela Engl

Johann & Krezens Flamensböck

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Johann & Krezens
Flamensböck
 
 
Man schrieb das Jahr 1882.
 
Virginia Woolf und James Joyce erblickten das Licht der Welt, die Briten schlugen in der Schlacht von Tel-el-Kebir die Urabi-Bewegung nieder und begannen ihre Herrschaft in Ägypten.

In Berlin weihte Kaiser Wilhelm I. die neue Berliner Stadtbahn ein, in der Schweiz wurde der Gotthardtunnel in Betrieb genommen, Robert Koch entdeckte das Tuberkulosebazillus, in Missouri wurde Jesse James hinterrücks erschossen -
 
 
und in Berabach ließen die Eheleute Johann und Krezens Flamensböck einen Grundofen mauern,
 
ließen sich stolz eine Ofenplatte gießen und hielten darauf neben ihren Namen auch das Baujahr fest.
 
 
 
 

 

 
Den Namen Berabach gibt es nicht mehr.
Der Ort heißt jetzt Unterbernbach.
 
Den alten Grundofen gibt es auch nicht mehr, doch seine alten Kacheln zieren nun einen neuen Kachelofen, der immer noch an der gleichen Stelle steht und weiter für behagliche Wärme sorgt, an der sein Vorgänger vor 130 Jahren errichtet wurde,
 
 
 
 
 

 
Rund um den Ofen herum bauten die Flamensböcks ihr Haus - aus großen, handgeformten Ziegelsteinen, ungefähr 35 cm lang, 6 bis 8 cm dick und 18 cm breit. Ganz oben im spitzen Giebel ließen sie ein Loch, zur Durchlüftung des Daches, als Flugloch für Schwalben, vielleicht auch für Fledermäuse.
 
Auch dieses Loch ist, wie die alten Ziegelsteine, immer noch da, wo es immer war - allerdings nun mit einer Glasscheibe verschlossen.
 
 
 
 
 
 
 
Woher ich das alles weiß?
 
 
Nun, während ich diese Zeilen schreibe,
 
sitze ich in diesem Haus,
 
schaue hinaus ins Schneetreiben,
und lasse mich vom Kachelofen wärmen.
 
 
 
 
 
 

Aber das ist ein Vorgriff auf das Ende der Geschichte, die ich zu erzählen habe.
 
 
 
 
 
Wie es mit den Flamensböcks weiterging,
 
daran erinnert sich im Dorf niemand mehr. Dass aber das große Wirtschaftsgebäude mit Stall und Scheune um 1920 errichtet wurde, rund 22 Meter lang, 11 Meter breit und bis zum First rund 8 Meter hoch, das wusste unser Nachbar noch von seinem Vater.
 
 
 
Später in den dreißiger Jahren soll ein Herr Braun da residiert haben, und nach dem Krieg ging das Haus in die Hände der "Schweizerin".
 
"Schweizerin", so nannte man damals Frauen, die sich um das Milchvieh kümmerten, und diese Schweizerin, die sich um das Milchvieh des Sägewerksbesitzers Heggenstaller gekümmert hatte, wohnte etliche Jahre allein in diesem Haus.
 
Als sie dann nicht mehr war, stand das Haus leer und wäre dem allmählichen Verfall preisgegeben gewesen, hätte es nicht einen Herrn Aurnhammer gegeben, der es um 1980 erworben hat.
 
Der stellte zwei Pferde in einen Stall in der Scheune und etliche Gebrauchtwagen auf den Hof. Er legte den großen Gartenteich an, ungefähr 8 x 4 Meter als schön modellierte, betonierte Wanne, ließ den alten Brunnen neu bohren, und vor allem ging er daran, das Haus wieder bewohnbar zu machen.
 
Die geringste Arbeit war es wohl, die Brennnesseln auszureißen, die sich in den Räumen des Erdgeschosses ausgebreitet hatten.
 
Von den Fundamenten her wurde das Haus ringsum abgeschnitten und mit einer durchgehenden Feuchtigkeitssperre versehen, das Dach wurde abgedeckt, der Dachstuhl überprüft und ein bisschen umgebaut, dann neu gedeckt, neue Fußböden kamen hinein, und ein mächtiger offener Kamin in das Giebelzimmer im Obergeschoss. Natürlich neue Fenster, neue Türen, Isoliermaterial - viel Farbe und Putz.
 
 
 
 
Fünf Jahre später zog es ihn nach Spanien.
 
Das Haus stand zum Verkauf.
 
 
 
 
Elfi Froschmaier und Wolfgang Kreutzer glaubten, damit ein hübsches Wochenenddomizil gefunden zu haben.
 
Der Nachbar kam mit dem Pflug und riss das Erdreich da auf, wo es möglich war, denn wir wollten weder Gebrauchtwagen verkaufen, noch Pferde über eine Koppel traben lassen, wir wollten einen gepflegten Garten.
 
Das aufgebrochene Erdreich wurde in mühsamer Arbeit wieder planiert, und ein paar Wochen später ragten die ersten grünen Spitzen des frisch gesäten Grases aus der Erde.
 
Der erste große Einkauf im Gartencenter zeigte uns, wie groß das Grundstück wirklich war. Die vielen Pflanzen, die wir mitgebracht hatten, verloren sich fast vollständig.
 
 
 
 
Dabei hatte das wahre Abenteuer noch gar nicht begonnen.
 
Eines Tages wurde uns bewusst, dass wir ja nicht nur Haus und Garten zu bewirtschaften hatten, sondern dass da auch noch dieses Riesenteil von Scheune war. Eindeutig zu groß, um nur den Rasenmäher und ein paar Sack Humus drin unterzustellen.
 
 
 
 
 
Die Frage war: "Wegreißen - einfach nur äußerlich aufhübschen - oder etwas draus machen?"
 
Die Würfel fielen - und es sollte etwas draus gemacht werden. Ein richtig schönes großes Haus, für immer.
 
Mit allem, was man sich so vorstellt. Sauna, Whirlpool, großer Kachelofen, riesiger Saal, Gästezimmer, großes offenes Treppenhaus, kleiner Wintergarten ...
 
Wir überlegten hin und her und entwickelten einen komplizierten Plan zur Finanzierung - und dann wurde doch alles viel teurer als gedacht.
 
Der Dachstuhl, das hatte eine erste Prüfung ergeben, war stabil. Einige Sparren sollten ausgetauscht werden, neue Dachziegeln drauf, Isolierung drunter, und dann hätte der Innenausbau beginnen können.
 
Als die alten Dachplatten unten waren, sagte der Zimmermann, dass es keinen Sinn hätte, den Dachstuhl zu sanieren, der müsse runter.
 
Gut. Da musste er halt runter.
 
 
 
 
 
Was niemand ahnte:
 
Die Giebelmauern hatten im Laufe der Zeit ihre Stabilität dadurch erhalten, dass sie sich von beiden Seiten an das Gebälk anlehnten.
 
Als der Dachstuhl weg war, stürzten sie ein, und der gemauerte Rundbogen -die ehemalige Einfahrt für die Erntewagen - gleich mit.
 
Und weil wir an der Fassade die neuen Fenster und Türen nicht da haben wollten, wo vorher welche waren, standen da eines Tages nur noch Reste der Mauern des Erdgeschosses - und ein nahezu kompletter Neuaufbau begann.
 
Der schon einigermaßen angelegte und eingewachsene Garten wurde für neue Wasser und Kanalrohre umgegraben, dass es auf unserem Grundstück eine zeitlang aussah, wie seinerzeit an der Front in Verdun, doch auch das ging vorüber.
 
 
 
 
 
 
Als die Finanzierung an ihre Grenzen stieß und die Hypothekenzinsen ein Niveau von über 15 Prozent p.a. erreichten, durften die Handwerker gehen - und wir haben selbst weitergemacht.
 
Wochenende für Wochenende, Urlaub für Urlaub.
 
Meine Frau hat in unendlicher Kleinarbeit mindestens 500 m² Fliesen an Wänden und Fußböden verlegt,
 
 
 
 
 
ich habe aus den alten Balken des Dachstuhls die noch brauchbaren ausgesucht, damit das so genannte "Treppengeländer" errichtet, ein Bett gebaut, einen großen, raumteilenden, beidseitig zugänglichen Kleiderschrank
 
 
 
 
 
 
 
und die Hausbar - und überhaupt alles, was in diesem Haus - vom Dachstuhl abgesehen - mit Holz zu tun hat.
 
Gemeinsam haben wir tapeziert und gemalert, die Elektro-Installation zu Ende geführt, Fußbodenleisten verlegt, die Sauna gebaut, und, und, und -
 
im Garten einen Bachlauf angelegt und aus dem Brunnen gespeist, eine kleine Brücke darüber gebaut, hunderte von Rosen gepflanzt, Weinstöcke eingesetzt und eine Traubenpresse gekauft, aus der wir manches Jahr an die 100 Liter Traubensaft geholt haben.
 
Der mit einer Beregnungsanlage ausgerüstete Gemüsegarten lieferte aus seinen
100 m² so viele Tomaten, Lauch, Bohnen, Möhren, Radieschen, Kartoffeln, Erdbeeren und vieles mehr, dass wir drei große Gefriertruhen brauchten, um den Segen unterzubringen.
 
Den Brunnen habe ich mit altem Granitpflaster neu aufgemauert, ein großes Gewächshaus haben wir errichtet, einen gläsernen Pavillon aufgestellt, in dem es sich in der Wintersonne gut aushalten lässt, den alten Schuppen abgerissen und einen neuen großen gebaut, in dem die Gartengeräte ebenso ihren Platz haben, wie meine Werkstatt, in der ich 3 Meter lange Bretter durch die Hobelmaschine laufen lassen kann, ohne davor oder dahinter in Platzprobleme zu geraten.
 
Ganz allmählich wurde die Arbeit weniger.
 
 
 
Seit einigen Jahren ist nun alles so, wie wir es uns vorgestellt hatten.
 
 
 
 
 
 

 
 
 
Und nun sucht das Anwesen, dessen Grundstein von Johann und Krezens Flamensböck gelegt wurde,
 
einen neuen Besitzer.
 
 
 
 
Jemanden, der mit einem großen und einem kleinen Haus etwas anzufangen weiß, der einen großen Garten mag, der vielleicht ein Atelier im Saal einrichten will, oder einen Übungs- oder Seminarraum, der an Sommerabenden unter der Eiche im Garten sitzen mag, im Winter auf der großen Kachelofenbank ein Nickerchen machen, vielleicht eine Großfamilie, die sich im Anwesen ausbreitet.
 
Kurz: Wir suchen nun denjenigen, der sich auf Anhieb so in dieses Ensemble verliebt, wie wir uns vor fast dreißig Jahren in das Gebälk im alten Bauernhaus verliebten.
 
 
 
 
Wenn Sie darüber hinaus noch Fragen haben, rufen Sie mich einfach an.
Fragen kostet nichts.
 
0151 418 44 624
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
.
 
 






 
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Reaktionen auf diesen Paukenschlag

Sehr geehrter Herr Kreutzer,
bezüglich ACTA habe ich hier auf youtube

eine interessante Meldung der ARD gefunden.
Ich zitiere den polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk:
 
"Manchmal müssen wir unangenehme Entscheidungen treffen.
Manchmal müssen wir unpopuläre Maßnahmen vertreten....."
 
Zitat Ende.
 
Also jetzt mal deutlich: Der polnische Ministerpräsident weiß also im Gegensatz zu unserer Justizministerin, dass das Gesetz nicht im Sinne oder zum Wohl der Bevölkerung verabschiedet wird. Dem habe ich nichts hinzu zu fügen.
 
Mit freundlichen Grüßen,
Peter Fischer

Danke für den Hinweis auf diesen wichtigen Artikel.
Ich habe schon von anderer Seite folgenden Link erhalten,
 
http://www.youtube.com/watch?v=m9OdZ1t1iQU&feature=youtu.be
 
In diesem Film wird in deutscher Übersetzung neben den von Hr. Flegel erwähnten Tatsachen auch noch erwähnt, dass auch Wörter und Satzteile urhebergeschützt werden können.
Neben einer Zerstörung jeglicher sprachlicher Kommunikation, würde dies auch bedeuten, die Namen Monsanto oder Roundup öffentlich zu erwähnen, könnte zu sofortiger Verhaftung und Abstrafung führen.
Neben einem Plädoyer zur Freihaltung der materiellen und natürlichen Grundlagen von jeglichen Verwertungsrechten präpotenter Konzerne, muss nun auch ein Kampf für die Freiheit der Kommunikation an sich, als Grundlage menschlicher Gemeinschaften, geführt werden.
 
Konzerne die so etwas planen, wollen die Natur, die Menschheit und diese Welt zerstören, um ihrer eigenen Gier willen. Sie sind in der Tat Krebsgeschwüre.
 
Da Krebs mit den üblichen Waffen nicht bekämpft werden kann - hauen und stechen, brennen und sengen, vergiften und veröden - sollten wir uns einen Ansatz einfallen lassen, der die Existenz solcher Monstervereine unmöglich macht. Eine nachhaltige Lösung für die Probleme dieser Welt.
 
Offensichtlich reicht es nicht, die Konzerne zu zerschlagen, wie es die Hedgefonds als nicht funktionierendes gesellschaftliches Immunsystem tun. Es wird Zeit, wirkungsvollere Mittel zu entwickeln.
Eine nicht hierarchische Dezentralisierung sämtlicher Vernetzung,
kleinteilige Produktions- und Konsumptionseinheiten
sind mit heute entwickelter Technik möglich.
 
Es wird Zeit sie umzusetzen.
 
Egon Hauck

Unsere Bundesjustizministerin hat dazu gemeint, dass ACTA die Rechtslage (bei uns?) nicht verändert.
 
Ich bin ziemlich verwundert darüber...., und habe natürlich trotzdem unterschrieben.
 
Mit freundlichen Grüßen,

Wilhelm Methfessel

Hallo Herr Kreutzer,

 

 

 

 

 

Sie müssen, glaube ich, für Ihre Standardwerke, mal wieder massiv die Werbetrommel rühren. Mir scheint dass einige Ihrer Stammreaktionäre Ihre dargestellten Alternativen noch nicht kennen…

Das tue ich doch glatt! Hau'n Sie drauf, mit der Maus, auf die Trommel!

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